Posts by ice_trey

    Würde ich auch so machen - besser nochmal eine Sperre einziehen. Die Kolonie ist schon ein wenig älter/größer? Ggf. auch über ein weiteres oder größeres Becken nachdenken, denn wenn Ameisen sehr aktiv daran sind, ihr Territorium zu erweitern, kann man das oft auch etwas reduzieren, indem man einfach mehr Platz anbietet.


    Was mich etwas wundert ist, wie schnell sie über Paraffin kommen. Wie sind denn deien Parameter bzgl. Luftfeuchtigkeit? Ist die Schicht eher dünn und durchgehend oder sieht man eher mehr oder weniger große Tröpfchen des Öls?


    Du hast nämlich durchaus Recht: Die Ameisen wissen sicher, dass da draußen noch etwas ist, denn sie nehmen da auch andere Gerüche wahr und wissen, dass es dort weitergehen könnte. Das kann man auch in RGs oft gut sehen: Wird eine Kolonie zu groß, bearbeitet diese tendenziell den Wattestopfen nach draußen wesentlich mehr, als den zum Wassertank. Die wissen schon, wo es raus geht ;)

    Selbiges, eine ungeschützte Formica sp., mehr kann man dazu anhand der Fotos nicht unbedingt sagen. Ihr könnt einfach die Haltungsparameter von Formica fusca oder Formica cinerea heranziehen - diese Arten sind ziemlich robust, also sind gewisse Schwankungen überhaupt kein Problem. fink2´s Aussage zur Gründung ist damit natürlich ebenfalls korrekt - einfach in Ruhe gründen lassen. Man kann sie mal anfüttern, wenn sie die ersten Larven hat, aber prinzipiell sind diese Arten darauf ausgelegt, auch ohne jede Nahrungszugabe erste Arbeiterinnen heranzuziehen.


    Glückwunsch zum Fund, herzlich Willkommen und wir sind natürlich gern für alle Fragen da :)

    Hey

    auf den ersten Blick würde ich sagen das dass Tetramorium ist aber bei solchen Bildern dann bin ich mir wieder unsicher Siege Bild 1 oben.

    Da hast du jetzt aber Lasius flavus verlinkt und das ist vollkommen ausgeschlossen aus den genannten Gründen ;)



    Das kann ich aus eigener Erfahrung widerlegen. Tetramorium kann auch claustral Gründen, es schlägt jedoch stark auf die Entwicklung. Ich habe vor 2 Jahren 15 Tetramorium Kolonien, aus Unwissenheit claustral gründen lassen. Ich fing erst an sie zu füttern, als sie Arbeiterinnen bekamen. 8 der 15 Kolonien schaffte die Gründung.

    Das ist interessant, Danke für diese Info. Bei mir haben die Gynen wie gesagt irgendwann Brutfraß betrieben, wenn keine Proteine rein kamen - aber das will ja nichts heißen. Tatsächlich sind die Tetramorium-Gynen vielleicht auch ein wenig besser dafür geeignet, als manch andere semi-claustral gründende Art, da sie ja relativ viel Körpermasse haben für so ein kleines Tier. Da bleibt also durchaus ein wenig was von abgebauter Flugmuskulatur, ein wenig Fettreserven...



    Die Arbeiterinnen von Tetramorium kenne ich etwas dünkler, ist aber nur meine Persönliche Erfahrung.

    Auf ein paar wenigen Bildern im Netz sieht man gelbliche Tiere, aber meine Vermutung dazu ist, dass es sich hier um recht frische Jungtiere handeln dürfte, die noch nicht ausgehärtet sind. Ich hab jetzt nochmal Bestimmungsbücher zu Rate gezogen, sowie diverse Quellen wie Antwiki.org und in allen Publikationen werden die Arbeiterinnen als rotbraun bis dunkelbraun, schwärzlich beschrieben. Da die Tiere auf den Fotos aber ja von letztem Jahr stammen, ist das Aushärten bereits lange abgeschlossen und das ist ihre natürliche Farbe - gelb. . Ich hab mich da auch erst von ein paar Bildern im Netz fehlleiten lassen (eigentlich sollte ich es besser wissen... besser gleich den Seifert und andere gute Publikationen anschauen, statt Internetbilder... :rolleyes: )




    Wie gesagt, vielleicht geht es mit ein paar besseren Bildern.

    Die claustrale Gründung spricht gegen Tetramorium. Dass es diese ohne jede Nahrungszugabe schaffen, wäre mir neu. Im Normalfall tritt nach einiger Zeit dann Brutfraß auf.


    Und je länger ich die Tiere ansehe, desto viel zu hell kommen mir die Arbeiterinnen vor. Da hab ich mich vielleicht auch von den Fotos vom Antstore täuschen lassen - die Tiere dort sind ggf. noch etwas jünger.

    Wie gesagt gibt es zwar eine gewisse Farbvarianz im Tetramorium caespitum/impurum-Komplex, aber ganz so hell und gelb... kenne ich so nicht. Eher schwarz bis ins, teils auch etwas hellere bräunliche.


