Ameisen und tote Futtertiere

  • Hallo Leute,
    Erstal eine Begrüßung, da ich neu bin^^


    Ich hatte mir schon vor einiger Zeit eine Camponotus herculeanus mit zwei Arbeiterinnen im Antstore zugelegt.
    Honigtau haben sie sicher gefressen, da sie sonst nach gut 5 Monaten sicher verhungert wären, aber Insekten wollten sie nie von mir annehmen. (ich habe sie nie fressen, geschweige denn das ,,Nest'' verlassen sehen)
    Lebende insekten ins Röhrchen zu geben habe ich mich nicht so ganz getraut, da dich Kolonie doch noch sehr klein war also verfütterte es immer kopflose, ergo tote, Tiere.
    Das Problem war allerdings, dass die Ameisen sich daraufhinn immer so weit zurückgezogen haben wie sie konnten. Als nun auf diese Weise schon gut zwei Tiere vertrocknet waren schob ich die Tiere weiter ins Röhrchen.
    Dies tat ich in der Hoffnung, dass sie das tier dann vieleicht als Störenfried angreifen würden bis sie bemerken, dass sie es ,,erlegt'' haben und es dann vieleicht vertilgen.
    Statdessen kümmerten sich die Arbeiter nur um die Eier und die Königin ist dann letztendlich nach vorne gestürmt, hat die tote Spinne gepackt und rausgtragen.


    Jetzt kam ich also auf die Frage:,, wie erkennen Ameisen überhaupt, dass ihre Beute tot ist. In der Natur an eigenen toten Nestgenossen erkennen sie es ja auch erst darann dass die Insekten anfangen zu stinken.....


    In der Hoffnung auf aufschlussreiche antworten oder Tipps, wie ich die Tiere verfüttern sollte,


    Nestero

  • sawasdee krub


    nur zum Thema Nestgenossinnen:
    Ameisen erkennen tote Nestgenossinnen nicht daran, dass sie verwest stinken :)
    Sobald eine Arbeiterin den Löffel abgibt, ändert sich ihre Duftuniform. Der neue Duft animiert die anderen, bevorzugt lebenden, Arbeiterinnen zur Entsorgung des Körpers.
    Es ist also keine Verwesung oder fehlender Duft, sondern ein neuer Duft. In einer Arbeit konnte es dadurch gezeigt werden, dass frischtote Arbeiterinnen zur Entfernung aller Duftspuren mit Lösungsmittel abgewaschen wurden. Die toten Körper der Nestgenossinnen wurden dann ähnlich missachtet wie auch Beutereste.

  • Danke, weiss ich. Um noch genauer zu werden: es ist der geruch einer Fettsäure der sich in frühen Stadien der Verwesung bildet. Das steht auch nochmal genauer im Werk: Ameisen.
    Die Entdeckung einer faszinierenden Welt vonBert
    Hölldobler und Edward O. Wilson. Dabei haben sie auch tests gemacht, bei denen sie lebende Ameisen mit dieser schwachen fettsäure bestrichen haben und diese zurück in den Bau getragen haben. Das erstaunliche Resultat war, dass die Ameisen die noch lebende(!!!) Nestgenossin egriffen haben und diese ,,entsorgt haben''
    Erst nachdem sich die betreffende Ameise ausreichen gereinigt hat wurde sie wierde als lebende Schwester aktzeptiert.
    So, nun zur beantwortung meiner Frage: Ameisen registrieren den Tot eines Lebewesens erst am veränderten geruch, das es zappelt, sich bewegt, sie beißt oder sonst was macht ist ihnen völlig egal, haptsache sie richt tot. Im umkehrschluss habe ich mich nun gefragt wie sie es erkennen, wenn ein anders Lebewesen tot ist, da sie hier ja nicht erst darauf warten können bis es anfängt fettsäuren zu bilden.


    Mfg. Nestero

  • krub


    das freut mich, dass Du es weißt... aber warum fragst Du dann schon wieder in die falsche Richtung?
    Nekrophorisches Verhalten und tote Beute sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe, wie ich im ersten Post andeutete!


    Auslöser zum nekrophorischen Verhlten müssen auch nicht erst gebildet werden, sondern befinden sich vermutlich als Abbauprodukte von Bakterien permanent auf der Cuticula, werden zu Lebzeiten aber von anderen Stoffen gehemmt oder überlagert. Stirbt die Ameise, zerfallen die Duftstoffe allgemein, und die Auslöser bleiben zum Schluss übrig, weil sie die längste Zerfallsdauer haben bzw durch die Bakterien weiterproduziert werden. Das kann bereits wenige Minuten nach dem Tod sein, unabhängig von der Todesursache (Hitze/Kälte).
    Ameisen haben also wohl nicht gelernt, Auslöser zu produzieren, sondern die zum Schluss verbleibenden Restdüfte zu erkennen.
    Diese Düfte sind dann auch Artspezifisch, mindestens Gattungsspezifisch. So kann eine artfremde tote Arbeiterin wie normale Beutereste behandelt werden.


