Posts by ice_trey

    Leider haben einige Ameisen den Winter nicht überlebt und auch ein Teil der Eier hat es nicht geschafft.

    Hi Turtle Ants, Danke für dein Update. Soweit so normal. Eier werden nicht mit überwintert. Wenn diese bei sinkenden Temperaturen sich nicht mehr zur Larve entwickeln konnten, werden sie für gewöhnlich gefressen. Nur die Larven haben einen Mechanismus zur Entwässerung, können daher auch niedrigen Temperaturen gut standhalten. Eier und Puppen können das nicht, werden also eigentlich nie mit überwintert.

    An der Fütterung liegt es definitiv nicht, deshalb vermute ich inzwischen, dass die Temperatur im Reagenzglas über lange Zeit einfach zu niedrig war und die Kolonie dadurch in ihrer Entwicklung gebremst wurde.

    Klingt so durch, dass die Temperatur zu niedrig war, wenn du nun auch eine deutlich andere Aktivität hast. Insofern alles richtig gemacht.

    Bei Beheizung bitte immer aufpassen, dass die Ameisen im Bedarfsfall der Wärmequelle noch gut entkommen können (der Ausgang des RGs also in einer kühlen Zone liegt bzw. nur der hintere Teil des RGs beheizt wird). Bei einer Fehlfunktion, Wärmestau oder anderweitiger Überhitzung können die Ameisen so noch in kühlere Flächen ausweichen und flüchten. Wenn sie aber rundherum beheizt werden oder zum Ausgang an der Heizung vorbei müssen, kann das gefährlich werden.

    Ich sehe ehrlich gesagt gar kein â... bin verwirrt :thinking_face:

    Machst du mir mal einen Screenshot davon bitte?


    Aber grundsätzlich musst du, wie fink2 richtig sagt, bedenken, dass das Forum seit 2005 existiert. In den über 20 Jahren hat die Software wahnsinnige Schritte gemacht und vieles war auch nicht dauerhaft kompatibel. Es gibt auch seeeehr viele alte Links, die ins Nichts führen (weil früher Ameisenhaltung.de/forum, dann AmeisenCafe.de, jetzt Ameisenhaltung.de/cafe, schon diese interne Struktur ließ sich nicht aufrecht erhalten.

    Bei Mehlwürmern muss man beim Zerteilen aufpassen: Die Verdauungssäfte laufen dann gerne aus und schädigen das Gewebe (erkennbar an schwärzlicher/dunkler Verfärbung). Die Ameisen mögen das für gewöhnlich nicht gerne.

    Aber grundsätzlich würde ich da einfach - wie Bine sagt - Fruchtfliegen nehmen. Die sind leicht verwertbar und sehr gut portioniert alle 2 Tage.

    Hi Flottelasius

    Grundsätzlich sollen die Ränge eine Einschätzung geben, wie aktiv ein Nutzer ist und ggf. auch, wie erfahren. Zumindest in der Tendenz ist davon auszugehen, dass aktive, langjährige Mitglieder mit entsprechend hoher Bepunktung auch eine gewisse Erfahrung haben.

    Gerade die höchsten Ränge schalten sich daher auch nur nach sehr langer Aktivität frei. Wir haben nur sehr wenige Nutzer, die z.B. Wächter/in, Soldat/in oder Leibwächter/in der Königin errungen haben. Das waren alles Nutzer, die sehr viele Jahre dabei waren und damit auch ihren Teil für die Community geleistet haben. Der Sprung zwischen den obersten Rängen ist auch gewollt immens.

    Grundsätzlich gehen die Ränge nicht mit Belohnungen einher, sollen aber natürlich auch eine Art Dankeschön sein, mit dem man sich "zieren" kann. Für andere Nutzer ist so ersichtlich: Ich habe hier jemanden vor mir, der schon sehr aktiv war.

    Ein Sonderfall sind dann noch die Sondertitel "XY a.D", also z.B. "Moderator a.D. (außer Dienst)". So werden ehem. Teammitglieder bezeichnet, sofern sie es wünschen. Das Team hat ja seit Gründung 2005 (wir hatten tatsächlich 20-jähriges letztes Jahr!) schon einige Wechsel hinter sich. Es gab viele Höhen und Tiefen.


    Anbei findest du die Punktvergabe für diverse Aktivitäten, sowie die nötige Punktzahl für die Ränge. Die Team-Ränge haben keine Mindestpunktzahlen, da sie aus der Reihe fallen.



