Posts by ice_trey

    Wie ist es denn mit der Winterruhe? Müssen sie in den Kühlschrank? Oder kann ich das gesamte Nest z. B. in den Keller (oder auf den Balkon) stellen.

    Sie müssen nicht unbedingt in den Kühlschrank. Sofern du einen passenden Platz hast, an dem die Temperaturen im Winter dauerhaft unter 10°C fallen, aber der frostfrei ist, kannst du auch diesen nehmen. Auf dem Balkon sollte man die Kolonien vor Frost schützen, z.B. in einer Isolierbox, da das Wetter massiven Einfluss auf die Temperatur hat. An sonnenreichen Tagen hingegen sollte man schauen, dass die Ameisen weiterhin kühl bleiben. Ein Keller hat da etwas bessere Voraussetzungen, da die Temperaturen nicht so stark schwanken. Ich selbst lagere meine Kolonien z.B. im unbeheizten Treppenhaus vor der Wohnung. Der Boden dort wird deutlich unter 10°C kühl und es gibt eine gewisse Temperaturschwankung, was ich persönlich für natürlicher halte, als durchgehend eine Temperatur. Am Ende der Winterruhe wärmt sich das Treppenhaus von selbst wieder nach und nach auf und ich kann einfach, sobald die Temperaturen deutlich über 10°C steigen die Ameisen wieder in die Wohnung nehmen.


    Man sollte nicht vergessen, dass die Ameisen in freier Natur nicht durchgehend mit Frost und Kälte zu kämpfen haben. Es gibt auch im Winter Tage, an denen ein kleiner Teil der Arbeiterinnen auf Nahrungssuche geht, da die Temperaturen das hergeben. Man sollte seine Kolonien also nicht über den gesamten Winter hungern lassen, sondern immer wieder mal anfüttern. Eine regelmäßige Kontrolle ist ohnehin notwendig.


    Wenn sie im Reagenzglas ankommen, legt man das dann einfach in die Arena und lässt ihnen die Zeit, die sie brauchen?

    Erstmal prüft man dieses, ob alles in Ordnung ist. Ist es z.B. stark verdreckt oder gar schimmelig, was leider auch bei manchen Shops vorkommt, sollte man es gleich direkt mal austauschen und die Kolonie umsiedeln, wahlweise in ein neues RG oder die Farm. Prinzipiell ist das RG aber ein guter Ort, um einer jungen Kolonie das Wachstum zu ermöglichen, es ist also nicht nötig, sofort ein Nest anzubieten.


    Normalerweise kann man den Ameisen auch durchaus die Wahl lassen und sie suchen sich auch oft den für sie besten Platz. Lasius niger sind jedoch extrem nesttreu, verlassen dieses also sehr ungern, selbst wenn es komplett austrocknet, verschimmelt o.Ä.


    Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sie die Farm erstmal oder auch für immer ignorieren werden. Ich würde sie, um ehrlich zu sein, zu gegebenem Zeitpunkt einfach direkt in die (noch nicht an die Arena angeschlossene) Farm hineingeben und wenn sie diese angenommen haben dann diese an die Arena anschließen. Sie werden natürlich für ein paar Stunden in Panik sein, wie immer wenn man sie in ein neues Nest/RG gibt. Aber Lasius niger sind robust und machen das mit. Haben sie keine Wahl, werden sie die Farm sicher bald bearbeiten. Es sollte kaum 2 Tage dauern, bis die Ameisen sich eine erste Kammer gegraben haben.


    Dafür sollte man die Farm aber schonmal vorab erprobt und ein Gefühl für das Wässerungsintervall haben. Eine Farm ist nicht ganz ohne, am besten testest du über ein paar Wochen, wie sie sich verhält, wie oft du Wasser nachgeben musst, wie schnell dieses wieder verdunstet, etc. - es wäre besser, das herauszufinden, bevor die Ameisen einziehen :)

    Hi Monpy,


    stimme Michi da bei beidem zu.


    Die Flügel bei der Formica (würde Richtung Formica cf. fusca tendieren) müsste man etwas im Auge behalten. Da ihr die Gyne scheinbar ziemlich schnell nach der Landung vom Schwarmflug eingesammelt habt, konnte sie diese nicht mehr abstreifen und hat dies offensichtlich, nach all der Zeit, auch nicht mehr vor. Die Flügel können durchaus dran bleiben, auch wenn es in natura nicht so vorgesehen ist. Nur falls sie den Anschein machen irgendwann abzufaulen (sieht dann aus als würden sie "verwelken", sie werden über Wochen und Monate immer schlaffer und ggf. von den Rändern her immer dunkler, schrumpeln zusammen) würde ich sie ggf. zu gegebenem Zeitpunkt mit einer Pinzette entfernen. Da dort Blutbahnen reinlaufen, sollten sie besser nicht am lebenden Tier wegfaulen. Momentan sieht das aber noch ganz gut aus. Ich sage das nur in Bezug dessen, dass ggf. wenn die Kolonie mal aus dem RG rauskommt die Gyne nicht mehr so gut zu erreichen ist und diese das auch gar nicht weiß, dass die Flügel jetzt eher hinderlich, denn sinnvoll sind ;)


    Die RGs würde ich beizeiten, wenn nicht ohnehin ein anderes Nest geplant ist, austauschen. Bei den Lasius cf. flavus ist es noch ok, aber bei den Formica sieht es schon ziemlich verkotet aus auf dem Bild (die hübsche schwarze Schicht).



    Ansonsten sieht das aber doch alles sehr gut aus mit der Entwicklung der beiden Kolonien. Viel Erfolg mit ihnen! :)

    Betrachtet man natürliche Nester, ergibt sich gerne ein Temperaturgefälle von ~35°C in den obersten Schichten (z.B. direkt unter einem besonnten Stein) bis weit unter 15°C in etwas tieferen Erdschichten. Die Ameisen lagern ihre Brut entsprechend ihrer Vorlieben, normalerweise bedeutet das, dass die Eier tendenziell am kühlsten und feuchtesten und die Puppen am wärmsten und trockensten gelagert werden. In 1m Tiefe hat man hierzulande ca. 8-10°C und dort bleibt die Temperatur dann auch recht konstant über das Jahr. Nicht wenige Ameisen bauen auch durchaus in diese Tiefe hinab, da spielt vermutlich auch die Feuchtigkeit dort eine Rolle (direkte Wasserquellen werden von Ameisen eher selten genutzt).


