Sommerhitze Camponotus flavomarginatus Königin gestorben, Für Erromyrma latinodis zu heiß

  • Grüßt euch,


    ich habe mir kürzlich eine Camponotus flavomarginatus Kolonie gekauft beim Antstore. Leider ist die Königin schon nach wenigen Tagen gestorben. Ich denke das lag evtl. an den Hohen Temperaturen, auch zu viel Stress. etc.

    Im yTONG Nest habe ich oftmals 35 grad gemessen, die Wohnung hatte meist dann 36 grad. Hat jemand Tipps, wie man das besser runter kühlen kann? Ich habe mir jetzt Camponotus nicobarensis bestellt. Ich habe aber auch noch eine Erromyrma latinodis Kolonie und mache mir gerade Sorgen wegen den Temperaturen, allerdings leben diese im Reagenzglas in der Arena und haben zwar ein DigFix zur Verfügung. Bevorzugen aber noch das mitgelieferte Reagenzglas und die Ameisen sind normal auch nicht für über 30 grad ausgelegt.

    Man merkt richtig, wie die Erromyrma latinodis sehr inaktiv werde und sich bei diesen Temperaturen um die Brut kümmern.

    LG

    Andreas

  • Hi sisslik,

    also 35-36°C sind ganz sicher für die meisten Arten schlicht zu heiß. Bei 36°C in der Wohnung hast du selbst, das mal vorweg, sehr wahrscheinlich Anspruch auf Mietminderung für entsprechende Tage. Das ist keine Temperatur, die man in der Wohnung dulden muss, denn da ist die Dämmung vermutlich nur marginal vorhanden und das zu lösen ist Sache des Vermieters. So oder so eine gesundheitsschädliche Temperatur, bei der du überlegen könntest, ein Klimagerät für DICH anzuschaffen. Die Ameisen wären dann ebenfalls Profitanten.


    Schnellste und einfachste Abhilfe für die Ameisen, die man sofort umsetzen kann, schafft nun eine gute Belüftung, kombiniert mit Verdunstungskälte. Sprich: Angefeuchtete Watte, Küchenpapier, ggf. wenn es natürlich sein soll angefeuchtete Moose o.Ä. etc. auslegen - das sorgt im direkten Umfeld schon durch Verdunstung für eine wenigstens geringfügige Abkühlung (aber auch eine deutliche Erhöhung der Luftfeuchtigkeit).

    Besser wäre das aber in jedem Fall in Kombination mit Luftzug, sprich die Anbringung eines Ventilationssystem, um die Verdunstung anzukurbeln und für Zirkulation zu sorgen. Einige Shops haben das sogar für ihre Formicarien (da geht´s im Normalfall um die Deckel) im Angebot. Zur Not tut es aber auch ein alter PC-Lüfter, den man mit etwas Bastelei oder Adaptern auch einfach via Powerbank betreiben kann. Oder solche Mini-Ventilatoren, die man teils im 1€ Shop bekommt - Hauptsache das feuchte Material wird relativ schnell getrocknet - so ist der Effekt größer. Man muss dann natürlich auch für Wassernachschub sorgen. Die Formicarien müssen zudem - falls nicht geschehen - weg von Fenstern, so oder so darf es niemals Sonneneinstrahlung geben. Gerade in geschlossenen Systeme - dazu gehören auch RGs, ist ein Hitzestau selbst bei niedrigeren Temperaturen schnell geschehen.

    Dazu kann man Kühlakkus um das Formicarium platzieren, oder feuchte Handtücher (oder in feuchte Handtücher gewickelte Kühlakkus - die halten dann auch länger durch).

    Wenn man den Eindruck hat, die Tiere leiden - ab in kühlere Räume damit. Dann sind sie eben mal für ein paar Tage im Treppenhaus oder Keller. Besser, als dass sie in deiner Obhut sterben - muss nicht sein und ist für dich als Halter ja auch nur frustrierend.


    Hoffe, das hilft dir etwas. Wir helfen gerne bei Fragen und Problemen, gutes Gelingen!

    Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

  • Hey, da wird es von der Wohnungsbau glaube ich keine Zugeständnisse geben.

    Ich habe jetzt mal mit einem Feuchten Lappen getestet und diesen auf das YTONG gelegt, dass hat knapp 2 grad weniger geschafft. Mit Kühlakkus werde ich noch mal testen, wie weit das runter geht.

    Bei dem YTONG habe ich ja oben noch ein Gaze stopfen, so das die Luft dort zirkulieren kann. Weil sonst haben die ja null und bekommen den Sauerstoff nur über die Arena und über die Schlitze im YTONG, zwischen Glas und Stein.

    Ich denke mal, dass die Temperaturen dazu geführt haben, Das die Königin gestorben ist, oder Sie hat den Stress einfach nicht gut überstanden. Weil die Arbeiterinnen leben noch alle, Antstore meinte, dann wären die Arbeiterinnen normal auch Tod, doch die sind Putz munter... Ich werde die noch frei lassen, ohne Königin können die eh keinen schaden anrichten, die 10-20 Ameisen. Brut ist auch keine mehr dabei, meine ich jedenfalls.

  • sisslik


    Bitte auf keinen Fall freilassen!

    Es ist eine exotische Art, die auch exotische Endoparasiten und Erreger (Bakterien/Viren/Einzeller) in sich tragen kann. Diese haben in unserer Natur nichts verloren und können auch von Arbeiterinnen verschleppt und übertragen werden.

    Wenn du die Kolonie schonend um die Ecke bringen musst, dann kannst du sie einfrieren. Schnell geht auch überbrühen mit kochend (!) heißem Wasser. Danach ab in den Haushaltsmüll zur Verbrennung.

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  • Abseits der genannten Problematik mit Krankheitserregern: Draußen wären sie leider sowieso zum Tode verdammt - das dauert vermutlich keinen Monat, dass die komplett von v.a. umliegenden Ameisenkolonien erbeutet und umgebracht werden. Selbst ohne diese Gefahr würde sie dann eben spätestens der Winter dahin raffen. Also effektiv wäre die Herangehensweise auch nicht humaner im Sinne von "dann leben sie eben dort eine Weile und haben noch ein Leben in Freiheit". Das ist wie immer beim Haustiere aussetzen - die haben dort draußen keine Zukunft.

    Die genannte Lebenserwartung werden sie wohl sowieso nicht mehr erreichen. Wenn du sie leben lassen willst, dann biete ihnen halt ein Miniformicarium (z.B. kleine, transparente Aufbewahrungsbox, in der Art: https://www.action.com/de-de/p/3003581/aufbewahrungsbox/). Dort können sie dann platzsparend unter gesicherten Umständen leben, so lange sie eben leben. Ich schätze das geht maximal noch ein Jahr, zumal ein paar der Tiere sicherlich noch Pygmäen aus der ersten Brut sind (und die leben meist nur wenige Monate). Ohne großartigen Lebensinhalt sterben die Tiere mEn deutlich früher, als sie unter Normalumständen erreichen würden.

    Effektiv gehört das Szenario "Verlust der Königin" zur Haltung einfach immer dazu, weil es leider nicht zu selten passiert - das entbindet den Halter aber erstmal nicht von der Verantwortung für die Tiere. Ist echt nicht klugscheißerisch oder bevormundend gemeint, nur als Denkansatz :winking_face:

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  • ice_trey August 19, 2025 at 10:34 AM

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