Lasius emarginatus - meine Chaoten

  • Hallo zusammen,

    ich möchte hier mal meine kleine Lasius-emarginatus-Kolonie vorstellen.

    Angefangen hat das Ganze mit der Idee, sich ein kleines Becken mit wuselnden Ameisen anzuschaffen. Gleichzeitig wollte ich von Anfang an möglichst langfristig planen, Zeithorizont eher zehn Jahre als "ich schaue nächstes Jahr mal weiter".

    Ursprünglich sollten es Lasius niger werden. Nach einigem Abwägen bin ich dann aber auf Lasius emarginatus umgeschwenkt. Zum einen gelten sie als aktiver, zum anderen konnte ich eine große Kolonie beobachten und fand deren Ameisenstraßen schon immer faszinierend.

    Also wurde erst einmal eine 40×20×20-Arena bestellt.
    Danach habe ich mich weiter informiert. Schlechte Idee. Es werden mit der Zeit doch ein paar mehr... :smiling_face:

    Die Bestellung wurde schließlich geändert und aus 40×20×20 wurden 60×30×30 cm. Der Gedanke dahinter: Lieber einmal vernünftig planen und das Becken später nicht wegen der Koloniegröße austauschen müssen.

    Eingezogen ist dann eine kleine Kolonie aus Polen mit Königin und ungefähr 20 Pygmäen. Inzwischen dürften es grob 50–60 Arbeiterinnen sein und aus "Lasius emarginatus" wurden bei mir ziemlich schnell einfach die Chaoten.

    Ein 10×20-Digfix-Nest steht seit Anfang an bereit und wird konsequent ignoriert. Stattdessen haben die Chaoten ihr Reagenzglas nach eigenen Vorstellungen ausgebaut und über Wochen Unmengen an Sand hineingeschleppt. Am Ende gab es eine ziemlich massive Sandrampe, ergänzt durch größere Sandbröckchen, Steinchen und zuletzt sogar eine verlorene Pinselborste.

    Auch beim Futter machen sie ihrem Namen alle Ehre. Honig geht eigentlich immer. Silberfischchen werden ebenfalls gern genommen, allerdings reicht die Bandbreite von "entdecken und sofort ins Nest tragen" bis zu "neun Stunden ignorieren und dann nachts doch abholen". Mehlwurm fanden sie dagegen bisher eher mäßig überzeugend.

    Lustig waren auch die ersten Rekrutierungsversuche: Einer entdeckt das Silberfischchen, läuft ins Nest, wenig später kommen 8 Chaoten heraus, laufen irritiert in der Gegend herum und sechs marschieren schließlich unverrichteter Dinge wieder zurück ins Reagenzglas.

    Oder ein kleiner Chaot entdeckt ein Stück Silberfischchen und pirscht sich vorsichtig an:
    "Vorsicht, da ist was."
    "Bewegt es sich?"
    "Wirklich nicht?"
    "Gut, dann nehme ich es mit."

    Inzwischen sind die Chaoten in ihrer ersten Winterruhe. Im Keller stehen sie schon, demnächst geht es bei ungefähr 8 °C in den Kühlschrank. Das Einwintern war dank der selbst eingebauten Sandmassen im Reagenzglas wesentlich nervenaufreibender als erwartet.

    Seitdem steht oben ein komplett eingerichtetes, aber leeres Becken. Obwohl die Chaoten vor der Winterruhe teilweise extrem faul waren, fehlt tatsächlich etwas. Beim Vorbeigehen geht der Blick immer noch automatisch zum Honigplatz oder zur Tränke.

    Bis zum Frühjahr vertritt deshalb ein etwas überdimensionierter Plüsch-Chaot die Kolonie. :smiling_face:

  • Hallo zusammen,

    ich möchte hier mal meine kleine Lasius-emarginatus-Kolonie vorstellen.