    Temperaturen um die 35°C sollten also temporär und für befristete Zeit keine schädliche Wirkung haben, weder auf Brut, noch adulte Tiere. Vor allem tückisch ist aber ein Hitzestau. Die Nester in der Haltung, egal ob RG, Farm oder Ytong sind recht anfällig dafür, da die Luftzirkulation eher schlecht ist und sich anstauende Wärme kaum abfließen kann. Daneben ist das Nest auch weitaus mehr den direkten Temperaturen ausgesetzt, als die Nester in freier Natur. Bei diesen können die Ameisen ja jederzeit in tiefere Erdschichten ausweichen und ich habe das auch bei mir so festgestellt - die Steine unter denen hier sonst Formica fusca ihre Brut lagerte, waren in den letzten, sehr heißen Tagen so gut wie verlassen, es war ihnen schlicht schon zu heiß.


    In einem Haltungsnest ist das kaum möglich, die Ameisen haben also dauerhaft die Temperatur, die außen vorherrscht und können so gut wie gar nicht oder überhaupt nicht in kühlere Bereiche ausweichen. Daher würde ich versuchen, die Temperaturen dort unter 30°C zu halten. Und so eine Farm ist z.B. auch nicht viel anders, als ein Auto: Ein in sich geschlossener Behälter, in dem Luft kaum zirkuliert. Man weiß ja, dass je nach Besonnung ein Auto auch mal über 50°C aufweisen kann, auch wenn es draußen weitaus kühler ist. Wird bei dir jetzt nicht so der Fall sein, da das Gartenhaus vermutlich eher schattig ist.


    Nimmt man mal eine durchaus thermophile Art wie Formica rufa als Beispiel her und betrachtet, warum diese (und natürlich auch die anderen hügelbauenden Waldameisen) überhaupt diese riesigen Nestkuppeln anlegen und dafür einen massiven Aufwand betreiben, so stellt man fest, dass dies v.a. der optimalen Temperatureinstellung für die diversen Brutstadien dient. Unter der Deckschicht versuchen die Ameisen den ganzen Sommer lang eine Temperatur von etwa 23°C-29°C in einer Nesttiefe von 15-50cm zu halten, welche optimal für die Brutentwicklung ist. Die Puppen werden dabei eher bei hohen Temperaturen gelagert, die Larven schon deutlich tiefer, die Eier dann eher im Erdboden selbst, so wie auch die Königinnen vom Frühjahr bis Spätsommer in immer tiefere Schichten wandern (und mit ihnen die Eikammern). Der Hügel soll auch in kälteren Phasen die Wärme so gut halten, dass die Ameisen diese Temperatur möglichst immer irgendwo in der Kuppel auffinden. Je schattiger der Neststandort, desto größer werden tendenziell auch die Hügel (und damit die Wärmespeichermasse). Die Brut wird entsprechend auch umgeschichtet, ebenso die Deckschicht regelmäßig erneuert (die aufgewärmten äußeren Schichten werden nach innen getragen und umgekehrt, es findet eine regelmäßige Umwälzung statt).


    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn schon eine so sonnenliebende und entsprechend gerne exponiert bauende Art eher zwischen 23-29°C haben will, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Temperaturen darüber für andere Arten eher ungewöhnlich sind. Denn die meisten Nester sind ja weitaus weniger exponiert und befinden sich z.B. direkt im Erdboden. Pauschalisieren lässt sich das sicher nicht, aber man kann sich schon denken, dass es eine fast rein erdbewohnende Art wie Lasius flavus wohl eher kühler will als eine Lasius niger die teils durchaus beeindruckende Nestkuppeln (aus Erdmaterial) aufschichtet. Die Angaben der Shops zu den Temperaturen sind daher auch durchaus realistisch. Höhere Temperaturen für kürze Zeit sind sicher kein Problem, aber besser nicht tagelang.

    Hi zusammen,


    es kann immer wieder mal vorkommen, dass man noch geflügelte Gynen auf dem Boden herumirrend auffindet. Befindet sich kein Nest der Art in der unmittelbaren Nähe (absuchen!), ist davon auszugehen, dass der Schwarmflug durchaus stattgefunden hat und die Tiere nicht einfach aus welchen Gründen auch immer aus einer nahegelegenen Kolonie heraus gerannt und noch gar nicht geschwärmt sind.


    Anfänger gehen ggf. davon aus, dass geflügelte Tiere generell nicht begattet sind, was aber meistens nicht zutrifft, wenn die Tiere einzeln und ohne zugehöriges Nest herumlaufen. Die Königinnen suchen nach der Landung oft - nicht immer - erst einmal einen geschützten Platz, um ihre Flügel zu entfernen. Manche Königinnen schaffen das binnen weniger Sekunden, andere sind minutenlang damit beschäftigt, sich die widerspenstigen Flügel herauszureißen.


    Sammelt man die Tiere noch geflügelt auf, kann es vorkommen, dass sie sich anschließend im sehr glatten und unnatürlichen Reagenzglas äußerst schwer tun, die Flügel noch abzustreifen. Folge ist, dass sie diese manchmal nur teilweise oder gar nicht mehr entfernen. Die Flügel faulen dann über die Zeit ab, was nicht nur hinderlich ist, sondern ggf. auch der Gesundheit nicht zuträglich (es führen immerhin Blutbahnen in die Flügel). Findet bei geflügelten Gynen dennoch in den folgenden Tagen eine Eiablage statt, ist eine Begattung sehr wahrscheinlich auch erfolgt. Findet hingegen wochenlang keinerlei Eiablage statt, hat man wohl wirklich einen "Irrläufer" eingesammelt. Bestenfalls sollten geflügelte Gynen also nach dem Aufsammeln ihre Flügel noch von selbst abwerfen. Das kann meiner Erfahrung nach durchaus noch einige Tage dauern, da man den natürlichen Ablauf durch das Einsammeln gestört hat und die Gynen das ihnen zugewiesene RG erstmal akzeptieren müssen (viele Gynen versuchen in den ersten Tagen noch zu entkommen).


