Posts by ice_trey

    Ja, müsste man wie fink2 sagt einfach verfolgen, wohin sie verschwinden, wenn sie was gefressen haben. Dazu braucht es natürlich etwas Geduld. Ich hatte kürzlich bei einer Beratung einen Fall, da sind die Tiere sicherlich 10m weit ins Haus gekommen, um sich Wasser an den Paprikapflanzen im Zimmer zu holen. Die hatten ihr Nest aber definitiv nicht drinnen.


    Ist halt im Einzelfall zu betrachten. Wenn du uns demnächst sagen kannst, woher die Ameisen kommen und wie sich die Situation dann darstellt, können wir gezielter helfen. Sollten sie von draußen kommen, müsste man z.B. den Grund für die Besuche abstellen (z.B. eine Futter-/Wasserquelle im Haus), usw.

    Ich persönlich würde auf eine Lasius oder Tetramorium Spezies tippen. @ice kann dir dazu aber sicher noch etwas genaueres sagen!

    Ja, Lasius, aber bei der Eingrenzung der Art würde ich mich jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen - ist einfach nicht gut zu sehen. Vielleicht Lasius emarginatus, wegen der braunen, aber zu Kopf und Gaster abgesetzten Farbe des Mittelstücks. Aber das ist schon sehr spekulativ.



    Ansonsten kann ich ForceMasters Beitrag nur unterschreiben.


    Ich finde Ameisen und Insekten faszinierend, mag aber auch meine Zimmerpflanzen sehr, daher würde ich gerne den Rat von euch Experten einholen bevor ich blindlings anfange mit Ameisenködern, Natron, Backpulver, usw. zu experimentieren.

    Mit Natron oder Backpulver (oder dem "tollen" Blumentopftrick, von dem man ständig liest :grinning_face_with_smiling_eyes:) wirst du auch keinerlei Erfolge erzielen, das kann man schon vorab sagen. Die meisten Ratschläge im Internet sind vollkommen wirkungslos. Einfach uralte Ammenmärchen, die nicht auszurotten sind, weil sie wieder und wieder und wieder von Leuten ohne Fachkenntnis rezitiert werden und entweder unwahr, oder aber aus dem Zusammenhang gerissen.



    Ergo wäre jetzt herauszufinden, ob es sich nur um einzelne Tiere handelt, oder um richtige Kolonie, die dann mit der Zeit auch wachsen würde. Dazu kannst du - falls die Ameisen irgendwo in den Pflanztöpfen verschwinden - mal an diesen Stellen etwas Graben und nachsehen, ob da mehr Tiere und sogar Brut herauskommen. Die meisten Tiere befinden sich immer im Nest und nicht außerhalb. Erst auf der Basis wäre eine Entscheidung zur Bekämpfung irgendwie sinnvoll.

    Und weiter geht's. Zwar alles nur Handyfotos - aber in dieses große Camponotus ligniperda Nest kommt vermutlich kein Feind rein :grinning_face_with_sweat:





    Auf diesem Foto sieht man auch nochmal gut das beste Unterscheidungskriterium zu Camponotus herculeanus bei Feldbestimmungen: Am ersten Gastersegment ist bei Camponotus ligniperda eine hellere Färbung zu sehen. Diese kann auch sehr dezent ausfallen und ist bei größeren Tieren oft besser erkennbar bzw. ausgeprägt. Bei Minor-Arbeiterinnen fällt das teils sehr schwach bis beinahe gar nicht an. Man sieht auch auf dem Foto, dass es bei einem Tier besonders heraussticht, bei den anderen weniger.


    Die allgemeine Farbgebung kann ebenso tückisch sein, denn Camponotus ligniperda ist nicht immer so deutlich rot wie hier - es gibt durchaus auch braunere Varianten. Auch Königinnen haben dieses hellere Segment.


    Bei den alaten Königinnen, die du hattest, haben sie die Flügel dann irgendwann doch noch abgeworfen und wie lange hat das gedauert?