    Es reicht also nicht, wenn andere Insekten irgendwelche Fettsäuren produzieren. Sie müssten exakt eine der bei dieser Art auslösenden Duftstoffe treffen.



    Ich vermute, dass Beutereste entweder am Zefallsduft erkannt werden, oder viel wahrscheinlicher einfach nicht attraktiv riechende, lose Fremdkörper entsorgt werden!
    So werden Samenschalen, kleine Zweiglein, Papierkügelchen, Porenbeton-Bruchstücke, Kork, eine Maus-Kralle, Eierschale, gattungsfremde Kokon-Puppen und Steinchen ebenso fleißig und spontan aus dem Nest geschafft, wie herumliegende Beutetiere, die nicht mehr attraktiv riecht. Spinnenbeine jedoch, die von Ameisen nicht erfasst werden können, bleiben trotz "Verwesung"/Zerfall unbeachtet liegen/stehen. Erst wenn sie zusammenkenüllt werden, also wieder erfassbar sind, werden auch die Beine entsorgt.
    Es ist also wohl eher eine Frage des: warum fliegt frische Beute nicht gleich wieder aus dem Nest :D


    Apropos Spinnenbeine: es ist lästig, langbeinige Spinnen zu verfüttern.
    Die Ameisen können die hoch über ihnen trohnenden Spinnen nur erfassen, wenn sie direkt frontal gegen ein Bein knallen.
    Macht die Spinne daraufhin schnell einen Schritt, verliert die Ameise die Erfassung und rennt blöde Suchmuster, bis sie wieder gegen ein Bein knallt.
    Das kann ganz schön blöde aussehen, wenn Spinne und Ameise stundenlang herumtanzen.
    Abhilfe schafft hier nur ein massives Einkürzen der Beine, bevorzugt derer der Spinne!

  • Ok, danke für die Antworten. Was die Spinne angeht hatte ich wohl unwissend Glück gehabt, Die Spinne war eine von den kleinen mit fettem Hinterleib, also keine Hausspinne.
    Das Ganze hat sich jaetzt leider auch erledigt-,-


    Ich war eine Woche weg und in der hat sich einiges getan, leider nicht in Positiver Art und Weise :(
    Das Röhrchen hatte angefangen zu schimmeln und die Königin samt Arbeiterin hatten das Nest verlassen, sogar die Eier haben sie liegen gelassen :krank:
    Nun kam mein nächster Fehler in der Haltung zum tragen, ich hatte das Terrarium/die Arena viel zu kreativ und mit Gartenerde gestaltet was dazü führete, dass ich die Königin erst nach gut einer halben Stunde Suche fand( das Terrarium war viel zu groß) und die Arbeiterin habe ich gar nicht gefunden. Ich habe das Röhrchen wieder hergerichtet und die Eier herausgeholt. Danach habe ich versucht die Königin mit einer Pinzette einzufangen und zurück ins Röhrchen zu sezten was wohl der graviereste Fehler war. Ich habe sie dabei anscheindend am Bein verletzt was sie daraufhinn zwei Tage hinter sich herzog und drei Tage danach(ich habe jeden Tag nachgesehen) ging es ihr so schlecht, dass sie sich nur noch auf dem Rücken zusammengekrümmt hatte. Ich habe nur noch darann erkannt, dass sie noch lebte, dass sich wenn ich die Glasphiole berührte die Fühler bewegte. Einen Tag darauf ist sie dann gestorben :cry2:


    Nunja, wenigstens habe ich einiges daraus gelernt und werde wenn ich es das nächste mal wenn ich mir wieder Ameisen anschaffe von anfang an eine größere Kolonie anschaffen und ihnen bessere, weniger natürlich Haltungsbedingungen bereitstellen. D. h erstmal kein bepflanztes terrarium bei 7 Ameisen, das währe das reihnste Chaos.

  • Tut mir leid um deine Kolo,
    es ist grudsäzlich sehr riskant einer Kolo eine Arena mit Erde und dergleichen einzurichten das die Ameisen sich dort ein Nest machen können. Natürliche umgebungen Nestarten sind für Ameisen immer besser und beliebter als von Haltern gebautes.
    Ich würde allgemein raten auf so ne Ameise mit ner Pinzette loszugehen und schon garnicht auf eine Gyne. Die musst du übrigends mehr als nur am Bein verletzt haben , eine fehlendes oder verletztes Bein sollte eine Ameise übelben.


