Beiträge von Pi.Ag3

    sinddie Franzosen schon genial. Seit kurzen schaue ich mich in dem Acideformis Forum um, ich bin sowas von baff, perfekte Bilder aller Art. Und die Bestimmungen erst, da zeigt jeder Mikroskopaufnahmen und exakte Messungen, boah. Die sind uns weit vorraus.

    Und haben sogar einen Bestimmungsschlüssel verlinkt, beim französischen Antbase. Ich dachte schon, meine 5en in Französisch wären völlig umsosnt gewesen, ich kann den Bestimmungsschlüssel tatsächlich verstehen.
    Also Leute, hier der bestimmungsschlüssel, zur Not benutzt man halt ein Üebrsetzungsprogramm;
    Klick
    Es basiert nur auf morphilogischer Ebene, also braucht man schon ein einigermaßen funzendes Mikroskop oder zumidnest eine Lupe.

    Grüße, Phil

    In der Regel sollten alle Messor spannend sein; und zumindest, soweit ich weiß, bilden alle Messor die in der Haltung zu finden sehr große Nester. Dauert aber eine Weile, von daher relativ egal.
    Und empfehlenswert, Messor. Sind sehr ruhige Tiere, kommen oft nichtmal Glasscheiben hoch (Ausbruchschutz ist also kein Problem). Und die Körnerernährung (Granivorie) ist auch sehr spannend zu beobachten.

    Grüße, Phil


    Und zwar hab ich jetzt schon ein wenig einblick und finde die Pilzzüchter ganz interessant.
    Allerdings ist das ja schon nur bei den Exoten der Fall, oder?
    Und schwer zu halten sind die ja auch.

    Genau. Die Pilzzüchtenden Ameisen des Tribus Attinii sind nicht zu empfehlen für Anfägner, werden im Unterhalt ganz schön teuer mit der Zeit und im Winter hat man immer Futtermangel.

    Grüße, Phil

    Zitat

    Kann man eigentlich mit einer Ameisenkolonie auch selber Züchten?

    Ja, kann man, das geht aber nur mit bestimmten Arten. Eine Variante ist die nestinterne Begattung, machen z.B. Myrmica rubra. Da bleiben die Geschlechtstiere im Nest, und begatten sich dort.

    Die zweite Variante ist kostenaufwendig; Ameisen machen einen Schwarmflug, und der braucht sehr viel Platz, also z.B. in Form von einem Gewächshaus.

    Grüße, Phil

    Hi,


    Bis Picmirror wieder funktioniert, müsst ihr auf andere Uploadservices umsteigen (es gibt ja sehr viele wie imageshack und Co.)

    Kurze Anmerkung; Lieber Dateianhänge verwenden, bei anderen Uploadern passiert es oft, dass Bilder nach einiger Zeit gelöscht werden.

    Grüße, Phil

    So, und nun zu den Ameisen selbst.
    Sie lassen sich wie oben geschrieben sehr selten sichten, aber wenn, dann versuche ich möglichst, ohne sie stören, ein paar Fotos zu schießen. Was sogar relativ leicht glückt, da sie oft ruhig auf der Stelle stehen. Jedoch sind sie die ganze Zeit über voll angespannt, und bewegen sich leicht ruckartig.


    Hier sind einfach mal ein paar Bilder, die ich bisher machen konnte. Man erkennt sehr gut ihre riesigen Augen, mit denen sie alles beobachten was um sie herum geschieht.


    So, und nun noch kurz etwas zu den Haltungsparametern. Es befindet sich eine kleine 7 W Heizmatte direkt auf dem Nest. Außerdem habe ich gleich 2 Lampen; Einmal eine Halogenlampe, welche immer angemacht wird, wenn die Temperatur zu niedrig ist, und eine kleine Neonlampe, die bis auf Nachts immer an ist, und für ausreichende Beleuchtung sorgt.
    Es wird regelmäßig gesprüht, um eine möglichst hohe Luffeuchtigkeit zu erhalten. Zu diesem Zwecke befindet sich auch auf dem Terrarium eine Frischhaltefolie.
    Die Temperatur beträgt nachts etwa 21-25°C, tagsüber 25 - 30 °C.

    Das wars, denke ich.