    Aktuell habe ich wieder so einen Fall, bei dem ich drei noch geflügelte Camponotus ligniperdus Gynen auf dem Boden herumirrend aufgefunden habe. Da ich kein Nest in der Nähe entdecken konnte, hoffe ich natürlich, dass diese gerade erst frisch gelandet waren und auch begattet sind. Gerade diese großen Tiere finden im RG kaum Halt und rutschen stark herum. Über Nacht hat daher auch keines der Tiere seine Flügel abgestreift, es ist ihnen nur schwer möglich, die dafür notwendige Körperkrümmung überhaupt zu erreichen und man sieht ihnen auch an, wie schwer sie auf dem Glas laufen können.


    Nun bin ich auf die Idee gekommen, das RG etwas zu "pimpen" mittels eines schmalen, 1mm dicken Korkstreifens. Diesen schneidet man so zu, dass er der Länge nach bis zum Wassertank reicht (keine Spalte lassen, in die Eier rutschen können), vorn aber noch etwas Platz für den Wattestopfen lässt. Die Breite sollte so gewählt sein, dass sich im RG eine Rundung entsprechend des RGs ergibt und der Korkstreifen nicht allzu stark in der Luft schwebt. Zu schmale Streifen bilden keine Rundung, zu breite Streifen lassen sich hingegen nur sehr schwer in das RG einführen aufgrund der Haftung.


    Anbei ein paar Bilder:





    Die Gyne findet hier nach unten und durch die Dicke des Korks auch zu den Seiten hin Halt und kann sich gut festklammern, ganz anders als auf dem Glas. Ein Wegrutschen ist so kaum möglich. Die Chancen für eine erfolgreiche Entfernung der Flügel ist somit wesentlich besser gegeben. Zudem ist der Kork bei dieser Art auch nicht verkehrt bzgl. deren holzbewohnenden Lebensweise.


    Sollte diese dennoch nicht erfolgen und die Gyne legt trotzdem ganz normal Eier, aus denen sich am Ende auch Arbeiterinnen entwickeln, kann man nach einigen Wochen die nach und nach verkümmernden Flügel auch selbst manuell noch entfernen. Dazu nimmt man diese mit einer Pinzette ab, was durch den von der Natur vorgesehenen Mechanismus durchaus recht leicht ist. Es kann sein, dass die Gyne sich anschließend für ein paar Sekunden zusammenkrampft, was sich wieder gibt.


    Diese Methode empfehle ich absolut nur, wenn die Flügel schon abfaulen, da das Krampfen für mich ein Zeichen für Schmerz oder wenigstens eine unangenehme Empfindung ist. Ich habe das bis dato nur einmal durchführen müssen in 14 Jahren Ameisenhaltung, meistens haben die Gynen es noch irgendwie selbst geschafft, die Flügel zu entfernen.



    Ich hoffe diese kleine Ausführung gibt euch eine kleine Inspiration für entsprechende Fälle. Mag sein, dass die Idee mit dem Kork nicht neu ist, aber mir ist sie gerade so gekommen. Ich hatte erst Korkschrot in das RG gegeben, dieser rutscht aber auch nur herum und gibt so kaum Halt.



    Beste Grüße,


    ice_trey

    • Art: Camponotus ligniperdus
    • Gesehen am/um: 17.06.2021 um ca. 20:45 Uhr, Abenddämmerung
    • gesehen in (Region; Landschaft/Umgebung): LK Augsburg, Mischwaldgebiet auf geteertem, offen liegenden Wirtschaftsweg
    • Klimadaten: noch ca. 28°C, windstill
    • Menge: 3 noch geflügelte Gynen, 1 tote (platt gefahrene/getretene) geflügelte Gyne

    Stimme ich zu. Eine Tetramorium ist es keinesfalls, da man hier klar eine Schuppenameise vorliegen hat, keine Knotenameise. Das ist am nur sehr kurzen Stielchen (Pertiolus) zwischen Thorax und Gaster gut zu erkennen - bei Knotenameisen (zu denen auch Tetramorium gehört) hast du dort einen Petiolus, sowie zusätzlich einen Postpetiolus, was zusammen weitaus länger ist als bei den Schuppenameisen. Zudem, von der Seite gesehen, hat der Petiolus bei den Schuppenameisen genau das, woher der Name kommt: Eine Schuppe, also eine Art Erhebung, die sich nach oben auswölbt. Das ist auch auf deinen Fotos zu erahnen.


    Ergo wäre ich da auch eher bei einer Lasius, aber welche ist scher zu sagen, da die Bildqualität nicht so gut ist. Diese Gyne gründet aber in jedem Fall claustral, sieht man schon an der massiven Gaster.

    Ich habe hier mal versucht, zwei neue Bilder hochzuladen. Die Beine sind eindeutig braun, ich hoffe das erkennt man auf den Bildern auch, trotz Kleberesten auf dem RG:

    Ja, eindeutig Camponotus herculeanus. Glückwunsch :)



    Danke! Das mit dem Namen anklicken kannte ich noch nicht ;).

    Viele Begriffe und auch Artnamen sind hier bei uns direkt mit dem Lexikon/Artbeschreibungen verlinkt. Beinahe alles, was vom Forum/der Seite in fett dargestellt wird, hat so einen Link. Man bekommt wenn man mit der Maus darüber schwebt eine Kurzbeschreibung, folgt man dem Link, kommt man direkt in den entsprechenden Eintrag. Ganz nützlich, da wir in der Ameisenhaltung ja auch viele Fachbegriffe verwenden.




    Ich lasse sie mal gründen und schaue, ob ich Platz schaffen kann. Falls nicht, finde ich bestimmt einen Abnehmer! :)

    Gründung ist wie gesagt unkompliziert, da claustral. Zwei Eier sehe ich auf deinem Foto auch schon ;)


    Im ersten Jahr wirst du im Normalfall irgendwas zwischen 3 und 10 Tieren bekommen, pi mal Daumen. Kommt sehr auf die Gyne an. Die Art entwickelt sich aufgrund ihrer Größe generell ziemlich langsam. Im zweiten Jahr hast du dann vielleicht, wenn alles glatt läuft, mal ein paar Dutzend Arbeiterinnen.


