Posts by ice_trey

    Die Bilder müsstest du bitte nochmal hochladen. Unten bei "Dateianhänge" -> "Hochladen" -> Entsprechende Bilder mit max. 5 Mb/Bild wählen, wenn der Upload abgeschlossen ist kannst du sie im Original oder als kleineres Vorschaubild einfügen.


    In deinem Posting sind leider keine Dateianhänge hinterlegt, das kann ich als Admin sehen.

    Ah, jetzt bist du mir zuvorgekommen, hatte das gestern auch gelesen.


    Leider der große Unterschied zum Menschen: Ameisen sind für die Umwelt unheimlich wichtig und nützlich, in den verschiedensten Belangen, z.B:

    • Bodenauflockerung und und dadurch besseres Wurzelwachstum -> Schutz vor Bodenerrosion. Lt. den Studienautoren bis zu 13 Tonnen Erdmaterial pro Jahr und Hektar!
    • Verbreitung von Samen vieler Pflanzen
    • Steigerung der Honigtauproduktion durch Lauspflege/-schutz, wovon viele andere Insekten ebenfalls profitieren
    • Ökologisches Gleichgewicht durch Fraß von anderen Insekten bzw. Tieren und Aasbeseitigung
    • Rückzugsbereich für Ameisengäste, teils elementar für deren Überleben
    • Futter für andere Tierarten wie Vögel, Amphibien und Echsen, aber auch diverse Säugetiere (Affen, Ameisenbären, etc.)
    • ...



    Wie Menschen sind Ameisen also Ökosystem-Ingenieure, die ihre Umwelt und damit auch die Bedingungen für andere Lebewesen dauerhaft verändern können.

    Nur eben, wie an den Beispielen oben genannt, in einer positiven Richtung. Sie sorgen für Artenvielfalt und ein ökologisches Gleichgewicht. Wir hingegen sorgen für Artenschwund und das Kippen zahlreicher Ökosysteme.


    Grund genug Ameisen zu schützen. Ich kann nur wieder motivieren, sich da in den Ameisenschutzwarten und Umweltschutzverbänden zu betätigen :)


    Und Grund genug, die Finger von als extrem invasiv geltenden Ameisenarten zu lassen - denn deren, auch versehentliches, Einbringen in fremde Ökosysteme führt zum Gegenteil dessen, wofür Ameisen sonst stehen.

    Hi Michiii,


    also solange Wasser drin ist, zieht auch der Wattestopfen Wasser und leitet das nach vorn zu der Kolonie. Aber du hast natürlich recht - lange geht das nicht mehr und sobald das Teil in ein paar Wochen trocken ist, können die Ameisen binnen weniger Tage verdursten. Also besser jetzt darum kümmern.


    So ein RG hält im Normalfall schon eine Saison lang. Aber das ist natürlich auch abhängig von der Temperatur im Zimmer/Becken, da die Verdunstung mit steigender Temperatur zunimmt. Zudem kann unabhängig davon das Wasser an sich auch umkippen, da die Ameisen auf den Wattestopfen koten, Essensreste dort haften usw. - durch den durchlässigen Wattestopfen ist so einer Bakterien- und Algenbildung Tür und Tor geöffnet. Das ist aber extrem unterschiedlich - manche Kolonien können 2 Jahre im selben RG sein und das Wasser ist gut, bei anderen ist das Wasser nach 3 Monaten so hinüber, dass ein Wechsel Sinn macht. Man erkennt das, wenn das Wasser sich verfärbt, gelb oder rötlich wird oder auch wenn der Wattestopfen komplett schwarz ist. Das sollte nicht sein, da das v.a. Kot ist.


    So oder so, das RG ist ohnehin ja nicht als Dauernest gedacht und bei den Ameisen auch eigentlich sehr unbeliebt (zu groß, nur eine riesige Kammer, zu glatt, keine wahnsinnig unterschiedlichen Feuchtigkeitsbereiche, ...). Daher wirst du für die kommende Saison ohnehin über ein anderes Nest nachdenken müssen.


    Und nur Geduld. Kleine Kolonien sind halt nicht sehr aktiv, dafür kannst du dich über jeden Zuwachs noch freuen. Später feiert man sicher nicht mehr jede Arbeiterin, aber dafür ist auch was los ;)

    Hi Michiii,


    bitte keinesfalls verarbeitete Lebensmittel wie Wurst geben, da dort allerhand Zusatzstoffe drin sind, deren Wirkung auf Ameisen nicht einzuschätzen ist. Käse hingegen gehört ohnehin nicht auf den Speiseplan von Ameisen und wird vermutlich auch nicht gern genommen. (Naturbelassenes) Fleisch nur in winzigen Mengen füttern und Überreste am nächsten Tag entfernen - es trocknet ohnehin unheimlich schnell aus.


