Posts by ice_trey

    Manica rubida, wunderschöne einheimische Art. Leider recht selten und schwierig in der Gründung (nimmt keine Reagenzgläser an!). Und tatsächlich ist mir meine einzige Gyne bisher (gerettet aus einem Biergarten, wäre fast zertrampelt worden) aus der Farm abgehauen - war ein winziger Schlitz im Deckel, der lag nicht 100% auf. Das war´s dann mit der Haltung dieser Art...

    Dolichoderus quadripunctatus ist auch eine sehr hübsche Art und ausgewachsen bilden die unheimlich lange Ameisenstraßen. Leider fällt die Zeichnung kaum auf, weil die Ameisen so winzig sind. Aber schaut euch die hübsche Arbeiterin an:


    603-dolichoderus-quadripunctatus-001-sharpenai-standard-jpg


    Beeindruckend finde ich auch die Kolonien von (Dendro)Lasius fuliginosus. Gründung der Art ist aber kaum gelungen... und der spezifische Geruch (v.a. nach Dendrolasin, hat seinen Namen von der Ameise!) ist echt nicht ohne.

    Ja verstehe ich alles soweit. Ich stelle mir nur immer vor, dass diese Schlauch-Konstruktionen so viel Platz verbrauchen und nicht so dolle aussehen. Deswegen meine Suche nach einer Art All-In-One. Ytong fand ich sehr ansprechend und einfach zu bearbeiten/anzupassen.

    Da sieht so eine Lösung, wie du sie nun in deinem letzten Post hast doch ganz gut aus. Die Arena ist in dem Fall auch erweiterbar (siehe Anschlussloch). Ich denke so eine Lösung wie im ersten Post kann man vielleicht einer sehr klein bleibenden Gattung wie Temnothorax anbieten, aber für Lasius niger... eher ungeeignet.

    Acrylglas hat ein paar Nachteile: Es verkratzt leider mEn sehr schnell und bei feuchten Settings kann es sich auch stark verziehen. Das ist vor allem bei den Deckeln dann das Problem - die sitzen dann gerne mal nicht mehr dicht auf. Aber auch die Abdeckung des Ytongs kann leiden und mit der Zeit lückenhaft werden.

    Wenn man sich die Mühe macht, sich selbst was zusammen zu bauen, würde ich immer richtiges (Float)Glas empfehlen. Da passiert sowas nicht. Man kann sich sicher für den Aquarien-/Terrarienbau da auch was zusammen schneiden lassen oder man frägt mal beim lokalen Glaser nach, ob er ggf. ein paar Reste für günstiges Geld zusammenschneiden kann.

    Effektiv kann man aber Acryl mEn genauso silikonieren wie normales Glas. Man muss halt sauber arbeiten, dann ist es auch gut aussehend.


    Würdest du bitte für die beiden Bilder im ersten Post noch eine Quellenangabe liefern? Da diese nicht von dir stammen, du also nicht der Bildurheber bist, muss man diese kennzeichnen. Sprich: Name und Link, woher diese stammen. Ansonsten muss ich sie leider löschen.

    Beim Bild vom Antstore habe ich die Quellenangabe eingefügt.

    -> Bitte bei Bildern, die man sich aus dem Internet zieht immer eine Quellenangabe mitliefern, am besten mit Link zum Originalfoto, ist sonst illegal.

    Hm, verstehe. Wenn der Keller so kalt wird, also Minusgrade hat, ist er für eine Überwinterung leider nicht geeignet. Der Platz für die Überwinterung sollte immer frostfrei sein, minimal 0°C erreichen, besser natürlich irgendwas zwischen 5-10°C.
    Zudem ist das auch in der Hinsicht problematisch, als dass so ein Keller dann natürlich auch deutlich länger braucht, wieder warm zu werden, denn er hat eine Pufferwirkung.

    Die Kolonie ist dann vermutlich doch erfroren, wenn sie solchen starken Minusgraden längere Zeit ausgesetzt waren. Schade, wäre vermeidbar gewesen.

    Und dein aktueller Aufbau? RG-Nest mit Miniarena? Den semiclaustralen Arten sollte man ein wenig Auslauf anbieten.


    Die Art ist sicher etwas speziell und schwierig, dazu gleich mehr.

    So oder so: Nur mit Kohlenhydraten läuft die Eiproduktion natürlich nicht an, da fehlen Eiweiße, um die Eier auszubilden. Die Art gilt als stark zoophag, würde da also fast ausschließlich Futterinsekten anbieten. Zudem, laut Seifert 2018, bilden sich die Kolonien nur sehr sehr langsam aus. Es braucht wohl stattliche 3-4 Jahre, bis man überhaupt mal ein Dutzend Arbeiterinnen hat bei normaler Kolonieentwicklung. Vermutlich brauchen auch die Ovarien der Gyne etwas, um sich überhaupt gut zu entwickeln/zu reifen. Im Mittel hatten untersuchte Kolonien ganze 29-42 Arbeiterinnen, je nach Königinnentyp (ohne ein Fass dazu aufzumachen, es gibt bei der Art verschiedene Typen von Königin). Die Kolonien bleiben also auch sehr klein.


