Posts by Sahal

    Umpf, Spülmittel und Wasser:
    keinesfalls ist ein Wassergraben, auch mit Spülmittel versetzt, ein zuverlässiger Ausbruchsschutz!


    Hier in diesem Forum müssten noch Photos lungern, die eine Gruppe Pheidole zeigen, die locker über mit Spülmittel versetztes Wasser laufen können!
    Auch andere vor allem kleinere Arten haben hier nicht die wilden Probleme. Andere Arten laufen einfach unter Wasser weiter und hebeln so jegliche Ausbruchssperre mit Wasser aus!
    Und wohl ganz wichtig: Ameisen gehen meist nicht unter :D So können sie bequem zum nächsten Ufer rudern... wenn sie rudern gelernt haben!

    Hola,


    bei Ameisen kommen verschiedene Stratgien und Körpermerkmale zum Zuge, und nicht jede Pfütze wird in der Bibel erwähnt.


    Wie schon im verlinkten Thread beschrieben können Ameisen erstaunlich lange unter Wasser bleiben, und sogar unter Wasser laufen.
    Die Nester der Erdbewohnenden Arten werden bei Überschwemmungen auch nicht komplett geflutet, sondern die Kammern halten sich als Luftblasen, in denen Imagines und Brut verharren. Weiterhin muss bei Überschwemmungen der Boden auch nicht zwangsläufig bis in 2m Tiefe unter Wasser stehen... häufig besteht nur eine oberflächennahe Stauung oder halbmeter tiefe Wassersättigung.


    Der Regen versickert recht zügig im Erdreich, ohne die Nester nenneswert zu fluten. Und die sichtbaren Pfützen sind zumeist eine nur wenige cm tiefe Stauung des Wassers, durch eine stark verdichtete (zB Reifenspuren, belaufene Wege) oder wasserundurchlässige (zB lehmhaltige) Oberflächen.

    Hola Maggie,


    die Gyne hat die Arbeiterin nicht ausgelutscht der angeknabbert, sondern wohl viel eher trocken gelutscht!
    Körperpflege gehört zu den intensiv betriebenen Tätigkeiten im Ameisenvolk.


    Die Gaster kann man auch nicht einfach ein oder zwei Segmente einkürzen!
    Die Gaster ist ein mit Flüssigkeit (Hämolymphe) gefüllter Ballon, in dem die Organe Kropf-Mitteldarm-Malphigi-Enddarm-Rektalblase , die Ovarien und einige Drüsen und Fettkörper schwimmen, umgerührt wird die Suppe vom Herzschlauch, der sich durch den ganzen Körper von Po bis Kopf zieht. Sollte die Gyne hier ein Segment abgeknabbert haben, würdest Du es sofort deutlich sehen!


    Eine Gyne erwartet gar nichts!
    Sie schickt auch niemanden los!
    Und sie nimmt sich auch nichts!


    Eine Gyne, wie jede Ameise, kann Hunger signalisieren, und wahrscheinlich auch verschiedene Stärken und Formen des Hungers.
    Bekommt die Gyne dann kein Futter, wartet sie eben auf die nächste Gelegenheit zum Betteln, oder lässt bei starkem Nahrungsmangel ein Ei oder eine Larve im Schlund verschwinden!


    Verschließe das Rg jetzt wieder und warte ab... mehr kannst Du nicht machen!

    Hola,


    die Cuticula ist ein unveränderbares Gebilde aus gebeizten und starren Proteinverbindungen, die weder geändert, umgefärbt noch gedehnt werden können.
    Lediglich die Intersegmentalhäutchen, die weißen Membranen zwischen den Platten, können sich anpassen.


    Eine frisch geschlüpfte Imago ist noch weich und oftmals sehr hellgelb bis cremeweiß. Ausnahme zB wieder einmal Camponotus, denn hier kommen die Imagines fast ausgefärbt "zur Welt".
    In den nächsten Stunden und max. wenigen Tagen (!) wird die Cuticula durch Beizvorgänge von Gelb über Rot-Braun und Braun bis Schwarz gefärbt und gehärtet, eine weitere Dunkelung ist zu vernachlässigen. Das Ausmaß der Färbung steht nebenbei in direktem Zusammenhang mi der Härte der Cuticula. Je härter und dicker die Cuticula, desto intensiver und dunkler ist die Grundfarbe.
    Andere, glänzende Farben wie Silber, Grün, Gold oder Petrol sind dann keine Einfärbungen IN der Cuticula, sondern lichtbrechende Strukturen AUF der Cuticula. Diese Farben stehen sofort, spätestens jedoch direkt nach Aushärtung zur Verfügung.
    Frisch geschlüpfte Imagines, besonders hellerer Arten, sehen immer eine zeitlang propper und "frischer" aus... die Cuticula ist noch sauber, glänzend und unzerkratzt!


    Die Färbung von Imagines ist sehr wohl typisch und artspezifisch, unterliegt jedoch gewissen natürlichen Schwankungen.
    Aber es wäre wohl fasch zu sagen, dass Myrmica rubra ein fröhliches Farbspiel zeigt.

    Hola,

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    ...und das ich so 8 - 10 Wochen dauern könnte...

    Frag mal Deine Eltern, aber ich bin sicher dass Du 9 Monate gedauert hast. :think:

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    ... dachte aber ...

    Na Bitte, da haben wir ja den Fehler :teufel2:



    8 - 10 Wochn dauert es wohl eher, bis man zaehneknirschend zugeben muss, dass die Gyne Schrott ist.
    Aber das nur nebenbei...


