Posts by ice_trey

    Hi Min4kb

    schönes Projekt. Gehen wir die Punkte mal durch. Ich schreibe in Klammern immer gleich eine Idee, wie man das kingerechter formulieren kann.

    Erfahrungen aus Veranstaltungen mit Kindergartenkindern: Auf keinen Fall mit Kindergartenkindern zu Waldameisen an einen großen Waldameisenhügel -> sehr aggressiv, 25% der Kinder werden davon eher traumatisiert, als dass sie was mitnehmen. Besser kleinere Ameisenhügel suchen und die kleinen Ameisen beobachten. Gerade Lasius niger findet man in Siedlungsgebieten fast in jedem Straßenzug.

    Die Infos beziehen sich auch größtenteils auf Lasius niger. Bei Ameisen findet man ansonsten unvorstellbar viele Lebensweisen, Jäger, Sammler, und Veganer, Räuber und Diebe, Architekten, aber auch Nomaden, riesige Kolonien mit Millionen Ameisen, aber auch Arten, bei denen ein Volk nur 10-20 Arbeiterinnen groß wird. Eine Königin, tausende Königinnen, ... man kann die Liste endlos weiter führen.


    🍯 Nahrung: Was fressen Lasius niger und wie kann man das kindgerecht erklären?

    Die erwachsenen Tiere v.a. Honigtau von Blattläusen (= Kühe der Ameisen, werden gemolken). Die Larven werden hingegen proteinreich ernährt, durch Futtertiere (Jäger) oder aber Aas (Müllabfuhr)


    🐜 Fortpflanzung: Wie entsteht eine neue Kolonie und welche Rolle hat die Königin?

    Im Spätsommer schwärmen die Geschlechtstiere - Jungköniginnen und Männchen - aus zum Schwarmflug (Hochzeitsflug). Hier finden die Begattungen in der Luft statt. Die Männchen haben danach ihren Dienst getan und sterben binnen weniger Tage. Die Jungköniginnen landen, reißen sich die Flügel ab - diese benötigen Sie nie wieder - und suchen sich eine passende Nistgelegenheit, z.B. eine kleine Kammer unter einem Stein. Dort gründen sie allein mit Körperreserven ihre eigene Kolonie - das dauert ca. 1,5 Monate.

    Es werden Eier gelegt, aus den Eiern schlüpfen Larven, die Larven werden aus den Körperreserven gefüttert, wachsen, verpuppen sich und über die Metamorphose (= wie bei Raupe Nimmersatt, von Raupe zu Schmetterling) entsteht die fertige Ameise. Eine erwachsene Ameise wächst auch nicht mehr - wie groß sie wird, entscheidet sich im Larvenstadium.

    Die Königin regiert nicht, sondern ist allein für das Eierlegen zuständig. Alle Entscheidungen- nach der Gründung - treffen im Grunde die Arbeiterinnen.


    Besonderheiten/Superfähigkeiten: Was können Ameisen besonders gut?

    Sie sind superstark (tragen vielfaches des eigenen Körpergewichts), können als Gemeinschaft Unglaubliches leisten (riesige Ameisennester = Städte), sie kommunizieren v.a. über Pheromone (= Duftstoffe), mit denen sie sich Signale geben, aber auch über Körperkontakt, z.B. "Betrillern" mit den Fühlern (so wie Menschen auch ohne Worte kommunizieren können, z.B. über Mimik/Gestik/Berührungen, machen die Ameisen das über Düfte/Berührung). So können Ameisen sich gegenseitig zu Futterquellen führen -> Duftspuren am Boden, wenn sehr stark = Ameisenstraße, oder sich auch warnen. Auch Hunger können sie durch Betrillern signalisieren. Ameisen sind sehr wichtig, um in der Natur das Gleichgewicht zu halten.

    Ameisen haben als Besonderheit eine spezielle Drüse, die antiseptische Substanzen herstellt. Das ist für Ameisen sehr speziell. Mit den Substanzen behandeln sie sich selbst, gegen Krankheitserreger. Sie sind also sehr reinlich, putzen sich sehr oft (und sie räumen ihren Müll auch grundsätzlich weg :winking_face:)


    🔎 Weitere Eigenschaften: z. B. Kommunikation, Orientierung, Zusammenarbeit und Aufbau des Ameisenstaates

    teilweise s.o., Ameisen sehen auch mehr oder weniger gut (sehr artverschieden). Etwas speziell, aber man kann es gut darstellen: Sie können polarisiertes Sonnenlicht wahrnehmen. Einfacher gesagt: Somit können sie sehen, wo die Sonne ist, auch wenn es stark bewölkt ist und sich an deren Stand orientieren (Vergleich: Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, sieht man kreisförmig kleine Wellen - selbst wenn man nicht gesehen hat, wie der Stein geworfen wurde, weiß man ca. wo er im Wasser gelandet ist).

    Ameisenstaaten bestehen bei Lasius niger immer aus einer Königin - viele andere Arten haben mehrere - den Arbeiterinnen und im Sommer auch Männchen. Diese sind leider stinkfaul und machen nichts, außer sich durchfüttern zu lassen, bis ihr großer Tag gekommen ist. Eine Ameisenkolonie wird also von den Frauen geleitet und diese erledigen auch alles. Es gibt niemals einen "König" (im Gegensatz zu Termiten)


    Hilfe durch den Menschen: Was brauchen Ameisen bzw. was sollte man bei der Haltung beachten?