    Quote from daddel


    Spricht das doch evtl. für Solenopsis fugax? An welchem Merkmal sind diese abzugrenzen?


    An den Dornen, denn Solenopsis fugax hat diese nicht. Dornen kann ich für meinen Teil nicht sehen, aber das ist auf den Fotos auch kaum zu erkennen, die sind einfach zu schlecht aufgelöst und dunkel. Ich hab das mal heller gemacht und per KI die Auflösung verbessern lassen, aber das reicht so immer noch nicht. Dornen sehe ich aber auch so keine - die sind allerdings bei Tetramorium auch ziemliche Stummel. Ich erlaube mir mal, ein Bild im Ameisenforum zu verlinken: https://ameisenforum.de/soleno…r-tetramorium-t56808.html


    Deswegen tendiere ich mehr und mehr eher Richtung Solenopsis fugax, seriös sagen lässt sich das vielleicht mit deutlich besseren Bildern.


    Vielleicht schaffst du es, nochmal bessere Fotos zu machen, v..a. von der Gyne - denn die Arbeiterinnen sind eigentlich nicht bewertbar bei der Auflösung. Dazu am besten raus ans helle Tageslicht bei gutem Wetter, Kamera/Handy möglichst auf Makromodus umstellen und so nah wie möglich ran, ggf. auch ein bisschen zoomen. Viele Smartphones lassen es auch zu, den Fokus manuell zu setzen - dann lassen sie einen plötzlich näher ran, als im Automatikmodus.






    Übrigens empfehlenswert für die Beurteilung sind gute Lupen mit Beleuchtung. Gibt´s mit 30-90x Vergrößerung bei Amazon für schlappe 10-15€. Mit bloßem Auge kann man gerade bei so kleinen Tieren wie hier wichtige Details gar nicht sehen - selbst bei größeren Gattungen wie Formica brauchst du die Lupe um Härchen zu zählen und ein paar bestimmte Stellen anzusehen. U.a. deswegen ist die Bestimmung anhand von Fotos so schwierig, teils auch einfach nicht möglich :)

    Hi Teff,


    tatsächlich ist der Ansatz mit Fliegengaze nicht so verkehrt, aber da würde ich einfach eine aus Metall nehmen, denn da werden sich auch Camponotus-Arten schwer tun. Bei sehr kleinen Arten muss man natürlich auch sehr feine Metallgaze kaufen.


    Das Ganze muss man dann auch sehr sorgfältig am Becken anbringen, damit sich keine Lücken an den Kanten bilden, unter die die Ameisen einfach durchlaufen oder sich durchdrücken können. Das kann man mit Silikon am Beckenrand befestigen, dann ist das auch dicht. Das Silikon kann man auch bei Bedarf wieder entfernen später, falls man das Becken anderweitig verwenden will. Ist zwar etwas mühselig, wenn es rückstandsfrei sein soll, geht aber mit entsprechenden Schabern/Kratzern schon.


    Hier wie ich das meine, hoffe es wird klar (Bild kann man vergrößern):



    Würde da schonmal die Drainageschicht einfüllen, ann die Gaze darauf legen, mit ein paar Gegenständen an den Kanten beschweren, damit sie schön flach liegt und dann einfach das Silikon ran. Muss ja auch nicht hübsch werden, da dann ohnehin das Erdmaterial darüber kommt.


    Bei einer Farm ist das schon weitaus schwieriger, als bei einem Erdnest und ich muss sagen da hab ich auch keine gute Lösung - in das schmale Teil eine Gaze zu fummeln und dann auch noch zu befestigen... Puh.



    Ansonsten ist es eben leider so, dass die Ameisen sich nicht an unsere Vorstellungen halten - kennt man ja. Die Ameisen graben sich oft gleich bis ganz unten durch und tragen fleißig die Drainageschicht ab. Im schlimmsten Fall ist das natürlich nicht förderlich für die Stabilität des Materials darüber.

    Hallo daddel,


    für die Artbestimmung hangelt man sich am Besten durch ein paar Merkmale, die schon vieles ausschließen können. Klar gehört auch ein bisschen Erfahrung dazu.

    Selbst mit Bestimmungsschlüssel ist das nicht einfach und oft gehört auch einfach gute Ausrüstung dazu, da sich die Merkmale von Gattungen und Arten teils nur in winzigen Details unterscheiden. Und selbst dann kommt man als Nicht-Experte nicht immer zum Ziel.


    Vor allem erkennt man diverse Unterfamilien aber schon am Aufbau des Abdomens, v.a. des Stielchenglieds, also der Verbindung zwischen Thorax und Gaster.