    Du musst aber eigentlich auch keine Sorge haben, dass die Ameisen binnen weniger Tage ohne Proteine Schaden nehmen (bzw. eher deren Brut, da die adulten Tiere ohnehin v.a. von Kohlenhydraten leben). Die paar Tage, bis das Insektenfutter angekommen ist, werden sie problemlos überstehen, das Zeug wird ja sicher keine Wochen unterwegs sein ;)


    Die geringe Aktivität ist ganz anders zu erklären. Deine Kolonie ist - korrigiere mich gern - vermutlich noch sehr jung, da sie noch im RG lebt. Kleine Kolonien vermeiden unnötige Außenaktivitäten, da in der freien Natur die Futtersuche etc. immer ein riskantes Unterfangen ist (Gefahr durch Fressfeinde, andere Ameisenkolonien, Witterung etc.pp). Da deine Ameisen aber nicht wissen, dass sie sich in Haltung befinden und solche Gefahren nicht drohen, verhalten sie sich genau wie draußen auch. Haben sie ausreichend Futter im Kropf gespeichert, bleiben sie gern tagelang im Nest und minimieren so das Risiko unnötiger Verluste, die für eine kleine Kolonie schwer auszugleichen sind. Je größer die Kolonien werden, desto weniger schlägt dieses Verhalten durch, da einerseits der Futterbedarf massiv steigt und zweitens Verluste auch leicht ausgeglichen werden können.


    Ja, das ist leider das Schicksal der Halter von jungen Kolonien, viel los ist da meist nicht. Einsteiger sind da oft etwas verzweifelt und fragen sich, was sie falsch machen - in dem Fall im Normalfall gar nichts. Es ist ein natürliches Verhalten.


    Von Trockenfutter würde ich dir im Übrigen eher abraten. Ist es in Pulverform, besteht der Großteil meist aus Zucker und die Proteine sind teils pflanzlich. Man soll Proteine und Kohlenhydrate aber immer getrennt anbieten. Handelt es sich hingegen um getrocknete Insekten, verlieren diese stark an Nährwert durch den Trockungsvorgang.


    Wir haben hier eine umfangreiche Liste an Proteinfutter als Inspiration: Ameisenhaltung: Informationen zur Proteinfütterung/Futtertieren


    Viele dieser Tiere kann man auch eingefroren ordern und über lange Zeiträume im Tiefkühlfach lagern. und bei Bedarf einfach kurz in heißes Wasser tauchen - fertig ist die frische Mahlzeit.

    Hi Michiii,


    ich würde die Kolonie ehrlich zwangsumziehen. Das RG sollte immer einen funktionalen Wassertank aufweisen. Nicht nur die Ameisen müssen trinken und die Versorgung ist mEn nach nicht immer optimal, wenn einfach Wasser in der Arena ist und man hofft, die Arbeiterinnen versorgen die Königin ausreichend. Auch die Brut benötigt eine mehr oder weniger feuchte Umgebung.


    Da Lasius niger allerdings als extrem nesttreu gilt, ist ein freiwilliger Umzug in ein neues RG leider sehr unwahrscheinlich.


    Bereite ein neues RG vor, warte ab bis alle Ameisen im alten RG sind, schnapp dir das alte RG, halte es von oben senkrecht direkt möglichst lückenfrei an das neue RG und lass die Ameisen durch Schnippen an das alte RG an den Stellen, an denen sie sitzen in das neue RG purzeln. Das geht schnell und ist auch nicht stressiger, als mit einer Spritze im alten RG zu arbeiten. Das funktioniert noch besser, wenn man die Ameisen mal eine Stunde im Kühlschrank kühl stellt, dann sind sie ein bisschen träger.


    Eventuell hartnäckig verbliebene Brut kann man mit einem feinen und leicht angefeuchteten Pinsel sanft aufnehmen und dann im neuen RG (wenn sich die Ameisen etwas beruhigt haben) abstreifen. Die Ameisen werden die Brut in jedem Fall finden und an die richtige Stelle legen.


    Das ist eine Sache von 2-3 Minuten, die Aufregung wird sich schon bald legen. Das neue RG lässt du 2-3 Tage verschlossen, damit sie es als neues Nest annehmen.



    Hoffe, die Anleitung ist verständlich, sonst einfach nachhaken ;)

    Hallo allerseits,


    der Discord-Sync funktioniert nun wieder, ergo werden Nachrichten aus unserem Discord-Server hier auf der Plattform synchronisiert (siehe oben, Reiter "Discord"). Grund war eine manuell neu zu wählende Einstellung seit 01.09.2022. Dies ist nun nachgeholt worden. Sollte es vereinzelt zu Fehldarstellungen kommen, bitte erstmal den Cache des Browsers leeren. Es kann auch sein, dass einige Inhalte erst nachgeladen werden müssen, da sich da ein gewisser "Stau" gebildet hat.



    Die neu aufgesetzte Fotogalerie (https://www.ameisenhaltung.de/gallery/) funktioniert hingegen leider nicht.

    Wir arbeiten an einer Lösung und haben in entsprechenden Forum des Entwicklers dazu eine Anfrage gestellt. Wir bitten um etwas Geduld.



    Euer Ameisenhaltung.de-Team

    Servus Kai,


    schön, dass du hierher gefunden hast und Danke für das Lob. Die Plattform gibt es - mit einigen größeren Umstrukturierungen, Abspaltungen und Wiedervereinigungen, seit 2005. Damit sind wir quasi ein Urgestein, gehören zu den ersten deutschsprachigen Foren in diesem Segment. In der Zeit haben wir vielen Haltern wie dir hoffentlich wertvollen Input gegeben und die Community (und auch die Plattform, die ja nun doch über ein Forum hinausgeht) weiterentwickelt :S


    Nun aber genug der Geschichtsstunde. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstehe - du willst die Farm aufbohren und dann von seitlich unten einen Schlauch durchführen?

