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    Text und Zeichnungen mit freundlicher Genehmigung von Mag. Dr. Herbert Christian Wagner

    Original: https://www.zobodat.at/pdf/JoanZoo_17_0023-0052.pdf


    Einleitung

    Wozu dieser Freilandschlüssel? Lassen sich mit dem deutschen Bestimmungsschlüssel von Seifert (2007) bereits die meisten mitteleuropäischen Arbeiterinnen ( ) und Gynen ( ) sicher auf Artniveau bestimmen, so ist dies mit dem englischen Schlüssel von Seifert (2018) in nahezu allen Fällen möglich. Voraussetzung dafür ist jedoch ein leistungsfähiges Auflicht-Stereomikroskop, das Verständnis der oft komplexen Merkmalsdefinitionen und die zeitaufwendige Erfassung morphometrischer Daten. Eine Bestimmung von auf Art-, Gruppen- oder Gattungsniveau aus den meisten Teilen Europas ist nach Lebas et al. (2016, 2019) möglich. Männchen ( ) im Allgemeinen können nach Kutter (1977, 1978) zumindest auf Gattungsniveau bestimmt werden. Für und der schwierig zu bearbeitenden Gattung Rasenameisen (Tetramorium) gibt es Spezialliteratur (Wagner et al. 2017). Ein für das Freiland anwendbarer deutscher Schlüssel für österreichische Ameisen war bisher nur für Waldameisen (Bretz & Douwes 2003, Otto 2005, Bretz 2012) verfügbar. Der vorliegende Freilandschlüssel für arbeitet mit einfachen Beschreibungen der Morphologie und im Freiland gut erfassbaren Eigenschaften wie z. B. Körpergröße, Färbung, Ökologie, Verbreitung, Verhalten oder Nestbauweise. Auch Anfängern ist es somit möglich ohne großen Aufwand und direkt im Feld von den insgesamt 144 österreichischen Arten (Steiner et al. 2017, Seifert 2018) 41 generell und 21 weitere in günstigen Fällen auf Artniveau zu bestimmen. 49 Arten können nur auf Gruppen-, Untergattungs- oder Gattungsniveau bestimmt werden und 19 nur auf Unterfamilienniveau. Um eine Verwirrungswahrscheinlichkeit zu minimieren, werden 6 eingeschleppte und nur wenige Male in Österreich nachgewiesene Arten (Monomorium floricola, M. monomorium, Pheidole parva, Tetramorium bicarinatum, T. insolens, Linepithema leucomelas) ignoriert. Auf eine mögliche Präsenz der seltenen 8 arbeiterinnenlosen, parasitischen Arten in Wirtsnestern wird an betreffender Stelle hingewiesen.

    Verwendungsanleitung

    Mit diesem Schlüssel können bestimmt werden. unterscheiden sich von durch den Besitz von Flügeln oder – nach deren Abwurf – Flügelansatzstellen (Abb. F1, weißer Pfeil). Zudem haben sie gewöhnlich dickere Mittelleiber. besitzen in der Regel Flügel. Weiters sind große und deutlich über die Kopfkapsel vorstehende Augen, schmale Köpfe, verkürzte erste Fühlerglieder, eine hervortretende Genitalstruktur und dunkle Färbung für sie typisch (Abb. F2).

    Der Anwender beginnt im Bestimmungsschlüssel mit der Entscheidung, ob 1a) oder 1b) auf seine -Probe zutrifft. Trifft z. B. 1a) zu, ist entsprechend bei 35) weiter zu lesen, trifft 1b) zu, bei 2), usw. Am Ende sollte die Probe auf Art-, Gruppen-, Gattungs- oder Unterfamilienniveau bestimmt sein. Abkürzungen: B: Burgenland, F: Foto, K: Kärnten, M: Merkmal, NÖ: Niederösterreich, nT: Nordtirol, Ö: Österreich, oT: Osttirol, S: Salzburg, St: Steiermark, T: Tirol, V: Vorarlberg, W: Wien, Z: Zeichnung. Es soll mindestens eine 10× Lupe verwendet werden. Um Details wie Behaarungsmerkmale zu erkennen, wird die entsprechende Struktur unter guten Lichtverhältnissen aus verschiedenen Betrachtungswinkeln und vor kontrastierendem Hintergrund untersucht. Aufgrund einer oft hohen innernestlichen Variabilität sollen nach Möglichkeit mehrere eines Nestes überprüft werden. Angaben zu Klimatypen folgen Zwittkovits (1983), Verbreitungsangaben richten sich nach der Literatur (z. B. Schlick-Steiner et al. 2003, Glaser 2005, Ambach 2009, Wagner 2014, Steiner et al. 2017, Seifert 2018) und eigenen unpublizierten Daten.




      

    Abb. F1-F2: (F1) ♀ der Großen Knotenameise (Manica rubida). Die Kastenzugehörigkeit ist auch nach dem Flügelabwurf durch die Flügelansatzstellen am Mittelleib erkennbar (weißer Pfeil); (F2) ♂ der Roten Knotenameise (Myrmica rubra). Fotos: C. Komposch.


    Bestimmungsschlüssel


    1a) Stielchen zwischen Mittel- und Hinterleib 2-gliedrig (Abb. Z1, M1-M2). Laufgeschwindigkeit langsam bis mittel. Puppen ohne Kokon. Unterfamilie Knotenameisen (Myrmicinae)... 35

    1b) Stielchen zwischen Mittel- und Hinterleib 1-gliedrig (Abb. Z2, Abb. Z3, Abb. Z4, M3)... 2

    2a) Hinterleib mäßig schlank bis dick, zwischen 1. und 2. Hinterleibssegment keine Spur einer Einschnürung (Abb. Z2, M4). Laufgeschwindigkeit mittel bis schnell. Unterfamilien Schuppenameisen (Formicinae) und Drüsenameisen (Dolichoderinae). .. 3

    2b) Hinterleib sehr schlank, Einschnürung zwischen 1. und 2. Hinterleibssegment (Abb. Z3, M5). Meist dunkelbraun (Abb. F3), selten rötlich. Kleine, unauffällige und Nester. Laufgeschwindigkeit langsam. Tieflagen. Unterfamilie Urameisen (Ponerinae), 3 Arten (Ponera coarctata (häufig), Ponera testacea (eher selten), Hypoponera punctatissima (sehr selten)

    2c) 2. Hinterleibssegment bauchseitig stark gekrümmt, sodass folgende Segmente und Stachel nach vorne gerichtet sind (Abb. Z4, M6). Einschnürung zwischen 1. und 2. Hinterleibssegment (Abb. Z4, M5). Rötlich. Etwa 3 mm. und Nester unauffällig. Laufgeschwindigkeit langsam. Tieflagen. Sehr selten. Krummameise (Proceratium melinum; Unterfamilie Proceratiinae)


      


      

    Abb. Z1-Z4.


       

    Abb. F3-F4: (F3) Schmale Urameise (Ponera coarctata); (F4) Gelbe Wiesenameisen (Lasius flavus). Fotos: J. Müller (F3) G. Kunz (F4).


    3a) Vollständig gelb (F4). Klein bis mittelgroß, 1,7-4,9 mm. Im Geschmack sauer. Unterirdisch lebend, manchmal Nest mit Erdhügel. Untergattungen Wiesen-, Schatten- und Österreichameisen (Cautolasius, Chthonolasius, Austrolasius; Schuppenameisen)... 33

    3b) Vollständig rötlich (Abb. F5). Groß, 5-8 mm. Mandibeln unbezahnt (bzw. nur extrem fein bezahnt) und sichelförmig (Abb. Z5, M7). Tieflagen. Wärmeliebend. Selten. Sklavenjäger und immer in Mischnestern mit Sklavenameisen (Serviformica). Raubzüge gegen Sklavennester als Marschkolonnen an heißen Sommernachmittagen und -abenden auffällig. Amazonenameise (Polyergus rufescens; Schuppenameisen)


       

    Abb. F5-F6: (F5) Amazonenameisen (Polyergus rufescens) sind rötlich gefärbt, die hier genutzte Wirtsart Rotbärtige Sklavenameise (Formica rufibarbis) ist rötlich-dunkelgrau; (F6) Taurische Zwergameisen (Plagiolepis taurica). Fotos: H.C. Wagner (F5), V. Borovsky (F6).


    3c) Hinterleib und Gliedmaßen weiß oder fast durchsichtig, Kopf und Mittelleib dunkelbraun. Winzig, 1,3-2,0 mm. Bewegung sehr schnell im Zick-Zack-Lauf. Tropische Herkunft. Dauerhaft beheizte Gebäude. Bisher nur Wien. Schwarzkopfameise (Tapinoma melanocephalum; Drüsenameisen)

    3d) In ausgehärtetem Zustand mehrheitlich rötlichschwarz, grau, braun oder schwarz. Falls auch gelblich, dann im Geschmack nicht sauer (Bothriomyrmex). Mandibeln bezahnt und schaufelförmig (Abb. Z6, M8). Falls winzig (< 2 mm), dann nicht in Gebäuden. ...4

    4a) Sehr klein, 1,1-2,2 mm. In ausgehärtetem Zustand dunkelbraun. Junge gelblich bis hellbraun oft zahlreich in Nestern (Abb. F6). Hinterleiber infolge der Speicherung von Nahrung manchmal dick. Tiefland. Sehr wärmeliebend. Nistet v. a. in Kies und unter Steinen. Bei Störung des Nestes niemals aggressiv. Pannonisches und illyrisches Klima. 11 Fühlerglieder (nicht im Freiland prüfbar).