    Jetzt ginge es darum, die Eiproduktion anzukurbeln: Man muss sie dazu bringen, Proteine zu nehmen. Und verdammt viel Geduld mitbringen. Kohlenhydratzufuhr auf ein Minimum zurückfahren, damit sie sich nicht ständig damit vollfrisst. Dann mit verschiedenen Proteinen experimentieren. Ggf. auch mal eine flugunfähige Fruchtfliege lebend zur Gyne rein geben, damit sie überhaupt einen Jagdreiz bekommt.

    Vielleicht hilft es auch, die Gyne nicht so steril zu halten. Da die eine Reihe Kleinstlebewesen bejagen - selbst Milben - könnte ich mir vorstellen, dass man die Bejagung fördern kann, indem man solche Tiere anbietet. Das kann man z.B. versuchen, indem man (noch ist es wegen Winter etwas zu früh), einfach mal eine gute Handvoll halbfeuchte Laubstreu und oberen Bodengrund in die Arena gibt. An einem warmen Sonnentag, wenn die Sonne drauf scheint bietet sich das Sammeln an. In so feuchtem Laub tummeln sich meist einige Verwerter, Milben, Springschwänze, winzige Käfer, kleine Hundertfüßer, alles was man sich vorstellen kann.


    Oder aber, wie du sagst, du entlässt sie im Frühling in die Freiheit, am besten genau dort, wo du sie eingesammelt hast. Effektiv ist die Art sicher ein Geduldsspiel.

    Wie schaut´s aus mit der Fütterung? Hat sie Außenaktivität gezeigt? Was nimmt sie an Nahrung an, hat sie Interesse gezeigt?

    Semiclaustrale Gründung ist nicht ganz easy, aber man muss es einfach probieren, indem man stetig Nahrung anbietet und den Auslauf auch anbietet, damit die Gyne ihr natürliches Verhalten (Nest verlassen, Nahrung sammeln) ausleben kann.

    Bei so kleinen Königinnen sind Fruchtfliegen oft sehr gut, da leicht transportabel und zu verwerten. Ansonsten tut es aber auch jedes andere Kleinzeugs. Als Faustregel: Je größer das Futtertier, desto schwieriger für die Gyne an die Muskulatur zu kommen, um die es meist geht.

    Wie wurde die Kolonie denn überwintert, Standort, durchschnittliche Temperatur?

    Eigentlich können heimische Temnothorax-Arten temporäre Minusgrade sehr gut überstehen - in ihrem natürlichen Nest, einer Eichel z.B., haben sie auch nur eine sehr schwache Isolation.

    Gab´s ausreichend Wasser zur Verfügung? Wie oft hast du kontrolliert?

    Auch das eine typische Einsteiger-Sorge: "Meine Kolonie tut ja nichts, ist da was im Argen?"


    Definitiv ein normales Verhalten. Kleine Kolonien halten sich sehr stark zurück. Sind Sozialmagen und/oder Vorratskammern gut gefüllt, gibt es keinen großartigen Anlass, das Nest zu verlassen. Der Grund ist ganz einfach: Die Kolonien wissen nicht, dass sie in vollkommener Sicherheit in Gefangenschaft leben. In der Natur hätten sie jedoch zahlreiche Gefahren zu befürchten, z.B. Fressfeinde, Witterung, menschliche Aktivitäten, v.a. aber auch andere Ameisenvölker als Konkurrenz.

    Kleine Kolonien geben sich daher sehr bedeckt und verlassen das Nest nur, wenn nötig. Sie haben auch nicht die Kapazitäten, ein größeres Territorium zu verteidigen, also beschränkt sich das erstmal auf den Nestbereich +- die direkt angrenzende Umgebung. All das kommt erst mit wachsender Volksstärke - je größer die Kolonie, desto höher der Nahrungs- und damit instinktiv auch Territorialbedarf. Das wird dann auch entsprechend ausgelebt mit entsprechendem Kundschaften/Fouragieren und Territorialverhalten.

    Ja, Ameisenhaltung kann auch sehr langweilig sein :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Aber dafür ist das Erfolgsgefühl sehr gut, wenn man sieht, wie die Kolonie wächst und gedeiht und dann eben auch die Aktivität zeigt.

    Sieht soweit gut aus, würde ich sagen. Nestteil ist mit den zwei Farmen natürlich für die Starterkolonie etwas überdimensioniert, aber effektiv ist es auch nicht schädlich oder so. Grundsätzlich bin ich da aber auch bei Bine - das RG gibt einem erstmal ein gutes Handling. Und man kann dieses auch einfach an den Schlauch zur Arena anschließen und die Farmen für später bereit halten (ggf. irgendwas als Stutzen verwenden, falls das RG zu groß/klein ist: Ich hab z.B. solche Schläuche in verschiedenen Größen da, ineinander gesteckt kann man da also in größere, wie auch kleinere Öffnungen reinkommen. Gibt´s in jedem Baumarkt in der Gartenteichabteilung). Später, wenn die Kolonie etwas gewachsen ist, kann man dann die Farm "zwischenschalten". Das Problem mit Farmen ist, dass diese nicht so leicht zu handhaben sind. Es schimmelt schnell wegen Futterresten, die Feuchtigkeit zu regulieren ist auch nicht so ganz einfach. Beim RG kann man schnell eingreifen und da können auch problemlos einige Dutzend Arbeiterinnen usw. drin leben.