    Bei deiner Gyne kann man hier sehr schön sehen, dass ihr Stielchenglied sowohl einen Petiolus, als auch Postpetiolus hat (zur Erklärung der Begriffe sind diese verlinkt, reicht für eine Kurzbeschreibung auch schon mit der Maus darüber zu schweben). Das Stielchenglied ist also sichtbar sehr knubbelig/knotig. Daran kann man schon erkennen, dass es sich um eine Knotenameise/Myrmicinae handeln muss, zumal ein Postpetiolus für diese Unterfamilie u.a. charakteristisch ist. Das schließt u.a. sämtliche Lasius-Arten sofort aus, da diese zu den Schuppenameisen gehören.


    Zudem haben Knotenameisen oft auch noch Dornen hinten am Thorax (direkt oberhalb des Anfangs des Stielchenglieds) - diese können auch recht kurz ausfallen.


    Hier ein Bild dazu:



    Oben Knotenameise, unten Schuppenameise.



    Solenopsis fugax könnte man ggf. noch denken, aber die schwärmen erst noch später, im August/September. Bei Temnothorax- und Leptothorax-Arten hingegen ist der Größenunterschied zwischen Gyne und Arbeiterinnen nicht derart extrem.


    Da bleibt dann eigentlich fast nur noch Tetramorium übrig, da gibt es auch eine gewisse Farbvarianz im Tetramorium caespitum/impurum-Komplex.


    Allerdings sind die Fotos leider nicht so gut, dass man das seriös abschließend beurteilen könnte.



    Was mich jetzt ein bisschen wundert: Wie hast du die Gründung durchgeführt? Denn Myrmicinae, darunter eben auch Tetramorium gründen eigentlich semiclaustral, sind also auf eine Futterzugabe angewiesen. Lasius flavus hingegen würde claustral gründen, braucht also gar kein Futter bis die ersten Arbeiterinnen da sind. Liege ich richtig, dass du die Gyne angefüttert hast?

    Hi ForceMaster,


    dieser Drang ist nicht weiter ungewöhnlich. Man muss dabei bedenken, dass RGs vor allem für den Halter praktisch sind. Ameisen mögen die glatten Oberflächen und die für sie auch ziemlich riesige, einzelne "Kammer" nicht so gern. Es gibt sogar Arten, wie Manica rubida, die man im RG gar nicht gründen lassen kann, weil sie es schlicht so gar nicht akzeptieren und eben mit diesem "Entkommen wollen" nie aufhören.


    Letztendlich sollte das Verhalten bei claustral gründenden Arten nach wenigen Stunden bis Tagen nachlassen. Ist es dann immer noch vorhanden, was eher ungewöhnlich wäre, würde ich es mit einer anderen Nestart versuchen, z.B. ein Korknest oder eine Farm (hier bietet sich Kokoshumus gut an).


    Bei Arten wie Camponotus herculeanus biete ich mitterweile gern ein "aufgepimptes" RG an mit einem Korstreifchen als Boden. Das mögen sie recht gern scheinbar und erleichtert v.a. auch das Laufen und Umdrehen im RG: Schnelles Kork-Reagenzglasnest zum besseren Abstreifen der Flügel



    Ergo: Du machst nichts falsch. Lediglich im Fall dessen, dass man eine geflügelte Gyne aufsammelt, diese die Flügel auch nach zig Tagen nicht abwirft und dafür entkommen will, kann man davon ausgehen, aus Versehen eine unbegattete Jungkönigin aufgesammelt zu haben. Sie hat dann in dem Fall immer noch den Drang zum Schwärmen.

    Hi Waschmaschine, herzlich Willkommen auf Ameisenhaltung.de :winken:


    Es handelt sich mit Sicherheit um keine Feuerameise, sondern wohl um eine Tetramorium sp., die Fotos sind aber nicht gut genug, um die Art einzugrenzen. Sehr wahrscheinlich ist aber einfach eine Art aus dem Tetramorium caespitum / Tetramorium impurum-Komplex.


    In jedem Fall eine einheimische, häufig anzutreffende Gattung mit diversen Arten und keinerlei Grund zur Sorge.


    Solltest du die Königin gründen lassen wollen, so gründet diese semiclaustral, ist also auf die Zugabe von Futter, sowohl kohlenhydrathaltig, als auch proteinreich (im Wechsel) angewiesen. Ansonsten bitte wieder an dem Punkt, an dem du sie gefangen hast freilassen.


    Dass eine wieder feigelassene Gyne überrannt wird, kannst du indes nicht vermeiden - das gehört zum Risiko der Koloniegründung. Gerade die semiclaustral gründenden Arten sind aufgrund der notwendigen Futtersuche durchaus durch bestehende Ameisenkolonien in der Umgebung, aber auch durch Fressfeinde bedroht. So wird aber auch die natürliche Auslese gewährleistet - nur die wenigsten Königinnen schaffen eine erfolgreiche Koloniegründung.

    Hi und herzlich Willkommen! :winken:


    Beitrag wurde hier in den Bestimmungsbereich verschoben - der ursprüngliche Bereich "Probleme bei Registrierung oder Ähnliches" ist dafür nicht gedacht, sondern nur für User, die ebensolche Probleme haben und manuell freigeschaltet werden müssen ;)


    Bitte noch eine Ansicht der Gyne von vorne und vorn-seitlich posten, Danke.