    Ameisen ist am Meisten geholfen, wenn wir natürliche Lebensräume erhalten, unsere Gärten naturnah gestalten und sie ansonsten in Ruhe lassen. Für Haltung, was sehr speziell ist: Siehe Einsteigerleitfaden: https://www.ameisenhaltung.de/ein-kleiner-we…m-eigenen-volk/


    Man kann Ameisen grundsätzlich gerne Zuckerwasser anbieten - so kann man sie auch gut anlocken, um sie zu zeigen. Auch Obst, wie z.B. Apfelscheiben (frisch) werden oft binnen 30-60 Minuten vor Ameisen wimmeln.


    Arbeit mit Vorschulkindern: Wie kann man Ameisen für Kinder erlebbar machen?

    Ergänzung 21.10.26:

    Spielideen (Alter ist eine Richtlinie)

    • "Mit den Händen sprechen" (ab 5 Jahre): Die Kinder sensibilisieren in Zweierpaaren ihre Wahrnehmung über den Tastsinn, der bei Ameisen wichtig ist. Eine Person macht einen Gesichtsausdruck - die andere muss blind ertasten, ob diese fröhlich, böse, traurig, gelangweilt ist. Können die beiden wortlos herausfinden, was den anderen bewegt?
    • "Kannst du mich riechen?" (ab 4): Die Kinder empfinden die Orientierung nach Geruchsinn nach (an Gruppengröße anpassen): 2-3 Kinder werden zu Wächterameisen. Diese erhalten jeweils ein Taschentuch mit einem unterschiedlichen ätherischen Öl darauf. Der Rest der Kinder erhält ebenfalls ein Tuch, mit einem zufälligen Duft. Nun gehen sie von Wächterin zu Wächterin, die anhand des Geruchs prüfen muss, ob die andere "Ameise" ins Nest gelassen wird 8wenn der Duft mit dem eigenen übereinstimmt). Wenn alle ihr Nest gefunden haben, kann man Rollen tauschen
    • "Flinke Ameisen" (ab 5, ggf. auch mit elterlicher Unterstützung jünger): Die Ameisen spielen eine Nahrungssuche: Auf dem bespielten Platz wird ein Parcours festgelegt durch unterschiedliches Gelände. Am Ende des Parcours liegen Tannen/Fichten/Kieferzapfen o.Ä. (= Nahrung). Die Kinder erhalten zwei Äste (o.Ä., die Hände sollen nicht genutzt werden. Ich selbst habe da schon kleine Holzgabeln ausgegeben, die kosten fast nichts, sind für jüngere Kinder aber einfacher zu handhaben), mit denen sie die Zapfen einsammeln und über den Parcours zurück zum Startpunkt tragen müssen. Man kann das variieren, entweder darf nur 1 Kind je Team auf dem Parcours sein und das Spiel endet, wenn alle Kinder eines Teams einen Zapfen herbei geschafft haben. Oder man schaut, wer nach einer gewissen Zeit mehr Zapfen gesammelt hat, z.B. nach 10min
    • "Rette sich wer kann!" (ab 5): Die Kinder lernen eine Gefahr für Ameisen kennen und spielen dies nach: In eine Kreis liegen wieder Zapfen, diese stellen die Brut dar. Die Kinder haben die Aufgabe, die Brut vor einem Fressfeind (Vogel) zu sichern. Wieder dürfen nur zwei Stöcke verwendet werden. Die Kinder versuchen, die Zapfen in einen ca. 10m entfernten Kreis zu tragen. Ein einzelnes Kind (am besten das Älteste) stellt den Vogel dar: Dieses versucht mit den zwei Stöcken die Zapfen aus dem Nest zu holen (darf einfach neben sich ablegen). Hat am Ende die Kolonie mehr Brut gerettet, oder der Vogel Brut "gefressen"? Variante: Die Brut wird in einer "Ameisenstraße" von Kind zu Kind gereicht
    • "Beutefang" (ab 5): Die Kinder empfinden nach, wie Ameisen gemeinsam überleben, indem sie sich helfen: Ein Drittel der Kinder verwandelt sich in Ameisen auf Beutezug. Sie bekommen ein Band um den Arm zur Markierung. Alle anderen sind Beutetiere, die sich im Spielfeld bewegen. Nun müssen die Ameisen ihre Beute fangen. Berührt eine Ameise eine Beute, darf diese sich nicht mehr bewegen. Allerdings kann die einzelne Ameise ihren Fang nicht allein zum Nest schaffen. Der Fänger muss mittels Zeichensprache eine andere Ameise herbei rufen. Zu Zweit dürfen sie das Beutetier ins Nest bringen. Sind alle Beutetiere gefangen, wird getauscht. Welche Gruppe schafft es schneller?
    • "Unterwegs wie eine Ameise" (ab 4): Die Kinder dürfen sich nur auf allen Vieren bewegen, um sich in den Blickwinkel einer Ameise hineinversetzen. Sie krabbeln eine festgesetzte Strecke ab (z.B. Schnur zwischen zwei Pflöcken). Was entdecken sie dort an kleinen Tieren, Hindernissen oder etwaiger Nahrung?
    • "Läuse melken" (ab 4): Die Kinder sollen erfahren, dass Ameisen Süßes lieben und wie sie es beschaffen: Es bilden sich zwei Gruppen in zwei Reihen. Jede Ameisengruppe benennt unter sich eine "Blattlaus", die sich ca. 10m entfernt gegenüber der eigenen Reihe aufstellt. Die Ameisen wollen ihre Blattlaus nun "melken". Zapfen, Kastanien oder Steine dienen als "Honigtau". Auf ein Zeichen darf der erste in der Reihe zur Blattlaus rennen, dieser 3x über den Rücken streichen und erhält daraufhin den Honigtau. Dieser wird schnellstmöglich zum eigenen Nest gebracht. Daraufhin darf das nächste Kind in der Reihe starten. Welche Kolonie schafft es, mehr Honigtau zu ernten in einer fest gesetzten Zeit?


