Beiträge von Smaug

    Hallo Rattentod und Willkommen im Forum!

    Hast du denn die Temperatur im Keller gemessen? Sollten die Temperaturen über 10 ° C liegen, ist der Keller nicht der geeignete Ort für die Überwinterung der Ameisen. Man kann die Tiere auch im Kühlschrank oder auf Balkon/Terasse überwintern, wobei man bei extremen Minusgraden z. B. mit Styropor isolieren kann.

    Hallo Arnoldz,

    eine wirklich interessante Ameise! Die Königin lebt ca. 3 bis 4 Jahre.

    Die Arbeiterinnen haben nahezu ebenso so gut entwickelte Ovarien wie die Königin. Auch besitzen sie wie diese eine Spermientasche, die bei vielen auch Spermien enthalten. Das kann nur bedeuten, dass sich die Arbeiterinnen mit den Männchen erfolgreich verpaart haben. Sie können also befruchtete Eier legen.

    Fundstelle:
    http://www.uni-wuerzburg.de/blick/2004-1/041d11-t.html

    Hallo Erne,

    ist schon ein bisschen merkwürdig. Genosien hat geschrieben, dass er die Ameisen tot in der Arena aufgefunden hat und sie im Winter nicht füttert. Über eine Überwinterung hat er allerdings nichts verlauten lassen. Klarheit werden wir wohl erst bekommen, wenn er sich noch einmal zu diesem Thema äußert.

    @ joey:

    Zitat

    Original von joey
    ... Ob sie tot sind oder nicht kannst du recht einfach herausfinden: stell das Formicarium einfach mal ein paar Stunden in einen Raum, der etwas über 10 Grad hat (das ist kurzzeitig kein Problem, es bietet sich aber an, in dieser Zeit ein wenig Futter zur Verfügung zu stellen). ...

    Auf diesen Text habe ich mich in meinen Beiträgen bezogen. Dass du eine Fütterung in einerlängeren Aufwärmphase gemeint hast, konnte ich daraus nicht entnehmen. Und unter "ein paar Stunden" verstehe ich doch eher einen relativ kurzen Zeitraum.

    @ Erne:

    Gegen eine Fütterung vor der Winterruhe ist auch nichts einzuwenden. Denn wenn du die Ameisen langsam stufenweise runterkühlst, werden sie Zeit genug haben, um ihren Darm- und Kropfinhalt zu entleeren.

    @ joey:

    Es schadet den Ameisen nicht, wenn sie während der Winterruhe zwischenzeitlich aufgewärmt werden. Das kommt in der Natur auch schon mal vor, wenn es in den Wintermonaten ungewöhnlich mild wird und die Temperaturen steigen. Was ich meinte, war nur die Fütterung während dieser Aufwärmphase. Aber nichts für ungut!

    @ Schüler:
    Die Ameisen sind 100 %ig nicht tot. Das ist die typische Kältestarre. Es ist völlig normal, dass sie dann die Beine an den Körper gezogen haben. Einheimische Arten sind bei weitem nicht so empfindlich, wie viele User meinen. Sie verfügen namlich über eine Art "Frostschutzmittel".

    Zitat

    Original von Prof. Buschinger
    ... Vor der Winterruhe entleeren die Tiere den Darm, auch den Kropf, und die Larven verlieren viel Wasser. Damit werden die "Körpersäfte" (Hämolymphe und Zellplasma) sozusagen "eingedickt", der Gehalt an Salzen, Glyzerin und anderen niedermolekularen Verbindungen steigt, der Gefrierpunkt der Flüssigkeiten wird herabgesetzt. So überleben die Tiere auch Minusgrade, ohne eigentlich zu "gefrieren" ...

    @ joey:
    Den Ameisen während der Winterruhe Nahrung zu geben ist Unsinn und schadet den Tieren.