    Ingesamt daher in den ersten Jahren nicht sehr platzintensiv, da tut es auch schon ein 30x40 cm Becken mit angeschlossenem Nest. Bei allen Fragen helfen wir gerne!

    Leider bin ich nicht so bewandert in der Ameisenhaltung um entscheiden zu können ob die geflügelten Männchen oder junge Königinnen sind. Im Netz habe ich auch keine guten Vergleichsbilder finden können.


    [...]


    Gerade habe ich zwei nebeneinander vergleichen können. Beide sind gleich groß aber eine schlank und eine mit einer dickeren Gaster. Wahrscheinlich sind dies sowohl Männchen als auch junge Königinnen?

    In dem Fall hier reicht ggf. schon ein Handyfoto. Die Männchen sind recht charakteristisch. Eher gegen 8 mm groß, also etwas kleiner als die Königinnen, sowie deutlich schmaler, v.a. läuft die Gaster aber am Ende, wie typisch für viele Männchen, spitz zu und die Augen sind ein gutes Stück größer vergeichweise. Bei Formica sind sie nicht ganz so schmächtig, wie bei anderen Arten, aber man kann sie immer noch sehr gut von den anderen Kasten unterscheiden.


    Die Jungköniginnen sind hingegen genauso groß wie die Königin, die du hast. Die Gaster kann allerdings etwas anschwellen und dadurch größer wirken. Bei älteren Tieren liegt das v.a. an einer höheren Eiproduktion, die Ovarien sind hier voll ausgebildet und produzieren am laufenden Band, wenn die Nahrungsgrundlage stimmt. Aber auch alle anderen Ameisen können eine deutlich geschwollene Gaster haben, wenn sie viel Nahrung in ihrem Kropf haben - die Chitinplatten wandern dann durch den prall gefüllten Sozialmagen auseinander und man sieht darunter ggf. sogar die Intersegmentalmembranen hell durchscheinen, was einen gestreiften "Look" gibt. Mag also sein, dass bei deiner Königin die Gaster größer wirkt, als bei den Jungköniginnen.

    Hi daddel,


    eine Camponotus spec. ist es in jedem Fall. Bei einer Camponotus herculeanus müssten die Beine (wenigstens im Licht) deutlich dunkelbraun sein, auch das Bruststück ist ab ca. der Mitte bis nach unten braun. Komplett schwarz wäre eher eine Camponotus vagus, die aber in Deutschland selten vorkommt. Ich meine aber an den Beinen einen deutlichen Braunton zu sehen auf dem Foto.

    Ggf. kannst du nochmal ein Foto von der Seite machen, um das besser zu sehen. Dazu gehst du am besten ins Tageslicht, das ist besser für die Bildqualität und vermeidet ggf. Einspieglungen durch den Blitz/LED deiner Kamera, wie auf dem Bild.



    Und btw Glückwunsch zum Fund :)

    Steckbrief zur Art kannst du einfach mit Klick auf den Artnamen aufrufen. Gründung ist unkompliziert, da claustral.

    Ich hab das mal aus Kurze Fragen - kurze Antworten in einen eigenen Thread verschoben, da es für KFKA langsam etwas zu umfangreich wird.



    nochmal als Rückmeldung: Inzwischen sind es fünf geflügelte Ameisen. Habe versucht auch zu beobachten ob "normale" Arbeiterinnen schlüpfen, konnte aber nichts entdecken.

    Ggf. hab ich das irgendwo überlesen, aber bisher ist mir nicht so ganz klar, was überhaupt vorliegt. Sind die Tiere so groß wie die Königin? Dann sind es Jungköniginnen. Sind sie deutlich kleiner? Dann sind es Männchen. Bei ersteren wäre ein Schlupf nach 2 Jahren durchaus eher merkwürdig, da sie beträchtliche Ressourcen verschlingen, die sich eine junge Kolonie, die sich erstmal etablieren muss kaum leisten kann. Aber Männchen können bei einer 2 Jahre alten Kolonie schonmal vorkommen, wenn auch nicht ständig. Diese sind aufgrund ihrer Mickrigkeit ja auch nicht sehr ressourcenintensiv, also leicht zu "produzieren" und helfen durchaus mit, die Gene der Königin zu verbreiten. Was ja schlussendlich das Ziel ist.


    Du kannst beide einfach in der Kolonie belassen oder - sofern sie das Nest irgendwann von selbst verlassen und sie aus deiner Region stammen diese auch frei lassen. Ihre Chancen sind zwar generell sehr schlecht, aber besser als sie zu separieren. Sollten es Männchen sein, können diese sich nämlich nicht einmal selbst versorgen.



    Oder wachsen Puppen auch noch?

    Nein, Puppen wachsen nicht mehr. Die Größe der adulten Tiere wird bereits im Larvenstadium festgelegt. Durch die Fütterung und teils auch spezielle Sekrete wird bei den Larven festgelegt, ob sich eine Arbeiterin oder Jungkönigin entwickelt (beide haben die selben genetischen Anlagen) und hierdurch auch die endgültige Größe der Imagines.

    Hi ForceMaster,


    sieht mir auch so aus, Größe dürfte von Kopf bis Gasterende eher 15mm sein, sieht auf dem Papier auch danach aus. Wegen der Flügel ist es auf den Fotos nicht so gut zu erkennen, ob die Gaster einfarbig schwarz ist, denn es gibt eine gewisse Verwechslungsgefahr mit Camponotus ligniperda. Im Gegensatz zur Annahme unter vielen Haltern sind die Farbtöne der beiden Arten nämlich sehr fließend zwischen Rotbraun und Braun und man kann anhand der Farbe nicht immer die Art bestimmen. Allerdings hat Camponotus ligniperda am ersten Gastersegment eine Aufhellung, die Camponotus herculeanus fehlt. Ist die Gaster also durchgehend einfarbig schwarz, dann ist es in jedem Fall Camponotus herculeanus.