    Hi,

    da nun bald die Winterruhe anfängt, hier nun ein Haltungsbericht über eine exotischen Ameisenart. Viel Spaß beim Lesen :smiling_face:

    Steckbrief: Gigantiops destructor

    Unterfamilie: Formicinae (Schuppenameisen)
    Tribus: Gigantiopini
    Verbreitung
    : Südamerika. Diese hier stammt aus einer Nachzucht, ihre Mutter kommt aus Französisch-Guayana
    Größe: Königin: Etwa 15 mm
    Arbeiterin: 10-14 mm
    Ernährung: Hauptsächlich zoophag, ausgezeichnete Jäger. Auch Zuckerwasser/Honig.
    Nestbau: Nistet an Unterschieldichen Orten, hauptsächlich im Totholz.
    Gründung: Anders als viele andere Formicinae gründet die Königin semiclaustral. Art ist monogyn.
    Haltung: Die Haltung dieser Art ist, laut Erfahrungen anderer Halter, sehr schwierig.
    Aktivität: Nur tagsüber aktiv, hauptsächlich Vormittags.
    Sonstiges: Diese Art verfügt über ein sehr gutes Sehvermögen. Ist fast schon gruselig, wenn man die ganze Zeit mit Blicken verfolgt wird. Ansosnten eher ruhige Art, Fühler vibrieren die ganze Zeit, ähnlich Schlupfwespen. Können sehr gut springen, meist von Ast zu Ast. Dank ihres guten Sehvermögens jagen sie sehr viel Lebensfutter, meist eher Einzelgänger. Bepflanzung solltevorhanden sein, da sie gerne herumklettern/springen.
    Ich habe die Art seit dem 30.08. 09, bekommen mit 2 Arbeiterinnen und einer Königin sowie einer Larve und 1 Puppe. Das Terrarium wurde schnell eingerichtet, und schon am dritten Tag sind sie aus dem Reagenzglas ausgezogen in ein anderes Nest. Die Puppe wurde leider gegessen, die Larve hat sich verpuppt. Mittlerweile sind es 2 Puppen, geschlüpft ist noch keine.
    Fast jeden Tag gibt es eine neue, kleine frischtote, unüberbrühte Fliege, die auch meistens freudig angenommen wird. Interessant zu beobachten ist das erstellen der Mauer; Diese ist genau 2mm dünn, ein richtiges Kunstwerk. Wenn ich irgendetwas an dem Terrarium mache, guckt meistens eine Arbeiterin durch den Eingang hinaus, und beobachtet mich dabei.

    Sehr selten sieht man auch eine am Furagieren. Leider stimmt hier das Prinzip nicht so ganz; Die Arbeiterin beobachtet meistens eher mich, als ich sie. Dabei blickt sie stets starr in meine Richtung, und bewegt sich leicht hin und her. Sie können auch rückwärts und seitwärts laufen. Panisch werden sie nicht, wenn sie merken, dass sie beobachtet werden.

    So, aber jetzt genug geplaudert, ich erläutere erstmal das

    Terrarium

    Das Terrarium hat etwa die Maße 30x20x25 cm, und ist gefüllt mit einfacher Erde. In der Erde drin befindet sich ein Nest aus Bauschaum, das derzeit bewohnt wird. Bewässern muss man es nicht, es erhält die Feuchtigkeit durch die Feuchtigkeit der Erde.
    Die Bepflanzung ist recht simpel; Der Boden ist größtenteils mit Moos abgedeckt, und ein paar Efeuranken wachsen darin. Das Efeu eignet sich sehr gut, ich habe schon die Gigantiops beim Springen von einem Blatt zum anderen springen sehen. Außerdem wächst es gut, ich werde es wohl regelmäßig zurückschneiden müssen.

    Hier das Terrarium im Überblick:

    Aus dem Moos wachsen verschiedene Pflanzen, deren Samen sich in ihm befunden haben. Sieht sehr schön aus :smiling_face: Übrigens wächst das Moos aufgrund hoher Temperatur und ständiger Luftfeuchtigkeit sehr gut.

    Der Nesteinblick ist eher schlecht, aber ich werde sowieso kaum Bilder davon einstellen. zu große Gefahr, die hochempfindlichen Ameisen zu stören!

    Zuletzt noch der Eingang, welcher passend zugemauert wurde. Nebendran befindet sich ihre Nahrung, ein Gemisch aus Wasser, Honig und Zucker.