    Wie ich sehe hast du die Arena aufgebockt, damit keine Stauwärme entsteht - das ist gut. Pflanzen sind auch keine drin, auch gut (Insektizide!), da muss man echt aufpassen. Susbtrat ist nur niedrig und trocken, auch gut (weil Messor barbarus wirklich gerne alles umgraben). Wasserquelle ist da und du sagst ja auch: Kein Lichteinfall mehr ins Nest, top, finde ich sehr gut. Wie schon gesagt wurde, Pappendeckel drüber, das ist easy und macht es ganz dunkel. Die roten Folien lassen rein Restlicht durch, aber man vermeidet halt Panik bei plötzlichem Lichteinfall (ich schreib´s nur nochmal für Mitleser, du weißt es).

    • Wirst du die Farmen (teilweise) beheizen? Falls ja, immer nur einen Teil heizen und Fluchtwege offen lassen. Gerade bei Fehlfunktionen (Überheizen) können die Ameisen sonst nur noch geröstet werden, kein Entkommen. Ist mir leider schon mit einer Crematogaster scutellaris passiert mit einer eigentlich lumpigen 3 Watt Heizmatte, die überhitzt ist
    • Welches Futter wirst du anbieten? Denk dran, dass kleine Kolonien die Samen/Körner zwar brav sammeln werden, aber oft gar nicht die Schalen knacken können. Typischer Einsteigerfehler, man denkt die sind klasse versorgt, aber im Grunde verhungern sie. Also immer vorknacken bis erste Major-Arbeiterinnen da sind. Kann man einfach zerdrücken auf einem Brett o.Ä. - die Ameisen sammeln auch das Innere und können das dann auch verwerten. Anbieten kann man da alles Mögliche, geschälte Sonnenblume ist mEn sehr beliebt, aber auch spezielle Sachen wie Saatgut für Gemüse (Brokkoli, Kohl usw.), im Sommer kann man super selbst sammeln (Löwenzahn, Distel, etc. gibt´s zuhauf)
    • Insekten sind optional, fördern das Brutwachstum durchaus spürbar. Aber man kann die wirklich auch problemlos vegan ernähren, die Proteine aus Pflanzen sind ausreichend

    Im diesem Jahr sollte deine kleine Kolonie bei guter Pflege durchaus irgendwo bei 50-100 Arbeiterinnen landen können. Wir begleiten das gerne!

    Sollten sich dicke Tropfen bilden, wäre das problematischer. Aber so ein Hauch Kondenswasser ist egal (Erdboden ist ja auch feucht). Falls alle Stricke reißen, kann man z.B. mit einem Wattestäbchen vorsichtig überschüssige Feuchtigkeit entnehmen.

    Aber wie du sagst: Besser lässt man die Gyne nun in Ruhe, so gut es geht.


    Wir drücken die Daumen! :thumbup1::thumbup1::thumbup1:

    In Berlin sitzt natürlich auch der Eigentümer der Plattform hier, der Antstore. Die haben einigen Showroom zur Verfügung mit ganz verschiedenen Arten und Haltungsformen. Lohnt sich vielleicht auch, da mal zu fragen. Oder ggf. kann der Martin Sebesta wenigstens jemanden vermitteln, ist auch ganz gut vernetzt.

    Hi Xmeise,

    ich hole mal ein bisschen aus:

    Lehren wie Wünschelruten, Wasseradern und “Energiepunkte” sind zwar recht weit verbreitet, aber haben keine wissenschaftliche Basis. Es gab sowohl bzgl. Wünschelrutengängerei, als auch bzgl. Tierreaktionen schon diverse kontrollierte Tests - aber nie konnte zuverlässig nachgewiesen werden, dass da was dran ist. Wünschelrutengänger hatten also z.B. bei begleiteten Tests nur Zufallstreffer, konnten also nie wirklich gezielt Wasserquellen auffinden. Wäre was dran, hätten sie aber einen Großteil der versteckten Wasserquellen finden müssen.


    Was stimmt: Katzen, Hunde oder Ameisen reagieren auf Umweltfaktoren und nehmen das auch sehr viel stärker wahr, als wir – Gerüche, Vibrationen, Temperatur, Feuchtigkeit, sogar Magnetfelder in sehr geringem Umfang können das sein. Auch Erdbeben sollen von vielen Tieren "vorhersehbar" sein - das liegt daran, dass sie ggf. Schockwellen schon einige Minuten früher spüren, als wir. Also nichts esoterisches, sondern einfach eine Wahrnehmungssache.

    Bei div. Vögeln ist ein Magnetsinn hingegen nachgewiesen, gerade Zugvögel haben einen sehr starken, inneren Kompass. Auch das ist für uns Menschen fast schon magisch - denn wir haben sowas nicht und können uns daher auch nicht am Magnetfeld der Erde orientieren.