    Ich habe hier einige Stellen, wo ich verschiedene Ameisenarten beobachte und hoffe schon seit Tagen, dass ich die Geschlechtstiere mal (fotografisch) erwische, bisher aber Fehlanzeige. Entweder war ich immer zum falschen Zeitpunkt da oder es verschiebt sich durch den kalten Frühling...

    Tatsächlich ist, als kleine Ergänzung, damit zu rechnen, dass die in den Schwarmflugtabellen angegebenen Zeiten tendenziell eher später, als früher stattfinden, da v.a. der Mai sehr kalt und regnerisch war. Aber es ist leider immer so, dass etwas Glück dazu gehört - die exakte Schwärmzeit ist regional verschieden und hängt ja auch am regionalen Wetter. Wenn man häufig draußen ist und "mit gesenktem Kopf" durch die Welt läuft, findet man aber im Laufe des Jahres nicht selten Ameisenköniginnen, gerade an sonnigen bzw. wenigstens warmen oder schwülen Tagen. Bitte nur einsammeln, wenn man sich sicher ist, keine streng geschützte Art vorliegen zu haben. Bei Bestimmungen via guter Fotos helfen wir gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter: Bestimmung von Ameisen



    Du wirst sicher eine für dich passende Ameisenart für den Einstieg finden. Wir sind für alle Fragen offen - schön, dass du dich vorab informierst. Und daher auch ein herzliches Willkommen meinerseits in unserer kleinen Familie :winken:

    So, es gibt Neuigkeiten zum Thema. Da mir keine andere Emailadresse vorlag und ich nicht wusste, an wen bei den Grünen ich mich mit so einem Thema wenden kann, hatte ich einfach an die Haupt-Mailadresse info@gruene.de geschrieben und um etwas Aufklärung bzgl. des Themas "Handelsregularien und Verbote bzgl. Wildtieren" in ihrem Wahlprogrammentwurf gebeten. Tatsächlich, nach einer kleinen Erinnerung an meine schon vor Längerem geschriebenen erste Mail habe ich vor ein paar Tagen von "Grünes Dialogteam (dialog@gruene.de)" - mit Entschuldigung für die sehr lange Antwortzeit - entsprechend Rückantwort erhalten.


    Anbei der Wortlaut. Ich erlaube mir im Anschluss, das aus meiner persönlichen Sicht zu kommentieren. Ich öffne auch den Thread wieder für eine sachliche, möglichst unemotionale und unpolitische Diskussion. Das ist natürlich eine Gratwanderung, denn einerseits geht es hier - wen wundert es auch bzgl. Tierschutz - explizit um den Wahlprogrammentwurf der Grünen und damit um Politik. Andererseits kann man das auch konstruktiv handhaben, hoffe ich.



    Die Antwort ist leider ja etwas allgemein gehalten, da nicht explizit auf Insekten oder gar Ameisen eingegangen wird. Einerseits dürfte das daran liegen, dass der Wahlprogrammentwurf der Grünen erst gegen Mitte Juni abschließend diskutiert und dann überhaupt beschlossen wird. Andererseits liest man hier - wie schon von einigen Usern vorab vermutet - einen starken Fokus auf Wirbeltiere heraus, also z.B. diverse Reptilien, Amphibien und Kleintiere, die allgemein einen anderen Stand beim Menschen haben als Insekten und Spinnentiere.


    Zudem sind Wahlprogramme natürlich erstmal stark gekürzt, damit der Bürger sie versteht und eine exakte und umfangreiche Ausarbeitung, um dann letztendlich Gesetze zu verabschieden, findet entsprechend überhaupt erst nach einer Regierungsbildung und ggf. Koalitionsverträgen statt und wird bekanntlich auch von Debatten innerhalb der Politik und Gesellschaft mitbestimmt.


    Auch wenn ich mir eine explizitere Antwort gewünscht hätte, denke ich persönlich immer noch, dass privat gehaltene Insekten nicht wirklich im Fokus von Tierschützern, Verbänden und "grünen Parteien" stehen, da in entsprechenden Anträgen, Diskussionen etc. immer ein starker Fokus auf Wirbeltiere gelegt wird. Dennoch dürfte in Zeiten des Insektensterbens entsprechende Tierklasse ggf. Eingang in neue Gesetze finden, die Frage ist eben nur, wie und in welchem Umfang.


    Daher ist die Antwort auch für uns interessant, da man hier einen Einblick bekommt, was u.a. auf die Terraristik im Allgemeinen zukommen könnte. Und das - leider - mMn auch nicht ganz zu Unrecht, wenn man mal weggeht von den sehr "nischigen" und in der Gesellschaft kaum bekannten Ameisenhaltern zur Terraristik im Allgemeinen, sowie deren Haltungs- und Handelspraktiken.


    Die beiden verlinkten PDFs mit Anträgen zeigen recht genau, was von den Grünen gefordert wird. Daher lohnt sich eine Sichtung, da entsprechende Anträge sicher auch bei Beteiligung an einer Regierung wenigstens teilweise ins Regierungsprogramm oder Koalitionsverträge eingebracht würden. Ich habe mal einige mMn wichtige Punkte herausgepickt, denn es ist in den Anträgen immer wieder auch der Elfenbeinhandel, Wilderei usw. Thema, was für uns in dem Sinne keine Rolle spielt:




    In der Drucksache 19/10186 vom 15.05.2019 heißt es:


    Man liest wie schon gesagt heraus:, dass generell wieder starker Fokus auf Wirbeltiere gesetzt wird. Ein paar Punkte sind für uns aber durchaus sehr relevant:


    - Eine bundeseinheitliche Regelung bzgl. des Handels und der Haltung exotischer Tiere würde natürlich jeden Halter exotischer Ameisenarten auch treffen, sofern Insekten dort explizit vermerkt wären

    - Ameisen werden zwar eher selten auf Tierbörsen gehandelt und in der Summe ist deren Anteil im Vergleich zur restlichen Terraristik vernachlässigbar winzig, dennoch würde es den ein oder anderen Händler und Interessenten treffen

