Für das geschulte Auge Lasius emarginatus, ganz klar. Man sieht hier recht gut den bräunlichen Thorax, der Rest des Körpers ist schwarz. Das ist spezifisch für diese einheimische Art. Da hat Google Lens ausnahmsweise auch mal richtig gelegen (ist bei Artbestimmungen oft eher so lala).
Die Art kommt oft an und in Gebäuden vor und ist in unseren Breiten sehr häufig. Leider hat sie auch ein gewisses Schadpotential, v.a. an bereits morschem, von Holzwürmern o.ä. durchwandertem oder verpilzten Holz und an Dämmmaterialien.
Da muss man jetzt keine Panik bekommen, dass einem die Bude über dem Kopf zusammenbricht. Schädlingsbekämpfer-Websites dramatisieren Ameisenbefall oft über alle Maßen. Natürlich, damit man mit der Angst der Leute anschließend Geld verdienen kann. Laut Seifert (einer der führenden Ameisenwissenschaftler in Deutschland) wird intaktes Holz nicht angegangen.
Akut Abhilfe schaffen, wie du es schon richtig gemacht hast, das Verschließen von Zugängen mit passenden Substanzen (Silikon, Acryl, Bauschaum, Spachtelmasse, je nach Untergrund), das Panzertape tut es zur Not auch. Muss man nur bedenken ,dass es sich über die Zeit z.B. in Tapeten oder Wandfarbe einfressen kann und wenn man es nach langer Zeit ablösen will, kommt manchmal alles mit runter. Auch die Reinigung mit Essig zur Entfernung von Pheromonspuren, sowie das Wegpacken von Lebensmitteln ist richtig.
Man wird es nun allerdings nicht vermeiden können, dass einzelne Kundschafterinnen zufällig durch offene Fenster, Mauerritzen o.Ä. hereinmarschieren.
Mit Giftködern erreicht man btw im Normalfall auch nur einen Teil der Kolonie. Der Grund ist easy: Die Kundschafterinnen fressen das Zeug mit Glück (selbst das ist nicht gewährleistet), gehen vielleicht auch noch zum Nest zurück. Dort verteilen sie v.a. an die Arbeiterinnen in den "Außenlagen" Futterproben, die sterben dann vielleicht auch. Der Kern des Problems, hier die Königin (bei zahlreichen Arten auch mehrere), die im geschützten Nestkern liegt, wird aber dadurch meist gar nicht erreicht. Das Giftfutter kommt meist gar nicht so weit. Sprich: Man tötet halt ein paar Arbeiterinnen, gefühlt bessert sich die Situation dann auch (weniger Druck durch Kundschafterinnen). Aber im Grunde ist die Kolonie nur angeschlagen und regeneriert über die Zeit wieder.
Zu meinem Fazit: Da dein WG-Zimmer eine Mietsache ist und du den Befall nicht selbst verschuldet hast (es sind Wildtiere, die nun eben mal in Gebäuden vorkommen. Im Gegensatz zu z.B. Bettwanzen, die man gerne selbstverschuldet vom Urlaub mitbringt), ist das eine Sache für den Vermieter. Da es seine Wohnung ist, solltest du ihm melden, dass es einen Ameisenbefall mit entsprechend bereits bestimmter Art gibt und zumindest Ritzen in der Wohnung fachkundig verschlossen werden sollten. Sollte die Kolonie sich explosiv vermehren und Schädigungen auftreten, ist so auch eine Folgehaftung deinerseits durch Nicht-Meldung ausgeschlossen. Da ein vernünftiger Vermieter vermutlich kein Interesse daran haben wird, dass ein potentieller Materialschädling an seiner Wohnung zugange ist und für Schäden sorgt, wird er auch Maßnahmen einleiten und die Kosten für die Schädlingsbekämpfung tragen müssen. Der Ameisenbefall ist im Grunde ein Mietmangel. Was der Schädlingsbekämpfer macht, wird er nach Sichtung klären. Im Normalfall natürlich Einsatz von Giften aller Art (die auch beständig sein können, wenn sie verspritzt werden)