    Gattung Zwergameisen (Plagiolepis; Schuppenameisen), 2 Arten (Plagiolepis pygmaea, Plagiolepis taurica). Die sehr kleinen der seltenen, parasitischen, arbeiterinnenlosen Arten P. xene und P. ampeloni können in den Nestern gefunden werden.

    4b) Klein bis sehr groß, 2-14 mm. 12 Fühlerglieder. ... 5


      

    Abb. Z5-Z6


      

    Abb. F7-F8: (F7) Pechschwarze Holzameisen (Lasius fuliginosus); (F8) Vierpunktameisen (Dolichoderus quadripunctatus). Fotos: G. Kunz.


    5a) Schwarz glänzend und Kopf auffällig breit (Abb. F7). Kopf herzförmig, Hinterkopf mittig eingebuchtet (Abb. Z6). Mittelgroß, 4-6 mm. Nester meist an Stammbasis großer Bäume. Oft volksstark. Starker Geruch nach Holzessig. Pechschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus; Schuppenameisen)

    5b) Kopf relativ schmäler als in Abb. F7. Falls Hinterhaupt eingebuchtet, dann nicht ganz schwarz. ...6

    6a) 4 weiße Flecken auf Hinterleib (Abb. F8), manchmal aber nur 2 sichtbar. Restlicher Hinterleib und Kopf schwarz, Mittelleib mehrheitlich rötlich. Im Gegensatz zur Stöpselkopfameise (6b) Mittelleib hinten stark eingebuchtet (Abb. Z7, M9). Klein bis mittelgroß, 3-4 mm. Auf Bäumen in Totholz nistend. Tieflagen. Wärmeliebend. Kopf und Mittelleib mit kleinen Eintiefungen versehen. Nicht aggressiv. Vierpunktameise (Dolichoderus quadripunctatus; Drüsenameisen)

    6b) Auf Laubbäumen nistend. Oft nahe der Vierpunktameise vorkommend und dieser morphologisch und farblich recht ähnlich. Im Gegensatz zu dieser aber Stielchenglied von vorne betrachtet oben deutlich (Abb. Z8, M10) und nicht nur leicht eingebuchtet. Schlanker Körper. Oberfläche glatt und glänzend. Kopf dunkel, Mittelleib rötlich oder bräunlich, Hinterleib schwarz (Abb. F9). Mittelleibrücken ohne deutliche Einbuchtung (Abb. F9, Abb. F10 ). Hinterleib kann oberseitig im Bereich hintere Hälfte 1. bis 2. Segment weißlich sein, aber dann nicht als 4 deutlich getrennte Flecken. Klein bis mittel, 3-5 mm. Nicht aggressiv. Einzige österreichische Ameise mit echter Soldatenkaste: Diese ist deutlich größer und ihr Kopf ist im Querschnitt kreisförmig, stöpselförmig und abgestutzt (Türschließermorphe, Abb. F10), 5-6 mm. Tieflagen. Wärmeliebend. Nicht aggressiv. In Westösterreich selten. Stöpselkopfameise (Colobopsis truncata; Schuppenameisen)

    6c) Hinterleib ohne weiße Flecken. Anders als Abb. F8, Abb. F9, Abb. F10. ... 7

    7a) Mittelleibrücken eingebuchtet (Abb. Z9, M11), Mittelleibhinterrand eingebuchtet (Abb. Z9, M12; nicht wie Abb. Z13, M17). Kopf ganz rot bis rotbraun und Kopfhinterrand ohne dichten Haarkranz. Oberfläche glatt und glänzend (Abb. F11). Mittelgroß bis groß, 3-7 mm. Hohe Laufgeschwindigkeit. Sehr wärmeliebend. Tiefland. In Klagenfurt ausgesetzt und vielleicht in der südlichen Steiermark. Sehr selten. Mimikry-Rossameise (Camponotus lateralis; Schuppenameisen)


       

    Abb. Z7-Z8.


      

    Abb. F9-F10: (F9) Stöpselkopfameise (Colobopsis truncata); (F10) Türschließermorphe der Stöpselkopfameise (Colobopsis truncata). Fotos: R. Borovsky (F9), antwiki.org Michal Kukla (bearbeitet) (F10)


    7b) Mittelleibrücken eingebuchtet (Abb. Z9, M11), Mittelleibhinterrand eingebuchtet (Abb. Z9, M12; nicht wie Abb. Z13, M17). Schwarz glänzend (Abb. F12). Hohe Laufgeschwindigkeit. Mittelgroß bis groß, 3-7 mm. Sehr wärmeliebend. Tiefland. Pannonisches und illyrisches Klima. Selten. Pechschwarze Rossameisen (Camponotus piceus-Gruppe; Schuppenameisen), 2 Arten (Camponotus piceus, C. atricolor (nur NÖ)

    7c) Mittelleib anders geformt. ... 8


      

    Abb. Z9-Z10.


    8a) Mittelleib orange. Hinterleib durch dichte Behaarung silbrig weiß schimmernd (Abb. F13), wobei Segmenthinterränder durch stärkere Behaarung Schwarz-Weiß-Streifung andeuten und so vielleicht an Ameisenwespen (Mutillidae) erinnern. Ohne Einbuchtung im Mittelleibrücken (Abb. Z10, M13). Kopfschildvorderrand gerade oder breit eingebuchtet (Abb. Z11, M14). Relativ zu Schuppenameisen Augen weit vorne befindlich (Abb. F13, Abb. Z11). Mittelgroß bis groß, 3-7 mm. Geschmack markant, aber nicht sauer. Nistet auf alten Laubbäumen in Auwäldern, sehr volksstark. in Größe unterschiedlich. Aggressiv. Sehr selten. Pannonisches und illyrisches Klima. Nur B, NÖ, W und St. Rotrückige Drüsenameise (Liometopum microcephalum; Drüsenameisen)

    8b) Geschmack sauer und/oder ohne rötliche Anteile. Kopfschildvorderrand ausgebuchtet (Abb. Z15, M20) oder mit kleinflächiger Einbuchtung (Abb. Z17, M22). ... 9



      

    Abb. F11-F12: (F11) Mimikry-Rossameise (Camponotus lateralis); (F12) Pechschwarze Rossameise (Camponotus piceus). Fotos: antwiki.org Michal Kukla (bearbeitet) (F11), C. Komposch (F12).


       

    Abb. Z11-Z12.


    9a) Klein, < 4,5 mm. Schuppen- und Drüsenameisen. ... 26

    9b) Mittel, groß oder sehr groß, > 4,5 mm. Schuppenameisen. ... 10

    10a) Mit Rückeneinbuchtung (Abb. Z13, Abb. Z14, M16). Mit 3 Ocellen (Abb. Z15, M18). Gattung Sklaven-, Wald-, Raub- und Kerbameisen (Formica). ... 11

    10b) Ohne Rückeneinbuchtung (Abb. Z12, M15). Ohne Ocellen. Gattung Rossameisen (Camponotus). ... 23


      

    Abb. Z13-Z14.


    11a) Kopfhinterrand deutlich eingebuchtet (Abb. Z15, M19). Kopfschildvorderrand nicht eingebuchtet (Abb. Z15, M20). Stielchenglied von vorne betrachtet in der Mitte eingebuchtet (Abb. Z16, M21). Nester als Ameisenhäufen von pflanzlichem Material mit hohem Anteil an abgebissenen Grashalmen. Untergattung Kerbameisen (Coptoformica), 5 Arten (Formica exsecta (alle Länder, recht häufig), F. foreli (nur nT, sehr selten), F. pressilabris (nur V, sehr selten), F. bruni (nur NÖ, sehr selten), F. suecica (nur nT, sehr selten))

    11b) Kopfschildvorderrand eingebuchtet (Abb. Z17, M22). Kopfhinterrand gerade oder leicht eingebuchtet (Abb. Z17, M23). Stielchenglied von vorne betrachtet mittig meist nicht eingebuchtet (Abb. Z18, M24). Wärmeliebend. Fakultativer Sklavenjäger, oft in gemischten Nestern mit Sklavenameisen (Serviformica; meist Schwarze Sklavenameise (Formica fusca). Blutrote Raubameise (Formica sanguinea)

    11c) Kopfschildvorderrand nicht eingebuchtet (Abb. Z19, M20). Kopfhinterrand gerade oder leicht ausgebuchtet (Abb. Z19, M25). Stielchenglied von vorne betrachtet mittig meist nicht eingebuchtet (Abb. Z20, M24). Untergattungen Sklaven- und Waldameisen (Serviformica, Formica s. str.). ... 12