    Das ist ein Auszug aus den Spielen aus dem Heft der NAJU des LBV "Erlebter Frühling, Aktionsheft Rote Waldameise". Das lässt sich auch allgemein für Ameisen gut verwerten. Das Heft kann man sicherlich auch anfordern und da ist noch viel viel mehr drin. Das waren jetzt Spiele, die ich selbst schon ausprobiert habe - hat auch gut geklappt.

    Zum Download gibt es auch "Forscherkarten", die man verwenden kann: https://www.naju.de/app/download/1…df?t=1714481603

    Ergänzungsmaterialien zu den Aktionsheften
    In den Aktionsheften zum Erlebten Frühling findest du viele Anregungen, wie du mit Kindern verschiedene Frühlingsboten und ihre Lebensräume spielerisch…
    www.naju.de


    Abseits von Spielen: man kann Ameisen sehr gut, wie beschrieben, z.B. mit Obst oder Zuckerwasser anlocken und dann deren Verhalten beobachten.


    🏠 Gemeinsames Projekt: Wie könnte man z. B. gemeinsam mit den Kindern einen geeigneten Lebensraum bzw. ein „Häuschen“ für Ameisen gestalten?

    Gezieltes verwildern lassen eines Teils der Kindergartenfläche oder besser noch: Gezielte Anlage von Blühflächen in Kombination mit Sand- und Steinaufschüttungen (auch größere Steine, unter denen Ameisen nisten könnten). Bestenfalls ein paar Büsche oder Bäume nur wenige Meter entfernt (Lausbesatz!). Davon profitieren viele Insekten, aber indirekt auch Vögel und Echsen (z.B. Eidechsen), sowie Tiere wie Igel. Möglichst abseits von anderen Spielflächen, da ggf. sonst Konflikte mit Ameisen in den Folgejahren (denn welche Arten kommen, kann man kaum steuern).

    Ameisen werden in spätestens 1-2 Jahren dort sichtbar werden. Je steriler die Fläche, desto weniger in der Tendenz die Ameisen. Ameisen benötigen einen Besatz an jagbarer Beute, sowie sehr oft Blattläuse bzw. deren Honigtau als Kohlenhydratquelle. All das bekommt man durch Naturflächen.

    Ein "Ameisenhaus" in dem Sinne gibt es nicht, das bauen sich die Ameisen bedarfsgerecht selbst - und je nach Art sind die Vorlieben auch höchst unterschiedlich.


    Wissensvermittlung: Welches Grundwissen sollten Vorschulkinder über Ameisen haben und wie könnte man es spielerisch vermitteln?

    Kinder im Alter von 8-12 wissen mEn manchmal sehr viel über Ameisen, wenn sie sich dafür interessieren. Aber im Vorschulalter hat man Ameisen meistens nur mal gesehen, weiß aber über deren Leben und Wirken quasi gar nichts. "Sollten haben" ist also relativ - Umweltbildung bei Kindern wird seitens der Eltern sehr oft - aus Unwissen oder Unwillen - sehr vernachlässigt. Um diesen Umstand zu beseitigen bedarf es der gezielten Führung durch solche Leute wie dich, natürlich altersgerecht.

    Meine Erfahrung dazu: Die meisten Kinder in dem Alter wissen, dass es Ameisen gibt, dass diese zwicken und "bieseln" können (=Abgabe von Ameisensäure oder Stechen mittels Stachel, je nach Art. Schon das ist meist unbekannt). Da viele Eltern über Ameisen gar nichts wissen oder diese gar nur als als Ungeziefer ansehen, haben die Ameisen auch kein gutes Standing und die Kinder wissen da so gut wie gar nichts drüber im Vorschulalter. Wir Ameisenfans sind da echt die Ausnahme - in der Standardfamilie wird über Ameisen wenig geredet.

    Thanis


    Danke für den Hinweis. Wurde entfernt. Dafür wurde Antpire mit aufgenommen.

    Da Ameisenshops seit Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen (und oft genauso schnell auch wieder verschwinden), sind wir für jeden Hinweis dankbar, um die Liste aktuell zu halten.

    Jo, die Meinungen gehen da sicher auseinander. Effektiv ist es aber so, dass es auch unter Ameisenhegern einige Ameisenhalter gibt. Bei Interesse an diesen Lebewesen ist es ja auch irgendwie naheliegend. Es sind auch nicht alle Landesverbände (oder zumindest deren Vorsitzende) in D derart eingestellt, wie die in Bayern (ameisenfreunde.de ist von der Bayerischen ASW).

    Zumindest hat man in der Verbandszeitschrift (die ist bundesweit) auch mal ein Camponotus ligniperda Formicarium präsentiert - also würde ich mir da nicht den riesen Kopf machen.

    Vor allem behaupte ich, dass der größte Teil der Ameisenhalter auch eine verantwortungsvolle Haltung zumindest anstrebt und wir das auch so vermitteln. Schwarze Schafe, die ihre exotischen Ameisen frei im Haus halten (tatsächlich hier schon gehabt, ist ganz offen damit umgegangen) oder in die Freiheit entlassen sind wirklich selten.

    Sämtliche bekannten Fälle von etablierten exotischen Ameisen in unserer Natur (oder auch in Gewächshäusern/Botanischen Gärten/Zoos) sind direkt auf Pflanzenhandel oder versehentlichen Transport mit anderen Gütern zurückzuführen.