    Dazu ist anzumerken, dass das Team auch ein Auge darauf hat, ob jemand nur Beiträge erstellt, um Punkte zu bekommen. Doppelposts fügen wir zusammen, dann gehen auch die Punkte für den 2. Post verloren.

    Auch das massenhafte Posten von Einzeiler-Fragen/Antworten ohne großen Mehrwert/Inhalt (z.B. à la "Stimme Nutzer XY zu!)" ist grundsätzlich ein Punkt, wo wir irgendwann moderativ eingreifen, den Nutzer ermahnen und ggf. auch inhaltslose Beiträge löschen.


    Wir freuen uns, dass du wertvolles und aktives Mitglied dieser Community bist!

    Die legen schon sehr früh im Jahr, was wir Ameisenheger "Wintereier" nennen. Da kommen ausschließlich Geschlechtstiere raus. Oft auch im Wechsel pro Volk Jungköniginnen/Männchen. Die Temperatur scheint auch eine Rolle zu spielen.

    Die sind dann auch früh fertig. Die Schwarmflüge kenne ich selbst ab frühestens Ende April, eher Anfang/Mitte Mai bis in den Juni hinein. Die Sonnungen, wie Bine sagt, sind da der Schlüssel. Die Körperwärme wird so früh als möglich auch in tiefere Nestlagen verbracht und das ganz aktiv. Selbst die Königinnen sieht man in den ersten sonnigen Winterwochen manchmal außen auf dem Nest, oder wenigstens sehr oberflächennah. So kann das Geschäft viel früher los gehen. Waldameisen sind da sehr speziell und hoch entwickelt.

    Erst nach den Wintereiern geht´s dann in den Modus, dass aus den Eiern nur noch Arbeiterinnen produziert werden. Nennt sich dann "Sommerei".

    Die Sonnungen sind auch unser Schlüssel für erfolgreiche Umsiedlungen. Da die Königinnen eben nicht tief im Erdboden sitzen, sondern man sie oben mit absammeln kann. Daher gibt´s mittlerweile oft Auflagen, dass die Umsiedlungen bis Mitte Mai fertig sein müssen.

    Wirklich nur als Bestätigung, stimme den anderen zu: Es sind 100% Majore einer Camponotus-Art, Camponotus vagus dürfte stimmen, da komplett schwarz und man sieht auch die starke, helle Behaarung an der Gaster.

    Eine leider ziemlich seltene, dafür wunderschöne und in Deutschland einheimische Ameisenart, die man v.a. in wärmeren Regionen findet.


    Tapinoma magnum ist es ganz sicher nicht. Die Königinnen würden hier auch nur ca. 5mm groß. Ergo kann man da beruhigen.

    Und noch als Ergänzung zu fink2s Post, um auch das zu bestätigen: Schädlingsbekämpfer verteufeln Rossameisen gerne, um ihre Dienstleistungen zu verkaufen. Aber die Art ist nicht schädlich für gesundes Holz an Gebäuden. Selbst wenn die Kolonie direkt im Gebäude leben würde, würden nur Vorschäden genutzt, die nicht von den Ameisen verursacht wurden. Sprich: Dann wäre die Substanz an sich das Problem.

    Hi Flottelasius


    Du bist ja jemand, der sich schon gut mit Ameisen beschäftigt und sich auch schlau macht. Dass du eine Einschätzung holst, ehrt dich schonmal.

    Das Problem wird eher sein, eine Kolonie aufzutreiben. Scheinbar gibt es aktuell keine Angebote. Du kennst natürlich jetzt ein Vorkommen, kannst also ggf. bei den Schwarmflügen (v.a. Juni/Juli, witterungsbedingt seltener auch Mai bis August) mal gezielt Ausschau halten in dem entsprechenden Habitat. Oder danach Angebote prüfen, wenn die Shops neu bestückt sind. Die Art ist aber eher selten (tatsächlich kannte ich sie selbst gar nicht vor deinen Posts dazu).

