Einsteiger braucht Hilfe

  • Da die Körner auch Proteine enthalten ist Wasser und Körner da am wichtigsten. Man kann Proteine anbieten, meine große Kolonie hat auch welche angenommen. Südeuropäische brauchen auf jeden Fall Nahrung in der Winterruhe, weil sie aktiv sind im Vergleich zu einheimischen, die das nicht brauchen.

    Messoren sind sehr stressanfällig, besonders auch die Königin.

    Samen könnt ihr dann auf jeden Fall auch günstiger kaufen, in der Biosupermarktabteilung hole ich meine.


    Wenn das Wasser nicht vorn ankommt, sieht das trocken aus, feucht so anders gefärbt.

    Du kannst ihnen ja mal testweise noch ein frisches Reagenzglas anbieten. Falls da irgendwas nicht passt, haben sie eine Alternative umziehen zu können.

    Feuchtigkeit ist in der Gründung bei Messoren auf jeden Fall besonders wichtig im Nest/Reagenzglas. Mit wachsender Kolonie bekommen sie Wassertransport auch immer mehr gewährleistet.

  • :dankeschoen:

    Werde ich mir mal genauer anschauen. Das Wasser im RG wird immer weniger, von demher gehe ich davon aus, dass Wasser okay sein sollte. Ich hab sie jetzt in meinem Kühlschrank und möchte sie jetzt nicht sonderlich stören. Jetzt sind sie im Dunkeln und haben noch weniger Reize als sonst. Sie sollen jetzt die Winterruhe halten und im Frühling dann einen Push bekommen.

    Danke auf jedenfalls für deine Hilfe und deine Tricks. Hoffe sie packt's... Möchte nicht schon meine erste Kolonie verlieren.

  • Hi mspu: Verständlich, dass das Frust schafft.

    Probier mal ungeschälte/ungesalzene Sonnenblumenkerne. Bei meinen Messor waren die immer der Renner und auch leicht zu bearbeiten, da ziemlich weich. Zudem kostet eine 500g Packung in Bio-Qualität satte 1,79€ im Discounter/Drogeriemarkt. Da kann natürlich der Ameisenshop einpacken.

    Alle anderen, hartschaligen Samen/Körner vor der Fütterung zerquetschen/vorknacken, damit das für kleine Kolonien überhaupt sinnvoll verwertbar ist. Die tragen zwar alles brav ins Nest, aber da liegt es dann halt und die Ameisen können gar nicht an das schmackhafte Innere kommen.


    Fütterung WR: Die tragen die Vorräte ja v.a. für den Winter ein. Da bei Messor eine Insektenfütterung komplett optional ist, reicht eigentlich die Gabe von Körnern/Samen. Zudem ist der Proteinbedarf in der WR ohnehin marginal - die Eiproduktion ruht, die Larven fressen nichts...

    Kleine Kolonien brauchen auch entsprechend qualitatives Futter (also alles was gammelt muss raus/ersetzt werden). Größere Kolonien zerkauen die Samen teilweise hingegen zum "Ameisenbrot", diese Masse ist ziemlich lange haltbar und weich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man sieht, dass das Zeug gammelt, schimmelt oder keimt, muss Ersatz her. Es bietet sich im RG ein Austausch 1x alle 1-2 Monate an, mEn, je nach Bedarf. Da gerade bei kleinen Kolonien das Vorknacken von Samen/Körnern sehr sinnvoll ist, ist die Haltbarkeit der geöffneten Körner/Samen leider ohnehin eingeschränkt, v.a. in einem feuchten RG.

    Grundsätzlich sollten die Ameisen recht inaktiv sein in der WR - die Temperaturen, die manchmal zu lesen sind, sind mEn viel zu hoch, sie sollten irgendwo zwischen min. 5- eher 10°C liegen (15°C sind mEn hingegen zu viel, da herrscht ggf. einige Aktivität). In jedem Fall frostfrei. Einheimische Arten packen das oft eine Zeit, aber die Südeuropäer naturgemäß eher weniger.


    Effektiv wird sich an dem Zustand aktuell über die WR nichts ändern, aber ggf. können wir bis dahin die Voraussetzungen schaffen, dass die Kolonie ab nächstem Frühjahr durchstarten kann.

    Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

    Edited 6 times, last by ice_trey (November 11, 2025 at 11:50 AM).

  • Messoren bei unter 10 Grad zu überwintern, liest man sehr selten und wenn ging es nicht immer gut aus. Ich habe gute Erfahrungen bei um die 15 Grad. Unter 10 wären mir zu riskant, machen eher auch die wenigsten.