    Was spricht dagegen, es klassisch zu machen und einfach einen schmalen (ggf. durchlöcherten) Schlauch von oben nach unten senkrecht einzuführen, über den man bewässern kann? Das ist natürlich davon abhängig, wie viel die Ameisen schon gegraben haben und wo. Aber theoretisch könnte man ja einen senkrechten "Gang" mit einem dünnen Gegenstand vorgraben und den Schlauch einfach dort einführen.


    Diesen verschließt man von unten mit Watte, damit die Ameisen nicht hineingelangen. Wählt man die durchlöcherte Variante (so kann das Wasser geringfügig schon auf dem Weg nach unten seitlich ins Substrat gelangen), müssen die Löcher natürlich sehr klein sein, damit die Ameisen nicht in den Schlauch kommen.


    Den Schlauch kann man wahlweise einfach in der Farm enden lassen (und verschließen, sowie nur öffnen, wenn man bewässert), oder aber man führt ihn sogar über einen der Zugänge nach draußen, dann muss man die Farm gar nicht erst öffnen um zu wässern (was bei größeren Kolonien schon angenehmer ist, da die sonst natürlich gern rausklettern wollen).


    Das Problem, das ich - sofern ich es richtig verstehe - bei deiner Variante sehe ist, dass das Wasser ggf. nicht richtig vom Granulat ins Sand-Lehm-Substrat aufsteigen wird. Da das Granulat ja zumeist auch eher grob ist, sammelt sich das Wasser dort gern eher in Tropfen.


    Ggf. kannst du das ja nochmal kurz genauer schildern, damit ich/wir überhaupt richtig verstehen.

    Zum Shop selbst können wir nichts sagen, da wir mit Shops generell nichts direkt am Hut haben. Du müsstest dich an den Betreiber wenden, da du mit diesem einen Kaufvertrag geschlossen hast - er ist also zur Lieferung der Ware verpflichtet oder muss den vollen Kaufbetrag inkl. Versandkosten erstatten.


    Der Betreiber ist Kleinunternehmer und betreibt diesen Shop lt. eigenen Angaben nur im Nebenerwerb, was ggf. mangelndes Feedback erklären könnte. Ich habe ihn aber gestern online auf einem Discord-Server gesehen, ergo ist er schon verfügbar...


    Du kannst gern im von LifeStyler verlinkten Thread eine Bewertung angeben - bitte der Fairness halber aber erst nach Abschluss des Vorgangs, also wenn du weißt, wie alles ausgegangen ist.

    Ja, das stimmt, Camponotus fallax ist endogen. Hatte in einer Liste im AmeisenWiki geschaut, da stand das nicht, aber die ist wohl auch alles andere als vollständig. Es muss ja auch nicht dazu kommen - ich selbst hab einige schlechte Erfahrungen gemacht, die mich sehr frustriert haben, aber fink2 z.B. ist ja hochzufrieden. Ergo... wenn dich die Art reizt, dann probier es doch einfach :)

    Thema wurde aus "Probleme bei Registrierung oder Ähnliches" verschoben - aber antworten kannst du, Ameisennewbie, wirklich erst nach einer Registrierung.


    Erstmal herzlich Willkommen auf Ameisenhaltung.de :winken:

    Dein Beitrag wirft bei mir viele Fragen auf, daher muss ich ausholen.


    Ich nehme an, du sprichst von einer Ameisenfarm? Denn das wird aus deiner Schilderung nicht ersichtlich. Das Formicarium ist einfach die Gesamtheit einer Anlage, also Nestteil, Arena, Schläuche, usw.; Das kann also alles Mögliche sein. Aber das mit dem "Loch vorbohren" kenne ich v.a. von Farmen, daher gehe ich jetzt mal davon aus, dass ihr eine Ameisenfarm in Betrieb habt. Korrigiere mich bitte, wenn nicht.

    Die Ameisen haben dann sofort eine Höhle darunter gebaut. Königin ist seither drin und die anderen sind fleißig rein und raus gegangen.

    Bis er jetzt wieder befeuchtet hat. Seither scheint es, kommen sie nicht mehr nach oben.

    Das kann jetzt einige Gründe haben und kommt darauf an, WIE überhaupt befeuchtet wurde und mir fehlen auch ein paar weitere Angaben, um mir ein sinnvolles Bild zu machen.

    • Handelt es sich, wie von mir gemutmaßt, um eine Ameisenfarm?
    • Gibt es ein Röhrchen, über das ihr Wasser einträufelt?
    • Oder wurde das Wasser einfach irgendwo in die Farm getropft?
    • Wie viel ml wurden zugegeben?
    • Wie lange ist das Wässerungsintervall, also wie häufig findet das statt?
    • Von welcher Ameisenart sprechen wir überhaupt?
    • Wie groß ist die Kolonie?