    Einer claustral gruendenden Gyne das RG zu oeffnen heisst, ihr das Nest zu zerstoeren.


    Das sie dann angeblich auf Nahrungssuche oder zum Luftschnappen die Arena "erkundet" heisst nichts anderes, als das sie ein neues Nest suchen muss!
    Merke-> sobald eine claustral gruendende Gyne im Formikarium herumlaeuft, liegt ein schwerer Haltungsfehler vor und die Gyne steht mit 3 Beinen im Grab!


    Um genau zu sein benoetigen claustral gruendende Gynen eine Nestkammer, die die Abmessungen "Koerperlaenge*Gasterlaenge*Koerperhoehe" hat. Hier fuehlt sie sich sicher, kann sich prima drehen und gruendet in aller Ruhe! Wer mit solch winzigen Kammern arbeitet wird ueberrascht sein, wie geduldig sich die Gynen einer wohl jeden Art beobachten lassen.


    Jetzt kannst Du nichts mehr machen und musst einfach nur abwarten.
    Es spricht aber nichts dagegen, dass Du das Nest auf Eier kontrollierst... nur verschliesse den Ausgang, damit sie nicht abhauen kann!



    Gestoerte Gynen fressen Brut... es mag ja Arten geben, die dieses tatsaechlich tun. Sobald aber eine claustral gruendende Gyne in der Natur ihre Brut frisst, hat sie verloren oder sich einen erheblichen Nachteil eingehandelt! Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie die Brut zusammenrafft und einen neuen Nestplatz sucht, wenn sie wirklich erheblich gestoert wird!! Oder aber sie kann erstmal gar nicht gruenden, weil sie ein ungeeignetes Nest vorfindet oder den Behaelter gar nicht als Nest erkennt.




    Die "so empfindlichen Gynen" sind eher als eine Ausrede fuer unbegattet oder krank verkaufte Gynen, Haltungsfehler und ungeeignete Nestplaetze anzusehen! Und wer gar keine Loesung zur Hand hat, der schreibt eben: Ugh, der Stress war es, Du musst vorsichtiger sein :D
    Vergessen wir auch nicht die Verluste durch ungeschickte Umzuege und Aenderungen der Nestbedingungen, wodurch die Brut gekillt, verloren oder aufgegeben wird!

    Up to u, wie es Euch beliebt :D


    Grob?
    Wie reisst Du Dir Deine Pflaster ab: Stueck fuer Stueck, damit Du auch jedes ausgerupfte Haar einzelnd merkst?
    Oder grob mit einem Ruck... kurzer Schmerz und fertig.
    Ich nenne es eher beherzt!


    Oftmals ist das ach so vorsichtige Gehampel mit den so hilflosen und zerbrechlichen Ameisen stressiger, als wenn Du ihnen einmal kurz die Bude auf Links ziehst.
    Ist es denn wirklich von Vorteil, die bewohnte Farm auf 35°C zu erwaermen oder austrocknen zu lassen?
    Das bedeutet doch nun wirklich eine lange und arge Belastung fuer das Volk mit moeglichen Verlusten in der Brut. In der Natur ist eine Trockenheit und Hitze eben keine Seltenheit, und die Imagines tolerieren durchaus gewisse Verluste, bevor sie einem Umzug auch nur in die Ommatidie fassen.


    Ameisen sind generell darauf eingestellt, dass ihr Nest zerstoert wird und haben dafuer einige Strategien entwickelt.
    Zudem sind die Kleinen sehr hart gepanzert und ueberleben problemlos einen beherzten Umzug, nur mit Larven und Eiern sollte man vorsichtig umgehen bzw diesen Part besser den kleinen Biestern ueberlassen.
    Wenn Du dann noch beobachtest, wie beschissen sie mit ihrer Brut sind, jede schrumpelige Larve und jedes lumpige Ei einsammeln, und dann noch 7 mal alles kontrollieren, ob auch nichts vergessen wurde... dann wirst Du die Vorteile eines beherzten Umzuges schnell erkennen!



    Mach Dir keinen Kopp, es wird Deinen Myrmica rubra nicht schaden!

    Hola,


    da hast Du Dir eine nette Wurst ins Bett gelegt, mei Liaba.
    Und ich weiss wie aergerlich es ist, soviel Arbeit in den Sand gesetzt zu haben :heul:


    Du hast jetzt die Wahl, fuer eine lange Zeit die Bewaesserung unbefriediegend durch eine Kanuele zu loeten, mit dem Wissen, dass die Biester sich flugs vervielfachen und Dir in 2 Monaten die Kanuele aus der Hand nehmen und um die Ohren hauen, bevor sie sich explosionsartig ueber Deine Einrichtung verteilen, sobald Du den Stopfen abknibbelst.


    Oder Du setzt Dich besser JETZT dran und reparierst den Schaden.
    Ich gehe davon aus, dass Deine Arena eine gute Ausbruchssicherung hat?
    Dann loeffle den bewohnten Teil der Farm (moeglichst wenig Erde, aber moeglichst viel Brut) in die Arena auf ein Stueck Klarsichtfolie, und decke das Ganze dunkel ab. Sobald Deine Farm repariert/neu aufgebaut ist, wird sie wieder angeschlossen. Jetzt einfach die Erde mit Brut und Gyne wieder locker in die Farm kippen... die Arbeiterinnen werden schnellstmoeglich fuer Ordnung sorgen und der Stress war nur SEHR kurz, kuerzer als das Herumgekasper mit Kanuele und unzureichendem Ausbruchsschutz der Fuelloeffnungen.