    In dem Fall eben nicht. War bei mehreren Lasius flavus mal (da musste ich die mit der Zeit gammeligen Flügel manuell entfernen, denn die werden nicht mehr gut durchblutet und werden schwarz und schrumpeliger mit der Zeit). Bei Tetramorium cf. caespitum das selbe. Und noch eine dritte Art, aber ist mir entfallen welche (halte einfach schon seit 2006 Ameisen, da behält man nicht alles im Kopf :grinning_face_with_sweat: )


    Ich hatte noch wesentlich mehr Fälle, in denen die Tiere erst nach Tagen die Flügel abgeworfen haben oder auch ein paar, bei denen ein Stummel oder ein einzelner Flügel übrig blieb. Wie gesagt, das sind meistens Tiere, die schon vor dem Abstreifen massiv gestört wurden - entweder durch andere Ameisen, Fressfeinde oder den Halter, der sie zu früh eingesammelt hat. Die fahren dann einfach nicht ihre Programmierung der Reihe nach ab. Manchmal schmeißen sie die Flügel dann sehr zeitnah später im RG ab - oder eben auch nie.



    Bei mir war es jetzt ja so, daß sie mich angeflogen hat. Würde eine begattete Gyne überhaupt nochmal fliegen?

    Mag schonmal sein, dass eine (Teil)Begattung schon stattfand und die Jungkönigin durch starke Abwinde, sie verlassende Kräfte usw. mal zwischenlanden musste und nochmal neu startet (aber schon einen gewissen Samenvorrat bekommen hat, es kommen ja durchaus mehrere Männchen zum Zug). Manchmal hängen ja sogar noch Männchen an ihr dran, das Gewicht drückt den schweren Körper noch zusätzlich runter und im Eifer des Gefechts sind Flugmanöver nicht immer so easy. Dann muss die Jungkönigin erstmal ihren Ballast los werden und es geht nochmal los (oder am Boden weiter).


    Wenn man direkt angeflogen wird, kann es durchaus sein, dass sie schon begattet ist - aber sie eben gerade das erste Mal landet. Als "wandelnder Baum" in der Landschaft gibt man als Mensch den Tieren durchaus einen guten Orientierungspunkt. Die sehen z.B. auf einer Freifläche so ein längliches Ding und fliegen das erstmal an, landen dann direkt auf dir. Gelandet stellen sie fest, dass das doch kein so guter Punkt ist, weil man sich nirgends in Ruhe verstecken kann um den weiteren Prozess zu starten und sich der Boden ständig bewegt. Da kann es schon sein, dass sie noch ein paar mal hin und her schwirrt, eher bodennah, bis sie einen guten Platz findet, an dem sie erstmal die Flügel abnehmen kann. Erst danach beginnt die Nistplatzsuche. So weit so normal. Solche Gynen haben natürlich noch die Flügel, können aber schon fertig sein mit dem Schwarmflug.


    Wenn eine Jungkönigin einen hingegen anfliegt, nur kurz bleibt und dann aber wieder richtig davonfliegt, also in die Höhe und nicht nur ein paar Meter weiter, war sie vermutlich noch nicht fertig mit dem Schwarmflug. Das kann auch passieren, wenn das Nest in der Nähe ist - die Flügel wollen am Anfang manchmal noch nicht so. Also klettern sie auf einen Grashalm o.Ä., schwirren von dort ein paar Meter los, aber es geht noch nicht so richtig. Wenn man dann zufällig vorbei läuft, kann es sein, dass man als "Höhenstartpunkt" gerne genommen wird. Die Jungköniginnen klettern noch ein bisschen höher und dann geht´s richtig los.


    Selbiges gilt für Tiere, die man eingesammelt hat und dann doch wieder frei lässt - wenn die noch die Pheromone in der Luft riechen von den anderen Geschlechtstiere, starten sie durchaus nochmal los. Soweit meine (seltene) Beobachtung dazu. Wenn natürlich zu viel Zeit vergeht, weil man als Halter hofft, die ist schon begattet - und nach 2 Wochen sind immer noch keine Eier da - dann bringt auch das Freilassen nichts mehr. Die Schwarmflüge sind durch und die unbegatteten Königinnen laufen dann halt in der Gegend rum, bis sie wohl sterben oder gefressen werden.

    Ich sehe es leider immer noch nicht - Seitenaufnahme wäre gut gewesen, weil die Flügel das erste Gastersegment verdecken.