    Eine Debatte (hier über die Gefahren von exotischen Ameisen) finde ich immer OK, muss man aushalten können. Aber pauschal quasi zu sagen "Ameisenhaltung ist generell Teufelswerk" ist nicht richtig. Man kann ja auch die positive Seite daran würdigen: Dass gerade junge Leute schon sehr früh mit Ameisen in Kontakt kommen und diese auch schätzen lernen. Daran ist nichts verkehrt.

    Danke für den Hinweis noch.

    In Österreich heißt das, was ich hier als "Ameisenheger" bezeichne nämlich "Ameisenwächter" (in der Schweiz teils "Ameisengöttis")

    Da kann man tatsächlich auch als Jugendlicher schon mithelfen, z.B. bei Umsiedlungen von Waldameisen. Die zuständigen Leute sind da teils nämlich erstaunlich alt und freuen sich über junge, starke Menschen, die mithelfen, Ameisen durch den Wald zu schleppen :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Und so kann man auch schnell Teil eines größeren Netzwerks werden - netzwerken ist immer nützlich, auch für o.g. Werbung von eigenen Veranstaltungen usw.

    Das ist ja schonmal ein Ansatz. Weil du das Alter ansprichst: Viele, gerade die größeren Verbände, haben auch Jugendorganisationen. Da kann man schonmal an das Thema rangehen, aber eben auch unter Berücksichtigung von Schule usw., eben altersgerecht. Es macht ja auch einen Unterschied ob man volljährig ist, oder nicht. Eine Naturschutzbehörde nimmt vermutlich auch keine Minderjährigen unter Ehrenamtsvertrag - kenne zumindest mal keinen.

    Aber ich schätze, dass man auch - egal ob eigene Altersgruppe oder nicht - immer als Vorbild voran gehen kann, Man sollte das auch nicht unterschätzen. Ich habe in den letzten Jahren durchaus gelernt, dass viele Leute das viel mehr wahrnehmen, als man denkt, z.B.

    "Habe dich in der Zeitung gesehen. Toll, dass du das machst/Danke, dass du dich einsetzt!"

    "Kennen Sie Organisationen, an die ich spenden kann, wo das Geld gut verwendet wird?"

    "Das wusste ich alles nicht, Danke für die Veranstaltung!"

    um ein paar Reaktionen zu nennen. Mich hat das teils selbst überrascht, dass die Leute das wenigstens honorieren und zumindest ein bisschen was hängen bleibt.

    Es ist zwar schon ein Kampf gegen Windmühlen, aber Tätigkeitsfelder gibt es genug:

    - im Freundes- und Bekanntenkreis aufzuklären, warum man Gärten nicht so steril halten sollte. Oder wie man selbst Balkone insektenfreundlich bepflanzen kann. Da entsprechend auch mit gutem Beispiel selbst voran gehen - auch gegen Widerstände von Nachbarn ("Ihr Garten ist asozial!")

    - Eigentümer vogel- und insektenfreundlicher Gärten darauf hinweisen, dass man das in einigen Bundesländern prämieren lassen kann, um sowas auch zu honorieren

    - Ehrenämter annehmen und z.B. als Ameisenheger arbeiten (um beim Thema zu bleiben). Es gibt aber auch vielfältig Möglichkeiten bei Insekten, z.B. Wespen- und Hornissenberatung (Prämisse ist immer der Erhalt der Nester, notfalls Umsiedlungen mit Genehmigung). Wird oft auch von den Unteren Naturschutzbehörden mit Aufwandsentschädigungen honoriert

    - Beitritt/Aktive Arbeit in Naturschutzverbände und dann Mitwirkung an der Anlage und Pflege von Biotopen oder extensiv genutzten Flächen. Zum Beispiel Ameisenschutzwarten: Arbeit in den Ameisenschutzwarten

    - im Zuge des eigenen Engagements jährliche Infoveranstaltungen im Heimatort und Umgebung anbieten. Tatsächlich werden diese auch erfahrungsgemäß tatsächlich rege in Anspruch genommen. Das muss auch nicht aufwendig sein: Exkursion mit Ameisenheger XY zu Waldameisen -> schon hast du 4-5 Familien, die einen Sommertag mit dir verbringen. Hier ggf. Unterstützung durch Vereine oder Landschaftspflegeverbände suchen für die Werbemaßnahmen

    - bei den Kleinsten (Kindergarten, Schule) mit Umweltbildung beginnen und ggf. diese kindgerecht mit Spielen für Insekten begeistern -> oft beeinflussen die nämlich dann ihre Eltern, nicht umgekehrt. Erfahrungsgemäß bis ca. 14 Jahre ist gut, danach haben die Teenis genug andere Sorgen, als sich vollsabbeln zu lassen

    - Artenkartierungen (z.B. Waldameisennester oder generell Funde von seltenen/geschützten Arten), um Daten behördennutzbar und wissenschaftlich nutzbar zu machen. Einige Bundesländer haben da auch Möglichkeiten für Laien zur Eintragung/Meldung über Onlineportale

    - Beruflich, weil du es nennst: Als Biologe, Landschaftsökologe, o.Ä. tätig werden. Da muss man aber in der Realität oft erkennen, dass man eher dafür da ist, geschützte Arten für Bauvorhaben wie Straßen, Funkmasten, Regenerative Energien etc. beiseite zu schaffen. Man ist da eher für die Erfassungen/Organisation der Umsiedlung zuständig, als für den direkten Erhalt

    - Regelmäßig Petitionen zu solchen Themen unterstützen, wenn man z.B. körperlich nicht dazu in der Lage ist, selbst aktiv zu werden

    - oder Abgeordnete des eigenen Landtags o.Ä. mit solchen Themen konfrontieren

    - auf Social Media als Influencer tätig werden - für Naturschutz. Wirklich, ja. Sollte man nur nicht mit dem großen Publikum rechnen, den irgendein Kosmetik-Kanal bekommt

    ...

    usw.