    In der Winterruhe bin ich fuer Farmarbeiten gar nicht gerne zu haben, da ich A) lieber mit nem Kakao an der Heizung hocke und 2.) die Imagines durch die Kaelte nur sehr schlecht oder stark verzoegert eingreifen koennen, wenn Du versehentlich die halbe Farm einreist und das Volk verschuettest. Auch bietet sich dann die Gefahr, dass Du die neue Bewaesserung nicht im Griff hast und gleich mal eben Venedig nachbaust...



    Es ist bei Ameisen allgemein zu beobachten, dass sie flugs ZUM Luftzug hinrennen, da ja dort der Eindringling und Schraegstrich oder Nestschaden zu finden ist. Hier legen sie dann eine nettes aggressives Verhalten hin, was besonders bei wehrhaften Arten Spass machen kann.
    Auf Youtube findest Du ein Video (User: LuciferusBerlinus), auf dem zu sehen ist, wie sich Acromyrmex durch diesen Luftzug zu Hunderten angezogen fuehlen... und der Halter kann nur muede daneben stehen und warten :eat04: Naja, oder er wohnt in Koeln und fuettert die Ausbrecher begeistert mit agyptischer Flughundscheisse und Hibi-Tee

    Hola,


    @Ice_Tee:

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    ...natürlich blöd nur die Hälfte der Arbeiterinnen zu bekommen, wenn du das Doppelte bezahlt hast ;)

    1000:2=400... und wieso zahlst Du auch das Doppelte vom Kaufpreis :D
    Schönen Urlaub, wird wohl Zeit :baeh:



    @Antdrückschluss:
    das Erschrecken zeigt eine erhöhte Aufmerksamkeit, wenn es wirklich augenfällig und ungewohnt heftig erfolgt.
    Vor allem ist der Platzmangel angezeigt, wenn die Berührte einen kurzen Angriff gegen die Erschreckerin startet.
    Dieses Verhalten wird aber auch von einigen Arten gezeigt, wenn die Belüftung unzureichend ist.


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    Was mache ich denn dann, wenn der Spielraum ausgereizt ist?

    Von Anfang an wird Dir klar gewesen sein, dass Du das Volk nicht bis zum Schluss behalten bzw unbeschnitten wuchern lassen kannst.
    Irgendwann ist der Platz bei fast jedem Volk zu knapp und es muss ein Teil der Arbeiterschaft aussortiert werden... aber bis dahin gibt es genug Tricks, um die Völker zu beschäftigen bzw die Lauffläche zu erweitern!
    Ein 120x50er Becken wird etwa 50-60 hoch sein? Da kannst Du spielend 2 Ebenen einbauen... einfach Zwischenböden 60-80% der Länge einziehen.
    Wenn das Becken oben offen ist, kannst Du mit 3 oder 4 Säulen das Becken fast unbegrenzt nach oben erweitern, quasi eine Etagere. In beiden Varianten Futter immer oben anbieten, dass die Kleinen rennen müssen.
    Sphagnum locker auf den Bodengrund gefrieselt ist zwar unsauber in Punkto Essensreste, aber erweitert die Lauffläche ungemein, ebenso wie
    Zweige, Stöckchen und Halme. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt :skulptur:


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    Insofern lässt sich der post dahin gehend interpretieren, dass die Ameisenhaltung per se genauso Tierquälerei ist wie die Haltung jedes x-beliebigen anderen „Wild“tieres.

    Dem kann ich Dir nur zustimmen, jedenfalls bedingt!


    Ich spreche Insekten die "Leidensfähigkeit" ab... meint: es ist vertretbar, Insekten in entsprechende Behältnisse zu sperren.
    Anders sehe ich es zB bei Hamstern, Mäusen, Reptilien und vor allem Vögeln!
    Fische ist so eine Sache, aber ich denke auch hier, dass Aquarien in Ordnung sind.
    Das ist jedoch kein Freifahrtsschein für Veterinär-Mengele!!


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    Den Händlern zu unterstellen, sie würden diesbezüglich Gerüchte in die Welt setzen halte ich für reine Spekulation.

    (Folgend ist nicht speziell ein Shop gemeint!)
    Wenn "Starter-Sets" mit Micro-Arena als ausreichend für ein Jahr verkauft werden, mit der Begründung dass sich die Völker so besser entwickeln können und nicht so schnell ausbrechen... oder stumpf wider besseren Wissens vertreten wird, dass Wassergräben ausreichend sind, weil Ameisen nicht schwimmen oder tauchen können, nur um durch dekorative Inseln den Umsatz zu steigern.
    Und die Starter-Sets sind doch nur eingeführt worden, um auch noch dem kleinsten Kinderzimmer ein Becken samt Ameisen andrehen zu können!
    Wenn Ihr diese Miniaturteile mal objektiv betrachtet, und wann bereits das nächste Becken erforderlich wird... keine Beutelschneiderei?
    Wohlgemerkt, aus Sicht der Shops eine legitime Strategie!! Und Ameisen lassen sich ja auch viel besser verkaufen, wenn man sagt; Och, die haben zu Anfang genug Platz im RG, In 1 Jahr oder so brauchst Du dann ein großes Becken. Ist ja nicht mal gelogen, nur dazwischen fehlt was :D


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    Im Endeffekt bleibt dann irgendwo doch eine gewisse Ratlosigkeit.