    Dazu ganz allgemein: Die Wässerung muss man meist deutlich weniger häufig vornehmen, als man denkt, da eine Farm in sich so geschlossen ist, dass kaum Verdunstung stattfindet. Da gehört einige Erfahrung dazu. Bei euch klingt es so, als wäre das nach einigen Wochen gewesen, das ist auch vermutlich in Ordnung so. Jetzt kommt es aber eben darauf an, wie gewässert wurde. Ohne zu wissen, wo sich die Ameisen genau befinden, muss man unheimlich vorsichtig sein. Man gibt da nur, wenn überhaupt, wenige ml zu, so 1-2 ml sind meist in Ordnung, die man langsam (!) zugibt. Dann wartet man einige Stunden oder einen Tag und je nachdem, wie sich die Feuchtigkeit verteilt hat (Substrat in der Farm ist an den Stellen dunkler), kann man nochmal geben. Besser Schritt für Schritt. Denn es gibt bei Farmen ein massives Sicherheitsproblem: Die Ameisen bauen ihre Kammern sehr gern ganz unten und wässert man zu viel auf einmal, überflutet man ungewollt die Kammern und Gänge. Da das Wasser aber auch nicht noch weiter abfließen kann, bleibt es dann einfach stehen - die Ameisen und Brut sind dann gefährdet zu ertrinken. Das können sie auch in geringen Wassermengen.



    Auch ist der Eingang manchmal verschlossen. Wir sind unsicher, ob das verstopft wegen Erosion oder ob sie sich das selbst zubauen würden. Macht keinen Sinn oder, dass sie das selbst machen?

    Doch, das macht schon Sinn, denn Ameisen schützen ihr Nest so gut es geht. Haben sie ausreichend Vorräte in ihren Körpern eingelagert, dann bleiben sie gern im Nest - es gibt für junge Kolonien keinen Grund, sich unnötigen Gefahren auszusetzen. Jeder Verlust wäre für eine Kolonie ein herber Schlag und da sie nicht wissen, dass sie sich in der Haltung in einer sicheren Umgebung befinden (sofern keine Haltungsfehler stattfinden), verhalten sie sich wie in freier Natur und vermeiden unnötige Außenaktivitäten. Erst mit wachsender Koloniegröße verliert sich dieses Verhalten, da erstens der Nahrungsbedarf so viel höher ist, dass ständig Futter herangeschafft werden muss, zweitens können Verluste auch gut verschmerzt werden.


    Ein Foto des Zustandes wäre hier hilfreich. Aber prinzipiell werden Eingänge gern so klein wie möglich angelegt.


    Die von dir geschilderte "Erosion" tritt, da es ja keinerlei Witterung gibt, in einer Farm quasi nur auf, wenn man als Halter Wasser zugibt - dann können locker geschichtete Sandkörner wieder zusammenkleben. Deswegen ist die Zugabe von Wasser immer so vorsichtig zu machen, denn Kammern und Gänge kollabieren schneller als einem lieb sein kann.



    Wäre es zu manipulativ, wenn man ihnen mit einem dünnen Stock den Ausstieg erleichtern würde? Oder was kann man machen?

    Ich würde davon abraten, im Nestbereich irgendwie herumzustochern. Die Gefahr, dass man dabei die fragilen Gänge und Kammern - auch solche die einem selbst nicht ersichtlich sind - beschädigt oder zerstört ist zu hoch. Die Ameisen haben sicher kein Problem damit, am gegebenen Material hochzuklettern. Die meisten Ameisenarten können mühelos Glas belaufen, also ist Sand/Lehm usw. für sie kein Problem. Zudem kamen sie laut deiner Aussage ja auch anfangs ständig rein und raus, hatten also kein Problem damit. Ich würde im Normalfall nie in das Nestgefüge eingreifen, wenn nicht absolute Not am Mann ist. Ob das der Fall ist, versuchen wir jetzt gerade herauszufinden.



    Außerdem scheinen 4 Ameisen tot zu sein.

    Da ich mal annehme, dass die Kolonie noch sehr klein ist, wird das ein relativ hoher Verlust sein. Wo habt ihr diese Tiere aufgefunden?




    Insgesamt, aber das ist jetzt auch spekulativ, kann es sein, dass ggf. durch die Zugabe von Wasser (zu viel/zu schnell) Kammern, Gänge und Tiere geschädigt wurden. Das würde nicht nur erklären, warum keine mehr herauskommen, sondern auch, warum direkt nach der Wässerung mehrere tote Tiere aufzufinden waren. Aber da fehlen mir eben die oben genannten Angaben, um das zu bewerten.

    Hier passiert gerade etwas seltsames...

    Die Königin ist auf Wanderschaft...und nicht nur an der naheliegende Tränke/Honigwasser sondern auf der anderen Seite der Arena wo "nichts" ist.

    Im Nest sind noch ne Menge Arbeiterinnen. Ich frage mich was sie vorhat?

    Wirkt nicht normal auf mich was sich da tut.

    Mache mir gerade latent Sorgen... =O

    Ja, das kann schon beunruhigend sein. Wie schaut es denn heute aus, ist sie zurück? Problematisch wird das nur, wenn das dauerhaft stattfindet. Es kann - ist zwar nicht so häufig, kommt aber vor - schon sein, dass mal eine Königin draußen unterwegs ist. Prinzipiell laufen die ja auch im Nest herum - nur gibt es bei dir momentan halt nur eine einzelne Kammer (das RG). Die Arena riecht total nach der Kolonie, da gibt es für sie kaum etwas Beunruhigendes.