    Gleich vorweg: leider nein, da muss ich aktuell noch passen. Auch wenn ich das natürlich total gut und spannend finde! Gibt immer mal wieder Berichte darüber - und evtl. ja dann hier auch mal den ein oder anderen ;)

    Ein bisschen gewundert habe ich mich immer über den starken Fokus auf Waldameisen! Weil sie so nützlich sind? Weil sie wirklich seltener sind als andere Arten? Sind sie einfach leichter umzusiedeln als andere Arten (i.d.R. polygyn, große Kolonien, großer oberirdischer Nestteil, etc)?

    Der Schutzstatus ist damit begründet, dass diese Arten eben in der Vergangenheit sehr stark durch direkte menschliche Eingriffe dezimiert wurden. Und der Naturschutz ist eben auch noch ein bisschen altmodisch, denn da geht man im Fokus gern auf einzelne Arten, statt einfach große Landstriche unter Naturschutz zu stellen und es den Tieren damit zu ermöglichen, sich selbst zu erhalten und in einem biologischen Gleichgewicht zu leben.


    Tatsächlich gehen die Ameisenschutzwarten nach allem was ich so mitbekomme aber zunehmend auch dazu über, auch andere Arten (werden im Jargon gern als "kleine Ameisen" zusammengefasst) umzusiedeln, sofern das überhaupt möglich ist. Für diese braucht es auch das ganze Prozedere mit den Naturschutzbehörden nicht, da im Normalfall kein besonderer Schutzstatus vorliegt. Das ist natürlich nicht immer realistisch, denn es gibt durchaus viele Arten, bei denen die Königinnen derart tief im Boden sitzen, dass ein Ausgraben fast unmöglich ist. Dennoch: Ist ohnehin klar, dass durch eine Baumaßnahme entsprechende Kolonien ansonsten zerstört würden, werden solche Versuche ab und an unternommen.


    Du hast insofern auch Recht, der besondere Lebenszyklus hügelbauender Waldameisen (sowie Raptiformica sanguinea, auch diese werden häufig umgesiedelt) macht die Arbeit wesentlich einfacher, da man die Kolonien im Frühjahr eben sehr einfach mit Brut und Gynen einfach manuell abtragen kann.


    Letztendlich ist aber anzunehmen, dass in der Zukunft noch einige mehr Arten unter den Schutzstatus kommen dürften - damit wird man umgehen lernen müssen.




    Das ist bestimmt nicht förderlich für das Gewinnen neuer (besonders junger) Mitglieder. Bert Hölldobler hat in einem Interview erzählt, dass er als Kind einheimische Arten gehalten hat. Wäre schon schade gewesen, wenn er das nicht gemacht hätte.

    Ich will aber nicht meckern - ich hab großen Respekt davor, dass Menschen sich in ihrer Freizeit engagieren und damit unser aller Natur schützen. Dankeschön :)

    Das ist es eben, diese Ablehnung per se ist mMn nicht förderlich und eben auch nicht immer gut begründet. Und man sieht es eben leider auch - die Vereine überaltern extrem. Sieht man ja schon meist an den Internetauftritten, aber das ist ein anderes Thema. Trotzdem darf und sollte man nicht in Abrede stellen, dass dort viele Mitglieder sehr sehr viel geleistet haben. Einige Mitglieder, die ich kenne fahren im Jahr zigtausende Kilometer, nur weil es vor Ort keine Ameisenheger gibt und siedeln eine Vielzahl an Kolonien um, die ansonsten einfach zerstört würden. Dazu kommt natürlich auch das ganze Erfassen/Kartieren usw. und auch die Aufklärungs- und Infoarbeit, die geleistet wird.



    Wie auch immer. Ich kann nur dazu motivieren, sich das mal anzusehen - denn ich glaube die Schutzwarten können eigentlich von jungen, ameisenerfahrenen Leuten wirklich profitieren.

    Hi alle zusammen,


    mich würde mal interessieren, ob die/der ein oder andere von euch in einer Ameisenschutzwarte engagiert ist?


    Während der Corona-Pandemie haben sich ja doch erfreulicherweise wieder mehr Menschen dazu entschlossen, ein Ehrenamt auszuüben. Gerade für solche, denen das Wohl von Ameisen am Herzen liegt bzw. die Ameisen faszinierend finden, ist daher die Arbeit in einer Ameisenschutzwarte durchaus naheliegend. Hier kann man auch einiges an Wissen über Ameisen einbringen, auch wenn das Hauptaugenmerk auf besonders geschützten Ameisen liegt, die man natürlich in der Haltung niemals finden sollte.