    Aber ja, vermutlich hast du Recht. Es kommt zwar vor, dass auch geflügelte Tiere begattet sind (z.B. wenn sie vor dem Abreißen derer gestört wurden). Hatte selbst schon 2-3 Königinnen, die trotzdem reproduktiv waren. Aber vor 2 Jahren hatte ich auch endlich mal Camponotus ligniperda eingesammelt, geflügelt (da ohne Nest in der Nähe gesichtet) - aber da wurde nichts draus :grinning_face_with_sweat:

    Immerhin weißt du jetzt, dass es gerade los geht!

    Hi XzOeAs


    leider lese ich das erst jetzt, da ich viel Arbeit hatte. Aber was du da hast ist eine Formica s. str., also eine Waldameise. Eine nähere Bestimmung der Art ist anhand des Fotos nicht möglich, da man hierfür die Haare auf dem Rücken, unter dem Kopf usw. zählen und bewerten müsste.


    Das ist aber auch nicht relevant, da sämtliche Waldameisenarten (außer Formica sanguinea, und die ist es mit Sicherheit nicht, da diese eine andere Färbung hat) unter Besonderem Naturschutz stehen. Bitte unverzüglich wieder direkt am Fundort aussetzen, da das Einsammeln und Halten von Waldameisen gegen das Artenschutzgesetz verstößt und unter Strafe steht. Eine Gründung bei euch wäre so oder so ausgeschlossen, da man hierfür eine Wirtskolonie benötigen würde. Es gibt bei Waldameise nur sozialparasitäre Gründungen bei anderen (Servi)Formica-Arten oder eine Adoption in bestehende Nester der eigenen Art.


    Lasius niger schwärmt erst frühestens Ende Juni, eher noch deutlich später und ist kleiner, sowie komplett schwarz mit gräulichem Schimmer auf der Gaster. Eine Schwarmflugtabelle findest du für den Überblick hier: https://www.ameisenhaltung.de/schwarmflug/


    Momentan schwärmen in der DACH-Region v.a. eben genannte besonders geschützen Formica-Arten. Bei allen Ameisen hierzulande, die rötlich-schwarz sind, muss man daher besonders aufpassen.


    Für Artbestimmungen kann ich immer wieder "The Ants of Central and North Europe" von Bernhard Seifert ans Herz legen. https://www.isbn.de/buch/97839…-central-and-north-europe. Der Bestimmungsschlüssel ist zwar nur für die wissenschaftliche Anwendung gedacht, doch geben viele Fotos eine wertvolle Hilfestellung. Auch haben wir hier einen eigenen Bestimmungsschlüssel, der zwar explizit erstmal für Österreich gedacht ist, jedoch durchaus auch (mit kleinen Abstrichen) auf Deutschland, v.a. die südlicheren Regionen anwendbar ist: https://www.ameisenhaltung.de/bestimmungsschluessel/



    Daher die eindringliche Bitte: Wieder am Fundort (da die Königinnen oft gezielt dort landen, wo sie passende Kolonien finden) freilassen. Hoffe, der Beitrag hilft dir auch für die Zukunft weiter :slightly_smiling_face:

    Darufhin HABE ich recherchiert und fand einige Artikel, in der drin steht dass zuhause häufig pharaoameisen sind und diese auch häufig Krankheiten übertragen.

    Ich will da gleich ForceMaster zustimmen. Man findet leider reichlich reißerische Artikel und Werbung (von Kammerjägern v.a. oder irgendwelchen Gartenjournalen), in etwa wie "Die 5 wichtigsten Ameisenarten in Deutschland". Darunter findet man dann im Normalfall IMMER die Pharaoameise, vor der wahnsinnig Panik gemacht wird, sowie ein paar andere Arten, z.B. Rossameisen der Gattung Camponotus, die dann als "Holzameisen" o.Ä. als massives Problem für die Bausubstanz dargestellt werden. Es ist - glücklicherweise - weitestgehend totaler Quatsch. Pharaoameisen finden sich in Deutschland so gut wie gar nicht und Schädigungen oder gar die Übertragung von Krankheiten durch Ameisen sind ziemlich selten, im Fall von Krankheiten vermutlich kaum vorhanden (die meisten Ameisenarten produzieren selbst Antibiotika und sind sehr reinliche Tiere).