    Ein paar Infos aus dem Seifert (2018):

    • Nistet in den allermeisten Fällen in Eichen. Sehr viel seltener in Kastanien, Ahorn, Eschen, Ulmen, Hainbuchen, Weide, Birke, Pappel, Linde. Sprich: Alles Laubbäume, niemals Nadelgehölz. Das sollte man beim Nestbau berücksichtigen. Ein Holznest bietet sich hier ja dann sehr an. Scheinbar leben sie vor allem in vitalen Bäumen, also einiges intaktes Holz, aber mit bereits morscher werdendem Kern. Das verrottete Holz ist auch für den Nestbau elementar, gesundes Holz können sie nicht bearbeiten. Dort ziehen sie noch selbst ein Kartonnest ein, ähnlich wie Lasius fuliginosus (deren Territorium sie in der Natur btw stark respektieren, da sie im Kampf quasi immer unterlegen sind). Ggf. kann man aus präferiert Eichenholz ein Nest bauen, Kammern/Gänge ausfräsen und diese mit rottigem Laubbaumholzmaterial füllen, um das zu simulieren. Solch rottiges Material kann man z.B. im Wald kostenlos an alten Stümpfen von Laubbäumen sammeln. Eichenholz kann man bestimmt in jedem Baumarkt bekommen und ggf. zuschneiden lassen. Fräsen gibt´s billig im Netz, einfach mal Holzdremel/Fräse suchen. Im Prinzip wie bei Ytong auch, man nimmt einen Block und fräst die Kammern usw. nach eigenem Wunsch aus. Würde da in der Mitte eine recht große Kammer machen (quasi Nestkern) und dann verästelt Kammern/Gänge anschließen. Alles hübsch mit rottigem Mulm ausfüllen
    • Die Kolonien können sehr volkstark werden, also entsprechend Platz einrechnen. Vermutlich sind sie zumindest oligogyn, da man mal einen 12er-Nestverbund gefunden hat. Zwar wird man in der Haltung natürlich nie "Millionen Arbeiterinnen" bekommen, wie Seifert schreibt. Aber bisschen Platz muss sein für die artgerechte Haltung, also großes Becken ggf. mit künstlichen Laufwegen über Schläuche etc.
    • Die Art jagt aktiv, ist sehr zoophag. Aber auch tote Tiere werden wohl problemlos angenommen werden. Auch Samen (da geht´s um die Elaiosomen) werden genommen. Dazu in der Natur natürlich Trophobiose mit Läusen, in der Haltung also klassisch Honig/Zucker als Ersatz
    • Schwarmflüge wie o.g. meist Juni/Juli, seltener Mai/August, zwischen meist 17:00-22:00 Uhr. Die meisten Gynen scheinen nahe der Heimatkolonie zu landen, ergo gute Chancen, an deinem bekannten Standort eine zu finden
    • Gründung ist sehr schnell, 22 Tage nach Gründungsbeginn sollten erste Pygmäen da sein. Die sind ungewöhnlich aggressiv, also ggf. auch schon hohe Aktivität vom Start weg


    Ich schätze, mit etwas Vorbereitung kannst du dich sicher ran wagen. Wäre auch interessant, mehr über die Art zu hören.

    Formica ist richtig, ganz klar. Bin aber bei Artbestimmung von Serviformica-Arten auch nicht so gut und man muss da auch Details abfragen, die man auf deinem Bild nicht erkennen kann.

    z.B. Formica cinerea -Gruppe ist immer recht stark behaart, was teils silbrig glänzend wirkt (wie auf deinem Bild 1), aber im Gegensatz zu Formica fusca haben die am Hinterkopf Haare (sieht man in Frontalansicht).

    Für mich ein Feldtest (natürlich ungenau, nur zur Eingrenzung) ist auch die Aggression: Formica fusca ist außerhalb des Nestbereichs eher defensiv und rennt weg (direkt am Nest auch aggressiv), wenn man sie mit dem Finger antippt. Formica cinerea ist teils hochaggressiv und fällt den Finger an, beißt zu etc.

    Für das geschulte Auge Lasius emarginatus, ganz klar. Man sieht hier recht gut den bräunlichen Thorax, der Rest des Körpers ist schwarz. Das ist spezifisch für diese einheimische Art. Da hat Google Lens ausnahmsweise auch mal richtig gelegen (ist bei Artbestimmungen oft eher so lala).

    Die Art kommt oft an und in Gebäuden vor und ist in unseren Breiten sehr häufig. Leider hat sie auch ein gewisses Schadpotential, v.a. an bereits morschem, von Holzwürmern o.ä. durchwandertem oder verpilzten Holz und an Dämmmaterialien.

