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Auswahl:
Einführung | Beispiele 1 | Beispiele 2 | Artenliste
Beispiele 1
| Die Ameisenkühe |
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echten Ameisengäste - der Symphilie-Typ
- wird bei uns nur durch die Keulenkäfer,
die bei Lasius-Arten leben, vertreten.
Die Gattung Claviger gehört heute
zur Familie der Kurzflügler (Staphylinidae),
früher zu den Palpenkäfern (Pselaphidae).
Die Keulenkäfer sind augenlos, haben
verkürzte Fühler und sind fast laufunfähig.
Sie stellen die höchste Entwicklungsstufe
der Myrmecophilie bei den Käfern dar.
Sie sind sozusagen Haustiere der Ameisen,
die außerhalb der Nester nicht mehr
lebensfähig sind. Sie sind blind und
werden von den Ameisen gefüttert, machen
sich aber auch über die Larven ihrer
Wirte her. Im Inneren des Körpers gelegene
Drüsen liefern ein von den Ameisen begehrtes
Sekret (Exsudat), das über Ausfuhrgänge,
deren Öffnungen von gelben Haarbüscheln
in den Vorderecken des ersten freiliegenden
Hinterleibsringes bedeckt werden, ausgeschieden
wird. Bevorzugt bei Lasius flavus lebt
Claviger testaceus und bei Lasius
umbratus die Schwesterart Claviger
longicornis. Oft finden sich nur wenige
dieser "Ameisenkühe" in den Nestern,
in der Literatur wird aber auch berichtet,
dass schon Staaten an den Besäufnissen
mit dem Käferschnaps zu Grunde gegangen
sind. Beide Arten sind flugunfähig und
kommen heute vielfach nur noch reliktartig
vor, da sie darauf angewiesen sind, von Ameisen
beim Umzug mitgeschleppt zu werden. |

Claviger testaceus 
Claviger longicornis |
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| Die Ameisenkiller |
Das
andere Extrem sind Käferarten, die Ameisen
jagen und fressen (Synchethrie). Bei den Kurzflüglern
gibt es einen vergleichsweise artenarmen Tribus,
die Zyrasini, deren Arten an spezielle Ameisenarten
gebunden sind. Es gibt in der Gattung Lomechusa
sogar Arten, bei denen Larven und Imagines
bei unterschiedlichen Wirten leben (Myrmica
und Formica). Am häufigsten und
bekanntesten sind die Arten der Gattung Zyras,
von denen oft mehrere Arten gemeinsam bei
Lasius fuliginosus vorkommen. An ihren
Straßen "lauern" die Käfer, die
die Ameisen überfallen, ihnen den Kopf
abbeißen, um sie anschließend
zu verzehren.
Zyras limbatus
und Drusilla canaliculata leben in
offenem Gelände räuberisch in
den Nestbezirken verschiedener Ameisen. |

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| Ein Ameisennest ist ein Komposthaufen |
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| Zwerge fallen nicht auf |
Eine
gute Möglichkeit als Untermieter nicht
aufzufallen, ist sich ganz klein zu machen.
Das machen die Massen von Milben, die in Ameisennestern
als Müllabfuhr unterwegs sind, aber auch
einige Käferarten im Größenbereich
von 1 mm und weniger. Vertreter finden sich
unter den Federflüglern (Ptiliidae) und
den Ameisenkäfern (Scydmaenidae), deren
Name allerdings nur auf ihren ameisenähnlichen
Körperbau zurückgeht. In Formica-Nesthügeln
leben beispielsweise der an Schimmelpilzen
fressende Federflügler Ptenidium formicetorum
und der Ameisenkäfer Euconnus pragensis,
der gepanzerten Milben nachstellt.
Unsere kleinste Käferart, der Federflügler
Nephanes titan - man beachte den Namen
- ist übrigens 0,5 mm groß. In
Skandinavien wurden kürzlich noch kleinere
Käfer aus der Gattung Nanosella
entdeckt, deren nächste Verwandte in
Südamerika leben. |

Ptenidium formicetorum 
Euconnus maeklini |
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| Am Panzer die Zähne ausbeißen |
| Viele
Käferarten schützen sich durch
einen besonders robusten Körperbau,
der von Fressfeinden nicht zu knacken
oder auch nicht zu verdauen ist - so
wurden sogar schon überlebende
Pillenkäfer im Krötenkot gefunden.
Käferarten des sogenannten Trutztypus
finden sich bei vielen Ameisen. Bei
Formica-Arten gibt es sogar Spezies,
die sich morphologisch an das Leben
bei den Ameisen angepasst haben. Während
ihre nächsten Verwandten schwach
gerippte Flügeldecken besitzen,
haben die Nestbewohner eine völlig
glatte Oberfläche. Eine Ameise,
die einen solchen Käfer mit den
Mandibeln packen will, rutscht einfach
am Käfer ab und greift ins Leere. |

Myrmetes paykulli |
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Räuberisch in Ameisennestern leben so
zum Beispiel die Stutzkäfer (Familie
Histeridae) Myrmetes paykulli und Dendrophilus
pygmaeus. Aus der Familie der Schimmelkäfer
(Cryptophagidae) findet sich bei Formica
die Art Emphylus glaber. Eine weitere
Technik der Verhaftung durch Ameisen zu entgehen,
praktiziert der Glanzkäfer (Nitidulidae)
Amphotis marginata: Breit und flach
presst er sich an die Wände in den Kartonnestern
der Lasius fuliginosus. Seine Biologie
ist noch nicht gänzlich geklärt,
es besteht aber Grund zur Vermutung, dass
seine Larven sich in Pflanzengallen und nicht
in Ameisennestern entwickeln.
Dendrophilus pygmaeus |
Emphylus glaber |
Amphotis marginata |
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