    Die Fotos sind zwar nicht gut, aber ich kann dir mit ca. 25 Jahren Erfahrung mit Ameisen schon an der Körperform dieser Ameise sagen, dass das keine sog. Myrmicinae (Knotenameise) ist, sondern eine Formicinae (Schuppenameise) oder eine Dolichoderinae (Drüsenameise). Pharaoameisen, Monomorium pharaonis, gehören jedoch zu den Knotenameisen. Für diese charakteristisch ist ein verlängertes Stielchenglied vor der Gaster (Hinterleib), was auf deinen Fotos absolut nicht vorhanden ist. Das Bruststück geht hier fast direkt in den Hinterleib über. Daher sind sämtliche Knotenameisen und damit auch die Pharaoameise komplett ausgeschlossen.


    Man kann hier wegen des Bildmaterials keine Art festmachen, aber du hast hier wohl eine Lasius-Art, irgendwas in die Richtung Lasius flavus, Lasius myops, und Konsorten, sog. Wiesenameisen. Das kann man selbst mit guten Fotos kaum sagen, aber die Gattung ist mit der Körperform erkennbar und die gelbliche Färbung kommt z.B. bei oben genannten Arten vor. Das sind Ameisen, die in jedem Garten vollkommen üblich sind (man bemerkt sie meistens erst, wenn man aus Versehen ein Nest aufmäht, weil sie weitestgehend unterirdisch leben). Dass es eine Lasius-Art ist, kann ich dir zu 100% versichern.


    Ergo: Keinerlei Grund für Ängste oder gar irgendwelche Maßnahmen. Lass dich von irgendwelchen Quellen im Internet nicht verunsichern - man liest über Ameisen unheimlich viel Unsinn (v.a. wenn es um die Bekämpfung geht). Wir sind hier alle Ameisenliebhaber, aber helfen gerne, wenn es Probleme mit Ameisen im Haus o.Ä. gibt pragmatisch, mit Sachverstand und ohne Ammenmärchen.

    Oh wow, krass. Danke für den Input, echt interessant!


    Das Gute an Talkum ist auch, dass man es echt dick auftragen und easy mehrfach schichten kann. Man sieht gut, wenn die Schicht marode wird. Bei Öl ist das nicht der Fall - und wie beschrieben sind Pflanzenöle oft unzuverlässig (Schicht sieht per Sicht ok aus, aber die Ameisen laufen drüber).


    Effektiv wird man auch ohne genaue Kenntnis der Partikelgrößen bei Talkum sicherlich nichts falsch machen damit - aber das mit dem Ethanol muss ich echt auch ausprobieren :thinking_face:

    Meine haben auch immer ganz gerne Löwenzahnsamen angenommen. Findet man ja zur Zeit auch schon haufenweise den den "Pusteblumen". Die kann man leicht von den Schirmchen abmachen und einfach rein geben.


    Ansonsten nehme ich halt Vogelfutter, knacke das vor. Am Beliebtesten aber wie gesagt die Sonnenblumenkerne.


    Hoffe, du findest was, was die gut finden! Effektiv nehme ich schon an, dass sie auch etwas aufnehmen, weil sonst hättest du keinen solchen Entwicklungserfolg. Die Arbeiterinnen brauchen die Kohlenhydrate ja und die können nicht in der hohen Menge von den Mehlis kommen.


    :victory_hand:

    Wenn gehäuft Arbeiterinnen sterben, kann das leider ein Indikator dafür sein, dass etwas nicht stimmt (außer es handelt sich eben um die Pygmäen, wie in deinem anderen Thread erwähnt).


    Vielleicht könntest du mal alle Haltungsparameter auflisten, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Futter, Fotos der Anlage usw., sodass wir ggf. herausfinden können, ob irgendwas nicht so passt.

    Tatsächlich komisch, aber wer kann schon in so ein Ameisengehirn rein schauen...

    Du weißt aber nicht, wie lange die da schon tot liegen? Prinzipiell produzieren Ameisenleichen mit der Zeit zunehmend ölsäurehaltige Substanzen - was die anderen dann auch anregt, sie zu entsorgen (das klappt sogar bei lebendigen Tieren, die man mit solchen Substanzen einstreicht, die werden dann wider Willen zum Friedhof gebracht :grinning_face_with_smiling_eyes: )

    Die Tiere sollten zur Seuchenprävention die Tiere schon raus tragen. Sind überhaupt mal welche draußen unterwegs?