    Es funktioniert auch sehr gut eine Ameise von der Königin an heranzuziehen, so habe ich letztes Jahr angefangen.
    Zur Schwarmzeit eine Gyne Lasius niger fangen und warten, heuer hat sie schon über 100 Arbeiterinnen.



    lg Aquila

  • Aha, also hattest du die Ameise gehalten(mit der Pinzette oder....?) und die Königin ist dann hinterher oder wie hast du das Bewekstelligt?
    Ich habe kürzlich im Garten eine Camponotus Kolonie gefunden, allerdings keine Herculeanus sondern irgendeine andere, ich kann ja mal Bilder beim Indentifikationsunterforum reistellen.
    das sah vieleicht umwerfend aus, das waren regelrechte Kolosse und davon solche Mengen unter einem einzigen Stein vesammelt zu sehen war schon ein genialer Anblick^^
    Hat mich irgendwie an eine dicht befahrenen Autobahn erinnert. Bei Camponotusspezies dürften ja bald die Schwärmzeiten anbrechen, vieleicht kann ich es da ja nocheinmal versuchen.
    Ach ja, für diejenigen die sich jetzt schon mal Gedanken drüber machen welche Spezies das war: es war ein Steinnest, die Ameisen waren eher matte als glänzend und nicht schwarz sondern eher Braun-Grau gefärbt.
    Danke nochmal für deine Anteilnahme und deinen Tipp. In der Hoffnung auf weitere Auskünfte über deine Fangmethode,


    Mfg. Nestero

  • Ah, ok. Wie würdet ihr nun aber eine enkommene Gyne einfangen. Sagen wir sie krabbelt auf dem Fußboden rum und wir würdet ihr sie wieder ins Reagenzglas setzten ohne sie zu verletzten? Wie hast du denn deine Gyne in freier Wildbahn gefangen. Ich bin nur einfach neugierig wie man das absolut risikofrei bewerkstelligt, vieleicht mit einmalhandschuhen aus Gummi? :think:

  • Also entlaufene Ameisen fange ich in der Regel mit nem Blatt Papier ein... draufkrabeln lassen und in der Arena runterschütteln.


    In der Natur hab ich die Gynenen gefangen indem ich ihnen das RG vor die Nase gelegt hab und hinter und und sie herum die Finger so gelegt das sie, entweder ins Rg oder auf die Finger krabbeln kann sonst nichts. In beiden FÄllen hast du gewonnen....

  • Auch von mir meinen Beileid. Ist immer doof wenn man eine Kolonie verliert, besonders als Neuling in der Ameisenhaltung.
    Meine Königin hab ich auf einen gepflasterten Weg gefunden. Hab sie gesehen und ihr dann das Reagenzglas wie Aquila in ihre laufrichtung gelegt. Ich musste nichtmal mit den Fingern nachhelfen, sie lief da direkt rein :)
    Und ausgebrochene Arbeiterinnen fange ich, da ich wenig Platz hab in meinem Regal, immer mit den Fingern ein^^ Bei Lasius niger macht das nichts, aber bei so Myrmica würde ich das auch nicht machen. Da die Finger so weich sind verletzt du, wenn du nicht zu grob bist, die Ameisen nicht. Es gibt aber auch Federstahlpinzetten, falls du die nicht anfassen magst.


    lg

  • Yup, bei Lasius niger macht das wirklich nichts, bei den Kleinen^^
    Hatte kürzlich mal im Garten unsrer Nachbarn eine Kolonie unter einem Stein gefunden. Hat sich mir eine Kleine auf die Hand gesetzt und todesverachtend drauf los gezwackt :respekt:
    War schon Lustig sich das mal anzuschauen, hab die Kleine dann zurück auf die Platte gesetzt und ihnen als Ausgleich für die Störung einen großen Klecks Honig daneben gesetzt.
    Was meint ihr, zerquetscht man viele wenn man die Platte anhebt und nach ein paar Sekunden wieder zurücklegt oder überleben die das bei der relativ weichen Erde?

  • Ich meinte nur, weil sie dann ja plötzlich über die Wände ihrer zuvor gegrabenen Tunnel und Gänge krabbeln können uns sich so auf Bereiche begeben, die zuvor Presspassung an den Stein lagen.

  • ich weiß jetzt nicht wie furchtbar böse das ist von nem anderen Forum was zu posten aber das passt grad dazu:



    Quelle Ameisenforum

  • Ah, danke für die Antwort. Wieder was gelernt, hätte höchstens gedacht, dass man manche zwequetscht und die Ameisen einem großen Stress aussetzt. leider muss ich dann jetzt aber auch gestehen, dass ich heute nochmal auf erkundungsgang im Garten meiner Großeltern war und gerdezu schockiert von der übermäßig reichen Ameisenbevölkerungsdichte war. sicher mehr als 30 Kolonien, meißt unterschiedliche Arten auf einem durchschnittlich großen Garten, athemberaubend. Habe ich jetzt all diese Kolonien unwiederbringlich geschädigt :ask:

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