    Messoren machen eine verkürzte Winterruhe, bei abgeschwächten Temperaturen. Die werden nicht so inaktiv wie die einheimischen.

    Edited 2 times, last by Bine (November 10, 2025 at 8:23 PM).

  • Ich ergänze: Meine Aussage ist subjektiv, eigene Erfahrungen. Bei mir waren die (südeuropäischen, nicht afrikanischen!) Messoren bei ca. 15°C allerdings oft fast so aktiv, wie außerhalb der WR, haben die Watte der RGs bearbeitet, um raus zu kommen etc.pp. und das mitten im tiefsten Winter; Erschien mir daher wenig zweckdienlich, es soll ja eine Ruhe sein, damit die Kolonie mal runter kommt.

    Daher hatte ich sie bei eher 8-10°C, manchmal 12°C, wobei sie auch temporär unter 5°C komplett unbeschadet überstanden haben (Treppenhaus bei knapp -20°C Außentemperaturen, daher war es so kalt dort. Würde ich nun auch nicht dauerhaft anraten). Ich habe den Passus in meinem vorherigen Post etwas abgewandelt, damit das klarer ist und niemand denkt, 5°C wären super.

    Verluste gab es da tatsächlich nie oder anderweitige Randerscheinungen. Typisch für viele Messor recht explosives Wachstum im jeweiligen Folgejahr.

    Effektiv denke ich, muss man da einfach ein bisschen ein Gespür für die Kolonie haben - sind sie wie tot/Kältestarre: zu niedrig. Wollen sie ständig außerhalb des Nests fouragieren gehen: zu warm.

    Aber Danke, Bine, ich werde meine Aussagen dazu zukünftig gewählter formulieren, da wohl die meisten Shops die 15°C angeben, hast du Recht. Vielleicht als mein Fazit, dass man da keine Angst haben muss, wenn man deutlich drunter rutscht. Die WR und zugehörige Temperatur verunsichert viele Halter ja wahnsinnig.

    Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

  • Das unterschiedliche Verhalten könnte mit der Herkunft zusammen hängen.

    Leider wissen Shops meist nicht, wo sie genau gesammelt wurden. Ist es bekannt, könnte man Klimadiagramme anschauen und die Winterruhe Temperaturen an den Ort der Herkunft anpassen.

  • Ich danke euch beiden sehr für die tollen Tipps. Die Sonnenblumenkerne werde ich gerne ausprobieren.

    ice_trey: Du schreibst, dass im RG ein Austausch der Körner alle 1-2 Monate sinnvoll ist. Darf ich das so verstehen, dass du auch die Körner IM RG austauschst? Also die gesammelten Körner ausleerst und diese weg machst? Ist das nicht Stress Pur für die Königin und die Arbeiterinnen? Wie geschrieben, habe ich das RG seit ich es in die Arena gelegt habe, eigentlich nicht mehr angefasst. Auf jetzt, da ich sie im Inkubator habe zur kontrollierten Temp Reduktion, weiss ich nicht wie es ihnen geht da ich die Abdeckung so wenig wie möglich wegnehme. Ist das falsch? Ich frage, da ich letztens an einer Terraristikbörse war und dort waren auch RG mit Ameisen drin. Licht, Lärm und Erschütterungen hatten die überhaupt nicht interessiert... Keine Nervosität zu sehen.

    Meine Kolonie bewegt sich ausserordentlich wenig ausserhalb des RG... Vor allem seit ich es auf den Tip von Bine hin zur Stressreduktion abgedeckt habe. Die hocken momentan fast regungslos im RG zusammen an der Watte bei der Königin und bin erst auf 20 Grad runter...

    Eine Zeit lang dachte ich wirklich, die hätten mir eine falsche Ameisenart gegeben :grinning_face_with_smiling_eyes: . Aber für das sind zu viele Körner im RG...

    Viele Grüsse

    Marcel

  • Ich kenne es so, dass sie Körner die sie nicht mehr mögen in die Arena auf den Müll bringen, da kann man sie prima raus bringen. Sie selbs aus dem Reagenzglas zu entfernen, sehe ich auch als Stress an.