    Hi Vitani,


    tatsächlich kurios :thinking_face:


    Effektiv kann das tatsächlich aber nicht sein, da sich alle Messor-Arten auf die Aufnahme von Körnern und Samen spezialisiert haben - und Insekten als Proteinnahrung nur zusätzlich nehmen. Die für die erwachsenen Tiere so wichtigen Kohlenhydrate ziehen sie aber eben aus den Körnern und Samen (so wie andere Arten aus Honigtau, Nektarien, etc.). Dauerhaft können sie sich also nicht nur von den Insekten ernähren.



    Was für eine Futtermischung nutzt du? Knackst du die Samen/Körner vor? Vor allem kleine Kolonien ohne große Major-Arbeiterinnen tun sich wahnsinnig schwer mit einigen harten Samen (z.B. bei Hirse) und können diese dann nicht verwerten.


    Was bei meinen Messor IMMER schwer beliebt war, waren stinknormale Sonnenblumenkerne (natürlich geschält und naturbelassen/ungesalzen). Gibt´s in jedem Supermarkt und Discounter in der 500g Packung für wenig Geld. Schonmal probiert?


    Du solltest keinesfalls aufhören, Körner und Samen anzubieten, denn diese sind elementar. Nur passt scheinbar irgendwas an diesen nicht. Wir werden hoffentlich herausfinden, was und dir helfen können :winking_face:

    Ja habe sie ins Nest gelockt und dan den Eigang für ein paar Stunden geschlossen. Mittlerweile ist die Königin im Nest, da ist es glaube ich nicht so gut das Nest zu öffnen.

    Würde das eher ein paar Tage verschlossen halten, damit sich der Kolonieduft im Nestbereich anreichert. Momentan riecht es vermutlich draußen mehr nach denen, als drinnen. Effektiv kannst du nichts falsch machen, wenn die Kolonie gut angefüttert ist - nur sollte natürlich auch im Nestbereich eine Wasserquelle zugänglich sein. Je länger sie in der Arena sitzen, desto mehr reichert sich dort natürlich auch der Kolonieduft an, zumal bei einer sehr kleinen Arena. Ggf. kann man draußen auch ein wenig Material austauschen mit frischer Erde etc.



    Was mich auch ein bisschen beunruhigt, die Königin sitzt ganz still im Nest mit einer Arbeiterin und zuckt dauernd mit einem Fuß, könnte das auf eine Verletzung hinweisen oder ist das ganz normal ? LG

    Schwierig zu sagen. Letztlich bewegen auch ruhende Ameisen immer wieder mal Gliedmaßen und Fühler. Sofern die Königin ansonsten einen fitten Eindruck macht, würde ich mir da keinen Kopf machen. So oder so könnte man ja nichts machen, um eine etwaige Verletzung zu behandeln. Wichtig ist einfach immer, dass die Haltungsparameter, also Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Fütterung etc. auf die Art zugeschnitten passen, damit sie sic wohl fühlen.



    Eine Ameise schafft es leider nicht ins Nest weil sie sich kaum bewegen kann, vielleicht kommen deshalb die Arbeiter immer wieder raus um nach ihr zu sehen.

    Ameisen merken durchaus, wenn andere Koloniemitglieder z.B. verletzt sind oder anderes. Bei vielen Ameisen kann man beobachten, wie verletzte Koloniemitglieder sehr aktiv "besucht" werden, v.a. wenn diese schwer verletzt sind. Das liegt daran, dass diese dann auch stetig Warnpheromone abgeben, auf die andere Arbeiterinnen reagieren. Einige Ameisenarten behandeln sogar andere Arbeiterinnen mit antiseptischen Stoffen, eine afrikanische Art (Matabele-Ameisen) amputieren zusätzlich teils sogar aktiv Gliedmaßen. Man sieht, in Ameisen steckt so einiges!