    Ach ne, nur das nicht :)
    Seht die Sache nicht so eng und zählt die Imagines im Verhältnis zur Schuhgröße des Beckenverkäufers.
    Ich richte mich vor allem gegen Extrembeispiele, wurde doch erst gestern wieder geschrieben, eine 300 und 400-450 Imagines (Cataglyphis) in je einem 50x30 Becken einschl. Erdnest zu halten. Oder heute schrieb jemand, ein RG-Nest reicht für Lasius niger dicke 2 Jahre! Als unfair sehe ich es an, einem Anfänger den Tip zu geben, ein Starter-Set 20x10 Arena ist guuuuut, da kommst Du bestimmt ein Jahr mit hin... ja Scheiße kommt er!


    Dann die Tips: lege das Futter gaaanz dicht an das RG, da sind die glücklich mit! Oder besser noch gleich INS RG. Cool, Viecher in Panik versuchen das Nest zu schützen und zu reinigen, und Halter kriegt nen Ständer vor Freude, weil sie "fressen mehr". Tun sie gar nicht, aber is ja wurscht!
    Und zwei Tage später wird rumgeheult, weil die machen gar nix... blöde Ameisen!


    Antbüchse: Du hast Deine 300 Weiber in einem 120x50 Becken.
    Und nun trenne es ab auf 50x30 oder auch 60x30, das sind die empfohlenen Standard-Becken für 2 - 3 Jahre... ist das OK?

    Umpf... :think:

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    Du kannst einen Kronkorken nehmen, den dann mit alufolie umwickeln und dann Honig-Wasser im Verhältniss 2:3 mischen gut umrühren(ab besten mit Zahnstocher, so mache ich es zb.) und dann anbieten.
    Es geht auch das du Wasser und Honig getrennt anbietest, so mache ich es und es klappt super!

    Du hast es tatsächlich geschafft, 4 verschiedene Wege zum Futteranbieten in einen Vorgang zu packen :respekt:
    und hast den Ameisen gleich noch die Möglichkeit genommen, Wasser aufzunehmen und zu verteilen.


    Wie kommst du auf Honig:Wasser 2:3 ?


    Honigwasser ist kein Ersatz für Trinkwasser und muss immer separat angeboten werden!
    Die Verdünnung des Honigs mit Wasser entstammt wohl den Beschreibungen von Prof. Buschinger, der im Institut 50:50 verwendet hatte. Jedoch schreibt er auch, dass diese Mischung mit (Leitungs-)Wasser nur genutzt wurde, weil sie mit Dosierflaschen besser und schneller verteilt werden konnte!
    Immerhin wird der höhere Wassergehalt bei Mischung näher an der natürlichen Nahrung Honigtau sein, ist jedoch nicht notwendig und der Honig kann pur in Stecknadelkopfgroßen Tropfen verfüttert werden.

    Hola,


    die Flügel werden nicht automatisch abfallen, sondern müssen von der Gyne selbst abgebrochen werden. Dazu gibt es praktischerweise eine Sollbruchstelle an der Flügelbasis. Die Flügelstummel behält die Königin jedoch gut sichtbar, das könnt Ihr auch ohne Optik erkennen.
    Werden die Flügel zB bei Störungen nicht abgebrochen, verschleissen sie mit der Zeit und sehen richtig "flädderig"" und abgefressen aus. Das hat jedoch überhaupt keinen Einfluss auf die Gründung und die "alate (geflügelte) Königin" wird normal agieren.


    Die Flugmuskeln werden nicht bei Bedarf abgebaut, sondern auf jeden Fall sehr zügig in Fett umgewandelt.
    Dieses thorakale Fettdepot und weitere Depots in der Gaster sind es dann, die je nach Bedarf und Nahrung ab- oder aufgebaut werden.


    Das Ameisenköniginnen nach der Gründung noch fliegen können wäre aus Sicht der Evolution Selbstmord, da sie so leichte Beute der Spring-Schnecke wäre, die v.a. des Morgens und Spätabends im Sommer von Zweig zu Zweig hüpft und Flugwürmer jagdt.

    Hola,


    mal in aller Kürze geantwortet :ironie:
    vieles, was Du über die Nahrung und Nahrungsangebote in der Haltung geschrieben hast, ist unbestritten.
    Ich habe wohl folgenden Part nicht deutlich genug als Basis aller Aussagen über fettgefressene Ameisen markiert:

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    Zu dicht am Nesteingang platziertes Futter scheint bei Ameisen einen Reinigungstrieb auszulösen und sie kümmern sich vermehrt um die Beutetiere. Teils wird die Beute in das Nest gezerrt, wobei sie aber nicht ausreichend verwertet werden kann, teils werden größere Beutetiere zerlegt und entsorgt. Scheinbar wird ein lohnendes Beutetier schnellst entsorgt, um nicht andere wohlmöglich stärkere Völker auf das Beutetier und somit den Standort des Volkes aufmerksam zu machen.
    Und hier setzt dann auch die Fehlinterpretation ein: teilverwertete, überschüssige Beute wird nicht vermehrt an Gyne und Larven gefüttert, sondern in Kropf und Fettkörpern gespeichert und nur bei Bedarf als Sekret oder Regurgitat and Gyne, Nestgenossin und Larve weitergegeben.

    Kurz gesagt: nur scheinbar findet ein erhöhter Nahrungsumsatz statt, aber effektiv wirkt es sich negativ aus!


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    RG's sind tatsächlich in den meisten Fällen nicht gerade die besten Nester- allerdings in vieler Hinsicht praktisch (für den Halter).

    RG sind nur praktisch für Massenabfertigung.
    Jede handelsübliche Tic-Tac-Dose schlägt ein RG um Längen in jeder Hinsicht, aus Sicht des Halters wie auch aus der der Ameisen!



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    Hat die Larve genug Nahrung aufgenommen, kannst Du noch sieben schmackhafte Leckerbissen anbieten... da geht nichts mehr!