    12a) Kopf größerer großteils oder vollständig rötlich, mindestens wie Abb. F14. Kopfhinterrand (und ganzer Körper) dicht behaart. Eher selten. Strunkameise (Formica truncorum)

    12b) Kopf schwarz oder rötlichschwarz. Falls rötlichschwarz, so mindestens Stirn und Kopf hinterrand schwarz (Abb. F15, Abb. F16). ... 13

    13a) Rötlichschwarz. Farblicher Übergang von rötlichen Wangen zu dunkler Stirn sprunghaft (Abb. F15). 1. Fühlerglied etwa gleich lang wie maximale Kopfbreite (Abb. F15), Körper insgesamt gedrungener (Abb. F25, Abb. F26). Stirndreieck (Abb. Z19, M71) stärker glänzend als seine Umgebung. Nester sind Waldameisenhügel, oft aus Fichtennadeln bestehend, aber manchmal aus Zweigen, Buchenknospen, Grashalmen, Erde, Steinchen, etc. Mittlere Laufgeschwindigkeit. Waldameisen (Formica s. str.). ... 18

    13b) Schwarz, grau oder rötlichschwarz. Falls Kopf mit Rotanteilen, dann Übergang von rötlichen Wangen zu dunkler Stirn fließend (Abb. F16). 1. Fühlerglied länger als

    maximale Kopfbreite (Abb. F16), Körper insgesamt schlanker (Abb. F17, Abb. F23). Stirndreieck (Abb. Z19, M71) matt oder gleich wie seine Umgebung glänzend. Nester gewöhnlich ohne Fichtennadeln. Hohe Laufgeschwindigkeit. Sklavenameisen (Serviformica). ... 14


      


       


       

    Abb. Z15-Z20.


      

    Abb. F13-F14: (F13) Rotrückige Drüsenameise (Liometopum microcephalum);; (F14) Strunkameise (Formica truncorum). Fotos: Gernot Kunz (F13), AntWeb, CASENT0173144 (bearbeitet) (F14).


    14a) Schwarz. Kopfhinterrand unbehaart. Hinterleib oberseitig wenig bis mäßig dicht behaart (Abb. F17). ... 15

    14b) Dunkel- bis aschgrau, manchmal mit goldigem Anteil. Kopfhinterrand behaart und Hinterleib dicht behaart. Die dichte Behaarung verleiht der ganzen einen silbrigen Schimmer (Abb. F18). Sandige, schottrige oder betonierte Flussufer, Heißländen, Städte, Steinbrüche oder offene Kiefernwälder mit Sandboden. Sehr aggressiv. Oft volksstark. Graue Sklavenameisen (Formica cinerea-Gruppe), 3 Arten (F. cinerea (nur Süd-K und Außerfern in nT), F. fuscocinerea (alle Länder), F. selysi (nur V, T und K)).

    14c) Mittelleib rötlich, rötlich-dunkelgrau oder – falls fast vollständig dunkelgrau – zumindest mit einem kleinen rötlichen Fleck seitlich am Mittelleib (Abb. Z13, M73; Abb. F19) und Wangen im vorderen Bereich zumindest ganz leicht rötlich (Abb. Z19, M55). Kopfhinterrand unbehaart. Typisch für warmes Offenland. Nester oft mit Erdanschüttung. Rote Sklavenameisen (Formica rufibarbis-Gruppe). ... 17


       


      

    Abb. F15-F18: (F15) Rote Waldameise (Formica rufa); (F16) Große Sklavenameise (Formica clara); (F17) Schwarze Sklavenameise (Formica fusca); (F18) Eine der Alpen-Sklavenameise (Formica fuscocinerea) und mehrere von Myrmica. Fotos: Ameisenhaltung.de (F15), AntWeb, ANTWEB1008066 (bearbeitet)(F16); C. Komposch (F17), V. Borovsky (F18).


    15a) Winzige, anliegende Haare (im Feld nicht einzeln erkennbar) am Hinterleib nur spärlich und dadurch Hinterleib glänzend (Abb. F20). Am Vorderrücken (= Pronotum; vorderstes Segment des Mittelleibes, vom zweiten Segment (Mesonotum) durch Naht abgetrennt) oft abstehende Haare. Selten, in Österreich v. a. in Mooren, ausnahmsweise auch auf subalpinem Grasland. Nester in Torfmoos, mit Anhäufung von Pflanzenmaterial oder in Totholz. Moorameise (Formica picea)

    15b) Winzige, anliegende Haare (im Feld nicht einzeln erkennbar) am Hinterleib nur spärlich und dadurch Hinterleib glänzend (Abb. F21). Am Vorderrücken oft abstehende Haare. Wärmeliebend, südlich temperierte Laubwälder und Felslebensräume. Nester manchmal mit Erdanschüttung. Tiefland. Pannonisches und illyrisches Klima. Nur B, NÖ, W und St. Selten.

    Südliche Sklavenameise (Formica gagates)

    15c) Winzige anliegende Haare (im Feld nicht einzeln erkennbar) am Hinterleib dicht und dadurch Hinterleib schimmernd (Abb. F17). Häufig. Nester ohne Erdanschüttung. Schwarze Sklavenameisen (Formica fusca-Gruppe). ... 16

    16a) Im Nestmittel > 2 abstehende Haare am Vorderrücken. Gebirge, ab 700 m Seehöhe. Bergsklavenameise (Formica lemani)

    16b) Im Nestmittel < 2 abstehende Haare am Vorderrücken. Meist < 1200 m Seehöhe, ausnahmsweise bis 2000 m. Schwarze Sklavenameise (Formica fusca)

    17) Die 3 Arten der Formica rufibarbis-Gruppe sind nur im günstigen Falle im Freiland bestimmbar.

    17a) Vorderrücken schwach behaart, im Mittel < 15 abstehende Haare. Mittelleib größerer vorwiegend rötlich (Abb. F22). Sehr wärmeliebend. Im Pannonikum regelmäßig, sonst selten. NÖ, W, B, St, nT und V. Große Sklavenameise (Formica clara)

    17b) Vorderrücken ohne oder mit einzelnen abstehenden Haaren. Mittelleib meist dunkel und nur seitlich mit rötlichem Fleck (Abb. F19). Alle Länder. Häufig. Rotrückige Sklavenameise (Formica cunicularia)


       

    Abb. F19-F20: (F19) Rotrückige Sklavenameise (Formica cunicularia); (F20) Moorameise (Formica picea). Fotos: C. Komposch.


       


       


       

    Abb. F21-F26: (F21) Südliche Sklavenameise (Formica gagates); (F22) Große Sklavenameise (Formica clara); (F23) Rotbärtige Sklavenameise (Formica rufibarbis); (F24) Wiesenwaldameise (Formica pratensis); (F25) Rote Waldameise (Formica rufa); (F26) Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena). Fotos: AntWeb, CASENT0010650 (bearbeitet)(F21), AntWeb, ANTWEB1008066 (bearbeitet)(F22), Ameisenhaltung.de (F23), G. Kunz (F24), Ameisenhaltung.de (F25), AntWeb, CASENT0173865 (bearbeitet) (F26).


    17c) Vorderrücken großer im Mittel > 15 abstehende Haare, Mittelleib größerer vorwiegend rötlich (Abb. F23). Alle Länder. Häufig. Rotbärtige Sklavenameise (Formica rufibarbis)

    18a) Kopfhinterrand behaart. Vorder- und Mittelrücken mit markantem schwarzem Anteil, Übergang zum rötlichen Bereich sprunghaft (Abb. F24). Stirnoberfläche relativ zu 18b) matt. Tiefland und nur ausnahmsweise über 1000 m Seehöhe. Wärmeliebend und meist Offenland. Nest oft mit Erdanteilen und mit Gras überwachsen. Vegetation auf Hauptverbindungsstraßen typischerweise entfernt. Im Pannonikum und Illyrikum häufig, inneralpin selten. Wiesen-Waldameise (Formica pratensis)

    18b) Vorderrücken zumindest bei größeren rötlich oder schwarze Anteile verwaschen (Abb. F25, Abb. F26). Am Kopfhinterrand abstehende Haare nur > 700 m Seehöhe möglich. Stirnoberfläche relativ zu 18a) glänzend. Weniger in warmem Offenland. ... 19

    19) Zur Betrachtung der Haare am Kopfhinterrand der folgenden Arten ist der Kopf so zu positionieren, dass die Kopflänge und die Kopfbreite maximal in der Bildebene erscheinen.

    19a) < 700 m Seehöhe. Kopfhinterrand unbehaart. ... 20

    19b) > 700 m Seehöhe. ... 21

    20) Folgende 2 Arten hybridisieren in 6-8 % der Fälle und Hybride sind im Freiland nicht sicher bestimmbar.

    20a) Vorderrücken im Nestmittel > 25 Haare (Abb. F25). Hügel meist einzeln, seltener Kolonien mit mehreren Hügeln. Ca. 2/3 der Hügel am Waldrand. im Mittel größer als 20b). Rote Waldameise (Formica rufa)

    20b) Vorderrücken oft unbehaart, im Nestmittel jedenfalls < 12 Haare (Abb. F26). Kolonien oft mit mehreren Hügeln. Ca. 2/3 der Hügel im Waldesinneren. im Mittel kleiner als 20a).

    Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena)

    21) Manche der folgenden Arten sind nur im günstigen Falle im Freiland bestimmbar.

    21a) Kopfhinterrand unbehaart, Vorderrücken im Nestmittel > 25 Haare (Abb. F25). Bis 1600 m Seehöhe, in höheren Lagen nur an offenen Südhängen. Hügel meist einzeln, seltener Kolonien mit mehreren Hügeln. Ca. 2/3 der Hügel am Waldrand. Rote Waldameise (Formica rufa)

    21b) Kopfhinterrand darf kein einziges Härchen tragen. Vorderrücken oft unbehaart (Abb. F26), im Nestmittel jedenfalls < 12 Haare. Selten über 1300 m Seehöhe. Kolonien oft mit mehreren Hügeln. Ca. 2/3 der Hügel im Waldesinneren. Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena)

    21c) Kopfhinterrand muss zumindest bei manchen Tieren des Nestes einzelne Haare tragen (diese sind bei schwach behaarten Populationen an den Hinterhauptsecken zu suchen), aber nie mehr als 25. Vorderrücken schwach behaart. Bis 2200 m Seehöhe. Kolonien mit vielen Hügeln. Typisch für das Bestandesinnere montaner Fichtenwälder. Schwachbeborstete Gebirgswaldameise (Formica aquilonia)

    21d) Kopfhinterrand 10 bis > 100 Haare. Vorderrücken stark behaart. Bis 2400 m Seehöhe. Hügel einzeln oder als Kolonien mit vielen Hügeln. ... 22

    22a) Östlich von Innsbruck. Starkbeborstete Gebirgswaldameise (Formica lugubris)

    22b) Westlich von Innsbruck. Starkbeborstete Gebirgswaldameise (Formica lugubris) oder Westliche Gebirgswaldameise (F. paralugubris)

    23a) Kopfschildvorderrand mit winkelig abgesetztem Vorsprung (Abb. Z21, M25). Groß, 5-10 mm. Dunkelbraun bis schwarz. Glänzend. Erdnester, Untersteinnester oder kleine harte Erdhügel. Sehr wärmeliebend. Tiefland. Pannonisches und illyrisches Klima. B, NÖ, W, St und K. Selten. Mittelmeer-Rossameise (Camponotus aethiops)

    23b) Kopfschildvorderrand mittig eingebuchtet (Abb. Z22, M26; bei kleinen manchmal nur schwach ausgeprägt). Mittelgroß, 4-9 mm. Vorwiegend dunkelbraun bis schwarz, Vorderrücken und Extremitäten manchmal rötlichbraun oder gelblichbraun. Glänzend. Auf Bäumen und Holzgebäuden nistend. Manchmal auch in Bienenstöcken oder Häusern. Wärmeliebend. Tiefland. Alle Länder, in Westösterreich (noch) sehr selten, scheint sich aber in Mitteleuropa generell auszubreiten. (Abb. F44) Kerblippige Rossameise (Camponotus fallax)

    23c) Kopfschildvorderrand weder mit Vorsprung noch eingebuchtet (Abb. Z23, M27). Groß bis sehr groß, 6-14 mm. Mittelleib mit rötlichen Anteilen oder völlig schwarz. Matt bis leicht glänzend. Alle Länder, häufig. Untergattung Rossameisen im engeren Sinne (Camponotus s. str.). ... 24


      


      

    Abb. Z21-Z24.


    24a) Schwarz (Abb. F27). (In Wien einmal rotköpfige beobachtet.) Ganzer Körper mit langer weißer Behaarung. Tiefland. Vor allem pannonisches und illyrisches Klima, sonst selten.

    Haarige Rossameise (Camponotus vagus)

    24b) Mittelleib zumindest teilweise weinrot bis kastanienbraun. Alle Länder, häufig. ... 25

    25) Folgenden Arten sind nur im günstigen Falle im Freiland bestimmbar.

    25a) Färbung von Mittelleib und Stielchenglied oft heterogen, variiert von einheitlich dunkelweinrot bis fast vollständig schwarz. Hinterleib schwarz oder mit nur kleinem weinroten Fleck am abschüssigen Bereich des 1. Segments nahe des Stielchengliedes. Oberfläche des Hinterleibes relativ zu 25b) matt. Körper vor allem bei großen gedrungener. Typisch für montane Fichtenwälder, im Tiefland selten und nur in schattigen Biotopen. Schwarze Rossameise (Camponotus herculeanus)

    25b) Mittelleib und Stielchenglied meist einheitlich weinrot. Zumindest kleinen weinroten Fleck am abschüssigen Bereich des 1. Hinterleibssegments oder sogar bis über dessen Hälfte weinrot. Oberfläche des Hinterleibes relativ zu 25a) glänzend. Körper schlanker. Typisch für das Tiefland, bis 1300 m Seehöhe.(Abb. F43) Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda)


       

    Abb. F43-F44, (F43) Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda); (F44) Kerblippige Rossameise (Camponotus fallax) Fotos: Ameisenhaltung.de


    26a) Geschmack sauer. Hellbraun bis schwarz oder mit orangem Mittelleib. Stellung des Hinterleibes unauffällig und Stielchenglied hoch (Abb. Z30, M34). Puppen mit Kokon. Schuppenameisen. ... 27

    26b) Geschmack markant aber nicht sauer. Gelblichbraun bis schwarz. Falls schwarz, so Stielchenglied sehr niedrig (Abb. Z24, M28) und Hinterleib manchmal ansatzweise skorpionsartig hoch getragen. Falls gelblichbraun bis braun, so Stielchenglied mäßig hoch (Abb. Z25, M29). Puppen ohne Kokon. Drüsenameisen. ... 30

    27a) Oberfläche stark glänzend (Abb. F28). Hell- bis mittelbraun. Mittelleib in Mitte mit Engstelle (Abb. Z26, M30). Fühler relativ zu 27b) länger. Mittlere Laufgeschwindigkeit. Einzelne im Nest aufgrund Nahrungsspeicher-Funktion mit vergrößerten Hinterleibern (Honigtöpfe). Wärmeliebend und v. a. Weinbaugebiete, Magerwiesen, Felswände und warme Laub- und Kiefernwälder. < 500 m Seehöhe. Pannonisches und illyrisches Klima. Selten. Honigameise (Prenolepis nitens)

    27b) Oberfläche matt bis leicht glänzend. Hellbraun bis schwarz oder mit orangem Mittelleib. Engstelle im Mittelleib weniger ausgeprägt (Abb. Z27, M31). Fühler relativ zu 27a) kürzer. Hohe Laufgeschwindigkeit. Wegameisen im engeren Sinne ( Lasius s. str. ). Sehr häufig. ... 28

    28a) Mittelleib hell-gelblichbraun bis mittelbraun, Kopf bronzebraun, Hinterleib dunkelbraun bis schwarz (Abb. F29). Nicht aggressiv sondern furchtsam und Straßen oft in Spalten verlaufend. Wenig wärmeliebend, v. a. Au-, Bruch-, Laub- und Mischwälder. Nistet oft auf Laubbäumen, unter Moos und in feuchtem Holz, manchmal in Holz von Gebäuden.

    Braune Wegameise (Lasius brunneus)


      


      

    Abb. Z25-Z28.


    28b) Mittelleib orange, Kopf und Hinterleib dunkelbraun bis schwarz (Abb. F30). Aggressiv bei Nestverteidigung. Wärmeliebend. Nistet im Freiland v. a. in Felsen und trockenem Holz. Kulturfolger, oft in Mauerwerk. Im Geruch von allen anderen Lasius-Arten unterschiedlich. Rotrückige Felsenameise (Lasius emarginatus)

    28c) Nicht deutlich mehrfärbig. Hellbraun oder grau bis schwarz, ohne rötliche Anteile. ... 29

    29) Folgenden Arten sind nur im günstigen Falle im Freiland bestimmbar.

    29a) Nest als Erdhügel oder unterirdisch. Straßen durch Begrenzung oder Überdachung mit feinen Erdkrümelchen auffällig. Kulturfolger und häufigste Art in Siedlungsgebieten und Agrarland. Typisch für Gärten, Straßenränder, Parkplätze, Mähwiesen, Brachen und Flussufer. Grauschwarz bis schwarz und im Mittel leicht heller als 29b). Bei der Nestverteidigung aggressiver als andere Arten außer 29b). Sehr häufig. Schwarze Wegameise (Lasius niger)

    29b) Nest ohne Erdhügel, oft in Totholz. V. a. Wald und Moore. Oft feuchte oder wenig wärmebegünstigte Standorte. Dunkelbraun bis schwarz und im Mittel leicht dunkler als 29a). In der Nestverteidigung sehr aggressiv. Sehr häufig. Plattbrust-Wegameise (Lasius platythorax)


       


      

    Abb. F27-F30: (F27) Haarige Rossameise (Camponotus vagus); (F28) Honigameisen (Prenolepis nitens); (F29) Braune Wegameise (Lasius brunneus); (F30) Rotrückige Felsenameise (Lasius emarginatus). Fotos: Ameisenhaltung.de (F27), G. Kunz (F28, F29) C. Komposch (F30),.