    Viele Ameisen können z.B. polarisiertes Licht wahrnehmen - das können wir Menschen ebenfalls nicht. Effektiv führt das dazu, dass auch bei bedecktem Himmel immer wissen, wo die Sonne ist (anhand der Schwingungsrichtung des Lichts), sich also nach dem Sonnenstand auch orientieren können. Für uns Menschen ist schon allein schwer vorstellbar, wie polarisiertes Licht überhaupt aussieht, es ist auch mEn sehr schwer zu vermitteln, wie das funktioniert.

    Solche Sachen sind aber wissenschaftlich fundiert und v.a. auch in Studien/Tests etc. reproduzierbar.


    Die Erzählung mit dem Ameisenhaufen vor dem Hausbau gehört also in den Bereich Volksglauben: Ameisen siedeln sich je nach genetischen Vorlieben bzgl. Nahrungsquellen, Feuchtigkeit, Temperatur, Bodenbeschaffenheit, etc. pp., ggf. auch Störungen oder Konkurrenz in gewissen Habitaten an – nicht wegen sog. geomantischer Punkte. Dafür sind Ameisenhügel auch viel zu häufig. Wenn man genau sucht, wird man oft feststellen, dass häufig alle paar Meter, teils auch nur wenige dutzend Zentimeter voneinander ein Ameisennest ist. Das widerspricht aber solch einer "Lehre" von besonderen Energieknoten oder Linien ziemlich, weil die ja was Besonderes sein sollen. Dann müssten aber weitläufig Gebiete "steril" sein, also keine Ameisennester haben. Sind sie aber nicht, die Nester sind quasi überall.


    Vor einem Hausbau habe man ganz früher erst einen Ameisenhaufen platziert. Sind die Ameisen verschwunden, konnte das Haus dort gebaut werden.

    Dazu zu guter Letzt aus meiner Erfahrung als Ameisenheger:

    Wir Ameisenheger erleben es z.B. häufiger, dass ein ausgesuchter Standort für eine Umsiedlung verlassen wird und die Ameisen einige Meter, manchmal auch Dutzende Meter weiter ziehen. Schaut man dann genauer, findet man oft gravierende Unterschiede - z.B. ist es am neuen Neststandort sonniger/schattiger oder es sind andere Bäume vor Ort (und damit ggf. passendere Lauskolonien u.ä.). Die Ameisen passen sich einfach an, damit sie effizient sein und überleben können. Als Mensch ist es oft schwierig, einen 100% passenden Standort zu finden (oder der ist schon besetzt).

    Wenn du also einfach ein Ameisennest irgendwo aufsammelst und wahllos irgendwo wieder hinwirfst (in dem Fall dort, wo das Haus entstehen soll), dann brauchst du dich nicht wundern, wenn die Ameisen wegziehen - oder eben auch nicht. Siehe oben: Passen die Bedingungen zufällig, dann bleiben sie und bauen ein neues Nest auf. Passen sie nicht, ziehen sie nach wenigen Tagen weg, sobald Kundschafterinnen einen besseren Platz gefunden haben. Das hat nichts mit Energien zu tun, sondern damit, dass das Habitat nicht passt, ist also ökologisch zu 100% erklärbar.

    Artikel zu einer neuen Studie, wie sozialparasitäre Lasius umbratus und Lasius orientalis Königinnen die Arbeiterinnen der Wirtskolonie zum Mord an ihrer eigenen Königin anstacheln. Bisher ist man davon ausgegangen, dass die parasitären Königinnen selbst die Wirsköniginnen töten. Das scheint nicht immer der Fall zu sein.

    Ameisen führen chemischen Krieg: Anstiftung die Königin zu töten
    Forscher berichten über parasitäre Ameisenköniginnen, die mit chemischen Mitteln Arbeiterinnen in fremden Kolonien manipulieren.
    www.sueddeutsche.de

    Original Studie: https://www.cell.com/current-biolog…Fshowall%3Dtrue

    Ein Video zum Thema: https://archive.iii.kyushu-u.ac.jp/public/SFZowgQ…Q2AYVm3iQcFD_uE

    Ich habe neulich gelesen, dass ein paar Leute Samen/Körner für ihre Ameisen schreddern. Würde das funktionieren?

    Ist ja im Prinzip das Selbe. Man öffnet und zerstört die Körner zu einem gewissen Grad.

    Ich würde das aber nur mit den Menge machen, die auch akut gebraucht werden. Die Schale ist schließlich ein Schutzfaktor - Keime/Schimmel etc. kann so schwer ins Innere kommen. Wenn man nun aber die Ware schreddert und dann so lagert, ist dem nicht mehr so. Zudem oxidieren Nährstoffe dann teilweise, v.a. Vitamine.

    Ob du das Zeug nun zerquetscht, mit einem Hammer zerhaust oder im Mixer klein schredderst spielt aber keine Rolle.

    ice_trey: Du schreibst, dass im RG ein Austausch der Körner alle 1-2 Monate sinnvoll ist. Darf ich das so verstehen, dass du auch die Körner IM RG austauschst? Also die gesammelten Körner ausleerst und diese weg machst? Ist das nicht Stress Pur für die Königin und die Arbeiterinnen? Wie geschrieben, habe ich das RG seit ich es in die Arena gelegt habe, eigentlich nicht mehr angefasst.