    Wenn ein Tier sich dauerhaft kaum bewegt, sich vielleicht auch krümmt, allgemein sehr langsam ist, deutet das darauf hin, dass es vermutlich im Sterben liegt. Bei Insekten kann sich das Tage hinziehen. Da man jetzt nichts weiß über das Alter der Kolonie, einfach der allgemeine Hinweis, dass das Absterben von Arbeiterinnen nach einiger Zeit normal ist. Bei den ersten Arbeiterinnen nach Gründung, den sog. Pygmäen, kann das schon nach wenigen Monaten der Fall sein, da das sozusagen "Sparvarianten" richtiger Arbeiterinnen sind (kleiner, schmächtiger, da mit weniger Futter als Larve versorgt). Reguläre Arbeiterinnen können, je nach Art, auch einige Jahre alt werden. Sofern es sich nur um ein einzelnes Tier handelt ist das zwar Schade, aber auch nicht beunruhigend.


    Ansonsten sind ruhende Tiere aber normal, also wird man immer wieder Arbeiterinnen (v.a. im Nestbereich, der bei dir ja nicht ganz definiert zu sein scheint) auch einfach herumsitzen sehen.

    Hi Daniel,


    liegt ggf. daran, dass die Ameisen das Erdmaterial in der Arena einfach besser finden.
    Ameisen präferieren natürliche Materialien, daher ziehen sie auch im Normalfall gerne aus dem viel zu glatten, riesigen Reagenzglas aus. V.a. gerne in Bereiche, die leicht feucht sind und einen natürlichen Untergrund bieten. So z.B. das oft genutzte Sand-Lehm-Gemisch, aber selbst Ytong ist noch beliebter als das glatte Glas. In der freien Natur wären das bei deiner Art v.a.Erdnester, teils auch morsches Holz.


    Mag sein, dass sie daher den Untergrund im Nest nicht so super finden. Von Glas zu Plastik wäre es z.B. kein so riesen Unterschied. Korrigiere mich gern, aber das Nest selbst ist nur Plastik, da aus dem 3D-Drucker, oder? 3D-gedruckte Nester sind praktisch, aber v.a. für den Halter, weniger für die Ameisen.


    Letztlich würde ich - sofern meine Vermutung zutrifft - ggf. den Boden des Nests auch ein wenig mit leicht feuchtem Sand o.Ä. bedecken, nach Möglichkeit. Sonst hilft nur Abwarten. Die Ameisen kennen das Terrain noch nicht, ggf. ziehen sie doch noch rein, wenn sie sich etwas besser eingefunden haben. Manchmal hilft auch sanfte "Gewalt", wenn man z.B. die Königin vorsichtig in den Nesteingang schiebt. Sobald die mal drinnen ist im Dunklen, wird sie nicht mehr gerne herauskommen im Normalfall und die Arbeiterinnen ziehen dann auch nach.

    Da gerne Mal gefragt wird, wie lange Ameisen denn so im RG bleiben können: Sie brauchen theoretisch nicht so viel Platz. Aber das RG ist bei Ameisen wegen Form und Material eher unbeliebt, wenn auch für Halter praktisch.




    Den Umzug der Königin dieser Lasius sp. (bei Gartenarbeiten ausgegraben) kann man auf unserem Discord anschauen:


    https://cdn.discordapp.com/attachments/956496125811109938/1226106952594096158/VID_20240406_1131472.mp4?ex=66239015&is=66111b15&hm=742644961b6cef7394ca0188115e93a311092e90f365afe87728278737007194&


    Discord - A New Way to Chat with Friends & Communities
    Discord is the easiest way to communicate over voice, video, and text. Chat, hang out, and stay close with your friends and communities.
    discord.com

    Vielleicht kannst du das Proteinfutter etwas variieren, um zu sehen, was gut ankommt. Die Königin braucht natürlich Proteine für eine Eiablage.


    Das "keine Lust" kann natürlich durchaus sein. Leider neigen manche kleine Kolonien dazu, sich den Kropf mit Kohlenhydraten voll zu schlagen und dann ist kein Platz mehr für die Proteine. Ich würde in dem Fall dann dazu raten, die Fütterung von Zuckerwasser für ca. 2 Wochen einzustellen (die Ameisen haben ja Vorräte im Sozialmagen, das macht also nichts. Sie sind jetzt gut damit ausgestattet). In der Zeit sollten sie dann genug davon verwertet haben, um auch wieder Proteine vermehrt anzunehmen. Wenn sie das getan haben, kannst du wieder normal weiter machen.