    Die Ablehnung von Ameisenhaltern durch die Ameisenschutzwarten und deren Nachwuchsprobleme


    Leider ist es nur so, dass manche (wenige, wie beispielsweise die bayerische) Ameisenschutzwarten auf ihren Homepages die Ameisenhaltung ablehnen - und das obwohl, wie in vielen Vereinen - auch hier die Mitglieder immer weiter überaltern und eigentlich jüngerer Nachwuchs wirklich wichtig wäre. Meiner Meinung nach ist das eher auf Unwissenheit und diverse Ängste begründet, denn die Ameisenhaltung und der Ameisenschutz schließen sich sicherlich nicht aus. Hintergrund der Ablehnung ist v.a., dass das Risiko der Einschleppung invasiver Arten über den Ameisenhandel besteht. Das ist natürlich nicht vollkommen von der Hand zu weisen, doch die Erfahrung zeigt, dass die meisten Arten über den globalen Pflanzenhandel eingetragen werden und nur in seltensten Fällen Ameisen aus der Haltung nach draußen gelangen (über Halter, die solche Arten gezielt aussetzen will ich nicht reden, denn ich denke der allergrößte Teil der Halter lehnt dies strikt ab, verurteil es auch entsprechend und hält seine Ameisen korrekt gesichert). Die Entnahme von Ameisenköniginnen aus der Natur ist ein weiterer Punkt, doch ist davon auszugehen, dass der Anteil der von Haltern entnommenen Tiere in Hinsicht auf die, allein in Deutschland, im Jahr sicher zig Millionen schwärmenden Königinnen nicht ins Gewicht fallen dürfte.


    Die Hauptaufgabe der Ameisenschutzwarten ist es, streng geschützte Ameisenarten wie die heimischen Formica s. str. (Waldameisen im engeren Sinne) zu erfassen/kartieren, bei Bedarf umzusiedeln, ggf. zu pflegen, sowie auch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung zu leisten. Dabei arbeitet man recht eng v.a. mit der unteren Naturschutzbehörde zusammen, die in Deutschland im Normalfall beim Landratsamt beheimatet ist.


    Ich für meinen Teil habe die Ablehnung der Haltung seitens meiner zuständigen Ameisenschutzwarte ignoriert und hänge meine Haltung einfach nicht an die große Glocke. Anfang 2021 habe ich daher die Ausbildung zum sog. Ameisenheger (Österreich: Ameisenwächter, Schweiz: teils beides oder auch "Ameisengötti") absolviert und schon zwei Wochen danach im Zuge einer Baumaßnahme am Lech (Fischtreppe) schon unter Leitung eines Kollegen eine Formica pratensis Kolonie in ein nahe gelegenes Schutzgebiet umgesiedelt. Danach folgten bis heute einige weitere Maßnahmen, u.a. eine Formica rufa Kolonie, die im Kompost eines Imkers hauste und zunehmend dessen Bienenstöcke aufsuchte - eine furchtbare Umsiedelung, das Nest bestand eben vorrangig genau aus dem, was man sich vorstellt: schöner, warmer Biomüll ^^



    Wann und wie läuft eine Umsiedelung grob ab?


    Solche Umsiedelungen erfolgen natürlich nach Absprache und Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörden und nur in Fällen, in denen es sich nicht vermeiden lässt, weil das Nest sonst dauerhaft gestört oder gar zerstört würde. Das betrifft in Realität fast immer Baumaßnahmen, z.B. Flussrückbau, Straßenbau, Erweiterung von Gewerbegebieten und Wohnsiedlungen, ... Seltener auch Fälle, in denen z.B. davon auszugehen ist, dass z.B. verärgerte und v.a. uneinsichtige Bürger der Kolonie ansonsten gezielt schaden würden (z.B. wenn ein Nest sehr nah an einer Wohnsiedlung/Garten ist und die Ameisen ihnen zunehmend lästig werden) oder - wie im Fall des Imkers oben - wenn natürlich einzusehen ist, dass der Neststandort mehr als ungünstig ist (auch wenn der Imker den Tieren eigentlich nicht schaden wollte). In solchen Fällen genehmigen die Behörden die Umsiedelungen - diese dürfen ausschließlich durch fachkundiges Personal erfolgen, wie eben die Ameisenheger/innen.


    Umsiedelungen sind dabei reine Handarbeit, man versucht auf den Einsatz von Maschinen zu verzichten, soweit es geht (selten muss man mal einen ganzen Baumstumpf per Bagger aus dem Boden ziehen), um möglichst wenige Tiere dabei zu schädigen. Daher erfolgen die meisten Maßnahmen in diese Richtung auch im Frühjahr, wenn die Kolonien sich zur sog. "Sonnung" in Massen auf den Ameisenhügeln nach draußen begeben - inklusive der Königinnen. Dieses Verhalten ist für Waldameisen sehr typisch, die damit erstmals im Jahr, meist im März/April, ihr Nest aufheizen, indem sie die in der Sonne aufgenommene Körperwärme in weiter unten liegende Bereiche tragen und dort wieder abgeben. Das erleichtert die Umsiedelungen ungemein - erst später im Jahr ziehen sich v.a. die Königinnen immer weiter in untere Nestteile zurück, es wird also immer schwer, noch an diese heranzukommen.