    Manchmal, das ist leider eben auch so, gehen kranke Tiere zum Schutz der Kolonie raus. Ameisen sind im Seuchenschutz recht effektiv, die separieren sich nicht selten freiwillig vom Rest der Kolonie, wenn sie Krankheiten haben. (da haben sie dem Menschen wohl auch wieder mal etwas voraus). Da gab es vor etwa zwei Jahren Mal einen interessanten Bericht dazu: https://www.swr.de/wissen/wie-…demien-schuetzen-100.html. Auch sterbende Tiere separieren sich so gern von der Kolonie, stellen dann gar nicht erst eine Belastung dar, die abtransportiert werden muss.


    ABER: Ich will damit jetzt nicht den Teufel an die Wand malen. Nur wenn dieser "Ausflug" dauerhaft ist, ist das ein Grund zur Beunruhigung. Zur Not würde ich die einfach vorsichtig wieder ins RG geben - das ist denen dann so unheimlich ("Ich wurde angegriffen"), dass sie auch dort bleiben im Schutz der Kolonie.

    Hi Projekt:Ameise,


    schön, dass du wieder hergefunden hast. Willkommen zurück! :winken:


    Tatsächlich muss ich das ein wenig relativieren, sehe aber dein Problem. Solche großen Arten wie Camponotus ligniperda brauchen viele Jahre, um auf die Größe von mehreren Tausend Arbeiterinnen anzuwachsen. Bei der Gründung landest du meist bei unter 10 Tieren, dann in der ersten Saison vielleicht mal bei um die 50. In der zweiten der dritten Saison kann man dann schon in die hunderte kommen, wenn es wirklich gut läuft. Viele Halter haben mit Camponotus ligniperda und auch Camponotus herculeanus allerdings nach wenigen Jahren massive Probleme bekommen. Man liest hier immer wieder von Rhythmusstörungen bzgl. der Winterruhe. Die Ameisen entscheiden das selbsttätig (endogener Rhythmus) und das nach mehreren Jahren in der Haltung oft zu äußerst merkwürdigen Zeitpunkten (Start in die Winterruhe mitten im Hochsommer, Beendigung der WR im Winter usw.) - keine Arten, die ich, so schön sie auch sind, gerne empfehle, weil ich es selbst auch schon oft genug erlebt habe und die Kolonien dadurch auch geschädigt werden.


    In der Haltung erreichen wir ganz allgemin gesprochen oft auch nur die im Vergleich zur freien Natur eher niedrigen Volkszahlen - kaum ein Halter wird Kolonien mit Millionen Individuen haben, wenn die Art dies in freier Natur aufweist. Man kann das auch mit einer proteinarmen Ernährung steuern - denn die adulten Tiere sind bei den meisten Arten darauf kaum angewiesen, nehmen hauptsächlich Kohlenhydrate zu sich. Bei wenig Proteingabe wird die Eiablage massiv heruntergefahren und das Brutwachstum gehemmt.


    Auf anderer Seite können Ameisenköniginnen unglaublich alt werden und insofern - mit genug Zeit und in guter Haltung, im Optimalfall, können natürlich auch solche Arten unheimlich große Kolonien ausbilden, wenn man sie eben auch durchgehend optimal mit Nährstoffen versorgt, die Temperatur usw. passt.



    Glücklicherweise gibt es auch Arten, die groß sind (folgende Angaben beziehen sich auf die Arbeiterinnen) und nur kleine Kolonien ausbilden. Schau dir doch gern mal Camponotus fallax (ca. 4-9 mm;) an, da landest du so um die 100-250 Arbeiterinnen und die Art ist sehr zurückhaltend, wenig aggressiv. Die nicht einheimische Aphaenogaster senilis (ca. 5,5 - 7 mm) bildet zwischen 100-1000 Tiere, ist allerdings sehr aggressiv. Formica fusca (ca. 4 - 8 mm) zwischen 500 und 2000 Individuen, auch eher defensiv, wenn man sie nicht direkt im Nest stört. Die Brut kann man theoretisch bei Überschuss auch entnehmen, um damit Raptiformica sanguinea zu versorgen, das nur nebenbei. Ebenfalls nicht einheimisch wären Neoponera apicalis (früher Pachycondyla apicalis), die maximal 500 Individuen, eher deutlich weniger erreichen und ganze 2 cm groß sind. Hier vielleicht besondere Vorsicht, da es einige Halter gab, die auf die Stiche allergisch reagiert haben. Habe einen persönlich kennengelernt, der einen schweren anaphylaktischen Schick erlitten hat. Harpegnathos venator und Harpegnathos saltator werden ebenfalls nur wenige hundert Arbeiterinnen stark und um die 1,5 cm groß, sind aber schwer zu bekommen und auch nicht einfach in der Haltung.


    Das sind schon andere Zahlen, als Lasius niger (ca. 3 - 5mm) mit ca. um die 40.000-50.000 (wobei das wirklich eher unwahrscheinlich ist in der Haltung, wie gesagt). Die einheimischen Temnothorax und Leptothorax werden nur wenige dutzend Arbeiterinnen stark - sind leider aber mit 2-3 mm auch sehr klein, daher nur am Rande erwähnt.


    Nur ein paar Arten, die mir spontan einfallen, wobei eben nicht alle gleichermaßen einfach zu halten sind, im Gegenteil. Wenn du Lasius niger mochtest, schau dir doch gern mal Formica fusca an. Die sind eine Hausnummer größer, recht wenig aggressiv und eben bei weitem nicht so volksstark. Zudem einheimisch, was dir lieber zu sein scheint (las sich jedenfalls so).


