Also effektiv ist das von außen schwierig zu beurteilen. Sorry also, dass ich etwas vage bleiben muss. Danke aber für dein Lob, btw, freut uns!
Wir haben natürlich deine Beschreibung der Situation - ist aber natürlich was anderes, als vor Ort zu sein. Ggf. ein paar Fotos würden noch helfen, die Situation besser einzuschätzen. Die gute Nachricht: Camponotus fallax bildet nur recht kleine Kolonien, das Schadpotential ist begrenzt. Kein Grund in Panik zu verfallen (wirkt auch nicht so bei dir, ich sage es für etwaige Mitleser
)
Ganz allgemein ergeben sich ein paar Probleme: Du kennst die Neststruktur im Inneren nicht, wir auch nicht. Wahrscheinlich hocken sie im besagten Dämmmaterial, das wäre recht klassisch (und auch nicht das erste Mal bei der Art, dass wir das sehen). Styropor ist (im Gegensatz zu z.B. Holz) für solche Ameisen auch kein Hindernis. Mörtel ist frisch und neu auch kaum bearbeitbar, aber wenn er natürlich altersbedingt schon etwas porös geworden ist, können Ameisen den stückweise abtragen (daher auch die Ausgänge). Marode Baustruktur = Einfalltor für Ameisen. Lässt sich nicht verhindern, Häuser altern eben und sind kein steriler, geschlossener Bunker.
Zweitens: Ameisen suchen ihre Nester im Normalfall gerne nach ihren Bedürfnissen aus. Oh, da können wir Halter viele Lieder von singen - wir bauen ihnen die tollsten Nester und sie ziehen gar nicht aus dem Reagenzglas aus oder stattdessen in einen Verbindungsschlauch. Worauf ich hinaus will: Das schmackhaft machen ist oft nicht so einfach. Der instinktive Gedanke "Mit Futter kann ich sie locken" zieht nicht, denn das beziehen Ameisen in den meisten Fällen von außerhalb des Nests - und sie ziehen das Nest auch nicht zu einer Futterquelle um, sondern laufen einfach hin, wie es ihnen passt. Daher bleiben eben nur Faktoren wie Temperatur usw. - die am Haus ggf. nicht so durchschlagen, wie wir es in der Haltung steuern können. Stell dir z.B. vor, das Nest ist schon an einer Warmwasserleitung... warum also von dort wegziehen?
Ich verstehe das Problem, dass du ungerne deine Wand aufschlagen willst. Weiß ja auch keiner, ob das Nest wirklich dahinter liegt. Es kann auch sein, dass das wo ganz woanders liegt (das kann meterweit entfernt sein, wir hatten auch Fälle bei der Art, bei der nicht klar wurde, ob das Nest überhaupt IM Haus ist). Kann also sein, dass die Ameisen nur Laufwege durch die löchrige Fassade erschlossen haben. Ich würde da nach Möglichkeit zu gegebener Zeit eine Probebohrung machen. Da kann man in begrenztem Rahmen und leicht reparierbar mal rein schauen (am besten dort, wo eh die Ausgänge sind). Es gibt fürs Handy Endoskopkameras, da kann man dann auch mal ein wenig in die Wand schauen. Wenn Ameisen panisch und verteidigungsbereit rausströmen -> Nest ist nahe. Kommt gar nix -> muss woanders sein.
Ich wunder mich, dass diese doch eigentlich schreckhaften Tierchen nicht schon längst durch Geräusche der Klospülung + -deckelklappern usw. weitergezoge sind. Trotz allem müssen sie sich dort wohl pudelwohl fühlen...
Das interessiert die nicht. Draußen müssen die mit viel mehr zurande kommen. Denk nur mal an Ameisennester am Straßenrand oder an Bahngleisen. Camponotus fallax ist zwar scheu, aber grundsätzlich haben sie ja 98% ihrer Zeit dort ihre Ruhe. Das paar Mal Spülen usw. fällt da kaum ins Gewicht.
Zum Ersatznest: Einen Versuch ist es natürlich wert. Falls die Temperaturen (gerne eben etwas höher, wie von dir beschrieben) und Luftfeuchtigkeit passen, dann wandern sie vielleicht in das gemachte Nest. Ich würde das aber wegen der Winterruhe auf nächstes Jahr vertagen, außer du hast den Eindruck, die bleiben den ganzen Winter über aktiv. Effektiv sollte das bei den einheimischen Camponotus-Arten nicht der Fall sein (endogener Rhythmus, temperaturunabhängig). Sprich: Die werden wenig Antrieb haben aktuell.
Wie ordnet Camponotus fallax Gänge und Kammern? Wie werden Zugänge integriert, direkt am Ende eines Hauptgangs, verbunden mit einer Wächterkammer? Sollte es einen Notausgang geben? Oder ist das alles garnicht so wichtig? Ich habe künstliche Nester gesehen, die schienen mir eher beliebig aufgeteilt.