    Zitat

    Original von Prof. Buschinger
    ... Gibt man den Tieren bei einer zwischenzeitlichen Aufwärmung z.B. Honigwasser, werden sie entsprechend wieder empfindlicher gegen Frost. Das kann von Bedeutung sein, wenn man seine Ameisen auf Balkon oder Terasse überwintert, und wenn dann doch noch eine strenge Frostperiode kommen sollte.
    Freilebende Ameisen mögen an so ein paar warmen Tagen auch schon herumlaufen. Aber: Sie finden keinen Honigtau! Und vom überreichlich vorhandenen Regenwasser werden sie kaum allzu viel trinken. ...

    Hallo Leute,

    ich habe soeben die Dokumentation über Termiten gesehen und bin wirklich begeistert! Wunderschöne Bilder!

    Ohne viel verraten zu wollen, einige Szenen:

    Zwei verschiedene Termitenarten stoßen bei der Nahrungssuche aufeinander, wobei sofort ein Kampf entsteht. Besonders eindrucksvoll, weil die eine Art drei verschiedene Soldatenformen besitzt.

    Dann wird gezeigt, wie ein Schuppentier ein Termitennest öffnet, dann aber gestört wird und im Dschungel verschwindet. Danach folgt ein Angriff von Ameisen. Und zwar handelt es sich hierbei um eine Crematogaster-Art, die sogar bis in die Kammer des Königspaares eindringt.

    Besonders schöne Bilder auch aus der Königskammer! In Dokumentationen über Termiten kommt gerade das Königspaar oft zu kurz. Man sieht die "fette" Königin, die als Eierlegemaschine betitelt wird - und das wars. Der König ist oftmals von der Königin verdeckt oder schemenhaft im Hintergrund zu sehen. Dieses Filmchen ist da eine erfreuliche Ausnahme!

    Es wird auch ein Angriff von Treiberameisen gezeigt. Und zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass man auch einiges über die Gründungsphase von Termiten sieht, was wirklich selten ist.

    Ich hoffe, dass ich nicht zu viel verraten habe. Ich kann euch nur wärmstens empfehlen, dass ihr euch die Wiederholung anschaut.

    Dienstag, den 29.11. von 18:15 bis 19:00 Uhr auf arte !!!

    Hallo Leute,

    ich habe gerade per Zufall auf arte den Rest einer spannenden Doku über Ameisen aus der Reihe Afrikas geheimnisvoller Dschungel gesehen:

    Folge 1: Ameisen
    Erste Wiederholung: Samstag, den 26.11. von 10:40 bis 11:25 Uhr
    Zweite Wiederholung: Montag, den 28.11. von 18:15 bis 19:00 Uhr

    Folge 2: Termiten
    Ausstrahlung: Morgen von 19:00 bis 19:45 Uhr
    Wiederholung: Dienstag, den 29.11. von 18:15 bis 19:00 Uhr

    Folge 3: Spinnen
    Ausstrahlung: Übermorgen von 19:00 bis 19:45 Uhr
    Wiederholung: Mittwoch, den 30:11. von 18:15 bis 19:00 Uhr

    Siehe auch: http://www.arte-tv.com/de/programm/24…,year=2005.html

    Sicherlich ist es manchmal hilfreich, wenn man seiner Kolonie durch Hinzugabe von Puppen "unter die Arme greift". Aber wenn man keine Geduld aufbringen kann oder will, sollte man sich ernsthaft überlegen, ob Ameisen überhaupt die richtigen Tiere sind.

    Aber aus einer Jungkönigin mit keiner oder wenig Brut eine Kolonie von 100 oder gar mehr Tieren machen zu wollen, kann mit Risiken verbunden sein, die die Ameisen in ihrer Entwicklung eher schwächen als stärken. Die junge Königin kommt dann nämlich mit der Verarbeitung der plötzlich ansteigenden Menge von Futtersekreten der Arbeiterinnen nicht mehr nach. Das kann zur Folge haben, dass die Arbeiterinnen die Sekrete bei sich behalten oder andere Arbeiterinnen damit sogar füttern, was dazu führen kann, dass die Arbeiterinnen Eier legen, aus denen natürlich nur Männchen schlüpfen können. Diese männlichen Larven stehen dann in Futterkonkurrenz zu den weiblichen Larven der Königin (frei nach Prof. Buschinger).