    29c) Kein über 15 cm hoher Erdhügel und keine überdachten Straßen. Wärmebegünstigte, trockene Standorte. Meist nicht aggressiv. Lasius s. str., 7 Arten (L. austriacus (nur NÖ), L. alienus (nur NÖ, W, B, St und K), L. psammophilus, L. paralienus, L. bombycina (nur B), L. niger, L. platythorax)

    30a) Mittelleib im hinteren Bereich erhöht (Abb. Z28, M32). Hell- bis mittelbraun. Dauerhaft beheizte Gebäude. Argentinische Drüsenameise (Linepithema humile)

    30b) Mittelleib im hinteren Bereich nicht deutlich erhöht (Abb. Z24, Abb. Z25, M33). Gelblichbraun bis schwarz. Dauerhaft beheizte Gebäude oder Naturlebensräume. ... 31

    31a) Dunkelbraun bis schwarz. Stielchenglied sehr niedrig (Abb. Z24, M28). ... 32

    31b) Gelblichbraun bis mittelbraun. Stielchenglied mäßig hoch (Abb. Z25, M29). Pannonisches Klima. Sehr wärmeliebend. Sehr selten. Gattung Parasitische Drüsenameisen (Bothriomyrmex), 2 Arten (B. communistus, B. corsicus)

    32a) Tropenhäuser und Botanische Gärten. Bisher nur Wien, Graz und Klagenfurt. Gattung Weißfußameisen (Technomyrmex, bisher nur T. vitiensis)

    32b) Freiland. Gattung Blütenameisen (Tapinoma), 2 Arten (T. subboreale, T. erraticum)

    33) Folgenden Arten sind nur im günstigen Falle im Freiland bestimmbar.

    33a) Sehr starker Geruch nach Zitronenöl bei Nestöffnung. Schuppe niedrig und dick (Abb. Z29, M33). 3-3,5 mm. Sehr selten. Niederösterreich (bisher nur Bisamberg bei Wien, Wachau und Jauerlinggebiet) und Nordtiroler Oberland (bisher nur Fließ). Untergattung Österreichameisen (Austrolasius; bisher nur L. reginae)

    33b) Schuppe hoch (Abb. Z30, M34). Klein, 1,7-3,9 mm. Wangen und Beine ohne abstehende Haare. Häufig. Untergattung Wiesenameisen (Cautolasius). ... 34

    33c) Schuppe hoch (Abb. Z30, M34). Mittelgroß, 3,2-4,9 mm. Wangen und Beine oft mit abstehenden Haaren. Mäßig häufig. Untergattung Schattenameisen (Chthonolasius), 10 Arten (L. mixtus, L. sabularum, L. umbratus, L. distinguendus, L. balcanicus (nur pannonisches Klima), L. meridionalis, L. nitidigaster (nur pannonisches Klima), L. jensi (nur pannonisches und illyrisches Klima), L. citrinus, L. bicornis)


       

    Abb. Z29-Z30.


    34a) Pannonisches und illyrisches Klima. Warme Biotope. Wiesenameisen (Cautolasius), 2 Arten möglich (L. flavus, L. myops)

    34b) Oberdeutsches und Alpines Klima. Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)

    35a) Kopf birnenförmig (Abb. Z31), Mandibeln schlank und lang (Abb. Z31, M35). Sehr klein, 1,8-2,2 mm. Winzige Augen mit Lupe nicht erkennbar (Abb. Z31). Fühler kurz und nur aus 4 Gliedern bestehend (Abb. Z31, M36). 2. Stielchenglied sehr breit. Pannonisches und illyrisches Klima. Sehr selten. Getarnte Schnappkieferameise (Strumigenys argiola)

    35b) Kopf rund, oval oder eckig geformt. 10-12 Fühlerglieder. ... 36

    36a) 2. Stielchenglied oberseitig im Hinterleib inseriert (Abb. Z32, M37). Hinterleib zugespitzt, wird bei Verteidigung skorpionsartig nach oben getragen und kann weiße, klebrige Flüssigkeit abgeben. Kopf rot, Hinterleib schwarz. 3,5-5 mm. Sehr selten und gewöhnlich von Mittelmeerurlauben eingeschleppt. Gattung Rotkopfameisen (Crematogaster). ... 50

    36b) 2. Stielchenglied medial am Hinterleib inseriert (Abb. Z33, Abb. Z35, M38). Hinterleib wird nicht skorpionsartig nach oben getragen. ... 37


       

    Abb.Z31-Z32.


    37a) Groß, 4-9 mm. Dunkelbraun bis schwarz. Dornen am Mittelleib zu stumpfen Ecken reduziert (Abb. Z33, M39). Große mit sehr breiten Köpfen. einer Kolonie unterschiedlich groß. Oft volksstarke und auffällige Kolonien. Oft kraterartige Nesteingänge. Bilden lange Straßen, tragen v. a. Pflanzensamen ein und entsorgen Samenhüllen vor Nesteingängen. Pannonisches und illyrisches Klima. NÖ, W, B und vielleicht St. Sehr wärmeliebend. Selten. Ernteameise (Messor structor)

    37b) < 5,5 mm und/oder mehrheitlich rötlich bis rötlichbraun. ... 38

    38a) 1. Stielchenglied lang (Abb. Z34, M40), Mittelleib nicht auffällig schlank (Abb. Z34, M41), Dornen kurz (Abb. Z34, M42). 3,1-3,8 mm. Einheitlich mittel- bis dunkelbraun (Abb. F31). Augen sehr klein (Abb. Z34, M43). Tiefland. Bewegung sehr langsam. Rollt sich bei Störung ein. Kleine Nester. Lebt versteckt in Bodenstreu der Laub- und Mischwälder, meist nur durch Bodensieben oder Becherfallen nachzuweisen. Kleinäugige Knotenameise (Stenamma debile)

    38b) 1. Stielchenglied lang (Abb. Z35, M40), Mittelleib schlank (Abb. Z35, M44), Vorder- und Mittelrücken halbkugelförmig gerundet (Abb. Z35, M45), Dornen kurz (Abb. Z35, M46). 3-5 mm. Homogen dunkelrot bis rotbraun (Abb. F32). Nistet in warmen Laubwäldern, Kleingehölzen oder auf Felstrockenrasen meist unter großen Steinen, selten in Totholz. Große Nester. Lebt vorwiegend unterirdisch. Tiefland. Wärmeliebend. Vor allem pannonisches und illyrisches Klima, sonst sehr selten. Untergrundameise (Aphaenogaster subterranea)

    38c) 1. Stielchenglied nicht länger als Abb. Z36, M47. ... 39

    39a) Mandibeln unbezahnt und breit (Abb. Z37, M48). 2. Stielchenglied mit Parasitendorn (Abb. Z38, M49). Kopf annähernd rechteckig (Abb. Z37). Mittelgroß, 3,5-5,4 mm. Hell- bis mittelbraun. Sklavenjäger und immer mit Schmalbrustameisen (Leptothorax) Mischnester bildend. Nester meist in Totholz. Hauptsächlich Gebirge. Selten. Harpa (Harpagoxenus sublaevis)

    39b) Mandibeln unbezahnt und sichelförmig (Abb. Z39, M50). Kopfhinterrand stark eingebuchtet (Abb. Z39, M51). Klein, 2,5-3 mm. Mittelbraun bis rotbraun. Degenerierter Sklavenjäger bei Rasenameisen (Tetramorium). Macht nur geringen Anteil der des Nestes aus und fällt durch hellere Farbe zwischen Rasenameisen auf. Tiefland. Selten. Kleine Säbelameise (Strongylognathus testaceus)

    39c) Mandibeln bezahnt und breit (Abb. Z43, M52). ... 40

    40a) Sehr klein, < 2,5 mm. Gelb; falls Hinterleib mit hellbraunen Anteilen, dann in beheizten Gebäuden. Falls in Naturlebensräumen, dann glänzend. Tiefland. ... 49


       


      

    Abb. Z33-Z36.



       

    Abb. F31-F32: (F31) Kleinäugige Knotenameise (Stenamma debile); (F32)Untergrundameise (Aphaenogaster subterranea). Fotos: G. Kunz (F31), C. Komposch (F32).


       


      

    Abb. Z37-Z40.