    Hi, erstmals herzlich willkommen hier. Schön, dass du uns an deinen Haltungserfahrungen teilhaben lässt.

    Angefangen hat das Ganze mit der Idee, sich ein kleines Becken mit wuselnden Ameisen anzuschaffen. Gleichzeitig wollte ich von Anfang an möglichst langfristig planen, Zeithorizont eher zehn Jahre als "ich schaue nächstes Jahr mal weiter".

    Das ist sehr angenehm zu hören. Viele denken nicht über die Auswirkungen ihrer Ideen nach und verlieren nach kurzer Zeit das Interesse an der Haltung. Oft stellt sich dann die Frage was nun mit den Tieren geschehen soll. nicht selten auf Kosten der Ameisen. Diese werden dann häufig in die Wildnis entlassen, was bei heimischen Arten ansich kein Problem darstellt, die Überlebenschancen für die Kolonie tendieren aber gegen Null. Langfristige Planung ist daher immer Wünschens und Empfehlenswert. Wirklich cool, dass du so denkst.

    Ursprünglich sollten es Lasius niger werden. Nach einigem Abwägen bin ich dann aber auf Lasius emarginatus umgeschwenkt. Zum einen gelten sie als aktiver, zum anderen konnte ich eine große Kolonie beobachten und fand deren Ameisenstraßen schon immer faszinierend.

    Ich persönliche habe leider keine Haltungserfahrungen mit Lasius emarginatus zum Vergleich, konnte aber bei Lasius niger feststellen, dass erst ab einer Koloniengröße von wenigen Hunderten Tieren die Außenaktivität so richtig stark ansteigt.

    Also wurde erst einmal eine 40×20×20-Arena bestellt.
    Danach habe ich mich weiter informiert. Schlechte Idee. Es werden mit der Zeit doch ein paar mehr... :smiling_face:

    Die Bestellung wurde schließlich geändert und aus 40×20×20 wurden 60×30×30 cm. Der Gedanke dahinter: Lieber einmal vernünftig planen und das Becken später nicht wegen der Koloniegröße austauschen müssen.

    Mit einer kleineren Arena machst du Anfangs natürlich nichts falsch. Dein Gedanke, später erweitern zu müssen und keine zweite Arena kaufen zu wollen ist jedoch absolut korrekt und nachvollziehbar. Größere Außenbereiche stellen in der Regel kein Problem dar. Anders ist das bei zu groß gewählten Nestbereichen wegen der Verschmutzungsgefahr. Da läufst du beim Digfix wo sie selber Graben müssen aber keinerlei Gefahr. Beim Außenbereich ist lediglich zu beachten, dass sich gerade bei kleineren Kolonien nur wenige Individuen aus den Nest wagen, daher empfiehlt es sich gegebenenfalls die Laufwege anfangs eher kurz zu halten.

    Lustig waren auch die ersten Rekrutierungsversuche: Einer entdeckt das Silberfischchen, läuft ins Nest, wenig später kommen 8 Chaoten heraus, laufen irritiert in der Gegend herum und sechs marschieren schließlich unverrichteter Dinge wieder zurück ins Reagenzglas.

    Göttlich, das kann ich mir bildlich vorstellen.

    Inzwischen sind die Chaoten in ihrer ersten Winterruhe. Im Keller stehen sie schon, demnächst geht es bei ungefähr 8 °C in den Kühlschrank. Das Einwintern war dank der selbst eingebauten Sandmassen im Reagenzglas wesentlich nervenaufreibender als erwartet.

    Ich erweitere die Reagenzgläser oft mit einem kleinen Schlauchstück. Das gibt einem manchmal mehr Raum zum arbeiten und erleichtert die ein oder andere Situation. Das anschließen eines zweiten Reagenzglases mit vollem Wassertank für die Winterruhe oder Ähnliches ist so auch leichter möglich.


    Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Halt uns am Laufenden und melde dich gerne wenn Fragen auftreten.


    LG. ForceMaster!

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