    Wenn die Ameisen auch im Winter den Zugang zur Arena haben, dann bringen sie den Müll (aka gammelige Körner und tote Tiere) selbst raus. Sofern es nicht zu kalt ist, wie oben geschildert und sie eine gewisse Aktivität zeigen. Wenn du also so handelst, überlass es den Ameisen, die "Frische" ihrer Vorräte zu bewerten und ggf. zu entsorgen, ganz klar.

    Wenn man aber das RG entnimmt und ohne Arena überwintert (z.B., wenn aus Platzgründen o.Ä. nicht das ganze Formicarium in einen kalten Raum ziehen kann, was bei vielen Haltern der Fall ist), würde ich persönlich die Vorräte regelmäßig prüfen und tatsächlich auch Gammelkram raus nehmen. Manchmal sieht man sogar eine räumliche Trennung zwischen "Frischware" und Kram, den die Ameisen nahe des Ausgangs abgelagert haben, sofern der Platz im RG dafür vorhanden ist.

    In einem geschlossenen, feuchten System schimmelt das leider auch bei niedrigen Temperaturen sonst irgendwann oder es keim sogar. Da die Wahrnehmung der Ameisen in der WR reduziert ist, hält sich der Stress bei einer Entfernung in Grenzen. Effektiv dauert das vielleicht ein, zwei Minuten. In der Saison wäre sowas quasi fast unmöglich durchzuführen, weil du sofort wütende Ameisen hast. Aber im Winter sind sie teils schon sehr träge, ist ja auch Sinn und Zweck der WR.

    -> Alter Kram mit einer Pinzette raus, bisschen neuen als Ersatz rein, fertig. Bis die Ameisen überhaupt aus ihrer Trägheit raus kommen, bist du schon fertig, wenn es gut läuft.

    Aber wie gesagt, bei dir stellt sich das ggf. anders dar, weil der Zugang zur Arena auch im Winter gewährleistet ist.


    Auf jetzt, da ich sie im Inkubator habe zur kontrollierten Temp Reduktion, weiss ich nicht wie es ihnen geht da ich die Abdeckung so wenig wie möglich wegnehme. Ist das falsch? Ich frage, da ich letztens an einer Terraristikbörse war und dort waren auch RG mit Ameisen drin. Licht, Lärm und Erschütterungen hatten die überhaupt nicht interessiert... Keine Nervosität zu sehen.

    Im Inkubator, krass, auch cool. Wie geht´s dann weiter?

    Ihnen Ruhe zu lassen ist nie falsch. Zu den Tieren auf der Terraristikbörse: Ich nehme an, die lagen unabgedeckt zur Anschauung herum? Auch Ameisen gewöhnen sich an Licht, Lärm, Erschütterungen - kein Organismus kann im Daueralarmzustand existieren.

    Effektiv ist das aber mMn auf Dauer nicht angeraten. v.a. die Haltung an Licht ist für mich einfach super unnatürlich und ich schätze, auch schädlich. Keine Ameise da draußen würde freiwillig am Licht leben - alle Ameisen haben innenliegende, mehr oder weniger dunkle Nester (und wenn es nur der Stängel einer Pflanze ist).

    Aber gewisse Faktoren haben auch Kolonien in der Natur - denk mal an Nester an Bahngleisen/Straßen etc.; da sind natürlich Erschütterungen ohne Ende. Da die Tiere sich aber sehr viel freier bewegen können und z.B. Nester in die Tiefe graben können, gibt´s auch dort Möglichkeiten zur "Dämpfung". Die sind in der Haltung eher nicht vorhanden.


    Meine Kolonie bewegt sich ausserordentlich wenig ausserhalb des RG... Vor allem seit ich es auf den Tip von Bine hin zur Stressreduktion abgedeckt habe. Die hocken momentan fast regungslos im RG zusammen an der Watte bei der Königin und bin erst auf 20 Grad runter...

    Messor barbarus wird ein endogener Rythmus nachgesagt, sprich: temperaturunabhängig starten die in die Winterruhe, wenn es ihnen passt. Ist also ein normales Verhalten, dass zu der Jahreszeit die Aktivitäten stark zurückgefahren werden, Eiablage beendet wird, die letzten Puppen schlüpfen. Larven verpuppen sich nicht mehr, sondern entwässern sich (schrumpeln etwas zusammen, sehen also "magerer" aus). Also alles normal.

    Ich ergänze: Meine Aussage ist subjektiv, eigene Erfahrungen. Bei mir waren die (südeuropäischen, nicht afrikanischen!) Messoren bei ca. 15°C allerdings oft fast so aktiv, wie außerhalb der WR, haben die Watte der RGs bearbeitet, um raus zu kommen etc.pp. und das mitten im tiefsten Winter; Erschien mir daher wenig zweckdienlich, es soll ja eine Ruhe sein, damit die Kolonie mal runter kommt.