    Nach langen überlegen habe ich mich nun doch für eine Art entschieden. Zwar mit Einschränkungen, aber trotzdem:

    Tetramorium caespitum/impurum-Komplex

    Größe der Königin: 8 mm

    Größe der Arbeiterinnen: etwa 3-4 mm

    Bilder wegen picmirror Momentan nicht verfügbar

    Begründung

    Diese Art ist sehr wiederstandsfähig, was verschiedene Faktoren betrifft. sie kommt sehr gut mit Trockenheit zurecht, und ist kaum wählerrisch was das Futter betrifft. Eben die Ernährung lässt diese Art im Vergleich zu anderen besonders hervorstechen. Diese Art ist schwach granivor geprägt. Dass heißt, sie kann sich von Körnern und Samen von Pflanzen ernähren. Diese Granivorie ist jedoch nicht sonderlich ausgeprägt- es ist kein Muss im Gegensatz zu Messor und Pogonomyrmex. Man kann sie genauso wie andere einheimsche Ameisenarten ernähren, also ihnen Insekten und Zuckerwasser/Honig anbieten, womit sie sehr gut klar kommen. Selbst dort sind sie nicht sondelrich wählerrisch; Sie nehmen gerne auch alte, vertrocknete Insekten an.
    Der Halter kann also seine volle Fantasie spielen lassen, was die Ernährung angeht; Von Keksen bis zu Drosophila, die Art nimmt sehr viel an.
    Vorteilhaft ist weiter der extrem hohe Wuselfaktor. Darin übertrifft sie selbst Lasius niger um Längen.
    Zudem ist sie sehr schnell wachsend, und sehr wärmeliebend.

    Weiterer Vorteil ist die Gründung; Die Königin gründet wie Lasius niger claustral. Königinnen lassen sich während der Schwärmzeiten relativ leicht finden.

    Sie besitzt jedoch einen erheblichen Nachteil: Tetramorium sind sehr klein. Für einen kurzsichtigen Halter gar nicht geeignet, eigentlich lohnt sich die Haltung nur, wenn man im Besitz von Binokularen oder Lupen ist. Besitzt man solche, kann man die Art jedoch sehr gut beobachten; Kleine Kolonien lassen sich problemlos in Reagenzgläsern halten, selbst für Größere reichen kleine Arenen aus. So hat die Art nichtmal im susgewachsenen Zustand einen sonderlich hohen Platzbedarf. Durch den wenigen Platzbedarf kann man sich die Kolonie also immer bei Bedarf unter ein Binokular legen, etwas füttern, und dann beobachten. Es macht zumindest mir einen riesigen Spaß :smiling_face:

    Schon wieder melde ich mich kurz.
    Denn endlich erlaubt es mir die Einsicht in das RG, den Brutstand komplett zu kontrollieren.

    Und ich bin doch sehr überrascht; etwa 12 Puppen, jede Menge Larven und sogar etwa 15 Eier. Ein sehr deutliches Zeichen, die Kolonie kommt ganz bestimmt nicht in die Winterruhe, solange sie noch Brut aufziehen.

    Ein schlechtes Foto von einem Teil der Brut, auf denen man ein paar Eier erkennen kann, befindet sich im Anhang.

    Grüße, PHiL

    Hi!

    Ein kurzer Nachtrag. Das Reagenzglas ist irgendwie ein kleines bisschen sauberer geworden, kann es mir selbst nicht erklären. Jedenfalls habe ich nun wieder Einblick auf die Brut, und bin doch ein wenig überrascht.

    Von Winterruhe keine Spur? Klar, es ist noch September, aber wenn ich die Mal mit meinen Lasius vergleiche, die eine richtig fette Traube gebildet haben.
    Jedenfalls sind Larven in allen Größen vorhanden, und auch noch einige Puppen.
    Auf Störungen reagieren sie übrigens panisch, nicht sonderlich auselassen. Aber Auswirkungen auf ihre Entwicklung hat das herumtragen des Reagenzglases allen Anschein nach keine.

    Hier die Brut.
    Interessante Rotfärbungen in den Larven, keine Ahnung woher die kommt.
    [Blockierte Grafik: http://picmirror.de/bild.php/44953_zwischenablage02.jpg]
    Und hier, eine weitere Fütterungsmethode. Pflaumenkuchen, lecker. Ein Zuckersüßer Krümel wurde auf ein Stück weißes Papier gequetscht, und wird dort von den Arbeiterinnen bearbeitet.
    [Blockierte Grafik: http://picmirror.de/bild.php/44952_zwischenablage01.jpg]

    Ich werde sie jedenfalls nicht in Winterruhe schicken, solange noch Puppen oder Eier vorhanden sind.

    Grüße, Pi

    Hi jkiefer,

    Zitat

    ich seh grad, Phil du bist ja Moderator

    Lol - Du Blitzmerker :grinning_squinting_face:
    Danke für Deinen Post; Kann Dir Recht geben, das mit den Königinnen ist auch der Grund, warum ich hier das fangen eines volkes und nicht das der einzelnen Königin beschrieben habe. Mit der Fangmethode bekommt man mit ein wenig Glück alle Arbeiterinnen, außer eben die, die furagieren.
    Möchte man auch die haben, gibt es einen weiteren Trick: Das Fangen im Winter! Die verziehen sich nicht, leben eben auch im Winter in ihren Ästchen-

    Ich kenne Dich ja, als nehme ich an, Du hast nichts dagegen, wenn ich die Bilder von Dir verwende? KHabe das ja angesprochen, die Ähnlichkeit, nur eben keine Bilder, weil das Terrarium in welchen sie leben ein milchiges Glas hat.