    - Importe von Wildfängen sind natürlich ein riesen Thema für Ameisenhalter, da Nachzuchten bei den meisten Ameisenarten gar nicht möglich sind und fast alle Ameisenköniginnen Wildfänge sind

    - Positivlisten wären ggf. ein Ansatzpunkt, den Handel mit bestimmten Tieren weiter zuzulassen. Dazu müsste man aber auch entsprechend Lobbyarbeit betreiben und darstellen, warum explizit die Ameisenhaltung für die Umwelt kaum bis keine Auswirkungen hat

    - Verkauf und Versand über Online-Portale sei entschieden abzulehnen (auch für Insekten? Den Versand von Wirbeltieren mit der Post kann man mMn durchaus zu Recht kritisieren)




    Fazit:


    In der Summe bin ich leider nicht zu 100% schlau geworden, wie es sich denn nun mit Insekten oder gar Ameisen hält - denn in den Anträgen, die aber ja erstmal eine Diskussionsgrundlage und bei Weitem keinen Gesetzesentwurf darstellen, wird nicht klar ersichtlich, wie mit diesen umgegangen werden soll. Zudem darf man nicht vergessen, dass die breite Masse der Bevölkerung sich gar nicht darüber bewusst ist, dass es Insekten- bzw. explizit Ameisenhalter überhaupt gibt. Das zieht sich natürlich in die Politik hinein.


    Einerseits liegt hier in allen Texten ein sehr starker Fokus auf - oftmals auch stark gefährdeten - Wirbeltieren, angefangen von Großtieren wie Elefanten oder Nashörner, hin zu Reptilien, Amphibien oder Kleintieren. Das verwundert auch nicht weiter, da sich in der Wissenschaft und selbst in Regierungen (siehe Großbritanniens neuen Gesetzentwurf zur Anerkennung von Empfindungsfähigkeit/Gefühlen von Wirbeltieren) die Erkenntnis durchsetzt, dass Wirbeltiere eben empfindungsfähig sind und somit auch Gefühle haben, sowie leiden können etc.pp.,


    Andererseits sind Insekten und damit Ameisen aber eben keine Wirbeltiere und der Großteil der Wissenschaft geht auch davon aus, dass diese nicht im Sinne von Gefühlen "empfindungsfähig" sind. Dennoch gibt es ein paar Passus, die uns Ameisenhalter in diesen Anträgen betreffen könnten, wenn diese sehr allgemein formuliert werden und bei denen man wachsam verfolgen sollte, was da genau geplant wäre. Eine exakte Ausarbeitung hat zu diesem Zeitpunkt aber scheinbar eben noch nicht stattgefunden. Das eröffnet uns auch Möglichkeiten, bei Bedarf als Bürger an zukünftige Regierungen heranzutreten.



    Man darf also weiterhin gespannt sein, zumal es von einem Wahlprogramm zu einem Gesetz ein langer, langer Weg ist. Die anderen großen Parteien haben in Bezug auf den Tierschutz oft wenig vorliegen, siehe deren Wahlprogramme (Reihenfolge der Parteien wie auf der verlinkten Homepage, die Wahlprogramme sind im Parteinamen verlinkt:)


    - CDU/CSU haben ihr Wahlprogramm leider noch gar nicht veröffentlicht, wie es da mit Tieren und Tierrechten aussieht, wird man also sehen


    - Bündnis 90 - Die Grünen haben wir hier ja rege in Debatte. Das Wahlprogramm liegt als Entwurf vor und wird Mitte Juni diskutiert und final entschieden. Hier sind für uns v.a. S. 29 "Tiere schützen und respektieren" sowie "Wildtierhandel an die Leine legen" relevant


    - die SPD beschränkt sich in ihrem Wahlprogramm auf die landwirtschaftliche Tierhaltung und geht auf die private Tierhaltung oder Wildtiere, sofern ich es richtig gesehen habe, mit keinem Wort ein: , Punkt 3.15, S. 52


    - die FDP nennt Wildtiere im Zusammenhang mit Zoonosen und wollen eine Registrierungspflicht dieser, S. 51. Was genau "Wildtiere" sind wird nicht präzisiert, vermutlich geht es hier aber auch v.a. um Wirbeltiere. Sie nennen Tiere des weiteren im Zusammenhang mit der Landwirtschaft (s. 69) und Jagd (S. 70), sowie zur Zulassung von Insekten als Nahrungsmittel (S. 70)


    - Die AfD nennt Tiere ebenfalls im Zusammenhand mit Landwirtschaft, z.B. S. 195. Interessant für uns wird hier aber auf S. 196 ein Passus über invasive Pflanzen- und Tierarten:

    "Schutz der heimischen Ökosysteme verbessern: Im Schlepptau des weltweiten Warenverkehrs dringen entlang der großen Fernhandelsstraßen und ausgehend von internationalen Häfen mit ihren großen Warenumschlagplätzen immer mehr gebietsfremde Arten in heimische Ökosysteme vor und stören das ökologische Gleichgewicht. Es zeigt sich, dass gebietsfremde Arten nicht nur negative Auswirkungen auf unsere hiesige Natur haben, sondern auch konkrete finanzielle und gesundheitliche Schäden verursachen. Wir müssen größere Anstrengungen unternehmen, um die Einschleppung invasiver Tier- und Pflanzenarten zu verhindern und ihre Ausbreitung einzudämmen. Eine invasive Eigenschaft ist als Entnahmegrund im Tierschutzgesetz zu verankern".


    Da bisher keinerlei "offizielle" Listen zu invasiven Insekten vorliegen, weder vom Bundesamt für Naturschutz, noch von der AfD, Ameisen aber teilweise durchaus ein hohes Potential dazu haben (siehe auch Verschleppung von Ameisenarten in aller Welt), ist der Passus durchaus bemerkenswert für uns. Ob damit auch der Versand von Ameisen über den Globus und die damit einhergehenden potentiellen Probleme gemeint sind, kann ich nicht beurteilen. Da müsste man ggf. direkt bei der AfD anfragen.