    Wahrscheinlich haben die Verkaufskolonien auf Messen sich an den Stress gewöhnt. Da überleben wahrscheinlich dann die robustesten. Zu Hause in der Haltung beobachtet man immer wieder wie sie bei Stress Eier fressen in der Gründung. Aller paar Wochen nach dem rechten schauen reicht ech

  • ice_trey: Du schreibst, dass im RG ein Austausch der Körner alle 1-2 Monate sinnvoll ist. Darf ich das so verstehen, dass du auch die Körner IM RG austauschst? Also die gesammelten Körner ausleerst und diese weg machst? Ist das nicht Stress Pur für die Königin und die Arbeiterinnen? Wie geschrieben, habe ich das RG seit ich es in die Arena gelegt habe, eigentlich nicht mehr angefasst.

    Wenn die Ameisen auch im Winter den Zugang zur Arena haben, dann bringen sie den Müll (aka gammelige Körner und tote Tiere) selbst raus. Sofern es nicht zu kalt ist, wie oben geschildert und sie eine gewisse Aktivität zeigen. Wenn du also so handelst, überlass es den Ameisen, die "Frische" ihrer Vorräte zu bewerten und ggf. zu entsorgen, ganz klar.

    Wenn man aber das RG entnimmt und ohne Arena überwintert (z.B., wenn aus Platzgründen o.Ä. nicht das ganze Formicarium in einen kalten Raum ziehen kann, was bei vielen Haltern der Fall ist), würde ich persönlich die Vorräte regelmäßig prüfen und tatsächlich auch Gammelkram raus nehmen. Manchmal sieht man sogar eine räumliche Trennung zwischen "Frischware" und Kram, den die Ameisen nahe des Ausgangs abgelagert haben, sofern der Platz im RG dafür vorhanden ist.

    In einem geschlossenen, feuchten System schimmelt das leider auch bei niedrigen Temperaturen sonst irgendwann oder es keim sogar. Da die Wahrnehmung der Ameisen in der WR reduziert ist, hält sich der Stress bei einer Entfernung in Grenzen. Effektiv dauert das vielleicht ein, zwei Minuten. In der Saison wäre sowas quasi fast unmöglich durchzuführen, weil du sofort wütende Ameisen hast. Aber im Winter sind sie teils schon sehr träge, ist ja auch Sinn und Zweck der WR.

    -> Alter Kram mit einer Pinzette raus, bisschen neuen als Ersatz rein, fertig. Bis die Ameisen überhaupt aus ihrer Trägheit raus kommen, bist du schon fertig, wenn es gut läuft.

    Aber wie gesagt, bei dir stellt sich das ggf. anders dar, weil der Zugang zur Arena auch im Winter gewährleistet ist.


    Auf jetzt, da ich sie im Inkubator habe zur kontrollierten Temp Reduktion, weiss ich nicht wie es ihnen geht da ich die Abdeckung so wenig wie möglich wegnehme. Ist das falsch? Ich frage, da ich letztens an einer Terraristikbörse war und dort waren auch RG mit Ameisen drin. Licht, Lärm und Erschütterungen hatten die überhaupt nicht interessiert... Keine Nervosität zu sehen.

    Im Inkubator, krass, auch cool. Wie geht´s dann weiter?

    Ihnen Ruhe zu lassen ist nie falsch. Zu den Tieren auf der Terraristikbörse: Ich nehme an, die lagen unabgedeckt zur Anschauung herum? Auch Ameisen gewöhnen sich an Licht, Lärm, Erschütterungen - kein Organismus kann im Daueralarmzustand existieren.

    Effektiv ist das aber mMn auf Dauer nicht angeraten. v.a. die Haltung an Licht ist für mich einfach super unnatürlich und ich schätze, auch schädlich. Keine Ameise da draußen würde freiwillig am Licht leben - alle Ameisen haben innenliegende, mehr oder weniger dunkle Nester (und wenn es nur der Stängel einer Pflanze ist).

    Aber gewisse Faktoren haben auch Kolonien in der Natur - denk mal an Nester an Bahngleisen/Straßen etc.; da sind natürlich Erschütterungen ohne Ende. Da die Tiere sich aber sehr viel freier bewegen können und z.B. Nester in die Tiefe graben können, gibt´s auch dort Möglichkeiten zur "Dämpfung". Die sind in der Haltung eher nicht vorhanden.


    Meine Kolonie bewegt sich ausserordentlich wenig ausserhalb des RG... Vor allem seit ich es auf den Tip von Bine hin zur Stressreduktion abgedeckt habe. Die hocken momentan fast regungslos im RG zusammen an der Watte bei der Königin und bin erst auf 20 Grad runter...

