Hi,
nana, wir geben ja nicht den richtigen Funort an, nur den einfachen Ort.
Wenn das so einfach wäre sie zu finden, gäbe sicher einige Leute mehr, welche Messor structor finden würden, weil im Seifert "in der Innenstadt von Mainz" steht.
Seltene Arten sind nunmal schwer zu findne, mit dem Ort ist es nicht getan. Ein Polyergus rufecens Volk kann man nur durch Zufall bei einem Raubzug finden.
Außerdem, ich glaube nicht, dass auch nur ein einziger Ameisenhalter mit Spaten einen der Fundorte aufsucht, nur um die Art auszugraben, und weiter zu verkaufen/zu halten. Ich könnte jeden Laien verraten, wo er nach Camponotus fallax suchen sollte, er würde sie nicht finden.
Außerdem gehören die meißten Artfunde von seltenen Arten überarbeitet. Viele Arten kommen zwar nur vereinzelt in Deutschland vor, dort dann aber sehr häufig. Ich bin ziemlich sicher, ich würde auf mindestens 50 passenden Bäumen meiner Umgebung Camponotus truncatus oder Dolichoderus quadripunctatus finden, und in sehr vielen Sklavenameisennestern Polyergus rufescens.
Ist es nicht viel interessanter zu wissen, wo und wie verbreitet die sog. "bedrohten Arten" sind? Hobby-Entomologen mahcen ein Großteil der Forschung aus, sollten von allen Seiten unterstützt werden. So bekommen z.B. Schmetterlingsinteressierte Jugendliche extra Genehmigungen für dafür, dass sie seltene Schmetterlinge fangen dürfen, und anschließend präparieren. So idiotisch das auch klingt, aber das ist ein sinnvoller Schritt, Aufklärung ist gefragt. Denn die, welche etwas über Ameisen wissen, richten weniger Schaden an, als solche, die keine Ahnung haben. So erzählte mir Boro, wie ein Bauer mit sienem Traktor 2 Raubzüge von Polyergus auf einmal vernichtete, und ein F. pratensis Volk bei mir wurde auch dem Boden gleich gemacht.
Wenn ich jetzt schreibe, ich habe Polyergus gefunden, dann kommt nicht gleich eine ganze Kolonne an Ameisenhaltern, die diese Kolonien rauben wollen. Ich denke, der Schutz ist den meißten Ameisenhaltern wichtig, da die Faszination über sie durch genügend Wissen hervorgerufen wird, und sie ganz bestimmt nicht wollen, dass solche Arten bei ihnen aussterben.
Zumindest mich erfreut es zu lesen, dass es in Karlsruhe ein Manica rubida Vorkommen gibt. Und ich werde ganz bestimmt nicht mit Spaten dort hinrennen, und sie ausbuddeln...
Grüße, Phil