    Nur um einen Abriss zu geben. Es gibt viele Möglichkeiten. Man sollte da nur damit leben können, von vielen Leuten als Naturschutzspinner/Öko-Fuzzi belächelt zu werden und oft genug auch auf taube Ohren zu stoßen. Zudem ist es mit der Umweltbildung des Großteils der Bevölkerung nicht weit her - da hapert es schon daran, eine Schwebfliege von einer Hornisse unterscheiden zu können oder dir werden Wildbienen als Wespen gemeldet... oder aktuell ist gefühlt jede Wegameise Tapinoma magnum, weil das ein Sommerloch-Füller für die Medien war. Aber auch hier kann man natürlich aufklärend tätig sein.

    Daher ist genau das auch ein guter Ansatzpunkt, um die Leute etwas fitter zu machen, einfach ins Gespräch zu kommen. Damit sie auch überhaupt mal den Zusammenhang zwischen Insekten und deren Wichtigkeit herstellen. Sonst nerven Insekten die Leute nämlich einfach nur. Ic hab schon oft genug gehört: Gibt doch genug von den Viechern.


    Was erfahrungsgemäß wenig bringt: Oberlehrerhaft Leute auf ihre Fehler hinweisen. Führt nur zu Widerstand - denn im Endeffekt willst du, dass die Leute ihre Denkweise und ihr Handeln aufbrechen und ändern - und das tut niemand gerne freiwillig, v.a. nicht, wenn man dafür angegangen wird. Also zum Nachbarn zu gehen und dessen englischen Rasen zu kritisieren ist nicht die beste Idee für ein gutes Zusammenleben :winking_face:

    Zu viel sollte man nicht erwarten - denn im Grunde müsste die Politik den Weg frei machen für große Änderungen. Das ist aber - zumindest aktuell - kaum gewollt.

    Hallo Sumsi87

    ein herzliches Willkommen! :waving_hand:

    Schön, dass ihr eurem Sohn das ermöglichen wollt - und dabei noch selbst ein wenig angesteckt werdet vom Ameisenfieber :grinning_face_with_smiling_eyes:


    Wenn ihr im August 3 Wochen weg seid und danach zurück kehrt, dann bleiben euch halt nur noch wenige Wochen für die Haltung. Wie alle einheimischen Arten, sollte man Formica fusca bis spätestens Ende Oktober "einmotten". Da die Winterruhe, vor allem für Einsteiger, ein sehr kritischer Punkt ist, würde ich euch eher anraten, erst nach der WR durchzustarten. Es gibt wirklich endlos viele Kolonien, die v.a. bei Einsteigern den ersten Winter (oder sogar Sommer) wegen Haltungsfehlern nicht geschafft haben. Diese zusätzlichen Monate geben euch also Zeit, euch vorzubereiten. Wobei ihr das ja schon sehr lange macht, was schonmal sehr lobenswert ist.

    Dennoch, irgendwie glaube ich, ist das eher enttäuschend, wenn man - nehmen wir mal September und Oktober, nach Rückkehr/Lieferung - dann die Ameisen nur 2 Monate halten kann und dann schon wieder kühl lagern muss. Von März weg habt ihr hingegen eine komplette Saison, also ca. 8 Monate.

    IN der Winterruhe würde ich überhaupt niemals anfangen - da passiert nämlich genau eines: Gar nichts. Die Kolonie ist im puren Ruhemodus, bewegt sich so gut wie gar nicht - und sie müssen ja auch kühl gelagert werden, also meistens nicht in einem Zimmer, sondern Keller, Garage, ... glaube das wäre kein erfreuliches Erlebnis für die Familie. Zudem ist die WR durchaus nicht ganz unkritisch für die Völker. Vor allem sollte man auch nicht durch Transporte (warme Lagerung im Versandzentrum!) die WR unterbrechen.


    Wie plant ihr denn das Formicarium aufzubauen? Welchen Typ Nest wollt ihr nutzen? Habt ihr - weil "kleines" Formi geschrieben - an den Platzbedarf einer wachsenden Kolonie gedacht? Überwinterungsplatz? Urlaubsbetreuung (wenn ihr z.B. 2027 längere Zeit im Urlaub seid)?

    Einfach mal ein paar lose Fragen, damit wir euch - egal wann ihr anfangt - möglichst gut vorbereiten können :smiling_face:

    Hi EnnaKatinka

    Berechtigte Frage. Grundsätzlich muss man aber immer zwischen den Interessen der Ameisen und deren Haltern differenzieren.

    Da draußen kommen Ameisen regelmäßig und eigentlich ständig mit div. Problemstoffen und anderen Organismen in Kontakt - so wie jedes Lebewesen.

    Aber es gibt eben auch den Unterschied: Da draußen fällt nicht auf, wenn eine Kolonie stirbt - mir als Halter aber schon.


    Warum wird sterilisiert: Halter haben z.B. Angst, sich Milben einzuschleppen. Nicht ganz unberechtigt - ich hatte selbst mal extreme Vermehrung bei eingeschleppten "Futtermilben". Die gehen zwar die Ameisen und Brut nicht an, wenn aber in deinem kleinen Becken - ungelogen - vermutlich mehrere 100.000 Milben herumrennen, fast wie eine Art Teppich, ist das einfach unschön und nicht akzeptabel.