    Messor barbarus wird ein endogener Rythmus nachgesagt, sprich: temperaturunabhängig starten die in die Winterruhe, wenn es ihnen passt. Ist also ein normales Verhalten, dass zu der Jahreszeit die Aktivitäten stark zurückgefahren werden, Eiablage beendet wird, die letzten Puppen schlüpfen. Larven verpuppen sich nicht mehr, sondern entwässern sich (schrumpeln etwas zusammen, sehen also "magerer" aus). Also alles normal.

    Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

  • Dass Ameisen im geschlossenen Reagenzglas überwintert werden, beobachtet man aber eher bei einheimischen Arten. Die sind ja wenn es kalt genug ist, nicht mehr aktiv und brauchen auch keine Nahrung. Bei südeuropäischen Arten kenn ich eigentlich gerade gar kein aktuelles Beispiel wo nur im Reagenzglas überwintert wird und ich lese auf dem "Ameisen an die Macht" Discord viele aktive Messor Haltungsberichte oder andere südeuropäische. Da wird eigentlich generell mit Arena überwintert, weil die bei an die 15 Grad weiter aktiv sind und auch Nahrung aufnehmen. Einen weiteren Vorteil erwähnst du, sie können ihren Müll aktiv raus bringen und man muss nicht eingreifen und sie stressen.

    Bei einheimischen kann ich bestätigen, dass das Reagenzglas gern geschlossen wird und zum Beispiel praktisch im Kühlschrank landet.

  • ice_trey

    Danke für deine detaillierten Ausführungen. Schätze ich sehr! Betreffend der RG Überwinterung wollte ich kein Fass aufmachen. Im Moment schlummern meine Ameisen noch im RG aber hab sie mit der Arena in den Inkubator gepackt. Wenn sie wollen, sollen sie rumlaufen können. Die Nester habe ich aber diesmal entfernt da diese nicht bewohnt oder gebraucht wurden. In einem Nest hat es ein bisschen Kondenswasser gebildet, bin mir noch nicht sicher, ob es schimmelt oder nicht. Ich kaufe zur Sicherheit im Frühling ein neues Nest mit neuem Digfix. Ich krieg die Platte nicht mehr raus.

    Betreffend Inkubator: Ich hab versucht zwei Nester mit reinzustellen, das funktioniert aber noch nicht verschlaucht. Wenn ich dann mal ein solch grosses Volk habe, dass ich die Arena vergrössern muss, überlege ich mir eine neue Lösung. Aber das müssen meine Ameisen mir erst beweisen. Glaube noch nicht so dran aus genannten Gründen :unamused_face: ... Dann müssten sie doch in die Garage. Diesen Winter mache ich Temperaturmessungen um herauszufinden, ob das was wäre. Ich arbeite in einer Firma, die digitale Temperatursensoren herstellt, bin also an der Quelle :smiling_face: .

    Danke euch, auch Bine für den wertvollen Austausch. Bin echt froh und werde mir erlauben weiter Greenhorn-Fragen zu stellen. Bin aber froh, dass mein Volk vom 16 Ameisen noch nicht geschrumpft ist :grinning_squinting_face: .

  • Ja, immer her mit offenen Fragen. Dass es keine weiteren Todesfälle gibt ist auch ein Zeichen, dass deine Haltung nicht völlig falsch läuft.

    Das Digfix sollte eigentlich noch trocknen. Zumindest hatte ich mal überfeuchtet und dann ists auf der Heizung gut getrocknet.

  • Post by ice_trey (November 16, 2025 at 11:32 AM).

    This post was deleted by the author themselves (November 16, 2025 at 11:32 AM).
  • Trauriges Update: Meine Königin hats leider nicht geschafft :loudly_crying_face: . Heute wollte ich das Wasser wechseln und hab gesehen, dass sie aus dem Neströhrchen auf den "Abfallplatz" gebracht wurde oder gewandert ist.

    Bin richtig frustriert... Sie war schön in der Winterruhe bei 15 Grad aber irgendwie hat sie es nicht geschafft.

    Frage: Was mache ich jetzt mit den Arbeiterinnen? Werden diese von einer neuen Königin wieder akzeptiert?

  • Schade! Mit der nächsten klappt es bestimmt besser. Die wirkte schon nicht fit, deine Bedingungen waren ja super.


    Adoption ist zu riskant, klappt ganz selten und es ist die Gefahr groß, dass die Königin getötet wird. Deshalb lieber mit einer neuen Kolonie starten.


    Du kannst die Kolonie zu Ende pflegen. Oder in der Tiefkühltruhe erlösen. Beim weiter pflegen legen gegebenenfalls die Arbeiterinnen noch Eier, aus denen würden dann nur Männchen schlüpfen und nach und nach würde die Kolonie aussterben.

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