    Man nimmt dann - meist in den frühen Morgenstunden, wenn die Tiere noch ziemlich träge sind - möglichst viele Tiere und auch Brut per Hand auf, da diese eben sehr weit oben im Nest anzufinden sind. In geeigneten Behältern bringt man diese inklusive Material des alten Nests dann zum neuen, besser geeigneten Neststandort. Dort wird erstmal ein künstlicher Hügel locker aufgeschichtet. Das wiederholt man in den kommenden Tagen nach Bedarf. Der künstliche Hügel wird bei Annahme des neuen Standorts von den Ameisen dann auch regulär aufgebaut. Natürlich bekommen die Ameisen auch einiges Futter als Starthilfe am neuen Standort, bevor sie auf eigene Faust alles für sich einnehmen können.


    Es ist natürlich klar, dass die Ameisen einen in dem Moment dafür hassen, ihr Nest aufzuwühlen und das sie das auch an einem auslassen. Bisse und Ameisensäure for free - aber da muss man als Ameisenheger/in durch, es ist auch nicht so schlimm, wie man denkt. Das erste Mal kostet, wie meistens, etwas Überwindung. Am frühen Morgen sind die Tiere auch zum Glück noch nicht so sehr dazu in der Lage, sich extrem zu wehren und auch wenn viele Tiere an einem herumkrabbeln kommt man dann weitestgehend unbeschadet durch.


    Es ist nicht nur sehr erfüllend, wenn man Königinnen bei einer Rettungsumsiedelung entdeckt (was leider nicht immer der Fall ist), sondern auch bei der anschließenden Nachsorge sieht, wenn ein neuer Neststandort gut angenommen wird und die Kolonie somit wohl auch gerettet ist und zukünftig an einem sicheren Platz leben kann.



    Warum macht man das eigentlich?


    Waldameisen sind in Deutschland besonders geschützt, da sie einen hohen ökologischen Nutzen erfüllen und die Bestände vor ca. 200 Jahren, v.a. durch das gezielte Absammeln von kiloweise Brut als Tierfutter, fast zusammengebrochen waren. Das wird in anderen Ländern, v.a. in Teilen Osteuropas im Übrigen immer noch gemacht, denn v.a. die Puppen (werden als "Ameiseneier" verkauft oder direkt verwertet) sind ein formidables Vogelfutter.


    Dabei sind Waldameisen ungemein wichtig für den gesunden Wald bzw. generell für ihre Umgebung. Schützt man diese, hilft man also dabei, den Artenschutz zu erfüllen, sowie die Waldgesundheit zu erhalten. Denn die Ameisen lockern nicht nur den Boden auf und ermöglichen damit Pflanzen ein gutes Wurzelwachstum und hemmen nebenbei Bodenerosion. Sie verbreiten auch Samen und helfen damit vielen Gewächsen bei der Vermehrung. In ameisenreichen Wäldern ist die Honigtauproduktion erhöht, was zu einer besseren Waldhonigausbeute der Bienen führt. Daneben vertilgen Waldameisen Unmengen Insekten, die oft als Schädlinge gelten und dienen ihrerseits vielen anderen Tieren selbst als Nahrung. In ihren Nestern leben zudem zahlreiche Tierarten als sog. Ameisengäste. Ihre Anwesenheit führt also zu höherer Artenvielfalt und einem biologischem Gleichgewicht.


    Leider ist es nur so, dass auch vor Ameisen der Insektenschwund nicht Halt macht. Nach eigenen Erhebungen der Ameisenschutzwarte Bayern sind Bestände in einigen ihrer Wirkbereiche binnen der letzten Jahrzehnte um teils 30% zurückgegangen. Grund ist vermutlich v.a. die intensive Waldwirtschaft, Bebauungsmaßnahmen, Zersiedelung und Flächenfraß, die Zerschneidung von Lebensräumen, der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft und mit alledem einhergehend auch ein Rückgang der Futterinsekten der sehr proteinhungrigen Formica-Kolonien.



    Und nun zu euch


    Will sich noch jemand als Ameisenheger/in outen? Oder gibt es jemanden, der sich für dieses schöne Ehrenamt interessiert und sich vorstellen könnte, im Ameisenschutz tätig zu werden? Ich würde mich über einen Austausch freuen :)

    Sehe ich das richtig, dass solche Proteine hauptsächlich die Königin aufnimmt um Eier legen zu können?

    Bei Messor ist das ein bisschen Speziell. Im Allgemeinen haben Ameisen meist einen Sozialmagen/Kropf, die Königinnen vieler Arten bekommen vor allem von den Arbeiterinnen aufbereitete Nahrung, ernähren sich eher weniger direkt. Die Arbeiterinnen reichern die Nahrung in ihrem Sozialmagen an, würgen sie hübsch mit Enzymen usw. angereichert wieder heraus. So wird auch festgelegt, ob (weibliche) Larven zu Arbeiterinnen oder Jungköniginnen heranreifen - die Menge und Qualität (in Bezug auf die Anreicherung) der Nahrung ist entscheidend. Denn genetisch sind beide Kasten, Königin und Arbeiterin - so unglaublich das in Hinblick auf den oft massiv anderen Körperbau auch erscheinen mag - vollkommen identisch. In der Haltung ist es ggf. wegen des weitaus geringeren Platzangebots und damit komprimierten Nestern etwas häufiger, dass die Königinnen überhaupt direkt mit bereitgestelltem Futter in Kontakt kommen.


    Messor hingegen haben einen ziemlich unterentwickelten Sozialmagen, da sie diesen gar nicht so sehr brauchen. Sie speichern ihre Nahrung ja schließlich in Form von Körnern/Samen, die sie teils auch zu sog. Ameisenbrot aufbereiten, eine eingespeichelte und mit zig Substanzen und Enzymen angereicherte Masse, die ziemlich lange haltbar ist. Die Königinnen ernähren sich also auch direkt an Samen/Körnern, Ameisenbrot, sowie ggf. Proteinnahrung wie Insekten - aber nicht unbedingt ausschließlich, da eine Fütterung seitens der Arbeiterinnen schon möglich ist. Die Arbeiterinnen haben aber durchaus auch einen gewissen Proteinbedarf und decken diesen auch gern mal über bereitgestellte Proteinnahrung (oder aber nutzen eben doch auch ihre, wenn auch geringen, Kropfkapazitäten), oder geben es natürlich an die Larven weiter.


    Die Messor sind doch aber Körnerfresser. Was kann ich noch versuchen?

    Nun, weiter mit mehr Futterauswahl experimentieren und deine Haltungsparameter verbessern. Wie weiter oben beschrieben sind Vogelfuttermischungen nicht schlecht, da sie schon einen größeren Mix haben. Die Samen und Körner sollte man aber eben auch vorknacken (nicht zu Mehl zermahlen, sondern einfach so anquetschen, dass sie in ein paar Stücke zerfallen). Sonnenblumenkerne (ohne Schale) werden meiner Erfahrung nach von allen Messor sehr gern gemocht, Kürbis eher weniger. Im Prinzip ist es aber wie immer: Man muss Auswahl bieten und da gibt es natürlich auch reichlich.


    Nur um ein paar Impulse zu liefern: Sonnenblume, Sesam, Hirse, Nachtkerzensamen, Grassamen, Löwenzahnsamen, Buchweizen, Hanf, Chiasamen (sollten auf keinen Fall nass werden, da sie sonst extrem klebrig und zur Gefahr werden), Amaranth, Leinsamen, ... Getreide wird btw oft nicht so gern genommen. Der Fantasie sind jedoch kaum Grenzen gesetzt. Selbst Saatkörner von Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Senf kann man nehmen. Je nach Kolonie werden auch diese gern genommen.


    Ansonsten empfehle ich eine deutlich proteinreichere Ernährung mit viel Futterinsekten - damit sollte die Eiablage in hohem Maß gewährleistet sein, sofern die anderen Haltungsparameter (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ruhe!) sonst auch stimmen. Wie schon von den Vorrednern geschrieben ist die Temperatur von gut 16°C wesentlich zu niedrig. Zu diesen Jahreszeiten hat es in den Herkunftsländern von Messor-Arten gern deutlich über 25 oder gar über 30°C im Außenbereich. Zwar können Messor auch bei unter 10°C schon aktiv sein, aber die Bedingungen für eine gute Kolonieentwicklung hast du bei Temperaturen unter 20°C dann eben nicht, sondern zwingst die Kolonie, dauerhaft bei für sie eher winterlichen oder wenigstens suboptimalen Temperaturen zu leben. Vielleicht dazu noch angemerkt: Bitte niemals in die direkte Sonne stellen und beim Einsatz von Heizmatten etc. sehr überlegt vorgehen und den Ameisen Ausweichräume im Nest lassen. Denn so sehr Ameisen Wärme mögen - staut sich diese zu sehr, dann sterben sie sehr schnell an Überhitzung ab, selbst wenn die Temperatur gar nicht so hoch war.


    Wenn es dann immer noch nicht klappt, hat man ggf. auch eine nicht so fertile Königin erwischt oder macht weiter unerkannt Haltungsfehler. Im Frühjahr ist mir auch erst eine Gyne gestorben, die es trotz Pushing und exakt selber Lebensbedingungen nicht geschafft hat, je mehr als 10 Arbeiterinnen zu produzieren (die Kolonie einer anderen, gleichzeitig erworbene Messor-Königin ist im gleichen Zeitraum auf einige hundert Arbeiterinnen angewachsen).



    Ich hoffe, mit den Impulsen wirst du es hinbekommen. Ggf. schilderst du noch, wie dein Formicarium aufgebaut ist und wie du Temperatur usw. kontrollierst.

    Ja, das ist wirklich wild :crazy:


    Ich will auch nicht ausschließen, dass die Arbeiterin am Ende doch noch von mir kam, denn wir waren vor 3 Wochen in Griechenland im Urlaub. Denkbar ist schon, dass man eine blinde Passagierin hatte. Aber die Arbeiterin müsste dann schon beim Austeigen aus dem Auto vom Koffer gefallen sein, um an diese Stelle der Außenwand zu kommen. Ist schon auch ein wenig konstruiert, aber nicht unmöglich...


    Oder eben die Variante "Pflanzenkauf mit blinder Passagierin" seitens eines Nachbarn, kommt ja auch mal vor, dass exotische Arten in Gewächshäusern siedeln.


    Man wird sehen. Ich habe bis jetzt noch keine weitere Exemplare gefunden, aber werde wie gesagt mal fragen, ob ich ein bisschen im Vorgarten der Nachbarn suchen darf, weil mein Radius sonst sofort sehr eingeschränkt ist. Tatsächlich habe ich immerhin festgestellt, dass diese Nachbarn eine Dolichoderus quadripunctatus Kolonie haben, die auf ihrer Gartenmauer fouragiert. Auch ein schöner Fund, der mir bis dato komplett entgangen war.


    Wenn es hier wirklich eine Crematogaster-Kolonie gäbe, wäre das schon eine kleinere Sensation (für mich). In dem Fall würde ich die Info sogar an Herrn Seifert (den Myrmekologen) schicken und an das Landesamt für Umweltschutz vermelden. Dass es exotische Arten schaffen, sich zu etablieren ist ja nicht neu, aber der Fund ist natürlich dann trotzdem interessant.


    Einen interessanten Artikel zu einer in Hessen tatsächlich dauerhaft etablierten (großen) Pheidole pallidula Kolonie gibt es hier: https://www.naturschutz-hessen…_pallidula_fur_Hessen.pdf

    Auch hier wieder ein gutes Beispiel, warum wir einfach gut auf unsere Tiere aufpassen müssen. "Glücklicherweise" sind dann doch eigentlich immer Pflanzenimporte Schuld und nicht wir Halter, wenn solche Fälle auftreten.


    Aber jetzt erstmal schauen und nicht zu viel erwarten. Ich bin hin und hergerissen, ob ich es nicht eigentlich besser fände, nichts weiter zu finden, aber finde es natürlich auch spannend... ;)

    Hallo allerseits,


    ich habe gestern Abend zufällig bei uns an der Hauswand eine seltsame Entdeckung gemacht. Leider ist das Exemplar nicht gut erhalten, aber es sieht doch ganz nach einer Crematogaster sp. aus. Die Arbeiterin war in einem aktuell auch bewohnten Spinnennetz.


    Nun ist es ja nicht ganz neu, dass es davon lokale Populationen geben soll, die eingeschleppt wurden. Eine exotische Art im wahrsten Sinne des Wortes aber vor der eigenen Haustür zu finden ist nochmal etwas anderes. Ich dachte erst ich hätte ggf. einfach eine Schlupfwespe, deren Flügel abgefallen sind vorliegen (wegen der Farbgebung und der spitzen Gaster, die ich hierzulande einfach nicht erwartet habe), aber bei Betrachtung unter dem Vergrößerungsobjektiv sah man dann eindeutig die Dornen usw.


    Leider (oder zum Glück?) konnte ich noch kein lebendes Exemplar auffinden, habe aber auch nur kurz Zeit gehabt zu suchen (und werde auch bei den Nachbarn schauen müssen). Der Kopf ist - was aber auch an der "Lagerung" und Ausbleichen in der Sonne liegen kann, eher orange als rot. Allerdings sieht man am Petiolus (Ansicht oben) diese nach vorn breiter werdende, dreiecksförmige Form, was auf Crematogaster scutellaris hindeutet. Ich habe das auf Bild 4 markiert.


    Um noch den natürlich naheliegenden Verdacht auszuräumen: Ich habe Crematogaster hier vor Ort noch nie gehalten, die Arbeiterin kann also nicht aus meiner Haltung stammen. Die letzte Kolonie hatte ich vor über 10 Jahren in meinem Elternhaus, seither bin ich 3x umgezogen (ein Teil der Fotos aus den Artbeschreibungen zeigt genau diese Kolonie). Es kann natürlich sein, dass mit irgendeinem Pflanzenimport eine einzelne Arbeiterin auch mal über die Welt verschifft wird, aber ich werde nochmal intensiv suchen, ob hier eine Kolonie lebt.


    Anbei einige Bilder. Körperlänge beträgt ca. 3mm.


    Kopfbereich, eindeutig erkennbar die typische Antennenform der Ameisen und auch der Clypeus (zugegeben, den haben Wespen auch ^^ )



    Die typisch spitze Gaster inkl. Stachel.




    Blick von oben.





    Hier das abgerundete Dreieck am Petiolus. Auch die Dornen noch ein Stück weiter vorn sind klar erkennbar.






    Ich werde weiter berichten, ob ich noch etwas beobachten kann. Das Exemplar werde ich ggf. zur Bestimmung einsenden.