    Zitat

    Bei den geeigneten Habitaten ist das allerwichtigste ein hoher Totholzanteil in Bodennähe, ansonsten habe ich diese Gattung in allen Waldarten gefunden (hauptsächlich am Waldrand).
    Ausserdem scheint Leptothorax acervorum gerne in der Nähe von Myrmica rubra- und Myrmica ruginodis-Nestern zu siedeln (werden von ihren großen Nachbarn vollkommen ignoriert). Vielleicht ein Anhaltspunkt wo man die Suche beginnen könnte?

    Die Sache mit den finden ist tatsächlich sehr regional abhängig. War ja mit Frank unterwegs, der hat sie mir gezeigt. Wir mussten über 1 Stunde suchen, bis wir sie hatten. Er hat gesagt, in Brandenbrug gäbs die überall an jeder Ecke, und hier eben nur sehr selten. Also, grundsätzlich in etwas höheren Lagen häufiger.
    Und wenn man eben in einer Region wohnt, in welcher sie selten sind, dann findet man sie am häufigsten in Nadelholz, mögen sie eben am Liebsten.
    Das mit den Myrmica kann ich relativ bestätigen, wir hatten eine Arbeiterin als Beifang mit drin. War aber weder M. rubra noch ruginodis, irgendeine sehr kleine Myrmica Art, nicht näher bestimmbar (wie man es halt von den Myrmis kennt).


    Grüße, Phil

    Freut mich, dass mein Thread gut ankommt. Myrmica folgt noch, im nächsten Jahr vielleicht noch weitere zu etwas selteneren Arten (@Naturschützer: Meine damit natürlich keine bedrohten oder wirklich seltenen Arten, sondern relativ häufige, aber seltener gefundene Ameisen), welche man ebenfalls aus der Natur entnehmen kann.
    Außerdem folgen noch Informationen zu anderen Dingen aus der Amiesenwelt, einer davon wurde schon im internen Forum veröffentlicht und wird noch etwas von mir überarbeitet vor der Veröffentlichung.

    Noch eine kleine Frage an Euch User; Hättet ihr auch interesse an Wissensthreads, welche über die Haltung hinausgehen? Also z.B. unterschiede zwischen Myrmica Arten oder wie man bestimmte Arten findet, die nicht für den Fang geeignet sind?

    Grüße, Phil

    Rästel funzen doch; Jeder denkt sich ne Frage aus, Ameisenbezogen, und der, der richtig beantwortet, darf die nächste Stellen. Wenn es nicht innerhalb von 2 Tagen gelöst wird, muss derjenige das Rästel auflösen und stellt die nächste Frage, damits nicht irgendwann hängen bleibt.

    Grüße, Phil

    Hi,

    ganz im Gegenteil zu Skrag halte ich Myrmica rubra für relativ schwierig. Die Gründung ist kompliziert, und würde vielen Anfängern Probleme bereiten. Das Schwerste ist jedoch die richtige Feuchtigkeit und den daraus resultierenden Konsequenzen. Viele Arten wie Lasius niger kommen fast komplett ohne Bewässerung klar, Myrmica rubra raffen sehr schnell dahin, wenn es nicht feucht genug ist. Regelmäßige Bewässerung und hohe Luftfeuchtigkeit sind sehr Wichtig, und allein dadurch erhöht sich der Pflegeaufwand. Hinzu kommt, dass durch eine hohe Luftfeuchtigkeit viel Schimmel entstehen kann, und sich andere Mikroroganismen wie wild vermehren. Es herrscht ein hohes Milbenrisiko für die Ameisen. Futtertiere überbrühen reicht keinesfalls aus, um Milben zu verhindern.
    Hinzu kommt die nicht sonderlich schnelle Vermehrung im Vergleich zu anderen Arten.

    Das nur ergänzend, meine Meinung zu Myrmica rubra.

    Ich trage keine Anfängerart bei, weil ich nicht wüsste, welche dennn jetzt besser oder schlechter als eine andere ist. Jede Art hat ihre Tücken und Vorteile, insofern sticht keine Art irgendwie besonders hervor...

    Grüße, Phil

    Edit: So, hier kann man sich über die beschriebenen Arten auslassen wenn man anderer Meinung ist


    Hier gehts zum Thema:
    Die wirklichen Anfängerarten