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    Das mag zwar bei ein paar Arten zutreffen, allerdings nicht bei allen.

    Das gilt für alle Arten! Wenn sie satt ist, geht nunmal nichts mehr rein!
    Aber: die Assage bezog sich auf obiges Zitat: scheinbar erhöhter Nahrungsumsatz!

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    Die Königin hatte viel Auslauf, allerdings war sie selten unterwegs; natürlich war sie dann dankbar, wenn ich ihr die Nahrung direkt vor den Eingang gelegt habe.

    Woher weißt Du, dass sie dankbar war? Woher weißt Du, dass sie es toll fand, direkt vorm Nest Nahrung zu finden, die in der Natur sofort andere Völker anlocken würde, die kurzhand auch gleich die Gyne samt Brut verputzen würden. Oder evtl muss sie gar laufen, um ihren Kot entfernt vom Nest abzusetzen?
    Vielmehr ist es doch so, dass Du nur glaubst, der Gyne einen Gefallen damit zu tun... es aber nicht weißt!


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    Das Ameisen aus langeweile die Königin, übertrieben ausgedrückt, "zu Tode" putzen, habe ich noch nie gehört und kann es in keinster Weise bestätigen. Auch von anderen Haltern habe ich derartiges noch nie gehört - vielleicht kannst Du mir ja mit Quellenangabe o.ä. aushelfen?

    Gerade zu Cataglyphis und Polyrhachis ist ein entsprechendes Fehlverhalten durch Bewegungsmangel bekannt, auch in Halterkreisen. Meine Info zu Cataglyphis stammt aus zwei pers. Mitteilungen entspr. Fachmänners, muss mal schauen ob ich das in irgendeiner Arbeit wiederfinde. Leider sind gerade die Themen, die uns Halter betreffen, für die Wissenschaft eigentl. vollkommen uninteressant und nur als Randbemerkungen oder in Gesprächen zu erfahren :(


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    Ergänzend hierzu, besonders bei der Nahrungsaufbereitung spielen ausgerechnet die Larven eine zentrale Rolle.

    Du sprichst hier die Verdauungsfunktion der Larven an?
    Nicht verallgemeinern! Das ist bisher nur bei einer einzigen Ameisenart, Pheidole spadonia, beobachtet worden!
    Die Arbeiterinnen legen den Larven im 4. Stadium Futterbrocken auf den Bauch. Der Brocken wird mit den larvalen Mandibeln ergriffen, gedreht und mit hochgewürgten Verdauungssekreten benetzt. Ist der Brocken dann vorverdaut, wird die Suppe von den Arbeiterinnen wieder aufgeleckt und im Volk vereilt.
    Bei allen anderen Arten, bei denen das Larvenleben untersucht wurde, wurden bisher keine Larven gefunden, die Nahrung vorverdaut und abgegeben hätten. Maximal lässt sich bisher nur vermuten, dass dieses Verhalten sich bei allen Pheidole-Vertreterinnen etabliert hat, und es bleibt vage zu vermuten, wie viele weitere Gattungen gleiches Verhalten zeigen und ihre Larven zur Verdauung heranziehen... aber: nur Vermutungen!



    Si.AG4, wir können uns nebenbei beglückwünschen, haben wir doch gerade einen netten Thread zerschossen... :schaem:

    Outsch, auf den zweiten Blick könnte ich tatsächlich selbst auf die Idee kommen, dass der Post etwas lang geworden ist :D


    Die Punkte sind nicht neu aufgetaucht, sondern verteilt in Foren und Literatur zu finden.

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    Einer ganz jungen Kolonie (Gyne + 10 Arbeiterinnen) wird mit so "elenden Startersets mit 10x20cm Arenen" wohl nichts fehlen.

    Darüber mag sich trefflich diskutieren. Aber schauen wir nach vorn: wie lange hast Du 10 Arbeiterinnen?
    Wie schnell ist die Arena offensichtlich zu klein, und Du hast Dein Geld zum Fenster rausgeschmissen. Noch vor der Winterruhe wird eine neue Arena fällig, und die "Starter-Arena" ist sinnlos! Warum also nicht gleich etwas vernünftiges anschaffen?


    Jetzt schau in Deine Arena und sei ehrlich: 10x10cm + RG... sobald die Brut geschlüpft ist, findest Du dieses Konstrukt noch aureichend, oder interessant zur Beobachtung? Stell Dir ein anderes Becken vor, die Tiere hätten ein sinnvolles Nest und würden auf großer Fläche ab und an am Tag furagieren... ist das nicht interessanter?


    Ab welcher Größe ist es zu eng? Das wird wohl je nach Art, Becken, Haltung und so weiter verschieden sein und lässt sich nicht festlegen.
    Die Arena ist nach meiner Meinung zu klein, sobald sich die Arbeiterinnen etwa ab Mitte häufig begegnen.
    Und das Nest ist zu klein, sobald Brut nicht getrennt gelagert werden kann und Arbeiterinnen ständig durch die Brut stapfen (müssen) bzw die Gyne "rempeln".
    Das ist meine Faustregel, muss also nicht stimmen :D


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    -> Mein Ziel ist es, irgendwann ne riesen Kolo zu haben und meterweise Schläuche an die Wand zu nageln :D

    Es gab schon genug Halter, die ihre Völker meterweise an die Wand genagelt haben, weil sie zu groß wurden :teufel2:

    Hola,

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    ...da funktionieren beide Dinge, und was besser ist, dass ist zu sehr umstritten...