    Ganz vermeiden sollte man die Einschleppung parasitärer Milben. Das Risiko hat man v.a. bei der Fütterung von gekauften Insekten aus dem Zoohandel, weniger bei Wildfängen. Die dort angewendete Massentierhaltung (ja, die gibt´s auch bei Insektenvermehrung) fördert die Verbreitung von Parasiten immens, weil die Wirte leicht zugänglich sind und die extrem enge Haltung die Verbreitung immens fördert. Endoparasiten sind auch ein Thema.

    Wegen Krankheitserregern würde ich mir hingegen eher wenig Sorgen machen. Ameisen produzieren selbst antiseptische Substanzen, die sie ziemlich robust gegen Bakterien machen. Man kann sich zwar vorstellen, dass exotische Arten (mit an ihr Habitat angepasstem Immunsystem) ggf. mit hier heimischen Erregern nicht gut klar kommen - aber das Thema ist spekulativ. Wenn Kolonien "ohne Grund" sterben, liegen häufig unentdeckte Haltungsfehler dahinter, nicht vermutete Krankheitserreger.


    Generell gilt: Überbrühen (teils auch Einfrieren) von Futterinsekten beseitigt Probleme mit Exo- und Endoparasiten ziemlich zuverlässig. Das ist aber nicht bei allen Arten anwendbar (manche nehmen nur Lebendfutter).

    Das Problem bei Schimmel und Viren/Bakterien ist hingegen: Die befinden sich massig in der Luft, überall. Spätestens durch den Eintrag organischer Stoffe über das Futter, sowie auch den Kot der Ameisen, sind Brutstätten vorhanden. Feuchte Haltung begünstigt natürlich die Schimmelbildung immens. Ob Schimmel im Becken zu Gesundheitsproblem wird, ist sehr unterschiedlich. Teils ist das Problem wohl eher optischer Natur. Punktuellen Schimmel wird man oft irgendwann haben und das ist auch meist kein Problem für die Ameisen. Wenn dir aber ein Nest z.B. mit Schimmel geradezu sichtbar (Pelz-/Fädenbildung) durchwuchert, gerade in der Nähe der Brut, ist das im Grunde inakzeptabel.


    Kurz gesagt: Du kannst das sterilste Becken haben und die Ameisen nur auf Glas halten - es kann trotzdem schnell schimmeln, punktuell, bei Nahrung und Kot.

    Pflanzen wären so gedacht ohnehin nicht möglich, weil man die ja nicht steiriliseren kann.

    Unbehandelte Substrate degradieren im Becken aber ebenfalls schnell - die vielen tollen Kleintiere und Mikroorganismen, die du ggf. in ein Becken einbringst, werden seltenst dauerhaft zu finden sein, weil du die Natur einfach nicht simulieren kannst. Der ganze Neueintrag von Stoffen, Durchmischung des Bodens - im Grunde der Kreislauf des Lebens - ist in einem Formicarium schlicht nicht darstellbar. Sprich: Ein nennen wir es "Naturbecken" verarmt mit der Zeit auch. Es gibt viele Halter, die ein "Vivarium" geplant haben, ich habe noch wenig bis nichts gesehen, das sich dauerhaft aufrecht erhalten lässt.

    Die über allem stehende Frage ist dann auch: Was ist artgerechter und ggf. auch für den Halter ansehnlicher und handlebar? Die Ameisen steril zu halten auf ein wenig abgebackenen Sand mit 3 Steinen, 2 Ästchen und einer Plastikpflanze? Da wird man wenige Probleme mit Schimmel o.Ä. haben, aber es ist halt auch optisch irgendwie steril. Oder man will ein Becken betreiben, das die natürliche Umgebung der Ameisen halbwegs simuliert? Persönlich würde ich zu letzterem gehen - macht aber mehr Arbeit und man muss aus genannten Gründen auch regelmäßig eingreifen. Futter würde ich nach Möglichkeit immer Überbrühen.

    Als Abschlusssatz wage ich zu behaupten, dass die Sterblichkeitsrate (nach Gründung!) in der Haltung wesentlich höher ist, als draußen. Grund sind schlechte Vorbereitung, grobe Haltungsfehler und später oft auch mangelndes Interesse. Du weißt nicht, wie oft wir sowas zu lesen bekommen "Ich habe die Ameisen heute bekommen. Was mache ich jetzt?". Die meisten Völker schaffen daher nur wenige Monate bis Jahre in der Haltung. Natürlich gibt´s dazu keine Erhebungen, aber doch viele, sehr viele Erfahrungen.

    Sind zwar Angaben für Gänge in Ytong, aber grob zur Orientierung. Die Arbeiterinnen können sich erstaunlich schlank machen und sind auch gelenkig. Bines 10-12mm kommen also problemlos hin, auch bei Camponotus vagus.

    Selbst wenn man feststellt, dass die Schläuche zu klein sind bei großen Kolonien/hohem Verkehrsaufkommen - mittels Adaptern (oder einfach kleineren in größeren Schlauch stecken, um von einem großen Schlauch in das Bohrloch am Formicarium zu kommen)) kann man auch nachher noch reagieren und anpassen. Du musst dir auch mal Nesteingänge in natura anschauen - die sind meist sehr viel kleiner, als man denkt.