    Daher hatte ich sie bei eher 8-10°C, manchmal 12°C, wobei sie auch temporär unter 5°C komplett unbeschadet überstanden haben (Treppenhaus bei knapp -20°C Außentemperaturen, daher war es so kalt dort. Würde ich nun auch nicht dauerhaft anraten). Ich habe den Passus in meinem vorherigen Post etwas abgewandelt, damit das klarer ist und niemand denkt, 5°C wären super.

    Verluste gab es da tatsächlich nie oder anderweitige Randerscheinungen. Typisch für viele Messor recht explosives Wachstum im jeweiligen Folgejahr.

    Effektiv denke ich, muss man da einfach ein bisschen ein Gespür für die Kolonie haben - sind sie wie tot/Kältestarre: zu niedrig. Wollen sie ständig außerhalb des Nests fouragieren gehen: zu warm.

    Aber Danke, Bine, ich werde meine Aussagen dazu zukünftig gewählter formulieren, da wohl die meisten Shops die 15°C angeben, hast du Recht. Vielleicht als mein Fazit, dass man da keine Angst haben muss, wenn man deutlich drunter rutscht. Die WR und zugehörige Temperatur verunsichert viele Halter ja wahnsinnig.

    Hi mspu: Verständlich, dass das Frust schafft.

    Probier mal ungeschälte/ungesalzene Sonnenblumenkerne. Bei meinen Messor waren die immer der Renner und auch leicht zu bearbeiten, da ziemlich weich. Zudem kostet eine 500g Packung in Bio-Qualität satte 1,79€ im Discounter/Drogeriemarkt. Da kann natürlich der Ameisenshop einpacken.

    Alle anderen, hartschaligen Samen/Körner vor der Fütterung zerquetschen/vorknacken, damit das für kleine Kolonien überhaupt sinnvoll verwertbar ist. Die tragen zwar alles brav ins Nest, aber da liegt es dann halt und die Ameisen können gar nicht an das schmackhafte Innere kommen.


    Fütterung WR: Die tragen die Vorräte ja v.a. für den Winter ein. Da bei Messor eine Insektenfütterung komplett optional ist, reicht eigentlich die Gabe von Körnern/Samen. Zudem ist der Proteinbedarf in der WR ohnehin marginal - die Eiproduktion ruht, die Larven fressen nichts...

    Kleine Kolonien brauchen auch entsprechend qualitatives Futter (also alles was gammelt muss raus/ersetzt werden). Größere Kolonien zerkauen die Samen teilweise hingegen zum "Ameisenbrot", diese Masse ist ziemlich lange haltbar und weich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man sieht, dass das Zeug gammelt, schimmelt oder keimt, muss Ersatz her. Es bietet sich im RG ein Austausch 1x alle 1-2 Monate an, mEn, je nach Bedarf. Da gerade bei kleinen Kolonien das Vorknacken von Samen/Körnern sehr sinnvoll ist, ist die Haltbarkeit der geöffneten Körner/Samen leider ohnehin eingeschränkt, v.a. in einem feuchten RG.

    Grundsätzlich sollten die Ameisen recht inaktiv sein in der WR - die Temperaturen, die manchmal zu lesen sind, sind mEn viel zu hoch, sie sollten irgendwo zwischen min. 5- eher 10°C liegen (15°C sind mEn hingegen zu viel, da herrscht ggf. einige Aktivität). In jedem Fall frostfrei. Einheimische Arten packen das oft eine Zeit, aber die Südeuropäer naturgemäß eher weniger.


    Effektiv wird sich an dem Zustand aktuell über die WR nichts ändern, aber ggf. können wir bis dahin die Voraussetzungen schaffen, dass die Kolonie ab nächstem Frühjahr durchstarten kann.

    Aber es gibt halt keinen trockenen bereich.

    Sollte es aber geben im Nest - verschiedene Zonen. Sonst wird dir die Nahrung immer wieder keimen bzw. irgendwann ist Schimmel Tür und Tor geöffnet.

    Um die Keimung zu verhindern, kann man allerdings die Körner/Samen einfach zerquetschen. Der Keimling wird dadurch zerstört. Kleine Messor-Kolonien tun sich ohnehin wahnsinnig schwer (oder schaffen es gar nicht) die Körner zu knacken. Daher sollte man da eigentlich die Samen/Körner immer vorknacken, damit sie die überhaupt sinnvoll verwerten können. Bringt ja nichts, wenn die ihr Nest mit Nahrung vollstopfen, aber sie gar nicht fressen können.

    Ich würde da ehrlich gesagt kurz vor der Winterruhe noch füttern. Da reicht aber auch ein halber, geschälter Sonnenblumenkern. Paar Tage rein legen und dann über die WR wieder entfernen (schimmelt sonst ggf.)

    Claustrale Gründung ist vollkommen korrekt - aber wenn in der Natur ein paar von denen verhungern interessiert das niemanden. Uns Halter aber schon. Daher würde ich auf Nummer sicher gehen bei dem langen Zeitraum. Die Gyne muss ja auch noch gründen nächstes Jahr. Da ist es vielleicht nicht verkehrt, wenn sie nicht komplett ausgehungert ist.

    Winterruhe ab ca. November einleiten und etwa im Februar beenden.