    Hoffe das gibt dir ein bisschen Input. Wir unterstützen dich natürlich gern bei allen weiteren Fragen.

    Das ist tatsächlich eine interessante Frage. Bin gerade unterwegs, aber kann mal im Seifert gucken, was da so angegeben ist.


    Tatsächlich ist das bei dieser Art von Bildern auch immer so eine Sache. Diese Tiere sind nämlich tot (die Untertitelung soll dem ganzen nur etwas Leben einhauchen, ist ja nicht an irgendeinen journalistischen Kodex gebunden o.Ä....), da kann es schonmal sein, dass irgendwo ein Teil abbricht beim Präparieren. Lebende Exemplare kann man in solchen Abbildungsmaßstäben nicht mit der Stacking-Technik fotografieren, da hier locker 100-150 Einzelfotos gemacht werden. Jede Bewegung führt zu fehlerhaften Abbildungen beim zusammengebauten Bild.


    Aber wäre in dem Fall schon seltsam, wenn alle Tibalsporne abgebrochen wären. Vorn sind die in jedem Fall, denn die sind für den Putzvorgang unheimlich wichtig. Aber hinten... gute Frage. Ich schaue mir das auch mal an lebenden Exemplaren meiner Camponotus herculeanus gern an.




    Edit 31.08.22: Also die Teile scheinen wirklich abgebrochen zu sein, denn ich sehe sie via Lupe an allen Beinen. Ergo: Sorry für die ungewollte Verwirrung. Kann auch sein, dass die Ameise auf dem Bild schon ein wenig länger tot war - ist schon ein wenig her, kann mich nicht erinnern. Da brechen dann eben leicht kleine Teile ab, man muss sie unheimlich vorsichtig behandeln.


    Oder es handelt sich um eine individuelle Fehlbildung - ist schon auch wieder merkwürdig, dass dann alle fehlen würden - normalerweise fasse ich die Tiere eher an den Beinende an via Pinzette.

    Hallo Luchs,


    herzlich Willkommen auf Ameisenhaltung.de.



    Lasius flavus gilt gemeinhin als oligogyn, bedeutet, dass zwar mehrere Königinnen in einem Nest vorhanden sein können, diese aber untereinander unverträglich sind. Im Gegensatz dazu steht die Polygynie, bei der mehrere Königinnen vorhanden sind, aber sich untereinander dauerhaft vertragen, also friedlich sind.


    Diese Art gründet in der Natur meistens in Pleometrose zwischen 2-22 Königinnen. In älteren Nestern findet man dann aber im Durschschnitt nur noch 1,5-2 Gynen. Das bedeutet, es findet eine mehr oder weniger starke Ausdünnung an Königinnen statt. Das bedeutet nichts anderes, als dass überschüssige Königinnen durch andere, stärkere Königinnen getötet werden.


    Wie läuft das mit der Pleometrose ab? Die Königinnen gründen friedlich zusammen, alle legen Eier, diese werden auch zusammen versorgt. Warum machen sie das? Die Versorgung ist besser gewährleistet, die Königinnen schützen gemeinsam ihre Brut, die Anzahl an Arbeiterinnen nach erfolgter Gründung ist massiv höher, als bei einer Einzelgründung. Das gibt Vorteile in der Verteidigung gegen umliegende Ameisenkolonien.


    Die Brut wird also zusammen aufgezogen und irgendwann schlüpfen erste Arbeiterinnen. Bis dahin alles gut. Nun kommt es sehr auf die Bedingungen an, die im Nest vorherrschen. Da ein RG nichts anderes darstellt, als eine einzelne, massive Nestkammer, kann es schon bald zu Aggressionen der Gynen untereinander kommen. Da es keinen Platz gibt, in eine andere Kammer auszuweichen, ist davon auszugehen, dass irgendwann eine oder mehrere der Gynen tot und zerstückelt im RG liegen.


    Je mehr Gynen vorhanden sind, desto höher ist natürlich auch das Aggressionspotential. Sprich: Gibst du mehr Gynen in das Reagenzglas, ist das Risiko des Todes mehrere der Gynen auch erhöht. Generell gilt, dass das RG im Fall der Pleometrosegründung bei Lasius flavus ausschließlich für die Gründung geeignet ist. Spätestens sobald erste Arbeiterinnen da sind, musst du ein Nest anbieten, damit überhaupt mehrere Kammern zur Verfügung stehen, in denen die Gynen leben können.


    Es muss übrigens nicht sofort zu Aggressionen kommen. Bei manchen Verbünden dauert es nur wenige Tage nach Schlupf der ersten Arbeiterinnen, bei anderen kann es selbst nach Monaten und nach einer gemeinsamen Winterruhe noch passieren, dass sich die Gynen gegenseitig angreifen und die in dem Moment stärkere Gyne überlebt.


    Da es immer auch ein Verletzungsrisiko gibt (die anderen wehren sich schließlich) ist davon abzuraten, zu viele Gynen in ein RG zu geben. Die Gründung in der Haltung ist ohnehin komplett sicher (keine Fressfeinde, gute Temperatur, keine Gefahr durch Witterung, keine feindlichen Kolonien, etc.), dass eine Gründung auch ohne Pleometrose vollkommen problemlos vonstatten geht. Der Vorteil durch eine gemeinsame Gründung ist in der Haltung durch mangelnde Gefahren gar nicht wirklich gegeben, die Pleometrose hat also gar keinen sinnvollen Hintergrund mehr.


