Odontomachus hastatus besitzt eine besondere Form von Kiefermuskeln. Die Kiefer können wie ein Bogen gespannt werden und dann in der offenen Stellung durch einen Muskel blockiert. Bei Bedarf kann dieser Muskel ausgerastet werden, der Kiefer schnappt in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit zusammen. Dabei wirken Kräfte, die das Gewicht der Ameise um ein Vielfaches übersteigen. Dies dient anscheinend sowohl dazu, Beute schnell und sicher zu erbeuten (wobei die Angriffe auf diese Weise oft fehlschlagen), als auch Feinde anzugreifen. Zudem können die Mandibeln dazu genutzt werden, die Ameise selbst bis zu 40cm (im Schnitt um die 22cm) weit zu katapultieren. Die Ameisen schlagen dabei oft in der Luft mehrere Salti, landen aber in sicherer Entfernung vom Feind.
Wie bereits weiter oben beschrieben, wurde jedoch auch schon beobachtet, dass die Ameisen den Schnappmechanismus anstatt zur Flucht bei Neststörung, gezielt dazu nutzen, um sich in Reichweite des Feindes zu bringen und ihrerseits anzugreifen.
Gerade bei kleinen Kolonien und Einzelindividuen verstecken sich die Arbeiterinnen ohnehin lieber oder stellen sich tot, als den Mechanismus zu nutzen.
Königinnen nutzen den Sprungmechanismus interessanterweise nie.
Zuweilen liest man die Angabe, dass der Schnappmechanismus Odontomachus hastatus die schnellste Bewegung im Tierreich wäre. Das stimmt definitiv nicht! Erstens handelte es sich bei dem einstigen Weltrekord um die Art Odontomachus bauri (Schnappbewegung mit 64m/s), zweitens wurde der Weltrekord von einer Termitenart namens Termes panamensis geschlagen (74m/s).
Artenverzeichnis
- Familie
- Formicidae (Ameisen)
- Unterfamilie
- Ponerinae (Urameisen)
- Tribus
- Ponerini
- Gattung
- Odontomachus
- Art
- Odontomachus hastatus
- Lebensraum/Heimat
- Südamerika. Leben in Baumkronen; dort bauen die Ameisen ein kugelförmiges Nest aus Moosen und anderem Pflanzenmaterial; Erdnester und Nester in morschem Totholz ebenfalls möglich
- Königinnen
- semiclaustral häufig in Pleometrose oder durch Adoption. monogyn bei größeren Nestern auch polygyn
- Arbeiterinnenunterkasten
- monomorph
- Nahrung
- Insekten, Honigwasser, wenn Honig nicht genommen wird Zuckerwasser (unraffinierter Rohrohrzucker), Nektarien
- Winterruhe
- keine
- Aussehen/Färbung
-
gelbbraun
- Puppen
- Kokonpuppen
- Körpergröße
-
Arbeiterinnen: 14-17mm
Königinnen: ca. 15-18mm
- Koloniegröße
- ca. 500 Individuen
- Luftfeuchtigkeit Arena/Nest
- Arena: 30 - 50% Nestbereich: 50 - 70%
- Temperatur Arena/Nest
- Arena: 21 - 30°C Nestbereich: 28- 35°C
- Bodengrund Arena
- Sand, Sand-Lehm, Humus
- Nestformen
- nistet in verschiedenen epiphytischen Bromelien z. Bsp. Vriesea spec.
- Entwicklungszeiten
- Insgesamt: 6-8 Wochen
- Einschätzung der Haltungsschwierigkeit
- höhere Ansprüche an die Klimabedingung und den Ausbruchsschutz
- Sonstige Angaben
- Diese Art ist kaum in der Lage Scheiben hoch zu klettern! Also keine wahren Ausbruchskünstler wie andere Arten.