    Da muss man jetzt keine Panik bekommen, dass einem die Bude über dem Kopf zusammenbricht. Schädlingsbekämpfer-Websites dramatisieren Ameisenbefall oft über alle Maßen. Natürlich, damit man mit der Angst der Leute anschließend Geld verdienen kann. Laut Seifert (einer der führenden Ameisenwissenschaftler in Deutschland) wird intaktes Holz nicht angegangen.

    Akut Abhilfe schaffen, wie du es schon richtig gemacht hast, das Verschließen von Zugängen mit passenden Substanzen (Silikon, Acryl, Bauschaum, Spachtelmasse, je nach Untergrund), das Panzertape tut es zur Not auch. Muss man nur bedenken ,dass es sich über die Zeit z.B. in Tapeten oder Wandfarbe einfressen kann und wenn man es nach langer Zeit ablösen will, kommt manchmal alles mit runter. Auch die Reinigung mit Essig zur Entfernung von Pheromonspuren, sowie das Wegpacken von Lebensmitteln ist richtig.

    Man wird es nun allerdings nicht vermeiden können, dass einzelne Kundschafterinnen zufällig durch offene Fenster, Mauerritzen o.Ä. hereinmarschieren.

    Mit Giftködern erreicht man btw im Normalfall auch nur einen Teil der Kolonie. Der Grund ist easy: Die Kundschafterinnen fressen das Zeug mit Glück (selbst das ist nicht gewährleistet), gehen vielleicht auch noch zum Nest zurück. Dort verteilen sie v.a. an die Arbeiterinnen in den "Außenlagen" Futterproben, die sterben dann vielleicht auch. Der Kern des Problems, hier die Königin (bei zahlreichen Arten auch mehrere), die im geschützten Nestkern liegt, wird aber dadurch meist gar nicht erreicht. Das Giftfutter kommt meist gar nicht so weit. Sprich: Man tötet halt ein paar Arbeiterinnen, gefühlt bessert sich die Situation dann auch (weniger Druck durch Kundschafterinnen). Aber im Grunde ist die Kolonie nur angeschlagen und regeneriert über die Zeit wieder.


    Zu meinem Fazit: Da dein WG-Zimmer eine Mietsache ist und du den Befall nicht selbst verschuldet hast (es sind Wildtiere, die nun eben mal in Gebäuden vorkommen. Im Gegensatz zu z.B. Bettwanzen, die man gerne selbstverschuldet vom Urlaub mitbringt), ist das eine Sache für den Vermieter. Da es seine Wohnung ist, solltest du ihm melden, dass es einen Ameisenbefall mit entsprechend bereits bestimmter Art gibt und zumindest Ritzen in der Wohnung fachkundig verschlossen werden sollten. Sollte die Kolonie sich explosiv vermehren und Schädigungen auftreten, ist so auch eine Folgehaftung deinerseits durch Nicht-Meldung ausgeschlossen. Da ein vernünftiger Vermieter vermutlich kein Interesse daran haben wird, dass ein potentieller Materialschädling an seiner Wohnung zugange ist und für Schäden sorgt, wird er auch Maßnahmen einleiten und die Kosten für die Schädlingsbekämpfung tragen müssen. Der Ameisenbefall ist im Grunde ein Mietmangel. Was der Schädlingsbekämpfer macht, wird er nach Sichtung klären. Im Normalfall natürlich Einsatz von Giften aller Art (die auch beständig sein können, wenn sie verspritzt werden)

    Falls ihr einen Balkon/Terrasse habt, stell doch einen Locktopf auf, wie man sie eigentlich zum Monitoring von Vespa velutina (Asiatische Hornisse) verwendet. Das ist easy zu machen und lockt auch reichlich andere Insekten an. Dann kann man sich ggf. was schnappen, wie Stubenfliegen oder sowas.

    Bitte keine geschützten Arten klatschen :winking_face: Da kommen ggf. auch Bienen, heimische Hornissen, Käfer usw. zu Besuch und holen sich was zum Naschen.

    z.B. hier: https://www.velutina.info/praxis/anleitung-locktopf/

    https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/bilder/fittosize_600_0_7f84ed7a16dcc2a232e9099072bab830_20231016_144904_rj.jpg

    Braucht es nur ein altes Glas (z.B. Honigglas) oder einen Becher mit Deckel dazu, Schlitz in den Deckel schneiden, Schwammtuch als Doch rein stecken und drinnen ist die leckere Mischung.