    - Die Linke nennt in ihrem Wahlprogrammentwurf auf S. 72: "Insekten müssen als wichtiger Teil des Ökosystems geschützt erhalten und die Biodiversität gefördert werden" und "Wildlebende Tiere müssen besser geschützt werden. DIE LINKE will Wilderei und illegalen Wildtierhandel bekämpfen. Die Haltung bestimmter Wildtierarten und die Dressur von Wildtieren in Zirkussen und Delfinarien wollen wir im Sinne des Tierwohls ebenso beenden wie den Handel mit Wildfängen auf gewerblichen Tierbörsen. Wir fordern einen Einfuhrstopp für Jagdtrophäen geschützter Arten."


    Auch hier ist es eher allgemein, inwieweit ein "Insektenschutz" auch die Haltung und den Handel mit Ameisen beträfe, müsste man erfragen.

    Hi ForceMaster,


    eine narrensichere Bestimmung, ob du eine ungeschützte Raptiformica sanguinea vorliegen hast, oder eben irgendeine geschützte Formica s. str. oder andere Formica-Art, kann man direkt im Feld durchführen. Raptiformica hat, sowohl bei Arbeiterinnen, als auch Gynen, am Kopfschild unten eine deutliche Einkerbung, die für sie charakteristisch ist. Bei allen anderen Formica ist der Kopfschild hingegen nach außen gekerbt.


    Zudem ist der Thorax von Formica sanguinea Gynen nicht dunkel, sondern weitestgehend einheitlich rötlich, auch ohne dunkle Flecken. Nur hinten an der Flugmuskulatur gibt es einen dunkleren Rand. Das kann man ergo auch leicht erkennen. Wobei es, wie bei vielen Ameisen auch, natürlich eine gewisse Farbvarianz gibt.


    Hier ein kleines, schnell erstelltes Schaubild, Kopf einer Formica sanguinea Arbeiterin, man sieht deutlich diese U-förmige Einbuchtung Richtung oben. Der grüne Strich wäre in etwa der Verlauf des Kopfschilds bei anderen Formica-Arten.




    Diese Einkerbung ist mit guten Augen auch ohne Hilfsmittel zu erkennen, besser aber natürlich mit etwas Vergrößerung via Lupe.


    Hoffe das hilft dir bei zukünftigen Schnellbestimmungen weiter :)

    ForceMaster: Also bis die Galerie funktioniert, dauert es noch ein paar Tage. Grund ist ein halbwegs kompliziertes System. Ohne Google Maps funktioniert - leider - das Galeriemodul nicht, selbst wenn man keine Koordinaten für das hochgeladene Foto hinterlegt. Das hochgeladene Bild lässt sich dann einfach nicht absenden.


    Jetzt will Google aber erstmal Zahlungsinformationen für die Nutzung von Maps, welche momentan in unserem Fall aktiviert und nun in den nächsten Tagen verifiziert werden müssen (kenn man ja von PayPal, die senden dir 1ct mit einem Code, du gibst den ein, Konto ist verifiziert). Zwar werden wir bei unseren geringen Nutzerzahlen wohl nie das Freikontingent an Zugriffen auf die Karte(n) erreichen, aber Google will die Zahlungsdaten trotzdem hinterlegt haben.


    Wenn das alles glatt läuft, sollte die für Maps auf ameisenhaltung.de hinterlegte API dann nach Verifizierung auch endlich akzeptiert werden.


    Ein paar Tage Geduld also bitte :)


    Wir werden die Galerie dann auch gleich noch mit ein paar weiteren Kategorien ausstatten, z.B. "Mein Formicarium". Wäre ja eine schöne Möglichkeit, dass User auch ihre Ameisen und deren Lebensraum via Fotos vorstellen können.



    Den 301-Redirect aus dem AC auf AH.de schauen wir uns auch nochmal an, damit die alten Links weiter funktionieren. Ist gerade nur eine Notlösung, dass alles auf der Startseite hier landet. Das Team ist wegen Berufstätigkeit leider nicht mit unbegrenzten Zeitreserven ausgestattet, daher geht alles nur Schritt für Schritt.

    Vielen Dank. Schaue ich mir gern an. Ich hatte bis heute angenommen, dass es am (noch) falschen Google API Code liegt, aber der wurde heute Mittag eingepflegt.


    Das bekommen wir schon noch raus, was jetzt wieder ist ;)


    Und das gilt, nebenher gesagt, auch für den Redirect vom AmeisenCafe, der momentan nur auf die AH.de Startseite leitet. Wird ebenfalls diese Woche in Angriff genommen.

    Hi Revegate,


    wenn du die Art nicht sicher bestimmt hast, sondern eben nur die Gattung kennst, dann kann hier durchaus eine gänzlich andere Myrmica-Art vorliegen als deine Myrmica rubra. Resultat wäre, dass die fremde Gyne attackiert und ggf. getötet wird. Selbst artinterne Adoptionen sind nicht ganz ohne, da der Duft jeder Kolonie anders ist - fremde Tiere also als feindlich wahrgenommen werden. Aber ohne die Art überhaupt zu kennen, ist das Risiko noch weitaus höher, da hier ggf. überhaupt keine Kompatibilität vorliegt.

    Hi Hants,


    Glückwunsch zu diesem schönen Fund und ein Lob für deine wirklich guten Eingaben. Zwar war in dem Fall hier die Auswahl möglicher Arten sehr überschaubar, aber trotzdem war der Ansatz mit Lagebeschreibung, Lineal und den tollen Fotos etc. wirklich gut und das sieht man leider selten!


    Camponotus ligniperdus schwärmt im Mai/Juni, dieses Jahr vermutlich eher letzteres aufgrund des Wetters. Auch wenn man keine Gyne suchen/fangen will, ist es dennoch ein Spektakel, die dicken Brummer beim Abflug zu beobachten (und leider auch oft im Flug schnell im Schnabel diverser Vögel verschwinden zu sehen). Sofern die Oma also in der Nähe wohnt, lohnt sich ggf. ein regelmäßiger Besuch umso mehr, da man dann die u.a. größten europäischen Ameisen(königinnen) in Massen am Nest beobachten kann - die Kolonie wird einige Tage außer Rand und Band sein. In der Zeit ist die Chance eines Fangs in passender Umgebung dann auch gar nicht so schlecht.