    Das sehe ich nichtt so, es sei denn Du meinst "besser für den Halter" :D
    Die Diskussion um die Größe des Formikars hat in den vergangenen Jahren leider eine deutliche Kehrtwende hingelegt.
    Zuerst, als die Ameisenhaltung noch um der Haltung willen betrieben wurde, war man sich einig, dass Ameisen viel Auslauf brauchen und die Formikarien entsprechend groß dimensioniert sein müssen! Nicht nur für die Ameisen, vor allem auch für die Halter, die noch sehen wollten, was ihre Schützlinge so drauf haben!
    Dann kam der erste Jammer, als der Hype auf "interessantere Arten" losging. Man wollte nicht mehr 2 oder 3 Arten intensiv halten, sondern 10 Arten lediglich besitzen! Formikarien sollten möglichst günstig bei max. Größe sein, stapelbar und wenig Platz einnehmen. Was wurde gejammert, dass Platz und Geld Mangelware waren...
    Und dann ging es los, das Tatsachen verdreht und ausgeweitet wurden, und das wider besseren Wissens:
    - notwendig enge Gründungskammern wurden plötzlich enge Formikarien
    - vorsichtige Pygmäen wurden zu empfindlichen Geschöpfen, die nicht weit laufen sollten
    - Reinigungs- und Entsorgungsmuster wurden zur vermehrten Nahrugsaufnahme erhoben
    - übermäßiges Larven- und Gynenbelecken wurde zur veresserten Pflege gemünzt
    - verbessertes Allgemeinwissen wurde zum Erfolgsrezept der Winzlingsarenen vergewaltigt
    Unterstützt wurde der ganze Mist noch durch die Verkäufer, die völlig legitim ein Interesse an hohem Umsatz haben... was liegt näher als fleissig die Gerüchte zu schüren, das Ameisen keinen Platz brauchen und sich sogar besser entwickeln, wenn sie keinen Platz haben. Jeder Schreibtisch im Kinderzimmer kann so mindestens 5 verkaufte Völker samt "Startersets" beherbergen.
    Das in diesen elenden Startersets mit 10x20cm Arenen, aber 20x30cm Farmen, kaum noch das Verhalten der Ameisen zu beobachten ist und ein Gründungsvolk in einer derartigen Farm einfach nur verloren aussieht, soll jeder Halter selbst herausfinden.
    Aber traurig finde ich es, dass sich massenweise Völker um des Besitzes willen angeschafft werden... mehr kann es nicht sein, denn wie willst Du typische Verhaltensmuster in einem RG oder einer Winz-Arena erkennen? Und machen gerade die Verhaltensmuster nicht erst den Unterschied zwischen den einzelnen Arten aus?
    Ich bedaure diese Halter, denn sie bringen sich um ein großes Stück der Ameisenhaltung!


    Soweit die Meinung, nun zu den Tatsachen:


    Es liegt klar auf der Hand, das Ameisenvölker ausreichend Platz benötigen, um sich optimal zu entwickeln.
    Dieses ist Teils wissenschaftlich und teils durch den Forenalltag bewiesen bzw offensichtlich!


    Es gibt mehrere Arbeiten zu Brutentwicklung, Unterkasten und Futterverwertung. In diesen Arbeiten wird zumeist als Randinfo angemerkt, dass bei akutem Platzmangel die Gynen ihre Legetätigkeit einstellen bzw reduzieren und Larven in ihrer Entwicklung stagnieren können. Bei akutem Platzmangel und nicht möglicher Trennung von Larven und Eiern wird es dann auch zum vermehrten Verspeisen nichttrophischer Eier kommen.
    -> Ein RG-Nest nach Gründungsphase ist somit definitiv nicht förderlich, sondern verzögert im Gegenteil die Entwicklung des Volkes!


    Larven haben ein bestimmtes Wachstum, in der Haltung nahezu nur resultierend aus der Temperatur!
    (Ausnahmen zB Camponotus mit schubweisen Gelegen, die ihre Brut partiell aufziehen.)
    Die Larven fressen hier auch nicht den ganzen Tag, sondern betteln alle paar Tage um Nahrung und müssen diese dann verdauen.
    Hin und wieder wird die Larve dann gereinigt und Ausscheidungen der Larven werden aufgenommen... das wars, mehr gibts nicht zu tun!
    Egal wie dicht Du die Nahrung an das Nest stellst, und egal wie sehr sich die Larven im engen Nest gegenseitig zum Betteln animieren... SATT IST SATT!
    Hat die Larve genug Nahrung aufgenommen, kannst Du noch sieben schmackhafte Leckerbissen anbieten... da geht nichts mehr!
    -> Das hohe Wachstum durch in der Haltung immer übermäßiges Futterangebot lässt sich nicht mehr steigern.


    Zu dicht am Nesteingang platziertes Futter scheint bei Ameisen einen Reinigungstrieb auszulösen und sie kümmern sich vermehrt um die Beutetiere. Teils wird die Beute in das Nest gezerrt, wobei sie aber nicht ausreichend verwertet werden kann, teils werden größere Beutetiere zerlegt und entsorgt. Scheinbar wird ein lohnendes Beutetier schnellst entsorgt, um nicht andere wohlmöglich stärkere Völker auf das Beutetier und somit den Standort des Volkes aufmerksam zu machen.
    Und hier setzt dann auch die Fehlinterpretation ein: teilverwertete, überschüssige Beute wird nicht vermehrt an Gyne und Larven gefüttert, sondern in Kropf und Fettkörpern gespeichert und nur bei Bedarf als Sekret oder Regurgitat and Gyne, Nestgenossin und Larve weitergegeben. Dieser Bedarf könnte aber ebensogut aus frischen Beutetieren gedeckt werden, bei einigen Larven (-stadien) muss er sogar mit frischem Fleisch gedeckt werden.
    -> Im Volk gespeicherte Nahrung fördert nicht das Wachstum, sondern hemmt die Aktivität.