Jedes Nest ist anders (allgemein über Ameisen gesprochen), sogar innerhalb der Arten findet man von domartigen Hügeln bis zu superflachen Nestern unter Steinplatten quasi alles Mögliche.
Wir bauen in der Haltung Kammern/Gänge meist viiiiiel zu groß (weil wir dann besser unsere Schützlinge sehen können). In Natura sind die die sehr viel kleiner. Aber auch in der Natur ist jedes Nest anders - die Ameisen bauen einfach gerne an Material entlang (z.B. Steine, Wurzeln), das gibt auch Stabilität. Zudem ist Nesttiefe usw. natürlich auch abhängig vom Erdboden und Volksstärke. Anfangs sind sie meist sehr flach oder ist einfach nur eine einzelne Kammern unter einem Stein, irgendwann hast du ein Kammersystem, das auch mal 1m im Erdboden steckt oder sogar tiefer. Und das ist dann eben auch extrem verzweigt. Ich habe als Ameisenheger schon Waldameisennester im Kompost gesehen (und umgesiedelt). Das hat mit einem Waldameisenhügel also quasi gar nichts mehr zu tun - aber ist schön warm da drin, wegen der Verrottung.
Bei Camponotus fallax ist es etwas spezieller: Die sind arboricol. Also eigentlich baumbewohnend. Nun das Problem: Es geht hier um alten Baumbestand. Genau wie bei z.B. Hornissen (Dunkelbrüter in Baumhöhlen): Sowas gibt es aber so gut wie nicht mehr da draußen. Daher bleibt dann eben nur noch irgendwas menschengemachtes, das dem irgendwie halbwegs nahe kommt. Also unsere Häuser... juhu, wir haben Gäste 
Und wenn alle Stricke reißen, wird es eben Dämmmaterial. Kann man wenigstens leicht zerrupfen und Kammern formen. Hat mit Holz nicht viel zu tun, aber die Königinnen können bei der Gründung auch nicht super wählerisch sein, es geht auch darum, schnell Schutz zu finden und nicht tagelang umher zu irren. Und wie gesagt, an z.B. Warmwasserleitungen fühlen sich sogar exotische Arten bei uns ggf. wohl.
Wenn man ihnen etwas schmackhaft machen will: Angeblich ist Eichenholz (alt! ggf. sogar etwas morsch) ziemlich beliebt, keinesfalls Nadelholz. Erdnester sollte man bei der Art gar nicht finden. Sprich: Wenn du ihnen ein Holznest bauen willst, dann orientiere dich grob nach recht kleinen Arten (hier beispielhaft Lasius niger), s.u. Du fräst einfach mehr oder weniger zufallsbasiert einige Kammern und Gänge aus. Mach es nicht zu riesig - die Kolonien bleiben wie gesagt recht klein. Oder du verbindest Kammern durch relativ lange Gänge (damit sie eher in sich geschlossene Systeme bilden). Ein Teil des Nests sollte feucht sein, einer Teil trocken. Auch Kork kann man sicher gut verwenden oder damit das Nest irgendwie ergänzen (ggf. an Ausgang 1 eine Nesthälfte Kork anschließen, an Ausgang zwei eine Holzhälfte). "Wächterkammern" o.Ä. gibt es in der Form nicht, spielen also keine Rolle. Die Ameisen nutzen die Kammern je nach Beschaffenheit, da geht es v.a. aber um Temperatur/Feuchtigkeit (z.B. Eier = kühler, feuchter, Larven/Puppen = wärmer/trockener). Das wird auch flexibel angepasst. Nahrung wird da gelagert, wo sie am wenigsten gammelt (und auch dort nicht allzu lange). Es gibt also keine Kammer direkt am Eingang, die dediziert Wachdiensten o.Ä. dient - öffnet man ein Ameisennest oberflächlich, fällt einem oft schon direkt Brut entgegen 1cm unter der Oberfläche.
Kammern (beispielhaft)
Länge: 2 - 5 cm
Tiefe: 1,5 - 3 cm Höhe: 1 - 1,5 cm
Gänge
Höhe und Tiefe: 0,5 - 1,0 cm
Mal noch eine Frage: Welcher Ort oder zumindest Bundesland? Vielleicht kann dich auch jemand von einer Ameisenschutzwarte unterstützen, falls vorhanden.
Wenn die Umsiedlung nicht klappt: Kurzer Prozess: Wand öffnen und die Ameisen mittels Auffangbehälter einsaugen -> fachgerecht umsiedeln (oder in die Haltung nehmen, weil man sie schon so lieb gewonnen hat
)