Atta texana Startkolonie - Erfahrungen mit Zwei-Box-Klimasystem?

  • Hey zusammen,

    ich stehe kurz davor, mir eine Atta texana Kolonie zuzulegen und wollte mir vorher noch ein paar Meinungen und Tipps von euch holen, damit ich beim Start nichts falsch mache.

    Ich habe Kontakt zu einem sehr erfahrenen Halter, von dem ich die Kolonie bekommen würde. Es handelt sich um eine kleine Startkolonie mit bereits geschlüpften Arbeiterinnen (ca. 5–10). Er würde mir auch ein Starter-Setup mitgeben, das ich so übernehmen kann.

    Das Setup ist ein Zwei-Box-System:

    Die eigentliche Kolonie (Ytong-Nest mit Pilz) befindet sich in einer kleinen, geschlossenen Box. Diese steht in einer größeren Box, die als eine Art Klimakammer dient. In der äußeren Box wird die Temperatur konstant bei etwa 25–26 °C gehalten (Heizmatte + Thermostat), sodass die innere Box möglichst stabile Bedingungen hat. Die kleine Box selbst wird möglichst wenig gestört.

    Der Ytong wird gezielt befeuchtet, sodass er gleichmäßig feucht bleibt, aber nicht nass ist. Eine separate Arena ist am Anfang nicht geplant, alles findet erstmal in dieser kleinen Box statt.

    Jetzt wollte ich euch fragen:

    Habt ihr Erfahrungen mit so einem Setup, gerade bei Atta texana in der frühen Phase? Gibt es Dinge, auf die ich besonders achten sollte, vor allem in den ersten Wochen? Und würdet ihr an dem System etwas ändern oder erstmal genau so übernehmen?

    Mir ist wichtig, den Start so stabil wie möglich zu halten und nicht durch unnötiges Eingreifen Fehler zu machen.

    Danke euch schon mal!

  • Hi Schwammi

    effektiv hast du ja einen großen Vorteil - du hast den erfahrenen Halter, der dir seinen Wissensschatz und sogar Ausrüstung überlässt.

    Im Grunde das Standard-Setting wäre ein Startbecken. Über den Pilz und Königin/Jungkolonie würde dann ein Becher mit Ausgängen gestülpt. Dieser soll Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Nestbereich konstant halten, was unheimlich wichtig ist.

    Bei dir ist der "Becher" dann eben gleich eine Box, passt genauso. Da Schädigungen des Pilzes gerade bei der Gründung und jungen Kolonien fatal wäre, ist ein sehr kontrolliertes Setup absolut richtig gedacht.

    Ein paar Punkte dazu:

    • Im Nestbereich solltest du eine Luftfeuchtigkeit von ca. 80-90% erreichen und diese auch durchgehend halten
    • Am Ytong direkt wird man dann vermutlich noch deutlich über 90% Luftfeuchtigkeit haben, was OK ist. Aber es darf sich niemals (!) Kondenswasser in der Nähe des Pilzes bilden. Der Ytong dient hier auch als Puffer, da er Feuchtigkeit gut aufnehmen und auch wieder abgeben kann
    • Als weiteren Feuchtigkeitspuffer kann man auch (hier feines) Seramis um den Ytong platzieren
    • Temperaturbereich ca. 24-28°C, deine 25-26°C sind also genau drin, perfekt. Auch diese müssen konstant sein (also z.B. keine Abkühlung in der Nacht oder im Winter)
    • All das solltest du "trocken testen", also ohne Ameisenbesatz - ob du es schaffst, das auch einzuhalten. Erst dann können die Ameisen einziehen
    • Fütterung: Nur unbehandelte (!) Blätter etc. anbieten. Grund sind etwaige Restanhaftungen von Pestiziden, die sowohl Ameisen, als auch den empfindlichen Pilz schädigen können. Gerade jetzt mitten im Sommer kann man da auch sehr gut selbst Sammeln gehen, denk nur an die ganzen Brombeeren/Himbeeren als Unterholz im Wald und generell Laubbewaldung. Wildsammlung hat ein deutlich geringeres Risiko (nicht in der Nähe von Feldern sammeln!)
    • Denk schon jetzt auch an den Winter und die Versorgung währenddessen - wie hast du dir die vorgestellt?
    • Die Ameisen ansonsten in Ruhe zu lassen ist in jedem Fall sehr sinnvoll. Effektiv kannst du das Setting also so übernehmen, sofern du es wie oben geschrieben funktional halten kannst
    • Dir sollte natürlich bewusst sein, dass bei gutem Wachstum der Platzbedarf schnell immens wachsen kann und diese Art bzw. Blattschneider generell in der Haltung so eine Art "Königsklasse" sind, die wir Einsteigern niemals empfehlen würden. Sprich: Da muss Platz sein für weitere Becken und dann auch den klassischen Aufbau "Nestbecken", "Fütterungsbecken", "Abfallbecken" und die Bedingungen in den einzelnen Becken müssen eben auch möglichst konstant sein. Die Laufwege sollten lang sein um Verhaltensstörungen (an Kanten zu Tode laufen wegen zu kleinem Territorium) vorzubeugen - Blattschneider laufen in natura wirklich weite Strecken


    Wen du weiterführende Fragen hast, nur raus damit. Hoffe, der Input hilft dir etwas beim Vorbereiten. Natürlich wäre es auch cool, das Setting und deine Erfahrungen damit dann auch mal zu sehen.

    Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

    Edited once, last by ice_trey (June 29, 2026 at 11:53 AM).

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