    Ameisengynen können nicht selbst alle notwendigen Nährstoffe produzieren, um die gewaltige Menge an Eiern zu legen. Sie sind darauf angewiesen, dass Arbeiterinnen Proteine vorverdauen und als (profertile) Sekrete an die Gyne liefern, fertig zum Einbau in die Eier!
    Aber die Ovariolen der gründenden oder jungen Gyne sind noch sehr mickerig und nicht voll ausgebildet, so ist der Bedarf an Proteinsekreten sehr gering und kann zum Teil noch aus den eigenen Reserven geschöpft werden. Es bringt Null Vorteil und Null mehr Eier, wenn den Arbeiterinnen aus Platzmangel und Nahrungsüberangebot genug Zeit zur Verfügung steht, um 3 Liter profertile Sekrete zu produzieren... die Gyne setzt sie nicht in erhöhte Legetätigkeit um, sondern höchstens, wenn sie überhaupt mehr Sekret annimmt, in Fettpolster. Und die machen in der Haltung absolut keinen Sinn...
    -> Gyne fett, Arbeiterinnen fett = Null Aktivität


    Sops, alle sind fett, niemand muss Beute suchen = es werden nur sehr wenig Kohlenhydrate verbraucht. Ergo will keine Sau mehr an den Honig gehen und die Heulerei geht wieder los: meine Ameisen mögen keinen Honig :D



    In der Natur gibt es bis auf extrem wenige Arten keine (Gründer-)Völker, die ihre Nahrung gewöhnlich direkt vor dem Nest finden. Selbst die vielzitierten Eichelbewohner unserer Wälder laufen zur Nahrungsaufnahme wesentlich weitere Strecken, als es selbst die Standard-Formikarien für Camponotus ligniperdus ermöglichen würden. In einem RG kommt erschwerend hinzu, dass eine sehr aufwändige Arbeit entfällt: der Nestbau.
    Was machen also Arbeiterinnen, die ohne Beschäftigung sind und sich nicht "austoben" können? Sie ruhen als Reserve-Einheit (falls das in einem überfüllten Nest möglich ist) oder sie widmen sich anderen Arbeiten, die in einem RG anfallen: Larven und Gynen pflegen!
    Diese vermehrte Pflege kann jedoch unschöne Auswirkungen haben, die, zum Glück für diese Arten, bei zB Cataglyphis und Polyrhachis deutlich ausgeprägt sind, jedoch auch bei einheimischen Arten nicht selten vorkommen!
    Gynen werden so lange und intensiv geputzt, das die gesammte Körperbehaarung abgeknabbert ist, Tarsen fehlen und Fühler kurzgebissen werden. Gar können die Gynen wund- und totgeputzt werden. Zudem können Gynen mit geschädigten Fühlern schlecht kommunizieren und erhalten so uU weniger Futter, trotz vermehrter Pflege!
    Die Larven und Puppen teilen ähnliches Schicksal, zudem können durch überhöhte Umlagerungen und unvorsichtiges Ergreifen die Imaginalscheiben geschädigt, die Puppen eingedrückt werden. Die Folge sind erhöhte Sterblichkeit der Larven und Puppen, wobei diese sofort von der Brut verwertet werden. Zudem gibt es gerade bei den oben genannten Arten sehr viele Arbeiterinnen mit zB eingedellter Gaster.
    -> Langeweile im Ameisenvolk führt zu Fehlverhalten bei Brut- und Gynenpflege


    Sind die Arbeiterinnen dann mal rege in der Arena unterwegs, weil sie einfach unter chronischem Platzmangel leiden und dringend größere Areale suchen, folgen gleich wieder einge Nachteile kleiner Arenen auf die Tarse:
    Die Ausbruchsneigung in kleinen Behältern ist ein vielfaches höher als in angemessenen Behältern. Alleine schon der natürliche Trieb der Ameisen, möglichst neue und unbelaufene Areale zu finden, treibt die Arbeiterinnen zu immer halsbrecherischen Aktionen, um dem Behälter zu entkommen = neue unbelaufene Areale zu finden. Gerade Anfänger mit Ihren Starter-Sets in Hagrid-Fingerhut-Größe sind schnell überfordert und permanent hebeln die Ameisen den Schutz aus. Zudem bieten die winzigen Arenen kaum Platz genug, um ordentlich hantieren zu können oder einen sinnvollen Schutz anzubringen.


    Die Aggressivität Schrägstrich das Alarmverhalten Schrägstrich Fluchtverhalten ist in zu kleinen Arenen permanent verstärkt und zu beobachten! Arbeiterinnen greifen an oder "erschrecken sich" sichtbar, wenn sie von einer Artgenossin berührt werden. Sehr gut sichtbar durch die Größe bei Camponotus ligniperdus und C. herculeanus, aber auch andere Arten wie Lasius niger und Myrmica rubra zeigen diesen Perma-Stress.
    Dies führt sogar dazu, das Beutetiere missachtet werden, weil die Ameisen ja ständig irgendwelche Bewegungen um sich herum haben. Oder Beute wird zwar als Feind erlegt, dann aber liegengelassen.
    Interessanterweise scheinen hier die Arten eine Ausnahme zu bilden, die deutliche Straßen zeigen wie zB Messor und Attini. Hier lassen sich die laufenden Arbeiterinnen durch Gerempel und Berührungen kaum beeindrucken, lediglich die "Sraßenwacht" ist sehr aggressiv und aufmerksam.


