Boden für Camponotus herculeanus

  • Hallo ich bin schon wieder ^^.
    Ich habe ja seit einiger zeit Camponotus herculeanus .
    Hatte 13 bekommen sind nun schon 20 .
    Nun stelle ich mir die frag warum sich die Camponotus herculeanus
    nicht eingraben wollen bis ich auf die Idee gekommen bin mal Holzstückchen in die Farm zu legen. Und am nächsten Tag waren sie schon im Holz verschwunden. Nun stelle ich mir die Frage bewohnen die nur reine Holznester oder habe ich einfach falschen Bodengrund ?
    Ich habe als Bodengrund Lehm+normale schwarze Erde.


    Mfg Oli

  • Hey^^,


    ich empfele bei Camponotus herculeanus den klassischen Waldbodengrund.
    Das heißt ein paar Tannennadeln, Blätterstück, ein oder zwei Tannenzapfen, dann ist das der perfekte Lebensraum!


    Ich antworte zwar etwas spät, aber ich hoffe es reich noch!


    Mfg


    Michi

  • Da wäre ich aber extrem vorsichtig! Aufgrund des unausgeglichenen Mikroklimas im Formicarium können deartige Naturstoffe ganz schnell zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Auf diesem Wege gelangen Schädlinge (Milben, Bücherläuse etc.) ins Becken, außerdem ist Schimmelbildung häufig ein großes Problem. Also alles, was man nicht im Backofen sterilisieren kann (und ich glaube Tannennadeln, Blätterstücke und CO. dürften das nicht überstehen), würde ich nicht ins Formicarium legen.

  • Und ich würde empfehlen, nur NICHT sterilisierte Gegenstände in das Formikarium zu tun. Das erste, was sich auf sterilisierten Dingen niederlässt, sind Schimmelsporen, die sich dann ungehindert vermehren können.
    Ein bisschen Schimmel im Boden ist auch nicht schlimm, das gibt es in der Natur auch. Ich rate auf jeden Fall davon ab, irgendetwas, was in das Formikarium soll, abzukochen, -backen oder ähnliches.



    LG Jan

  • Da muss ich dir entschieden widersprechen! Ein Formicarium, darüber haben wir bereits etliche Male debattiert, ist mit den natürlichen Bedingungen unter keinen Umständen zu vergleichen. Dort befindet sich das Zusammenspiel von Produzenten, Konsumenten, Destruenten und Reduzenten in einem äußerst empfindlichen zyklischen Gleichgewicht, wir haben das in der Vergangenheit als âMikroklimaâ bezeichnet. Ist dieser Stoffkreislauf gestört, treten Unregelmäßigkeiten auf. Und davon kannst du unter Haltungsbedingungen ausgehen, denn dieser ist unter künstlichen Bedingungen in einem Formicarium unmöglich herzustellen. Die natürliche Schimmelkonzentration im Boden dient beispielsweise nämlich ihrerseits Klein- und Kleinstlebewesen als Nahrung. Diese Lebewesen fehlen im Formicarium bzw. sind unterrepräsentiert, folglich breitet sich der Schimmel aus. Hinzu kommt organisches Material, welches idealer Nährboden für Schimmel und andere ungünstige Organismen ist, und eine unzureichende Bodendurchlüftung (Glas in allen Richtungen, kaum Luftzirkulation an der Oberfläche). Und schließlich schleppt man sich ja nicht nur Schimmel ein: ich habe z.B. in einem Terrarium mal eine Bücherlaus-Plage gesehen, die einer Ameisenkolonie durchaus gefährlich werden kann, da sie möglicherweise an die Brut gehen. Die wirst du unter keinen Umständen wieder los... im Terrarium gibt es Mittelchen, um solche Plagegeister zu entfernen. Dumm nur, dass diese Mittelchen auch Ameisen umbringen.


    Zitat

    Das erste, was sich auf sterilisierten Dingen niederlässt, sind Schimmelsporen


    Das müsstest du mir jetzt aber mal erklären, warum Schimmelsporen sich lieber sterilisiertes Material aussuchen, auf dem sie außer diesem selbst kaum noch einen Nährboden finden, und unbehandeltes nicht befallen sollen, auf dem es von Leckereien nur so wimmelt? Es ist zwar im Prinzip richtig, Schimmelsporen kommen quasi überall vor und auch bei sterilisierten Materialien kann daher einmal Schimmel auftreten. Auf unbehandelten Sachen kannst du aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Sporen bereits vorhanden sind. Hinzu kommt, dass hier mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch bereits der Pilz vorhanden ist und lecker Sporen produziert. Das Resultat ist sowohl ein lokaler Befall als auch eine Ausbreitung im gesamten Becken, bevor du den Pilz sehen kannst.


    Unbehandeltes Naturmaterial macht über Kurz oder Lang Probleme, das kannst du mir entweder glauben oder selbst irgendwann auf die Nase fallen, diese Entscheidung liegt bei dir. Du kannst mich übrigens auch gern vom Gegenteil überzeugen, sofern du deine Aussagen faktisch belegen kannst. Als reine Aussage, so wie du sie hier bringst, sind sie schlicht falsch.

  • @ joey:


    Hast du beobachten können, dass die Bücherläuse an die Ameisenbrut gehen und so der Kolonie schaden - oder ist das eher eine Vermutung, wie ich aus deiner Formulierung âunter Umständenâ? schließe?


    Ich schätze Bücher- oder Staubläuse ähnlich wie Springschwänze nicht für die Ameisen als gefährlich ein. Dass von diesen Insekten eine Gefahr ausgeht, konnte ich bisher nicht beobachten. Auch eine Suche im Internet konnte nicht bestätigen, dass sich diese Tierchen von lebenden Insekten und deren Larven ernähren. Aber das muss ja nichts heißen.

  • Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, allerdings liegt die Vermutung nahe, denn in Vorbereitung der Winterruhe habe ich meine Anlagen inspiziert und musste feststellen, dass auch mein kleines Becken befallen ist (unter dem Mikroskop sieht das schwer nach Bücherläusen aus). Der Ursprung scheinen diverse Gehölze zu sein, die (weil es schnell gehen musste) nicht gebacken, sondern nur überbrüht worden sind. Unlängst berichtete ich vom Massensterben bei meiner weisellosen Kolonie, die in diesem Becken lebt, und den fehlenden "Opfern". Ob hier eine Korrelation besteht kann ich nicht sagen, da ich nicht weiß, ob die Tierchen da auch schon drin waren, als die Kolonie noch Brut hatte, allerdings würde es erklären, warum relativ zu den Anfang der Saison vorhandenen männlichen Geschlechtstierlarven nur so wenige imagine männl. Tiere auftraten. Zumindest aber die toten Arbeiterinnen scheinen verwertet worden zu sein, was die Gefahr für die Brut (zumindest die unbeweglichen Puppen) nahelegt.

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