    Für Fragen zu eurem Einstieg sind wir natürlich jederzeit gerne da.

    Hi Henrik,


    ein bisschen Aufwand musst du schon treiben, wenn du Tiere hältst, die werden sich nicht selbst verwalten... ;)


    Persönlich halte ich ein zunehmend wachsendes Sammelsurium an Reagenzgläsern für weitaus aufwendiger, als gleich ein anständiges Nest anzubieten. Denn es ist ja nicht damit getan, sie miteinander zu verbinden und dann nie wieder anzurühren - die Wassertanks müssen regelmäßig kontrolliert werden, ggf. auch mal ein RG ausgetauscht, wenn zu viel Kot/Dreck/Schimmel an der Watte ist oder der Tank zur Neige geht. Also eigentlich wenigstens einmal im Jahr, es verdreckt wirklich schnell.


    Je größer die Kolonie, ergo je mehr RGs du verbindest, desto schwieriger und lästiger wird das zu handhaben, zumal unter zunehmend vielen, wütenden und stechenden Ameisen. Zudem sind RGs eigentlich keine geeigneten Dauernester, allein schon da sie eigentlich viel zu stringente Bedingungen haben. In einem natürlichen Nest werden Eier, Larven und Puppen in natura häufig gar nicht zusammen gelagert, sondern in getrennten Bereichen, da die verschiedenen Brutstadien unterschiedliche Anforderungen an Temperatur und v.a. Feuchtigkeit haben. In einem RG ist das der Kolonie nur sehr schwer möglich, max. können die Puppen nah am Ausgang gelagert werden, wo es weniger feucht ist. In einem ordentlichen Nest kann man hingegen verschiedene Feuchtigkeitszonen anbieten und die Ameisen haben die Wahl, den für sie instiktiv besten Platz zu wählen.


    Was ist denn aus dem Ytongprojekt geworden, das du letzten Juni erwähnt hattest? Doch dagegen entschieden? Eigentlich klang das ja nach einem korrekten Ansatz.


    Ich kann durchaus verstehen, wenn man auch ein wenig Ästhetik will und ich selbst mag Ytongnester auch nicht so gerne, da sie irgendwie klobig sind und mEn auch schnell schimmeln. In dem Fall würde ich dir aber einfach zu einer Arena/Farm-Kombi raten. Die Farm ist dort direkt in die Arena integriert, man hat also keine Schläuche oder ein externes Nest. Da so eine Farm in der von dir ca. genannten Größe locker ein paar Jahre reicht bei normalem Koloniewachstum, hat man damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen:


    • Nest ist grabfähig, man kann also die Ameisen bei entsprechenden Aktivitäten beobachten, was interessant ist. Ein Nesteinblick ist wesentlich besser gegeben als in abgedunkelten RGs und man muss im Normalfall nichts anfassen/erschüttern
    • Durch verschiedene Feuchtigkeitszonen ist eine getrennte Lagerung der Brut möglich, die Ameisen können selbst entscheiden, was für ihre Brut passt, auch verschiedene Temperaturbereiche kann man bei Bedarf simulieren
    • Ein in sich geschlossenes System muss zudem nur selten gewässert werden
    • Das gesamte System kann miteinander oder auch getrennt in der Winterruhe gelagert werden, denn in modernen Systemen kann man den Farm-Teil mitsamt der zum Winter zunehmend zurückgezogenen Ameisen herausnehmen


    Um allgemein Grabeaktivitäten in der Arena zu unterbinden, reicht es, wenn man einfach nur eine hauchfeine Substratschicht einbringt. Wohin sollen sie denn graben, wenn nach 2-3mm Schluss ist? Graben werden sie eigentlich immer irgendwann und sei es nur, die viel zu großen RG-Öffnungen mit Sand zu verschließen. Reiner Sand wäre im Normalfall am geeignetsten, Sand/Lehm kann bei Austrocknung zu feinen Stäuben führen, die in die Tracheen der Tiere eindringen können.


    Feuchtigkeit hält sich, wie von Ralph schon richtig gesagt, am besten, je geschlossener das System ist. Je geschlossener das System, desto höher aber auch die Gefahr der Kondenswasser- und Schimmelbildung. Zudem wird das Substrat, also z.B. der Sand, in einer sehr feuchten Umgebung die Feuchtigkeit auch wieder anziehen und dadurch feuchter und grabfähiger. Da muss man einen guten Kompromiss finden.


    Das Substrat muss um die Luftfeuchtigkeit in der Arena zu halten indes nicht unbedingt durchgehend feucht sein. Aber der Aufwand ist mMn genauso groß, ob du jetzt 1x die Woche ein Schälchen mit Watte/Seramis bzw. Ton/Perlite/Vermiculit/o.ä. befeuchten musst, oder ob du einfach mit der Sprühflasche etwas Feuchtigkeit einbringst. Sprich: Du musst auch hier regelmäßig Wasser nachgeben und je wärmer es ist, desto häufiger. Die Kontrolle und Wartung der Anlage ersetzt so eine Maßnahme sicher nicht. Watte trocknet da btw viel zu schnell aus, im warmen Sommer wirst du nach wenigen Tagen nachbefeuchten müssen. Seramis/Ton hält das Wasser ein bisschen länger, Perlit noch etwas länger, da es ein bisschen wie ein Schwamm ist. Aber im Hochsommer wird das alles dennoch sicher 1x die Woche deine Aufmerksamkeit für ein paar Minuten (!) erfordern. Und wenn man den Aufwand ohnehin schon treiben muss, dann kann man auch gleich eine richtige Farm bewässern und ein richtiges Nest anbieten... :/


    Ein letzter Rat: Das (in Betrieb befindliche) Fernsehregel ist kein guter Platz für ein Formicarium aufgrund der Vibrationen durch Schallemission - das macht viele Kolonien zumindest nervös, was dazu führt, dass sie ihren eigentlichen Aktivitäten, v.a. der Brutpflege, nicht 100% ungestört nachgehen, was das Koloniewachstum hemmen kann.