    Falls man zufällig tatsächlich eine Vespa velutina entdeckt, kann man die auch melden (ist invasiv, wenngleich sie leider als etabliert gilt).

    Manica rubida, wunderschöne einheimische Art. Leider recht selten und schwierig in der Gründung (nimmt keine Reagenzgläser an!). Und tatsächlich ist mir meine einzige Gyne bisher (gerettet aus einem Biergarten, wäre fast zertrampelt worden) aus der Farm abgehauen - war ein winziger Schlitz im Deckel, der lag nicht 100% auf. Das war´s dann mit der Haltung dieser Art...

    Dolichoderus quadripunctatus ist auch eine sehr hübsche Art und ausgewachsen bilden die unheimlich lange Ameisenstraßen. Leider fällt die Zeichnung kaum auf, weil die Ameisen so winzig sind. Aber schaut euch die hübsche Arbeiterin an:


    603-dolichoderus-quadripunctatus-001-sharpenai-standard-jpg


    Beeindruckend finde ich auch die Kolonien von (Dendro)Lasius fuliginosus. Gründung der Art ist aber kaum gelungen... und der spezifische Geruch (v.a. nach Dendrolasin, hat seinen Namen von der Ameise!) ist echt nicht ohne.

    Ja verstehe ich alles soweit. Ich stelle mir nur immer vor, dass diese Schlauch-Konstruktionen so viel Platz verbrauchen und nicht so dolle aussehen. Deswegen meine Suche nach einer Art All-In-One. Ytong fand ich sehr ansprechend und einfach zu bearbeiten/anzupassen.

    Da sieht so eine Lösung, wie du sie nun in deinem letzten Post hast doch ganz gut aus. Die Arena ist in dem Fall auch erweiterbar (siehe Anschlussloch). Ich denke so eine Lösung wie im ersten Post kann man vielleicht einer sehr klein bleibenden Gattung wie Temnothorax anbieten, aber für Lasius niger... eher ungeeignet.

    Acrylglas hat ein paar Nachteile: Es verkratzt leider mEn sehr schnell und bei feuchten Settings kann es sich auch stark verziehen. Das ist vor allem bei den Deckeln dann das Problem - die sitzen dann gerne mal nicht mehr dicht auf. Aber auch die Abdeckung des Ytongs kann leiden und mit der Zeit lückenhaft werden.

    Wenn man sich die Mühe macht, sich selbst was zusammen zu bauen, würde ich immer richtiges (Float)Glas empfehlen. Da passiert sowas nicht. Man kann sich sicher für den Aquarien-/Terrarienbau da auch was zusammen schneiden lassen oder man frägt mal beim lokalen Glaser nach, ob er ggf. ein paar Reste für günstiges Geld zusammenschneiden kann.

    Effektiv kann man aber Acryl mEn genauso silikonieren wie normales Glas. Man muss halt sauber arbeiten, dann ist es auch gut aussehend.


    Würdest du bitte für die beiden Bilder im ersten Post noch eine Quellenangabe liefern? Da diese nicht von dir stammen, du also nicht der Bildurheber bist, muss man diese kennzeichnen. Sprich: Name und Link, woher diese stammen. Ansonsten muss ich sie leider löschen.

    Beim Bild vom Antstore habe ich die Quellenangabe eingefügt.

    -> Bitte bei Bildern, die man sich aus dem Internet zieht immer eine Quellenangabe mitliefern, am besten mit Link zum Originalfoto, ist sonst illegal.

    Hm, verstehe. Wenn der Keller so kalt wird, also Minusgrade hat, ist er für eine Überwinterung leider nicht geeignet. Der Platz für die Überwinterung sollte immer frostfrei sein, minimal 0°C erreichen, besser natürlich irgendwas zwischen 5-10°C.
    Zudem ist das auch in der Hinsicht problematisch, als dass so ein Keller dann natürlich auch deutlich länger braucht, wieder warm zu werden, denn er hat eine Pufferwirkung.

    Die Kolonie ist dann vermutlich doch erfroren, wenn sie solchen starken Minusgraden längere Zeit ausgesetzt waren. Schade, wäre vermeidbar gewesen.

    Und dein aktueller Aufbau? RG-Nest mit Miniarena? Den semiclaustralen Arten sollte man ein wenig Auslauf anbieten.


    Die Art ist sicher etwas speziell und schwierig, dazu gleich mehr.