    Eine Kolonie mit Puppen zu pushen, klappt in der Regel sehr gut. Übrigens sind Puppen nicht schwer zu finden. Nur jetzt in der kalten Jahreszeit, in der die Ameisen Winterruhe halten, gibt es natürlich keine. Die Adoption von adulten Arbeiterinnen ist sehr viel schwieriger! Bei Lasius niger Arbeiterinnen adoptieren lassen zu wollen, ist so gut wie aussichtslos. Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt, bei dem es zu einer geglückten Adoption gekommen ist. Myrmica rubra ist da wahrscheinlich toleranter - aber eine Erfolgsgarantie hat man so gut wie nie.

    @ Jens:

    Mutillidae gehören nicht zur Überfamilie Formicoidea!

    Zitat

    Original von A. Buschinger
    ... Vespidae und Mutillidae u.a. werden in einer Überfamilie Vespoidea zusammengefasst. Ihnen zur Seite stehen die ÜF. Aporidea (Honigbienen, Hummeln, Schmarotzerhummeln u.a.) sowie die ÜF. Formicoidea ...

    Also, ich bin da etwas ratlos. Crematogaster scutellaris ist doch eine mediterrane Art und im Ameisenforum habe ich gelesen, dass z. B. Messor sp. während der Überwinterung mit der Eiablage nicht unbedingt aussetzt, sondern diese nur stark reduziert. Ob das bei C. scrutellaris ebenfalls so ist, kann ich natürlich nicht sagen.

    Ich würde auch abwarten, bis die Larven geschlüpft sind. Allerdings hat man ein Problem, wenn die Königin mit dem Eierlegen nicht aufhört. Ich würde sie dann trotz der Eier überwintern in der Hoffnung, dass die Eier überleben.

    Die Idee, einen "Führerschein für das Halten von Ameisen" zur Haltungsbedingung bei Exoten zu machen, finde ich Klasse. Aber leider wird das nicht durchzusetzen sein.

    Ich freue mich, dass es hier im Forum User gibt, die sich ernsthaft Gedanken machen über so etwas wie Ethik in der Ameisenhaltung. Ich kann das nur begrüßen! Weiter so!

    Auch Messor sp. müssen Winterruhe halten. Bei mediterranen Arten beträgt die optimale Überwinterungstemperatur nicht wie bei unseren einheimischen Arten 5 bis 10 ° C, sondern 10 bis 15 ° C. Allerdings sollten sie auch 5 bis 6 Monate überwintern und nicht weniger, wie man in anderen Foren lesen kann.

    Achtung: Messor stuctor kommt in sehr geringen Beständen auch in Deutschland vor. Die Ausbreitung erstreckt sich südlich von Koblenz bis in den Raum Mainz/Wiesbaden sowie am Kaiserstuhl. Sollte eine Kolonie von dort sein, aber nur dann, würde ich sie bei 5 - 10 ° C überwintern wie unsere einheimischen Arten.

    Zitat

    Original von A. Buschinger
    ... Überwinterung ist auch nicht jeder Zeit (etwa im Sommer) möglich: Die Tiere zeigen an, wenn es so weit ist:
    Die Larven verpuppen sich nicht mehr, meist erscheinen sie nicht mehr prall, sehen "verschrumpelt" und faltig aus, die Arbeiterinnen werden "träge". ...

    Ich glaube nicht, dass sie die Larven noch verpuppen werden, sondern sich lediglich auf die Winterruhe vorbereiten. Von der Brut können nur Larven überwintern; Eier und Puppen hingegen sterben ab.

    1. Königinnen werden nicht befruchtet sondern begattet. Befruchtet werden die Eier bei der Eiablage.

    2. Myrmica rubra betreibt Inzucht - zumindestens in der Gefangenschaft, wenn Geschlechtstiere schlüpfen.

    3. Eine monogyne Ameisenart wird niemals mehr als eine reproduzierende Königin haben.

    4. Rote Folie bekommt man in Bastel- und evtl. auch in Schreibwarengeschäften (rote Umschläge für Schulhefte).

    5. Isolieren würde ich das Formicarium nur, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen.