Posts by ice_trey

    Hi Kryolan,


    eine interessante Beobachtung und gut, dass du es mal ansprichst. Denn auch für andere Halter kann das der Schock des Tages sein!


    Diese Haltung ist aber nicht immer, was es scheint. Es kann in der Winterruhe durchaus vorkommen, dass sich die Gynen (oder auch andere der Koloniemitglieder) seltsam zusammenkrümmen oder, wie bei dir, einfach seltsam liegen - z.B. auf der Seite oder seltener auf dem Rücken. Viele Halter hatten diesen Schockmoment schon, denn teilweise haben die Tiere dann wirklich eine richtige "Totenhaltung", also v.a. mit stark angezogenen Beinen und teils auch hier in Rückenlage. Selbst wenn andere Koloniemitglieder über sie laufen, reagieren sie dann manchmal nicht.


    Durch den in der Winterruhe stark heruntergefahrenen Stoffwechsel bleiben die Tiere manchmal für einige Zeit in dieser Haltung. Erst durch eine Erwärmung kommen sie langsam wieder in Schwung und nehmen dann wieder ihre richtige Körperhaltung ein. Meist beginnt das erstmal mit etwas "Fühlerwackeln", später dann mit dem restlichen Körper.



    Du hast es also absolut richtig gemacht: Bevor man aus allen Wolken fällt, sollte man die Tiere erstmal vorsichtig aufwärmen (nicht zu sehr, bitte nicht mit Heizstrahler o.ä. schockwärmen, sondern einfach mal ein paar Stunden bei Zimmertemperatur lagern). Bleibt die Königin auch nach mehreren Stunden Zimmertemperatur so, dann ist sie vermutlich wirklich tot. Man sollte das aber genau prüfen.


    Die Winterruhe wird dadurch auch nicht gestört, denn auch in freier Natur gibt es im Winter Wärmephasen - da kann schonmal ein Teil der Kolonie sogar wieder für ein paar Tage fouragieren gehen. Man kann die WR also getrost für ein paar Stunden oder einen Tag unterbrechen, solange das nicht ständig vorkommt.

    Hi ForceMaster,


    Danke für die Eröffnung des Threads. Es gibt glaube ich keinen Thread für allgemeine Beobachtungen... :/



    Eine Störung der Winterruhe bei Camponotus Arten wurde ja schon oft thematisiert. Dabei handelte es sich aber immer um Kolonien in der Haltung und nicht in der Natur. :think:

    Ja, das ist korrekt. Die endogen lebenden Camponotus-Arten weisen häufig nach spätestens ein paar Jahren in der Haltung Störungen in ihrem Rhythmus auf. Ich bin relativ sicher, dass das an viel zu homogenen Bedingungen liegt, die in der Haltung aufkommen - weniger in einem generell falschen Zyklus (also zu spät begonnene/zu früh beendete Winterruhe). Camponotus-Kolonien in der Haltung muss man zwar relativ genau beobachten, um zu sehen, wann diese die Winterruhe vorbereiten und auch deren Ende, aber ich denke man liegt mit dem Standard Ende Oktober-Ende März nicht ganz falsch und wenn der Rhythmus funktioniert, kann man etwa in diesen Zeiträumen auch beobachten, wie sich die Larven entwässern/wieder Wasser zulegen und z.B. am Anfang der WR auch die Eiablage eingestellt wird. Wird der Rhythmus hingegen gestört, kann man schon im Hochsommer beobachten, wie die Winterruhe vorbereitet wird, bei mir war das mal Ende Juli.


    Es wäre interessant zu sehen, ob ein realistischer Wechsel von Temperaturen/Witterung nach Vorbild der Natur hier Verbesserungen schaffen würde. Denn wie du ganz richtig erkannt hast - die Ameisen in der Natur bleiben eben nicht brav zuhause, nur weil es Winter ist. Sie sind durchaus dazu in der Lage, bei steigenden Temperaturen diese für sich zu nutzen. Du musst dabei aber sehen, dass es v.a. die Tiere sind, die ohnehin sehr oberflächennah überwintern, die dann auch einstweilen fouragieren gehen. Das liegt daran, dass sie die höheren Temperaturen überhaupt spüren und als wechselwarme Tiere davon auch profitieren können. Die Koloniemitglieder hingegen, die besser vor den Außentemperaturen - und damit auch deren Schwankungen - geschützt sind (z.B. wenn sie sich recht gut isoliert 1m unter der Erde befinden), werden nicht von temporären Temperaturschwankungen erfasst. Es dauert dort sowohl länger, dass es kälter wird und es bleibt weitestgehend erträglich kalt, selbst bei starken Minusgraden. Ein gefrorener Boden braucht hingegen auch mehrere Sonnentage, um auch in tieferen Schichten aufzutauen. Die Tiere dort unten benötigen also weitaus länger, um wärmere Temperaturen zu spüren und ein paar schöne Tage reichen nicht, um sie großartig zu aktivieren.


    Das Problem ist dann in der Haltung eben, dass die Temperaturen in der freien Natur eigentlich weitaus stärker schwanken und das in der Haltung überhaupt nicht simuliert wird oder werden kann. Das kennt man auch von anderen Gattungen schon so, wie z.B. bei Temnothorax. Bei diesen wird empfohlen, diese auch extremeren Temperaturen auszusetzen, v.a. z.B. sie auch den Minusgraden im Winter auszusetzen, statt sie bei lauschigen max. 10°C durch die Winterruhe zu bringen. Die Kolonien werden tatsächlich durch zu große Homogenität bzgl. der Temperatur dauerhaft geschädigt. Grund ist hier, dass die Temnothorax in der freien Natur durch ihre sehr exponierten Nester (z.B. in Eicheln, morschen Aststücken usw.) diesen - teils zweistellig im Minusbereich liegenden - Temperaturen auch massiv ausgesetzt sind und sich daran angepasst haben. Sie sind hier zwar ein Extremfall, aber das betrifft andere Gattungen/Arten eben abgeschwächt auch.


    Welcher Halter aber beendet immer wieder mal relativ rapide die Winterruhe, wenn z.B. draußen ein paar schöne Wintertage bei Plusgraden herrschen? Meist lässt man sie dann doch eher an Plätzen liegen, die eben relativ stringent frostfreie unter 10°C aufweisen. Das ist ja auch prinzipiell richtig so und nicht per se falsch. Die Ameisen sind aber - wie du richtig beobachtet hast - eben auch im Winter unterwegs, wenn es sich anbietet, im Normalfall bei Temperaturen über 10°C. Ich selbst habe heute auch bei ca. 12°C Sonne eine Formica-Arbeiterin beim fouragieren beobachtet. Daneben wird oft vergessen, dass viel mehr Arten einen endogenen Rhythmus aufweisen, als man normalerweise annimmt. Man kennt das ja von div. einheimischen Camponotus, aber auch z.B. Lasius niger und Myrmica rubra folgen einem solchen Rhythmus, was von den Haltern meist überhaupt nicht beachtet wird.


    Lange Rede, kurzer Sinn. Was du beobachten kannst ist also mitnichten eine Störung im Ablauf der Winterruhe, sondern nur ein kleines Zeitfenster, das ein Teil der Kolonie nutzt. Die viel tiefer gelagerten Larven aber z.B. verbleiben in ihrem entwässerten Zustand bis in das Frühjahr hinein und auch die Königin würde - selbst wenn es nun 2-3 Wochen warm wäre und regelmäßig Arbeiterinnen unterwegs wären - noch nicht mit der Eiablage beginnen.


    Hoffe, das das ein bisschen erklärt, warum du die Tiere nun momentan beobachten kannst :)

    Das im Artikel erwähnte "The Ants", ist ein wunderbar informatives uns spannendes Buch von Bert Hölldobler und Edward Osborne (oder einfach E.O.) Wilson. Dieses war zwar nicht mein Einstieg in die Welt der Ameisen, der fand viel früher statt - war aber mein Einstieg in die Haltung derer und das Werk, auf dessen Basis ich maßgeblich meine damalige Facharbeit im Leistungskurs Biologie mit dem Titel "Ameisen - Supermacht im Kleinformat" verfasst habe. Und da meine erste Kolonie (Pheidole pallidula) Teil der Arbeit war, ist ein Teil der Inspiration, überhaupt Ameisen zu halten, auf diesen Mann zurückzuführen. So kontrovers manche Themen seines Schaffens auch waren und so sehr wir hier vielleicht auf Ameisen fixiert sind - ich glaube die Biologie hat damit einen seiner ganz Großen verloren, der zu einer Zeit gewirkt und vor allem auch entdeckerisch geforscht hat.


    R.I.P.

    Im Zuge eines Prototypen-Tests eines Makro-Einstellschlittens ist dieses Bild entstanden. Abbildungsmaßstab 5:1, Canon 5D Mk III, 214 Bilder gestackt, bei 1/100s, ISO 100, Blende 4 mit dem LAOWA 25mm f/2.8 2.5-5x Ultra Macro und drei Systemblitzen. Original ist höheraufgelöst.


    Lasius fuliginosus Arbeiterin auf einer Pimpinelle. Fand auch deren Struktur sehr hübsch mit diesen hirnartigen Windungen und auf der Blattunterseite diese pilzkopfartigen Fortsätze... kA, was das ist. Sowas sieht man auch mit Lupe schwer.


    Bildtitel: "Mal einen Blick wagen...". Bildnutzung nur mit gesonderter Genehmigung, Danke.


    Hoffe, es gefällt euch :)




    Das könnte ggf. einfach ein Cache-Problem sein. LifeStyler hatte das in der Shoutbox auch mal berichtet, aber bei den Blogs. Da hatte sich das plötzlich von selbst erledigt.


    Ggf. mal folgendes Probieren: Im Wissensbereich oben rechts auf den Haken "Alle Kategorien als gelesen markieren".

    Falls das nicht klappt Cache des Browsers leeren.


    Bzw. wäre es auch interessant, ob das bei verschiedenen Browsern auftritt.

    Jetzt ist die Luftfeuchte im neuen Nest aber soviel zu hoch das die die hälfte der Kolonie(teilweise mit Brut) draußen sitzt. Und das komischerweise um den Wassertank.

    Ich habe die Watte im hintern Bereich auch schon gewechselt und trocknen lassen aber die Luftfeuchte ist immer noch bei 79%

    Fall jemand eine Idee hat gerne in den Diskussionsbeitrag

    Hi Michi,


    ich denke, dass es einfach ziemlich lange dauert, bis Feuchtigkeit aus einem 3D-gedruckten Plastiknest abzieht. Das gilt aber auch für normale, klassische Glasfarmen. Diese Systeme sind in sich schon sehr stark geschlossen, da dauert es einfach. Korrigiere mich, wenn ich mich täusche, denn ich hatte das MyAnts-Nest noch nie und bin auf Basis der Fotos nicht 100% sicher, wie abgedichtet es effektiv ist. Bei Ytong, Gips o.ä. kann die Feuchtigkeit aber beispielsweise ja eigentlich relativ frei abziehen, die sind quasi atmungsaktiv.


    Letztendlich, nachdem die Kolonie jetzt ja im RG ist, fände ich den Umstand gar nicht so schlimm, immerhin haben sie sich nicht irgendwo dumm eingegraben. Was kann nun schon passieren? Wahlweise sinkt die Luftfeuchtigkeit im Nest ggf. noch ab und die Kolonie zieht zurück. Oder aber, der Rest der Kolonie zieht ins RG nach. Dann überwintern sie halt dort drin, spart schon Platz und man kann über den Winter die Nestanlage nochmal auf Herz und Nieren prüfen.

    Heute zufällig gelesen. Hat eigentlich nichts mit Ameisen zu tun, aber da die Forscher/Entwickler einen Ameisenkopf als Vergleich heranziehen, doch irgendwie wieder beim Thema.


    Lustig fand ich allerdings, dass sie dafür ausgerechnet eine Camponotus-Major hergenommen haben - damit dürften die meisten Betrachter das Fluggerät dann doch etwas kleiner einschätzen, als es in Wirklichkeit ist. Die wenigsten Leute wissen überhaupt, dass es so große Ameisen (und damit Ameisenköpfe) gibt...


    Aber egal, interessant ist es trotzdem.


    https://www.spiegel.de/wissens…00-4b3e-836d-4422d31d41af

    • Art: Myrmica spec.

    • Gesehen am/um: 10.09.21, 18:45 Uhr
    • gesehen in: LK Augsburg, Feldweg am Waldrand
    • Klimadaten: leicht bewölkt bis sonnig, ca. 21°C, überwiegend windstill

    • Menge: zahllose Männchen am Boden und in der Luft
    • gesehen in: LK Neu-Ulm (nachts), LK Augsburg (tags)
    • Klimadaten: ca. 20⁰C (nachts), ca. 25⁰C (tags), überwiegend windstill

    • Menge: mehrere Gynen in Wohngebiet und auf Fahrradweg

    Vielleicht noch als kleine Ergänzung, damit die Story komplett ist: Ich hatte Ende Juli dann kostenlos drei recht frisch geschlüpfte Arbeiterinnen und ca. 20 Puppen verschickt. Integration scheint auch inkl. der adulten Tiere gut gelungen zu sein, nach erster kurzer Aggression seitens der Gyne saßen dann nach einigen Stunden alle friedlich beisammen. Ergo hoffentlich ein happy End - oder vielmehr endlich happy Beginning für die geschädigte Kolonie ;)

    Kannst mir mal ein, zwei der Fotodateien senden, die du im Blog verwendet hast? Ich schaue mir die Maße usw. mal an, um das Problem nachzuvollziehen.



    Bzgl. Farben: Ich habe das Giftgrün etwas abgedunkelt, das war schon etwas krass. Allerdings, wie gesagt, sind die Artikel, wenn man sie denn öffnet und auch dann weiter liest/zum nächsten Artikel springt dann ganz regulär auf braun und damit keine Augenkrebsgefahr ;)

    Die Verlinkungen sind einfach fett, aber in der Systemfarbe, die ist standardmäßig weiß. Letztendlich sieht man nur seine eigenen Shoutbox-Einträge derart hell. Warum ist mir allerdings schleiehaft, da wir diese Farbe eigentlich im Stil gar nicht definiert haben. Auch dass die eigenen Einträge dann schwarze Schrift haben... Ich schaue es mir trotzdem mal an, ob man es abdunkeln kann.

    Kleine Bitte: Beiträge am selben Tag bitte in einem Post zusammenfassen, Danke :)


    Uuuund.... da es leider noch nie einer gemacht hat: Haltungsberichte kann man so ganz rein theoretisch auch über das Blogsystem führen, was ich ganz cool finde, weil man dann direkt jeden einzelnen Post kommentieren kann - kein Diskussionsthread notwendig, alles an einem Platz...


    Wäre vielleicht eine Überlegung wert, da der Bericht ja gerade erst anfängt. Der Überbereich "Blog" ist dabei wirklich ganz allgemein, kann also spezifisch:


    https://www.ameisenhaltung.de/blog/



    Ansonsten viel Erfolg!

    • Art: Lasius cf. alienus und Myrmica sp.

    • Gesehen am/um: 31.07.21, 13:15 Uhr
    • gesehen in: LK Augsburg, Waldgebiet, Rad-/Fußweg
    • Klimadaten: bewölkt, keine Sonne, windstill, ca. 21°C bei leichtem Regenrisiko

    • Menge: ca. 10 Lasius, eine Myrmica auf der Suche nach einer Nistgelegenheit

    Ja, sowas ähnliches wollte ich gerade auch dazu äußern: Ich habe schon einfach mehrere Schlauchstücke, die jeweils kleiner/größer werden, je nach Bedarf, ineinander gesteckt. Ist natürlich nur ein Provisorium und dazu muss man auch diverse Schlauchgrößen da haben, was ggf. bei dir nicht der Fall ist (ich schreibe es einfach trotzdem, vielleicht hilft es ja irgendwann irgendwem). Man kann die Öffnung eines Schlauchs aber auch künstlich weiter verkleinern: Wenn man einfach am Schlauchende einen Schnitt hineinmacht (ca. 5-15 mm, je nach Schlauch), dann lässt er sich so zusammenpressen und in eine Öffnung einführen, dass man sicher einige Millimeter spart. So kann man auch eigentlich zu große Schläuche in kleine Öffnungen pressen. Denkbar wäre das also auch von einem großen Schlauchstück von deinem RG ausgehend, kleiner werdend zu den Standardanschlüssen am Formi.


    Aber wie gesagt, Provisorium. Die Lösung von fink2 ist sicher um einiges professioneller. Zwangsumzug wäre ich bei Formica auch eher vorsichtig wegen der Säure. Die können sich auf engen Räumen selbst vergiften, wenn sich der Säurenebel staut.