    Du kannst die Gynen also auch einfach alleine gründen lassen. Vermutlich würde eine Zugabe zwar immer noch funktionieren, aber ob es Sinn macht ist eine ganz andere Frage.

    Hi Piranha,


    erstmal herzlich Willkommen hier auf Ameisenhaltung.de. ForceMaster hat durchaus Recht, ich arbeite für die ASW.


    Erstmal freut es mich sehr, dass du dich so dafür interessierst. Und du hast Recht: Leider nehmen auch die Bestände von Ameisen (und darunter auch Waldameisen) immer mehr ab. Im Falle von Waldameisen liegt das v.a. am Waldsterben (Teufelskreis, eines geht nicht ohne das andere), Insektensterben (Entzug der Nahrungsgrundlage), Klimawandel (selbst für Ameisen ist es teils so heiß, dass sie lieber Teile des Tages im kühleren Nest verbringen), sowie natürlich Baumaßnahmen/Zerschneidung der Lebensräume etc.

    Die Ameisenschutzwarten suchen sehr gern jungen Nachwuchs, denn die Aufgaben sind vielfältig und es gibt viel zu tun. Zudem sind viele Mitglieder schon älter - man braucht die Jüngeren einfach, auch um etwas frischen Wind reinzubringen. Ich kann dich also nur ermutigen, das zu machen! Voraussetzungen sind keine nötig, du bringst aber optimale Eigenschaften mit über dein Interesse und auch deinen beruflichen Hintergrund.


    Um Ameisenheger zu werden, solltest du dich also an die Ameisenschutzwarte (ASW) deines Bundeslandes wenden. Alternativ an deren Dachverband, die Deutsche Ameisenschutzwarte. Diese Vereine führen entsprechende Schulungen durch, die für Mitglieder kostenlos sind (die Jahresbeiträge sind überschaubar und wesentlich geringer als die Schulungskosten). Die unteren Naturschutzbehörden (im Normalfall das Landratsamt/der Landkreis/Kreisstadt), sowie die höhere Naturschutzbehörde (die Regierung deines Bundeslandes) setzen diesen Ameisenhegeschein oft voraus, um Genehmigungen zu einer Umsiedlung zu erteilen. Diese Erlaubnisse sind zwingend notwendig, um überhaupt in ein Nestgefüge eingreifen zu dürfen. Man arbeitet mit diesen Behörden recht eng zusammen, v.a. mit der Unteren Naturschutzbehörde.


    Die Schulungen sind für einen bereits ameiseninteressierten Menschen sehr gut nachvollziehbar und die Prüfung entsprechend einfach. Man muss bedenken, dass das Material auch für Leute aufbereitet wird, die mit Ameisen bis dato noch nie in Kontakt gekommen sind (also Mitarbeiter*innen von Planungsbüros, Landschaftspflege, Baufirmen, etc.) und da auch keine besonderen Interessen haben, das also nur pro Forma machen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Es geht also teils auch im sehr grundlegende Dinge (Kolonieaufbau, wie leben Ameisen, ...)


    Die Ausbildung gliedert sich klassischerweise in Theorie und Praxis. Seit Corona haben einige ASW auch Online-Schulungen für die Theorie und behalten diese hoffentlich auch bei, da es doch die Hemmschwelle deutlich senken dürfte, da mitzumachen (statt irgendwo im Bundesland hin fahren zu müssen, teils hunderte Kilometer). Im Normalfall wird das Wissen an mehreren Tagen einige Stunden lang vermittelt. Am Ende gibt es einen Theorietest. Der praktische Teil ist dann im Normalfall eine entsprechende Hegemaßnahme vor Ort - also eine anfallende Umsiedlung o.ä. - es gibt aber nicht in dem Sinne eine praktische Prüfung. Es geht eher darum, das theoretisch Erlernte in der Praxis umsetzen zu können.


    Im Fall einer Onlineschulung erhält man den Hegeschein schon direkt nach der Theorieprüfung. Man wird dann pragmatisch nach Möglichkeit einem erfahrenen Ameisenheger vor Ort zugeteilt, der dich an die Hand nimmt. Ich hatte meinen Schein 2 Tage, da fiel schon die erste Umsiedlung an (Formica pratensis wegen Baus einer Fischtreppe), man wird gleich reingeworfen. Wenn man niemanden vor Ort hat, muss man selbst aktiv werden.


    Neben Umsiedlungen, die stets eigentlich eher vermeiden werden sollten (Erfolg ist leider nicht gesichert und es gibt durchaus Verluste ganzer Völker) ist die Kartierung und Erfassung von Völkern sehr wichtig. Hier fehlt es leider massiv an Manpower, um auch nur halbwegs flächendeckend arbeiten zu können. Die Funde meldet man der eigenen ASW, einige Heger (auch ich) melden es auch an das zuständige Landesamt (für Umweltschutz), die haben da meist eigene Software, um das einzutragen, die man beantragen kann. Das ist auch, was man immer machen kann - Erfassen und Melden. Sowie sich der Unteren Naturschutzbehörde vorstellen, damit diese auf einen zurückkommen kann, wenn irgendwas anfällt.