    Ich würde den Fall an deiner Stelle mal an die Ameisenschutzwarte Hessen vorstellen. Ggf. kann dir jemand vor Ort zur Hand gehen: https://www.ameisenschutzwarte.de/ameisenschutzwarte/asw-hessen

    Alternativ, wenn du sehr "grenznah" lebst auch die ASW Baden-Württemberg: https://www.ameisenschutzwarte.de/ameisenschutzw…en-wuerttemberg

    Zwar ist der Aufgabenbereich der ASW v.a. auf Waldameisen bezogen, aber fragen kostet nichts. Da wir hier aus der Ferne nur begrenzt helfen können, wäre das vielleicht ein weiterer Ansatz.

    Also effektiv ist das von außen schwierig zu beurteilen. Sorry also, dass ich etwas vage bleiben muss. Danke aber für dein Lob, btw, freut uns!

    Wir haben natürlich deine Beschreibung der Situation - ist aber natürlich was anderes, als vor Ort zu sein. Ggf. ein paar Fotos würden noch helfen, die Situation besser einzuschätzen. Die gute Nachricht: Camponotus fallax bildet nur recht kleine Kolonien, das Schadpotential ist begrenzt. Kein Grund in Panik zu verfallen (wirkt auch nicht so bei dir, ich sage es für etwaige Mitleser :winking_face:)


    Ganz allgemein ergeben sich ein paar Probleme: Du kennst die Neststruktur im Inneren nicht, wir auch nicht. Wahrscheinlich hocken sie im besagten Dämmmaterial, das wäre recht klassisch (und auch nicht das erste Mal bei der Art, dass wir das sehen). Styropor ist (im Gegensatz zu z.B. Holz) für solche Ameisen auch kein Hindernis. Mörtel ist frisch und neu auch kaum bearbeitbar, aber wenn er natürlich altersbedingt schon etwas porös geworden ist, können Ameisen den stückweise abtragen (daher auch die Ausgänge). Marode Baustruktur = Einfalltor für Ameisen. Lässt sich nicht verhindern, Häuser altern eben und sind kein steriler, geschlossener Bunker.

    Zweitens: Ameisen suchen ihre Nester im Normalfall gerne nach ihren Bedürfnissen aus. Oh, da können wir Halter viele Lieder von singen - wir bauen ihnen die tollsten Nester und sie ziehen gar nicht aus dem Reagenzglas aus oder stattdessen in einen Verbindungsschlauch. Worauf ich hinaus will: Das schmackhaft machen ist oft nicht so einfach. Der instinktive Gedanke "Mit Futter kann ich sie locken" zieht nicht, denn das beziehen Ameisen in den meisten Fällen von außerhalb des Nests - und sie ziehen das Nest auch nicht zu einer Futterquelle um, sondern laufen einfach hin, wie es ihnen passt. Daher bleiben eben nur Faktoren wie Temperatur usw. - die am Haus ggf. nicht so durchschlagen, wie wir es in der Haltung steuern können. Stell dir z.B. vor, das Nest ist schon an einer Warmwasserleitung... warum also von dort wegziehen?

    Ich verstehe das Problem, dass du ungerne deine Wand aufschlagen willst. Weiß ja auch keiner, ob das Nest wirklich dahinter liegt. Es kann auch sein, dass das wo ganz woanders liegt (das kann meterweit entfernt sein, wir hatten auch Fälle bei der Art, bei der nicht klar wurde, ob das Nest überhaupt IM Haus ist). Kann also sein, dass die Ameisen nur Laufwege durch die löchrige Fassade erschlossen haben. Ich würde da nach Möglichkeit zu gegebener Zeit eine Probebohrung machen. Da kann man in begrenztem Rahmen und leicht reparierbar mal rein schauen (am besten dort, wo eh die Ausgänge sind). Es gibt fürs Handy Endoskopkameras, da kann man dann auch mal ein wenig in die Wand schauen. Wenn Ameisen panisch und verteidigungsbereit rausströmen -> Nest ist nahe. Kommt gar nix -> muss woanders sein.


    Ich wunder mich, dass diese doch eigentlich schreckhaften Tierchen nicht schon längst durch Geräusche der Klospülung + -deckelklappern usw. weitergezoge sind. Trotz allem müssen sie sich dort wohl pudelwohl fühlen...

    Das interessiert die nicht. Draußen müssen die mit viel mehr zurande kommen. Denk nur mal an Ameisennester am Straßenrand oder an Bahngleisen. Camponotus fallax ist zwar scheu, aber grundsätzlich haben sie ja 98% ihrer Zeit dort ihre Ruhe. Das paar Mal Spülen usw. fällt da kaum ins Gewicht.


    Zum Ersatznest: Einen Versuch ist es natürlich wert. Falls die Temperaturen (gerne eben etwas höher, wie von dir beschrieben) und Luftfeuchtigkeit passen, dann wandern sie vielleicht in das gemachte Nest. Ich würde das aber wegen der Winterruhe auf nächstes Jahr vertagen, außer du hast den Eindruck, die bleiben den ganzen Winter über aktiv. Effektiv sollte das bei den einheimischen Camponotus-Arten nicht der Fall sein (endogener Rhythmus, temperaturunabhängig). Sprich: Die werden wenig Antrieb haben aktuell.