    40b) Klein, 2,3-3,7 mm (im Gebirge < 3,5 mm). Nicht einheitlich rötlich bis rötlichbraun, sondern homo- oder heterogen gelb, rötlichgelb, ocker, braun oder schwarz. Falls im Gebirge Mittelleib rötlich, dann Dornen kürzer als in Abb. Z40, M53. Fühleransatz ohne auffällige Lobi wie in Abb. Z47, M62 oder Abb. Z49, M63. ... 46

    40c) Mittelgroß, 3,1-5,5 mm. Im Tiefland rötlich bis rotbraun (Abb. F33), im Gebirge auch zweifärbig (Kopf und Hinterleib dunkel, Mittelleib rötlich; Abb. F34), dunkelbraun (Abb. F35) oder schwarz. Falls im Gebirge schwarz, dann Fühleransatz meist mit Lobus ähnlich wie in Abb. Z49, M63. Dornen des Mittelleibes mindestens so lang wie Abb. Z40, M53. ... 41

    40d) Groß, 5-8 mm. Rötlich, eventuell Hinterleib mit dunklem Anteil. Dornen des Mittelleibes zu stumpfen Ecken reduziert (Abb. Z36, M54). Große Knotenameise (Manica rubida)

    41a) Oberschenkel und Fühlerspitzen angedunkelt (Abb. F34). Zweifärbig, Kopf und Hinterleib rötlichbraun bis schwarz, Mittelleib heller rötlich oder heterogen schwarz und rötlich. < 4,1 mm. Dornen mittellang (Abb. Z40, M53). Hauptsächlich Gebirge und inneralpin. Oft in Totholz nistend. Große Schmalbrustameise (Leptothorax acervorum). Die seltener parasitischer, arbeiterinnenloser Schmalbrustameisen (L. pacis, L. kutteri, L. goesswaldi) können in den Nestern gefunden werden.


      

    Abb. F33-F34: (F33) Säbeldornige Knotenameise (Myrmica sabuleti); (F34) Große Schmalbrustameise (Leptothorax acervorum) mit ♂-Puppe. Fotos: G. Kunz.


    41b) Schenkel und Fühlerspitzen niemals angedunkelt (Abb. F33, Abb. F35). 3,1-5,5 mm. Im Tiefland rötlich oder rötlichbraun, im Gebirge auch zweifärbig, dunkelbraun oder schwarz. Falls im Gebirge < 4,1 mm, dann Fühleransatz meist mit Lobus ähnlich wie in Abb. Z49, M63. Dornen gewöhnlich länger als Abb. Z40, M53 und mindestens wie Abb. Z41, M53. Nicht auf Bäumen nistend. Gattung Rote Knotenameisen (Myrmica). ... 42

    42a) Basis des 1. Fühlergliedes wenig gekrümmt, schlank und ohne Lobus (Abb. Z42, Abb. Z43, M56). Myrmica rubra-Gruppe. ... 43


       


       

    Abb. Z41-Z44.


    42b) Basis des 1. Fühlergliedes stärker gekrümmt (mindestens wie Abb. Z44, M57). Ohne Lobus (Abb. Z46, M61), mit Lobus seitlich (Abb. Z47, M62) oder oberseitig (Abb. Z49, M63).... 44

    43a) Dornen kürzer (Abb. Z41, M53). 1. Stielchenglied mit abgerundeter Stufe (Abb. Z41, M60). Euryök. Häufig. Selten > 1400 m Seehöhe. Rote Knotenameise (Myrmica rubra). Die kleinen der Roten Parasitenameise (Myrmica microrubra) können in den Nestern gefunden werden.

    43b) Dornen länger (Abb. Z45, M58). 1. Stielchenglied mit kantiger Stufe (Abb. Z45, M59). Kältetolerant, im Tiefland v. a. in Wäldern. Bis > 2000 m Seehöhe. Wald-Knotenameise (Myrmica ruginodis)


      


      


      

    Abb. Z45-Z50.


    44a) Lobus fehlend (Abb. Z46, M61) oder seitlich, sodass er von vorne gut zu sehen ist (Abb. Z47, M62), aber kaum von der Seite (Abb. Z48, M62). Myrmica scabrinodis-Gruppe...45

    44b) Lobus oberseitig, sodass er von der Seite gut zu sehen ist (Abb. Z49, M63), aber kaum von vorne (Abb. Z50, M63). Myrmica schencki-Gruppe, 2 Arten (M. schencki, M. deplanata (nur pannonisches Klima)) und Myrmica lobicornis-Gruppe, 2 Arten (M. lobicornis (nur > 700 m Seehöhe), M. lobulicornis (nur > 1000 m Seehöhe)

    45a) Dunkelbraun oder zweifärbig mit hellerem Mittelleib (Abb. F35). Grob runzelige Oberfläche. 1. Fühlerglied ohne Lobus (Abb. Z44, M57). Im Mittel größer als andere Arten, 3,9-5,5 mm. > 800 m Seehöhe. Dunkelbraune Knotenameise (Myrmica sulcinodis)

    45b) Eher homogen rötlich bis rötlichbraun (Abb. F33) und/oder nicht im Gebirge. Myrmica, 10 Arten (M. rugulosa, M. constricta, M. specioides, M. scabrinodis, M. vandeli, M. sabuleti, M. lonae, M. hirsuta, M. curvithorax (nur pannonisches und illyrisches Klima), M. gallienii). Die kleinen der seltenen, parasitischen, arbeiterinnenlosen Art Karavajevs Knotenameise (Symbiomyrma karavajevi) können in den Nestern gefunden werden.

    46a) Schultern von oben betrachtet mit eckiger Ausweitung (Abb. F36, roter Pfeil). Kopf breit und ansatzweise rechteckig, Kopfschild ohne Vorsprünge (Abb. F37). 1. Stielchenglied unauffällig (Abb. Z51, M64). Meist dunkelbraun bis schwarz, in der montanen Höhenstufe manchmal hellbraun. Rötliche Einzeltiere kommen in Ostösterreich selten vor. Vor allem Offenland wie Felsen, lückige Wiesen und Siedlungsraum, aber auch Gebirge. Nester oft groß und auffällig, häufig mit Erdhügel oder unter Steinen. Volksstärke oft > 1000 . Bei Störung sehr aggressiv, beißen und stechen.

    Gattung Rasenameisen (Tetramorium), 8 Arten (T. alpestre (nur > 900 m Seehöhe; ab 2000 m Seehöhe kommt nur mehr diese Art vor), T. caespitum (einzige Art, die auch große Erdhügel errichtet), T. hungaricum (nur pannonisches Klima), T. staerckei (v. a. pannonisches Klima), T. immigrans (nur pannonisches und illyrisches Klima; einzige Art, die auch häufig in Gebäudeinnerem lebt), T. impurum, T. moravicum (nur pannonisches Klima), T. ferox (nur pannonisches Klima)). Neben Individuen der Kleinen Säbelameise (Strongylognathus testaceus) können auch der seltenen Arbeiterlosen Parasitenameise (Anergates atratulus) in den Nestern gefunden werden.

    46b) Kopfschild mit stumpfen Vorsprüngen (Abb. Z52, M65). Gedrungene Gestalt (Abb. F38). Hinterleib für Knotenameisen dick. 1. Stielchenglied sehr kurz und von der Seite betrachtet annähernd quadratisch (Abb. Z53, M66). Langsame Bewegung. Dunkelbraun bis schwarz. Nester klein und unauffällig. Volksstärke < 100 . Tiefland. Nicht aggressiv. Rollt sich bei Störung zu Kugel ein. Meist durch Bodensieben oder Becherfallen nachzuweisen. Versteckte Knotenameise (Myrmecina graminicola)

    46c) Schultern und Kopf unauffällig. Kopfschild ohne Vorsprünge. Nester ohne Erdhügel. Volksstärke meist < 200 ... 47


      


      

    Abb. F35-F38: (F35) Dunkelbraune Knotenameise (Myrmica sulcinodis); (F36) Fels-Rasenameise(Tetramorium immigrans); (F37) Gemeine Rasenameise (Tetramorium caespitum); (F38) Versteckte Knotenameise (Myrmecina graminicola). Fotos: G. Kunz (F35, F38), C. Komposch (F36), H. C. Wagner (F37).


    47a) Oberfläche stark glänzend. 2. Stielchenglied unterseitig mit langem Parasitendorn (Abb. Z54, M67). Lebt als Gast der Waldameisen ausschließlich in deren Hügel. Glänzende Gastameise (Formicoxenus nitidulus)

    47b) 1. Stielchenglied unterseitig mit großem Lappen und damit doppelt so hoch wie lang (Abb. Z55, M68). Sklavenjäger und immer mit Schmalbrustameisen (Temnothorax) in Nestern. Selten.

    Gattung Schmalbrust-Parasitenameisen (Myrmoxenus), 2 Arten (M. ravouxi, M. stumperi (bisher nur nT))

    47c) Oberfläche matt. Stielchenglieder unterseitig ohne langen Dorn oder Lappen (Abb. Z56, M69-M70). Gattungen der Schmalbrustameisen (Leptothorax und Temnothorax)... 48

    48a) Zweifärbig, dabei Kopf, Mittelleib, Stielchenglieder, Extremitäten und vorderster Ansatz des Hinterleibes homogen warm hellbraun, restlicher Hinterleib dunkelbraun (Abb. F39). Fühler und Schenkel nicht angedunkelt. Dornen spitz und lang. Nistet auf Laubbäumen. Größer als die meisten anderen Schmalbrustameisen, 2,5-3,7 mm. Pannonisches und illyrisches Klima. Tieflagen. Wärmeliebend. Selten. Hellbraune Schmalbrustameise (Temnothorax clypeatus)


       


      


       

    Abb. Z51-Z56.