    LasiusKammern
    Länge: 2 - 5 cm
    Tiefe: 1,5 - 3 cm Höhe: 1 - 1,5 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,5 - 1,0 cm
    CamponotusKammern
    Länge: 4 - 8 cm Tiefe: 2 - 4 cm
    Höhe: 2 - 3 cm
    Gänge Höhe und Tiefe: 0,5 - 1,5 cm
    MyrmicaKammern
    Länge: 2 - 6 cm Tiefe: 1 - 3 cm
    Höhe: 1 - 2 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,3 - 0,8 cm
    FormicaKammern
    Länge: 3 - 8 cm Tiefe: 2 - 4 cm
    Höhe: 1,5 - 2,5 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,5 - 1,0 cm
    TemnothoraxKammern
    Länge: 1 - 4 cm
    Tiefe: 1 - 2 cm
    Höhe: 0,5 - 1 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,3 - 0,5 cm
    MessorKammern
    Länge: 3 - 10 cm
    Tiefe: 2 - 4 cm
    Höhe: 1,5 - 3 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,8 - 1,5 cm
    PheidoleKammern
    Länge: 2 - 5 cm
    Tiefe: 1 - 2 cm
    Höhe: 1 - 2 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,5 - 1,0 cm

    Hi Schwammi

    effektiv hast du ja einen großen Vorteil - du hast den erfahrenen Halter, der dir seinen Wissensschatz und sogar Ausrüstung überlässt.

    Im Grunde das Standard-Setting wäre ein Startbecken. Über den Pilz und Königin/Jungkolonie würde dann ein Becher mit Ausgängen gestülpt. Dieser soll Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Nestbereich konstant halten, was unheimlich wichtig ist.

    Bei dir ist der "Becher" dann eben gleich eine Box, passt genauso. Da Schädigungen des Pilzes gerade bei der Gründung und jungen Kolonien fatal wäre, ist ein sehr kontrolliertes Setup absolut richtig gedacht.

    Ein paar Punkte dazu:

    • Im Nestbereich solltest du eine Luftfeuchtigkeit von ca. 80-90% erreichen und diese auch durchgehend halten
    • Am Ytong direkt wird man dann vermutlich noch deutlich über 90% Luftfeuchtigkeit haben, was OK ist. Aber es darf sich niemals (!) Kondenswasser in der Nähe des Pilzes bilden. Der Ytong dient hier auch als Puffer, da er Feuchtigkeit gut aufnehmen und auch wieder abgeben kann
    • Als weiteren Feuchtigkeitspuffer kann man auch (hier feines) Seramis um den Ytong platzieren
    • Temperaturbereich ca. 24-28°C, deine 25-26°C sind also genau drin, perfekt. Auch diese müssen konstant sein (also z.B. keine Abkühlung in der Nacht oder im Winter)
    • All das solltest du "trocken testen", also ohne Ameisenbesatz - ob du es schaffst, das auch einzuhalten. Erst dann können die Ameisen einziehen
    • Fütterung: Nur unbehandelte (!) Blätter etc. anbieten. Grund sind etwaige Restanhaftungen von Pestiziden, die sowohl Ameisen, als auch den empfindlichen Pilz schädigen können. Gerade jetzt mitten im Sommer kann man da auch sehr gut selbst Sammeln gehen, denk nur an die ganzen Brombeeren/Himbeeren als Unterholz im Wald und generell Laubbewaldung. Wildsammlung hat ein deutlich geringeres Risiko (nicht in der Nähe von Feldern sammeln!)
    • Denk schon jetzt auch an den Winter und die Versorgung währenddessen - wie hast du dir die vorgestellt?
    • Die Ameisen ansonsten in Ruhe zu lassen ist in jedem Fall sehr sinnvoll. Effektiv kannst du das Setting also so übernehmen, sofern du es wie oben geschrieben funktional halten kannst
    • Dir sollte natürlich bewusst sein, dass bei gutem Wachstum der Platzbedarf schnell immens wachsen kann und diese Art bzw. Blattschneider generell in der Haltung so eine Art "Königsklasse" sind, die wir Einsteigern niemals empfehlen würden. Sprich: Da muss Platz sein für weitere Becken und dann auch den klassischen Aufbau "Nestbecken", "Fütterungsbecken", "Abfallbecken" und die Bedingungen in den einzelnen Becken müssen eben auch möglichst konstant sein. Die Laufwege sollten lang sein um Verhaltensstörungen (an Kanten zu Tode laufen wegen zu kleinem Territorium) vorzubeugen - Blattschneider laufen in natura wirklich weite Strecken


    Wen du weiterführende Fragen hast, nur raus damit. Hoffe, der Input hilft dir etwas beim Vorbereiten. Natürlich wäre es auch cool, das Setting und deine Erfahrungen damit dann auch mal zu sehen.

    Leider haben einige Ameisen den Winter nicht überlebt und auch ein Teil der Eier hat es nicht geschafft.

    Hi Turtle Ants, Danke für dein Update. Soweit so normal. Eier werden nicht mit überwintert. Wenn diese bei sinkenden Temperaturen sich nicht mehr zur Larve entwickeln konnten, werden sie für gewöhnlich gefressen. Nur die Larven haben einen Mechanismus zur Entwässerung, können daher auch niedrigen Temperaturen gut standhalten. Eier und Puppen können das nicht, werden also eigentlich nie mit überwintert.

    An der Fütterung liegt es definitiv nicht, deshalb vermute ich inzwischen, dass die Temperatur im Reagenzglas über lange Zeit einfach zu niedrig war und die Kolonie dadurch in ihrer Entwicklung gebremst wurde.

    Klingt so durch, dass die Temperatur zu niedrig war, wenn du nun auch eine deutlich andere Aktivität hast. Insofern alles richtig gemacht.