    Wie ordnet Camponotus fallax Gänge und Kammern? Wie werden Zugänge integriert, direkt am Ende eines Hauptgangs, verbunden mit einer Wächterkammer? Sollte es einen Notausgang geben? Oder ist das alles garnicht so wichtig? Ich habe künstliche Nester gesehen, die schienen mir eher beliebig aufgeteilt.

    Jedes Nest ist anders (allgemein über Ameisen gesprochen), sogar innerhalb der Arten findet man von domartigen Hügeln bis zu superflachen Nestern unter Steinplatten quasi alles Mögliche.

    Wir bauen in der Haltung Kammern/Gänge meist viiiiiel zu groß (weil wir dann besser unsere Schützlinge sehen können). In Natura sind die die sehr viel kleiner. Aber auch in der Natur ist jedes Nest anders - die Ameisen bauen einfach gerne an Material entlang (z.B. Steine, Wurzeln), das gibt auch Stabilität. Zudem ist Nesttiefe usw. natürlich auch abhängig vom Erdboden und Volksstärke. Anfangs sind sie meist sehr flach oder ist einfach nur eine einzelne Kammern unter einem Stein, irgendwann hast du ein Kammersystem, das auch mal 1m im Erdboden steckt oder sogar tiefer. Und das ist dann eben auch extrem verzweigt. Ich habe als Ameisenheger schon Waldameisennester im Kompost gesehen (und umgesiedelt). Das hat mit einem Waldameisenhügel also quasi gar nichts mehr zu tun - aber ist schön warm da drin, wegen der Verrottung.

    Bei Camponotus fallax ist es etwas spezieller: Die sind arboricol. Also eigentlich baumbewohnend. Nun das Problem: Es geht hier um alten Baumbestand. Genau wie bei z.B. Hornissen (Dunkelbrüter in Baumhöhlen): Sowas gibt es aber so gut wie nicht mehr da draußen. Daher bleibt dann eben nur noch irgendwas menschengemachtes, das dem irgendwie halbwegs nahe kommt. Also unsere Häuser... juhu, wir haben Gäste :smiling_face:

    Und wenn alle Stricke reißen, wird es eben Dämmmaterial. Kann man wenigstens leicht zerrupfen und Kammern formen. Hat mit Holz nicht viel zu tun, aber die Königinnen können bei der Gründung auch nicht super wählerisch sein, es geht auch darum, schnell Schutz zu finden und nicht tagelang umher zu irren. Und wie gesagt, an z.B. Warmwasserleitungen fühlen sich sogar exotische Arten bei uns ggf. wohl.


    Wenn man ihnen etwas schmackhaft machen will: Angeblich ist Eichenholz (alt! ggf. sogar etwas morsch) ziemlich beliebt, keinesfalls Nadelholz. Erdnester sollte man bei der Art gar nicht finden. Sprich: Wenn du ihnen ein Holznest bauen willst, dann orientiere dich grob nach recht kleinen Arten (hier beispielhaft Lasius niger), s.u. Du fräst einfach mehr oder weniger zufallsbasiert einige Kammern und Gänge aus. Mach es nicht zu riesig - die Kolonien bleiben wie gesagt recht klein. Oder du verbindest Kammern durch relativ lange Gänge (damit sie eher in sich geschlossene Systeme bilden). Ein Teil des Nests sollte feucht sein, einer Teil trocken. Auch Kork kann man sicher gut verwenden oder damit das Nest irgendwie ergänzen (ggf. an Ausgang 1 eine Nesthälfte Kork anschließen, an Ausgang zwei eine Holzhälfte). "Wächterkammern" o.Ä. gibt es in der Form nicht, spielen also keine Rolle. Die Ameisen nutzen die Kammern je nach Beschaffenheit, da geht es v.a. aber um Temperatur/Feuchtigkeit (z.B. Eier = kühler, feuchter, Larven/Puppen = wärmer/trockener). Das wird auch flexibel angepasst. Nahrung wird da gelagert, wo sie am wenigsten gammelt (und auch dort nicht allzu lange). Es gibt also keine Kammer direkt am Eingang, die dediziert Wachdiensten o.Ä. dient - öffnet man ein Ameisennest oberflächlich, fällt einem oft schon direkt Brut entgegen 1cm unter der Oberfläche.

    Kammern (beispielhaft)
    Länge: 2 - 5 cm
    Tiefe: 1,5 - 3 cm Höhe: 1 - 1,5 cm
    Gänge
    Höhe und Tiefe: 0,5 - 1,0 cm


    Mal noch eine Frage: Welcher Ort oder zumindest Bundesland? Vielleicht kann dich auch jemand von einer Ameisenschutzwarte unterstützen, falls vorhanden.


    Wenn die Umsiedlung nicht klappt: Kurzer Prozess: Wand öffnen und die Ameisen mittels Auffangbehälter einsaugen -> fachgerecht umsiedeln (oder in die Haltung nehmen, weil man sie schon so lieb gewonnen hat :winking_face:)