    48b) Dornen dünn und lang (mindestens wie Abb. Z56, M71, oft aber viel länger). 1. Stielchenglied niedrig (Abb. Z56, M72). Kopf dunkelbraun, Mittelleib, Stielchenglieder und Ansatz des Hinterleibes hellbraun, restlicher Hinterleib dunkelbraun (Abb. F40). Oberschenkel angedunkelt. Nistet auf Bäumen und niemals in Fels. Tieflagen. Wärmeliebend. Häufig. Baum-Schmalbrustameise (Temnothorax affinis)

    48c) Keine absolute Übereinstimmung zu obigen Angaben. Schmalbrustameisen (Leptothorax), 11 Fühlerglieder (nicht im Freiland prüfbar), 3 Arten (L. acervorum, L. muscorum, L. gredleri), und Temnothorax, 12 Fühlerglieder (nicht im Freiland prüfbar), 16 Arten (T. clypeatus (nur pannonisches und illyrisches Klima), T. affinis, T. corticalis, T. jailensis (nur NÖ), T. interruptus, T. nigriceps, T. tuberum, T. albipennis, T. unifasciatus, T. turcicus (nur NÖ und W), T. nylanderi (nur V), T. crassispinus (Abb. F42), T. sordidulus (nur nT, oT, K und St), T. saxonicus (nur S, OÖ, NÖ, W, B und St), T. parvulus (nur NÖ, W, B, St und K), T. lichtensteini (nur nT, oT und K))

    49a) Dauerhaft beheizte Gebäude. Bernsteingelb mit hellbrauner Hinterleibsspitze. Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

    49b) Glänzend (Abb. F41). Wiesen, Felsen, Städte, Gärten. Nester oft in Nestwandungen großer Ameisen integriert oder als Untersteinnester. Oft > 1000 je Kolonie. Wärmeliebend. Gelbe Diebsameise (Solenopsis fugax)

    49c) Matt (Abb. F42). Naturnahe Felsspalten oder Bodenstreu der Laubwälder. < 200 je Kolonie. Schmalbrustameisen (Temnothorax spp.)

    50a) Mittelleib und Stielchenglieder mehrheitlich rötlich. Vom Balkan nach Norden bis Ungarn, Slowenien und Friaul. Bisher nicht in Ö. Schmidts Rotkopfameise (Crematogaster schmidti)

    50b) Mittelleib und Stielchenglieder mehrheitlich dunkelbraun bis schwarz. Von Italien nach Norden bis ins Eisacktal (Südtirol) und nach Slowenien. In Ö sehr selten. Westliche Rotkopfameise (Crematogaster scutellaris)


      


      

    Abb. F39-F42: Hellbraune Schmalbrustameise (Temnothorax clypeatus); (F40) Baum-Schmalbrustameise (Temnothorax affinis); (F41) Gelbe Diebsameise (Solenopsis fugax); (F42) Östliche Schmalbrustameisen (Temnothorax crassispinus). Fotos: G. Kunz.


    Das Team von Ameisenhaltung.de bedankt sich bei Herrn Mag. Dr. Herbert Christian Wagner hier diesen wunderbaren Leitfaden darstellen zu dürfen.

    Und für die Erlaubnis die Bilder darzustellen bei:

    Mag. Dr.rer.nat. Gernot Kunz

    Mag. Dr. Herbert Christian Wagner

    Dr. Volker Borovsky

    BSc Roman Borovsky

    Mag. Dr. Christian Komposch

    Herr Johann Müller

    gehen die Tiere von alleine ins Nest wenn die Winterruhe ansteht?

    Ja wäre schön, leider nicht immer. Wobei Lasius niger ist da noch einfacher. Solange sie bei mir noch im Reagenzglas waren, war das nie ein Thema, bei einem kleinen Volk gehen Arbeiterinnen sowieso nur raus wenn es unbedingt sein muss. Danach hab ich sie samt Arena auf den Balkon gestellt und da gibt es immer wieder welche die in der Arena herum laufen. Wobei ich mir bis heute nicht sicher bin, ob die Arbeiterinnen teilweise ihre Arena nicht als Teil des Nestes sehen, aber das wäre ein eigenes Thema.

    Ja, auf jeden Fall. Ob du Sie jetzt neu kaufst oder schon länger hältst spielt keine Rolle. Lasius niger hat einen endogenen Rhythmus, das heißt so ca eine Innere Uhr nach der Sie folgen (möchten), wird ihnen das nicht ermöglicht, kommt schnell alles durcheinander. Und wirkt sich meist längerfristig eher schädlich auf den Wachstum einer Kolonie aus.

    Hab die Kolonie natürlich immer noch, hab es aber nicht mehr mit einer neuen Königin probiert. Dann werden sie halt so weiter gefüttert bis die letzte stirbt, ist auch ganz interessant zu sehen wie alt so Arbeiterinnen werden, mein gelesen hab ich schon viel, selber mit zu bekommen ist noch mal etwas anderes. Hab sie auch nicht mehr in Winterruhe geschickt. Für was auch? Brut war immer mal da, mal mehr mal weniger. Ab und an wurde sie zu Männchen aufgezogen, ab und an wieder gefressen. Männchen gab es mal immer wieder, so wirklich zu einem Schwarmflug kam es nie. Sie wurde eher früher oder später wieder von den Arbeiterinnen beseitigt. Mir kam sowieso vor das die Arbeiterinnen die Männchen eher als lästig empfanden. Besonders in den ersten Jahren nach dem Tod der Königin. Gab es ziemlich viele von ihnen.


    Jetzt sind es 3 1/2 Jahre her das die Königen verstorben ist.


           


    Auch kleinere Arbeiterinnen sind noch da, wobei ich glaube nach dem Tod der Königin wurden keine Majore mehr aufgezogen, zumindest hab ich das nicht mitbekommen.


          


    Ich schätze es dürften noch um die 50 sein. Das Nest kann ich leider nicht Fotografieren, denn man sieht da wirklich nichts auf den Bildern.


    Zum verhalten der Arbeiterinnen, ja sie sitzen schon mehr als normal nur herum, das jetzt nichts mehr passiert ist aber auch nicht so.

    Es sind aber immer ein paar unterwegs und es gibt immer noch etwas zu sehen.

    Hallo Nico,


    mir fallen da einige Möglichkeiten ein,


    -Du könntest das Reagenzglas einfach ausleeren und sie so zu einem Umzug zwingen.

    Damit würde ich aber warten bis sie keine Puppen mehr haben.


    -Lange wirst du mit einer so kleinen Arena bei Formica fusca nicht aus kommen, du könntest dir auch gleich eine größere besorgen.


    -Du könntest das Reagenzglas mittels Verschraubung und Erweiterungen direkt an die Arena anschließen.

    Dazu bräuchtest du wohl ein M40 Verschraubungen und dann zwei Erweiterungen von M25 auf M32 und M32 auf M40,

    (Die M40 die ich verwende haben einen Innendurchmesser von 32mm, möglicherweise weichen andere ab.)

    ca so nur eine Erweiterung mehr:


    Was dir jetzt weniger helfen wird, aber im Frühling wenn es noch kühler ist, hab ich Lasius niger sehr leicht mit einer Heizmatte, immer zum umzog bewogen.


    Das Problem ist, jedes befeuchtete Nest ist immer kühler, wie ausgetrocknete Reagenzgläser.

    Lasius niger sind durchaus in der Lage ab einer gewissen Größe, ihr Nest selber zu befeuchten, alleine Trockenheit bewegt Sie dann nicht mehr zum Umzug.


    Nach dem was ich lese, dürften Sie genügend Platz haben, Lasius niger wird als Einsteiger Art geführt, aber wenn sie mal in die tausende gehen,

    handelt es sich wirklich um eine anspruchsvolle Art.


    Vielleicht könntest du uns noch ein paar Bilder zeigen, wie das Volk lebt, so das wir uns ein besseres Bild machen können.

    Hi,



    Mein Problem, dass die Lasius jeden Ölfilm den ich am Rand auftrage innerhalb von sehr kurzer Zeit überwinden und dann innen am Deckel rumwuseln, besonders an den Rändern.

    Ja das kenne ich, teilweise rennen Sie immer wieder auf das Öl und tragen es so ab. Dann kann man fast täglich erneuern.

    Das einzige was mir wirklich geholfen hat, noch einmal einen Lexanrahmen auf der Arena drauf und den von unten mit Parafinöl bestrichen.

    Kopfüber tun Sie sich erheblich schwerer.


    Hallo karinca,


    ich würde sagen, bin mir aber nicht ganz sicher das es sich um eine geschützte Waldameise Formica s. str. handelt.

    Und diese sollte man wieder frei lassen wo man Sie gefunden hat.

    Möglich wäre Formica pratensis, aber die Bilder und mein Wissen ist zu schlecht um das eindeutig zu sagen.

    Finde es immer wieder schön wenn sich jemand vorab so viele Gedanken macht.


    Das macht Sinn. So sollte ich die Sachen bald bestellen und erst einmal durchtesten... Bis wann sollten die Ameisen bei mir eingezogen sein, von wegen Eingewöhnung und Winterruhe?