    So oder so: Nur mit Kohlenhydraten läuft die Eiproduktion natürlich nicht an, da fehlen Eiweiße, um die Eier auszubilden. Die Art gilt als stark zoophag, würde da also fast ausschließlich Futterinsekten anbieten. Zudem, laut Seifert 2018, bilden sich die Kolonien nur sehr sehr langsam aus. Es braucht wohl stattliche 3-4 Jahre, bis man überhaupt mal ein Dutzend Arbeiterinnen hat bei normaler Kolonieentwicklung. Vermutlich brauchen auch die Ovarien der Gyne etwas, um sich überhaupt gut zu entwickeln/zu reifen. Im Mittel hatten untersuchte Kolonien ganze 29-42 Arbeiterinnen, je nach Königinnentyp (ohne ein Fass dazu aufzumachen, es gibt bei der Art verschiedene Typen von Königin). Die Kolonien bleiben also auch sehr klein.


    Jetzt ginge es darum, die Eiproduktion anzukurbeln: Man muss sie dazu bringen, Proteine zu nehmen. Und verdammt viel Geduld mitbringen. Kohlenhydratzufuhr auf ein Minimum zurückfahren, damit sie sich nicht ständig damit vollfrisst. Dann mit verschiedenen Proteinen experimentieren. Ggf. auch mal eine flugunfähige Fruchtfliege lebend zur Gyne rein geben, damit sie überhaupt einen Jagdreiz bekommt.

    Vielleicht hilft es auch, die Gyne nicht so steril zu halten. Da die eine Reihe Kleinstlebewesen bejagen - selbst Milben - könnte ich mir vorstellen, dass man die Bejagung fördern kann, indem man solche Tiere anbietet. Das kann man z.B. versuchen, indem man (noch ist es wegen Winter etwas zu früh), einfach mal eine gute Handvoll halbfeuchte Laubstreu und oberen Bodengrund in die Arena gibt. An einem warmen Sonnentag, wenn die Sonne drauf scheint bietet sich das Sammeln an. In so feuchtem Laub tummeln sich meist einige Verwerter, Milben, Springschwänze, winzige Käfer, kleine Hundertfüßer, alles was man sich vorstellen kann.


    Oder aber, wie du sagst, du entlässt sie im Frühling in die Freiheit, am besten genau dort, wo du sie eingesammelt hast. Effektiv ist die Art sicher ein Geduldsspiel.

    Wie schaut´s aus mit der Fütterung? Hat sie Außenaktivität gezeigt? Was nimmt sie an Nahrung an, hat sie Interesse gezeigt?

    Semiclaustrale Gründung ist nicht ganz easy, aber man muss es einfach probieren, indem man stetig Nahrung anbietet und den Auslauf auch anbietet, damit die Gyne ihr natürliches Verhalten (Nest verlassen, Nahrung sammeln) ausleben kann.

    Bei so kleinen Königinnen sind Fruchtfliegen oft sehr gut, da leicht transportabel und zu verwerten. Ansonsten tut es aber auch jedes andere Kleinzeugs. Als Faustregel: Je größer das Futtertier, desto schwieriger für die Gyne an die Muskulatur zu kommen, um die es meist geht.

    Wie wurde die Kolonie denn überwintert, Standort, durchschnittliche Temperatur?

    Eigentlich können heimische Temnothorax-Arten temporäre Minusgrade sehr gut überstehen - in ihrem natürlichen Nest, einer Eichel z.B., haben sie auch nur eine sehr schwache Isolation.

    Gab´s ausreichend Wasser zur Verfügung? Wie oft hast du kontrolliert?

    Auch das eine typische Einsteiger-Sorge: "Meine Kolonie tut ja nichts, ist da was im Argen?"


    Definitiv ein normales Verhalten. Kleine Kolonien halten sich sehr stark zurück. Sind Sozialmagen und/oder Vorratskammern gut gefüllt, gibt es keinen großartigen Anlass, das Nest zu verlassen. Der Grund ist ganz einfach: Die Kolonien wissen nicht, dass sie in vollkommener Sicherheit in Gefangenschaft leben. In der Natur hätten sie jedoch zahlreiche Gefahren zu befürchten, z.B. Fressfeinde, Witterung, menschliche Aktivitäten, v.a. aber auch andere Ameisenvölker als Konkurrenz.