    Und zuletzt: lechzt nicht jeder Ameisenhalter nach Aktivität seiner Schützlinge?
    Was nützt mir dann ein Volk, das entweder fettgefressen in der Ecke hockt und sich die Wampe reibt, oder sichtlich unruhig nur nach Fluchtmöglichkeiten sucht.


    Es gäbe sicherlich noch mehr Punkte zu nennen, aber die genannten sollten überzeugend genug sein.
    Völlig legitim ist es, auf die Hinweise zu sch**** und murmeln: was krazt mich die molekulare Apokalypse, ich will nur besitzen und gucken!
    Nur sehe ich es als bedenklich, diese Vorgehensweise auch noch als "förderlich" und "besser für die Ameisen" oder gar "Natürlicher" darzustellen... dem ist nicht so!

    Hey Finntroll,


    der Trivialname von Myrmica rubra ist "Rote Gartenameise" oder "Rotgelbe Knotenameise"! (Du meinst Formica rufa?!)
    Schmeiß ihnen also lieber ne Rübe an den Kopf, oder nen Schnürsenkel zum knoten...


    Zusätzliches Baumaterial hat nur den Zweck, dass die Ameisen die Sichtscheiben zukleistern können und prima Schmierereien im Nest veranstalten.
    Es ist definitiv nicht notwendig, ihnen noch etwas anderes als Sand-Lehm in der Farm zu geben.



    @EDIT: verdammt, zu langsam... :schaem:

    Hola,


    1) definitiv Nein!
    Sobald in Deinem Volk Bedarf an Nahrung besteht werden Arbeiterinnen ausschwärmen und die Gegend absuchen. 25cm hörst sich für Dich sichr riesig an im Vergleich zu den winzigen Arbeiterinnen... aber Mutter Natur hat den Kleinen wesentlich weitere Wege auferlegt und sie entsprechend agil ausgestattet!


    Immerwieder tauchen die hierzu passenden Hinweise auf, dass Proteine (jupp, in mundgerechten Happen natürlich :D), Honig oder gar Zucker möglichst dicht an das Nest platziert werden soll! Das ist absoluter Blödsinn und kontraproduktiv!
    Bewegungsmangel und "Langeweile" führen zu Fehlverhalten und schädigen die Völker eher als das sie nützlich sind!


    Platziere das Futter möglichst weit weg vom Nest und lass die Kleinen rennen! 1m Weg ist für ein Gründervolk kein Problem, und bietet Dir obendrein noch bessere Beobachtungsmöglichkeiten, da die Arbeiterinnen länger unterwegs sind.


    Verhöhnen sie Dich?
    Sehr wahrscheinlich lachen sie Dich lauthals aus, und haben es als Sport kultiviert, immer dann zum Futter zu wetzen, wenn Du gerade nicht da bist = wenn absolute Ruhe und/oder Dunkelheit herrscht! Wie lange braucht eine flinke Arbeiterin, um zum nächstbesten Futternapf zu flitzen und dort nen mundvoll Honig zu jagen? 3 Minuten? Ich gehe fast jede Wette ein, dass Du die Nahungsaufnahme zur Zeit einfach gar nicht mitbekommst!



    Futterbedarf:
    der Kropfinhalt Honig einer einzelnen Arbeiterin kann Dein ganzes Volk sicherlich über 2 Wohen gut ernähren, vor allem da sie gerade noch sehr inaktiv sind!
    Der Proteinbedarf ist vor allem abhängig von der Legeleistung der Gynen (lass sehen? 10 Eier?) und Anzahl und Größe der Larven.
    Aber auch hier reicht es bei Winz-Völkern aus, wenn einmal die Woche etwas Protein eingetragen wird. Die Larven werden gefüttert und müssen dann erstenmal ein paar Tage das Futter verdauen, bevor sie um neue Nahrung betteln (und die Imagines so zum Furagieren animieren).


    Es klingt immer so, als wenn Ameisen einen riesen Appetit hätten und Larven alles wegraspeln, was sich vor die Mandibeln wirft.
    Dem ist aber ganz und gar nicht. Ameisen verbrauchen nur winzigste Mengen an Kohlenhydraten, und die Larven benötigen nur kleinste Häppchen an Fleisch oder nen kleinen Schluck Sekret.
    Erst die schiere Masse an Imagines, Gynen und Larven erzeugt den unbändigen Heißhunger der Völker, der ns in der Natur so beeindruckt.


    Wenn Eure jungen Völker also mal eine Woche nichts fressen, dann ist det absolut kein Grund zur Sorge!



    Wann meiden Ameisen eine Arena/einen Schlauch?
    Ameisen meiden grundsätzlich scharfe und/oder intensive Gerüche!
    Wenn also Deine Arena oder der Bodengrund/Schlauch stinkt, werden die Ameisen nicht oder nur schwerlich die Arena betreten.

    Hola,


    die Berge sehen richtig schick aus, und die blaue Farbe bringt einen netten Effekt.
    Das Ganze erinnert mich an die Augsburger Puppenkiste "Eine Insel mit 2 Bergen...", nur das Postboot fehlt noch :D


    Da bekannterweise Polyrachis problemlos einen Wassergraben jeder Breite überwinden können, solltest Du ein paar deutliche Worte und Bilder zum Ausbruchsschutz verlieren!! Evtl. Nachbastler kommen sonst auf die Idee, dass sich Polyrachis ohne zusätzlichen Ausbruchsschutz halten lassen...