    Das kommt immer auf die Größe einer Kolonie an. Ob jetzt sofort ein Nest benötigt wird, oder man dieses erstmals anbietet und sie ziehen dann ein wenn es ihnen gerade passt. Dann hat man ja einzige Zeit um noch zu testen und die Kolonie zieht ja nur ein wenn die Bedingungen im neuen Nest besser sind wie im Alten.


    Lasius niger fängt jetzt gerade an zu Schwärmen. Mit etwas Glück warten bald Millionen Königinnen darauf gefunden zu werden. ;)

    Das nur neben bei. Es muss nicht unbedingt eine gekauft werden, nur die erste Zeit ist nicht wirklich spannend bei einer neu gründenden Königin.


    Zur Winterruhe: Die Kolonie muss sich weniger eingewöhnen, sondern sich rechtzeitig auf die Winterruhe vorbereiten können. Ameisen bereiten sich auf die Winterruhe vor in dem sie Darm und Kropf entleeren, Körperflüssigkeiten (Hämolymphe) werden eingedickt. bei Arten die mit Larven überwintern verlieren diese auch Wasser. Das alles geschieht, das sie anschließend niedrige Temperaturen besser überstehen. Für das müssen sie rechtzeitig kühleren Temperaturen ausgesetzt werden, bevor es wirklich kalt wird.


    Bekommen die wirklich Panik, wenn etwas auf einmal anders ist...?

    Jeder Eingriff, wird als Störung empfunden. Je nach Art drückt sich das unterschiedlich aus.

    Ich für mich bin zum Schluss gekommen, es ist besser wenn es notwendig ist, lieber einmal einen ordentlichen Eingriff

    und das kann auch mal sein das man eine Kolonie zwangsumsiedelt, statt immer wieder ein bisschen einzugreifen. .

    Meist ist dann einen halben Tag große Aufregung im Volk. Wenn dann aber das Volk in Ruhe gelassen wird, legt sich das auch schnell wieder.

    Hi Addi,


    fangen wir mal an.

    ich würde Lasius Niger planen

    Zur korrekten Schreibweiße: Gattung z.b Lasius schreibt man groß, die Spezies: niger klein.


    Glas ist schwer, Acryl erscheint mir praktischer.

    Bin mir nicht ganz sicher was du mit Acryl meinst, aber eine Glas Arena ist einfach schöner wie alles andere und nach meiner Erfahrung was Ausbruchsschutz angeht auch einfach praktischer.


    Ich habe gesehen, dass es auch Terrarien aus Gaze gibt

    Gaze kenne ich nur aus fein verwobenes Metall, je nach Ausführung in verschiedener Feinheit,

    Solange die Ameise nicht größer ist wie die Feinheit der Gaze, kommt sie da nicht durch.


    Ich persönlich fände eine Ameisenfarm, die an die Arena angeschlossen ist mittels Schlauch am schönsten. Diese Arenen gibt es in verschiedenen Dicken. Wonach richtet es sich, welche man nimmt? Nur nach der Größe der Ameisen? Oder ist es eigentlich egal, dann können sie mehr graben...

    Ja anhand der Größe der Ameisen, Um einen Einblick für den Halter zu gewähren, Wird sie meist so gewählt das sich eine Arbeiterin gerade umdrehen kann, aber keine Möglichkeit hat, so zu zubauen das der Halter keinen Einblick mehr hat.


    Insgesamt finde ich diese Startersets ziemlich klein, nach wie vor (...), aber sie sind ja beliebig erweiterbar.

    Ja sehe ich auch so, natürlich eine kleine Kolonie kommt auch mit 10x10 gut zurecht, auch wenn sie schon ein wenig größer ist.

    Aber in der Natur hat eine Kolonie eigentlich unendlich Platz. (meist wohl nur bis zur nächsten Kolonie.)

    Es gibt kein zu groß, Und bevor immer wieder erweitert werden muss, kann auch gleich etwas größer angeboten werden.

    - die Belüftung

    - die Bewässerung

    - die Beleuchtung

    - die Messgeräte

    - der Schlauch.

    Wenn wir von Lasius niger sprechen:

    Belüftung spielt keine Rolle (mit einer Arena). Ameisen benötigen wirklich sehr wenig Sauerstoff.

    Bewässerung, Wichtig bei kleineren Kolonien das, das Nest befeuchtet wird, (Größere Kolonien können bei genügen Flüssigkeit dies auch selber übernehmen.)

    Beleuchtung spielt keine Rolle,

    Messgeräte werden nicht benötigt. Ameisen nicht dauerhaft der Sonne aussetzten, unter ca -5 Grad kommt auch nicht so gut, ansonsten wenn das Nest Feucht genug ist, passt auch das Klima,

    Schlauch. Wenn genügend Futter in unmittelbarer Umgebung des Nestes gefunden wird, würde wohl kaum eine Art weiter suchen. Aber in der Natur laufen Arbeiterinnen einige Meter bis z.b. bei Camponotus ligniperda 40 Meter ab. Dies liegt meist an den Wünschen des Halters, weniger an den Ameisen.


    Proteine würde ich nur schon tot füttern. Das geht doch, oder?

    Mir sind eigentlich nur einige wenige Exoten bekannt die lebendes Futter benötigen. Für alle Arten die hier leben wird kein Lebendfutter benötigt.


    In diversen Filmchen auf Youtube habe ich gesehen, dass die Ameisen im Reagenzglas gehalten werden... Das ist doch viel zu klein

    Nein, Lasius niger kann sicher bis im dritten Jahr in einem Reagenzglas wohnen, Wenn einem Volk nichts anderes angeboten wird, finden bei Lasius niger, eine Königin und ca um die 100 Arbeiterinnen Platz in einem Reagenzglas.

    Ich möchte noch eine Studie einbringen, nur um noch einmal ein Gefühl zu den Temperaturen zugeben.

    Hier handelt es sich um Mediterrane Arte, die wohl eher höhere Temperaturen lieben.

    Es zeigt sich sehr klar, während bei 36 Grad die eine Art schon Probleme hat, ist es bei der anderen erst bei 54 Grad.


    Aus Naturbeobachtungen weiß ich das es Myrmica sp. Arten gibt, die auch an sehr heißen Tagen, teilweise auch zwischen aufgeheizten Steinen unterwegs waren.

    Ob es die Temperaturen sind, kann man nicht sagen, das ein paar Arbeiterinnen gleichzeitig sterben, kommt immer mal wieder vor,

    besonders bei kleinen Kolonien fällt das einem Halter schneller auf.

    Hallo Kryolan,


    bist du dir sicher das die Königin noch lebt?

    Hatte die Kolonie eine ausreichende Winterruhe?

    Irgendwie ist hier einiges komisch.


    Formica fusca entwickelt sich normal nicht so langsam.


    Bei manchen Arten die keine Königinnen mehr haben, fangen die Arbeiterrinnen an Eier zu legen,

    zum Teil sogar zeitgleich mit der letzten Brut.

    Aus diesen werden dann aber nur noch Männchen, dies wäre eine mögliche Erklärung.

    Hy,

    Herzlich Willkommen hier.


    Ich nehme mal an du wirst nicht gleich mit einer Riesen Kolonie starten, mach dir da nicht zu viel Stress.

    Die kommen eigentlich immer im Reagenzglas und es scheint ihnen mal nicht so schlecht zu gehen.

    Ja Messor barbarus entwickelt sich besser bei leicht erhöhten Temperaturen, sprich 25- 30 Grad.

    Aber sie entwickeln sich einfach nur weniger schnell wenn es mal darunter ist und überleben auch 15 Grad.

    So wie sie auch bei über 30 Grad überleben, wichtig ist nur immer, kein direkter Sonnenschein auf Arena oder Nest, denn dann wird es sehr schnell viel zu heiß.

    Aber sonst wenn die Kolonie sich jetzt ein bisschen langsamer entwickelt, ist das doch auch kein Problem?


    Wichtig ist es bei Messor, ihnen unterschiedlich feuchte Zonen in einem Nest anzubieten. Da die Körner deutlich Trockner lagern sollten, wie teile der Brut.

    Ich nehme mal an, diese Digfix Platten kommen in so geschlossene Kästen, da entweicht Feuchtigkeit ja schwerer.

    Ich würde erst beobachten, ob mit ab und an befeuchten, sie nicht genug Feuchtigkeit haben.


    Auch Lasius niger kann Ytong durchbeißen. Aber da spielen viele Parameter wie: Größe des Volks, Größe des Nest, Feuchtigkeit und anderes mit.

    Ist auch bei Messor barbarus nicht anders.

    Gips und Wasser, da hab ich keine gute Erfahrungen. Oft schimmelt es ziemlich schnell.

    Ich verwende bei allen Kolonien Vogeltränken, und gebe da einen kleinen Steine rein und trenne das ganze mit einer Gaze von dem Wassertank,

    so das die Ameisen nicht rein kommen, (hatte immer wieder Arbeiterinnen die da rein gegangen sind),

    ist aber jetzt nicht wirklich nach dem was du suchst.


    Ich kann mir nicht vorstellen das dies umsetzbar ist, was du möchtest.