    Bei Beheizung bitte immer aufpassen, dass die Ameisen im Bedarfsfall der Wärmequelle noch gut entkommen können (der Ausgang des RGs also in einer kühlen Zone liegt bzw. nur der hintere Teil des RGs beheizt wird). Bei einer Fehlfunktion, Wärmestau oder anderweitiger Überhitzung können die Ameisen so noch in kühlere Flächen ausweichen und flüchten. Wenn sie aber rundherum beheizt werden oder zum Ausgang an der Heizung vorbei müssen, kann das gefährlich werden.

    Ich sehe ehrlich gesagt gar kein â... bin verwirrt :thinking_face:

    Machst du mir mal einen Screenshot davon bitte?


    Aber grundsätzlich musst du, wie fink2 richtig sagt, bedenken, dass das Forum seit 2005 existiert. In den über 20 Jahren hat die Software wahnsinnige Schritte gemacht und vieles war auch nicht dauerhaft kompatibel. Es gibt auch seeeehr viele alte Links, die ins Nichts führen (weil früher Ameisenhaltung.de/forum, dann AmeisenCafe.de, jetzt Ameisenhaltung.de/cafe, schon diese interne Struktur ließ sich nicht aufrecht erhalten.

    Bei Mehlwürmern muss man beim Zerteilen aufpassen: Die Verdauungssäfte laufen dann gerne aus und schädigen das Gewebe (erkennbar an schwärzlicher/dunkler Verfärbung). Die Ameisen mögen das für gewöhnlich nicht gerne.

    Aber grundsätzlich würde ich da einfach - wie Bine sagt - Fruchtfliegen nehmen. Die sind leicht verwertbar und sehr gut portioniert alle 2 Tage.

    Hi Flottelasius

    Grundsätzlich sollen die Ränge eine Einschätzung geben, wie aktiv ein Nutzer ist und ggf. auch, wie erfahren. Zumindest in der Tendenz ist davon auszugehen, dass aktive, langjährige Mitglieder mit entsprechend hoher Bepunktung auch eine gewisse Erfahrung haben.

    Gerade die höchsten Ränge schalten sich daher auch nur nach sehr langer Aktivität frei. Wir haben nur sehr wenige Nutzer, die z.B. Wächter/in, Soldat/in oder Leibwächter/in der Königin errungen haben. Das waren alles Nutzer, die sehr viele Jahre dabei waren und damit auch ihren Teil für die Community geleistet haben. Der Sprung zwischen den obersten Rängen ist auch gewollt immens.

    Grundsätzlich gehen die Ränge nicht mit Belohnungen einher, sollen aber natürlich auch eine Art Dankeschön sein, mit dem man sich "zieren" kann. Für andere Nutzer ist so ersichtlich: Ich habe hier jemanden vor mir, der schon sehr aktiv war.

    Ein Sonderfall sind dann noch die Sondertitel "XY a.D", also z.B. "Moderator a.D. (außer Dienst)". So werden ehem. Teammitglieder bezeichnet, sofern sie es wünschen. Das Team hat ja seit Gründung 2005 (wir hatten tatsächlich 20-jähriges letztes Jahr!) schon einige Wechsel hinter sich. Es gab viele Höhen und Tiefen.


    Anbei findest du die Punktvergabe für diverse Aktivitäten, sowie die nötige Punktzahl für die Ränge. Die Team-Ränge haben keine Mindestpunktzahlen, da sie aus der Reihe fallen.



    Dazu ist anzumerken, dass das Team auch ein Auge darauf hat, ob jemand nur Beiträge erstellt, um Punkte zu bekommen. Doppelposts fügen wir zusammen, dann gehen auch die Punkte für den 2. Post verloren.

    Auch das massenhafte Posten von Einzeiler-Fragen/Antworten ohne großen Mehrwert/Inhalt (z.B. à la "Stimme Nutzer XY zu!)" ist grundsätzlich ein Punkt, wo wir irgendwann moderativ eingreifen, den Nutzer ermahnen und ggf. auch inhaltslose Beiträge löschen.


    Wir freuen uns, dass du wertvolles und aktives Mitglied dieser Community bist!

    Die legen schon sehr früh im Jahr, was wir Ameisenheger "Wintereier" nennen. Da kommen ausschließlich Geschlechtstiere raus. Oft auch im Wechsel pro Volk Jungköniginnen/Männchen. Die Temperatur scheint auch eine Rolle zu spielen.

    Die sind dann auch früh fertig. Die Schwarmflüge kenne ich selbst ab frühestens Ende April, eher Anfang/Mitte Mai bis in den Juni hinein. Die Sonnungen, wie Bine sagt, sind da der Schlüssel. Die Körperwärme wird so früh als möglich auch in tiefere Nestlagen verbracht und das ganz aktiv. Selbst die Königinnen sieht man in den ersten sonnigen Winterwochen manchmal außen auf dem Nest, oder wenigstens sehr oberflächennah. So kann das Geschäft viel früher los gehen. Waldameisen sind da sehr speziell und hoch entwickelt.

    Erst nach den Wintereiern geht´s dann in den Modus, dass aus den Eiern nur noch Arbeiterinnen produziert werden. Nennt sich dann "Sommerei".

    Die Sonnungen sind auch unser Schlüssel für erfolgreiche Umsiedlungen. Da die Königinnen eben nicht tief im Erdboden sitzen, sondern man sie oben mit absammeln kann. Daher gibt´s mittlerweile oft Auflagen, dass die Umsiedlungen bis Mitte Mai fertig sein müssen.