    Ein Kollege und ich haben letzte Woche an einem halben Tag zu Zweit an die 120 Nester erfasst (Meldung steht aus, das ist zeitaufwendig). Heute gehe ich einen weiteren Waldstreifen ab, bei dem ich am Rand Formica pratensis vermute. Man kann also schon was leisten, muss aber einfach selbst Engagement zeigen und auch bedenken, dass da sehr viel Zeit drauf gehen kann.


    Ich verweise gern auch nochmal auf meinen vor gar nicht langer Zeit gestarteten Thread, bei dem es sich um die Arbeit der ASW dreht: Arbeit in den Ameisenschutzwarten




    Als Abschlusswort vielleicht: Ich bin sowohl Ameisenhalter, als auch Ameisenheger. Beides schließt sich meiner Meinung nach auch nicht aus - vorausgesetzt man legt eine verantwortungsvolle Haltung als Maß an. Zwar lehnen einige Ameisenschutzwarten die Ameisenhaltung ab bzw. betrachten diese wenigstens kritisch in Hinsicht auf Verschleppungsgefahren (invasive/exotische Arten). Jedoch ist das Risiko bei einer mit entsprechenden Ausbruchssicherungen gesicherten Haltung sehr überschaubar. Im Gegenzug - ohne die Haltungsrisiken damit schmälern zu wollen - hatten wir immer wieder Fälle, in denen sich Laien gemeldet haben, die mit gekauften Pflanzen exotische Ameisen in ihre Wohnung gebracht hatten. Verschleppungsrisiken sind mit dem globalen Handel kaum vermeidbar. Vermeidbar sind aber Ausbrüche der Ameisen in der eigenen Haltung, indem man sie gut sichert und die Sicherung regelmäßig wartet. Dieses Wissen wollen wir hier auf der Plattform ja auch u.a. vermitteln. Wir vom Team lehnen auch die Haltung von potentiell stark invasiven Arten ab - die Klassifizierung ist zwar schwierig, aber es gibt einige Arten, die einfach nicht sein müssen.


    Meiner Meinung nach sollten die ASW da offener mit den Haltern umgehen. Solange die Haltung legal und vernünftig durchgeführt wird, wäre ein beachtlicher Pool an Ameiseninteressierten und Ameisenfans vorhanden. Diese kategorisch auszuschließen führt zu dem, was man leider in vielen ASW (und generell Vereinen) sehen kann: Überalterung und Nachwuchssorgen.



    Bei allen Fragen kannst du gern jederzeit auf mich zurückkommen. Gern auch, falls gewünscht, per PN (oben rechts die Sprechblasen/Konversationen bzw. Mobil erst auf deinen Profil-Avater), falls du verraten willst, woher du kommst. Wird vertraulich behandelt.

    Hi McOdom,


    ja, so einen Moment kennt vermutlich jeder Halter - die Gyne stirbt und der restlichen Kolonie geht es gut. Nicht immer ist das ein Haltungsfehler. Krankheitserreger, Endoparasiten, genetische Defekte, ... die Liste kann man sicher weiterführen. Natürliche Todesursachen kommen bei Ameisen genauso vor wie bei jedem anderen Tier, der Tod ist nicht immer nachvollziehbar.


    Wichtig ist es einfach, die eigenen Haltungsparameter kritisch zu prüfen. Aber wenn der Rest der Kolonie wohlauf ist, dann ist eher davon auszugehen, dass eine natürliche Todesursache vorliegt und man als Halter da einfach nichts machen kann. Schade, aber kommt vor. Die restliche Kolonie kann man einfach noch weiterleben lassen, ggf., falls man sich eine Ersatzkolonie holt die Brut in die neue Kolonie geben - dann wird die nicht "verschwendet".

    Halb so schlimm: die Kolonie ist noch so klein, dass es eh noch 1-2 Jahre dauert, bis die ersten Seramis Stückchen an die Oberfläche kommen.

    Ha, da bin ich gespannt. Die kleinen Biester graben sich teils einfach senkrecht nach unten und dann hast du das Zeug schon nach ein paar Tagen überall. Aber man wird sehen, wünsche das Beste ^^



    Um aber einen positiven Abschluß zu haben hier aber noch ein spannender Fund: Lavagranulat (auch Lavamulch). Das ist deutlich schwerer und hübscher als Seramis und sollte rauh genug sein um etwas Wasser zu speichern und an die Erde darüber abzugeben. Bisher kannte ich das nur aus dem Baumarkt in sehr großer, für mich nicht brauchbarer Körnung (16+mm). Allerdings hab ich jetzt gesehen, dass es das auch in kleinerer Körnung 5mm bzw. 8mm gibt, z.B. für Bonsaierde.

    Das Material ist sicher gut tauglich - gibt es auch in ähnlicher Form als Perlite und Vermiculite (ist so eine Art gepufftes Lavamineral). Die werden teils als Dämmstoff oder auch beigemengt in Pflanzenerde benutzt und sind vollkommen neutral, geben also keine Stoffe ab. Dieses Zeug ist allerdings sehr leicht, eher wie Styropor, dafür speichern sie irre viel Wasser.


    Auch Lavagranulat geht in die Richtung - es hat viele Poren, in denen überschüssiges Wasser gespeichert werden kann. Das macht es aber auch relativ leicht wegen der vielen Lufteinschlüsse. Denke für die Ameisen wird es auf Dauer kein großes Hindernis sein, das wegzuschleppen, aber damit muss man leben.