    Kleine Kolonien geben sich daher sehr bedeckt und verlassen das Nest nur, wenn nötig. Sie haben auch nicht die Kapazitäten, ein größeres Territorium zu verteidigen, also beschränkt sich das erstmal auf den Nestbereich +- die direkt angrenzende Umgebung. All das kommt erst mit wachsender Volksstärke - je größer die Kolonie, desto höher der Nahrungs- und damit instinktiv auch Territorialbedarf. Das wird dann auch entsprechend ausgelebt mit entsprechendem Kundschaften/Fouragieren und Territorialverhalten.

    Ja, Ameisenhaltung kann auch sehr langweilig sein :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Aber dafür ist das Erfolgsgefühl sehr gut, wenn man sieht, wie die Kolonie wächst und gedeiht und dann eben auch die Aktivität zeigt.

    Sieht soweit gut aus, würde ich sagen. Nestteil ist mit den zwei Farmen natürlich für die Starterkolonie etwas überdimensioniert, aber effektiv ist es auch nicht schädlich oder so. Grundsätzlich bin ich da aber auch bei Bine - das RG gibt einem erstmal ein gutes Handling. Und man kann dieses auch einfach an den Schlauch zur Arena anschließen und die Farmen für später bereit halten (ggf. irgendwas als Stutzen verwenden, falls das RG zu groß/klein ist: Ich hab z.B. solche Schläuche in verschiedenen Größen da, ineinander gesteckt kann man da also in größere, wie auch kleinere Öffnungen reinkommen. Gibt´s in jedem Baumarkt in der Gartenteichabteilung). Später, wenn die Kolonie etwas gewachsen ist, kann man dann die Farm "zwischenschalten". Das Problem mit Farmen ist, dass diese nicht so leicht zu handhaben sind. Es schimmelt schnell wegen Futterresten, die Feuchtigkeit zu regulieren ist auch nicht so ganz einfach. Beim RG kann man schnell eingreifen und da können auch problemlos einige Dutzend Arbeiterinnen usw. drin leben.

    Wie ich sehe hast du die Arena aufgebockt, damit keine Stauwärme entsteht - das ist gut. Pflanzen sind auch keine drin, auch gut (Insektizide!), da muss man echt aufpassen. Susbtrat ist nur niedrig und trocken, auch gut (weil Messor barbarus wirklich gerne alles umgraben). Wasserquelle ist da und du sagst ja auch: Kein Lichteinfall mehr ins Nest, top, finde ich sehr gut. Wie schon gesagt wurde, Pappendeckel drüber, das ist easy und macht es ganz dunkel. Die roten Folien lassen rein Restlicht durch, aber man vermeidet halt Panik bei plötzlichem Lichteinfall (ich schreib´s nur nochmal für Mitleser, du weißt es).

    • Wirst du die Farmen (teilweise) beheizen? Falls ja, immer nur einen Teil heizen und Fluchtwege offen lassen. Gerade bei Fehlfunktionen (Überheizen) können die Ameisen sonst nur noch geröstet werden, kein Entkommen. Ist mir leider schon mit einer Crematogaster scutellaris passiert mit einer eigentlich lumpigen 3 Watt Heizmatte, die überhitzt ist
    • Welches Futter wirst du anbieten? Denk dran, dass kleine Kolonien die Samen/Körner zwar brav sammeln werden, aber oft gar nicht die Schalen knacken können. Typischer Einsteigerfehler, man denkt die sind klasse versorgt, aber im Grunde verhungern sie. Also immer vorknacken bis erste Major-Arbeiterinnen da sind. Kann man einfach zerdrücken auf einem Brett o.Ä. - die Ameisen sammeln auch das Innere und können das dann auch verwerten. Anbieten kann man da alles Mögliche, geschälte Sonnenblume ist mEn sehr beliebt, aber auch spezielle Sachen wie Saatgut für Gemüse (Brokkoli, Kohl usw.), im Sommer kann man super selbst sammeln (Löwenzahn, Distel, etc. gibt´s zuhauf)
    • Insekten sind optional, fördern das Brutwachstum durchaus spürbar. Aber man kann die wirklich auch problemlos vegan ernähren, die Proteine aus Pflanzen sind ausreichend

    Im diesem Jahr sollte deine kleine Kolonie bei guter Pflege durchaus irgendwo bei 50-100 Arbeiterinnen landen können. Wir begleiten das gerne!