Einsteiger sucht Art um möglichst breite Erfahrungen zu machen!

  • Hallo allerseits,

    ich möchte euch zunächst mein Problem schildern:
    Ich wohne ein einer Wohnung im Rheinland und begeistere mich seit einiger Zeit für die Ameisenhaltung.
    Ich habe mir zunächst die einheimischen Arten angesehnen, wobei mir schnell auffiel, dass diese eine recht intensive Winterruhe halten, was für mich ein echtes Problem darstellt, dieses Unwissen war wahrscheinlich der Grund warum eine Lasius Niger Kolonie bei mir vor einigen Jahren einging.
    Ich habe in meiner Wohnung keine Möglichkeit eine Art zu halten, welche eine Winterruhe unterhalb von Zimmertemperatur, also 19-21 Grad Celsius hält, womit die Einheimischen Arten und somit (meines Wissens nach) die klassischen Einsteigerarten nicht in Frage kommen.

    Dann habe ich begonnen mich nach exotischeren Arten umzusehen.
    Zunächst habe ich mir Messor structor und Messor barbarus angesehn, welche in einem Forum als einsteigerfreundlich angepriesen wurden, allerdings waren die Angaben über eine Winterruhe und die Resistenz gegenüber Anfängerfehlern seitens des Halters widersprüchlich.
    Allerdings war ich von Messor structor, aufgrund der Polygynie und dem Attribut des Körnersammlers, so begeistert, dass ich bereits nach einer Kolonie gesucht habe, aber keine zum Verkauf stehende Kolonie fand.

    Dann wurden aus anderer Quelle einige exotische Camponotus angepriesen, zu denen ebenfalls widersprüchliche Aussagen aufkamen, diesmal bezüglich des Platzbedarfs.

    Letztendlich laß ich einen Artikel über Polyrhachis dives, welcher diese als anfängerfreundlich darstellte, was wie ich später herausfand, die Tatsachen mehr als beschönigte.

    Nun bin ich sehr verunsichert, welche Art es denn werden soll?
    Zu berücksichtigen ist auch, dass Ameisen, Formicarien und Zubehör ein Budget von 130 bis max. 150 Euro nicht übersteigen sollten.

    Ich freue mich auf eure Antworten.

  • Guten Abend Rbn.

    Auch wenn ich vielleicht den Hohn anderer Ernte: Theoretisch ist jede Ameisenart für Anfänger geeignet, es macht halt nur einen Unterschied ob eine Lasius niger Kolonie für 90Cent hopps geht, oder eine Atta für 300€.

    Messor Arten sind in der Tat sehr gut geeignet für Anfänger, wobei ich mit meiner Kolonie damals hart zu kämpfen hatte. Hübsch anzuschauen sind sie auf jeden Fall und es ist immer was los. Was zahlst du für die Information über einen Lieferant der Messor structor vorrätig hat? Nein Spaß :smiling_face: http://www.world-of-ants.com/de/messor-structor.html bitte sehr. Aber auch diese Art hält Winterruhe.

    Hier zwei Messor arten ohne Winterruhe (Alle arten halten eine Art "ruhe")
    http://www.world-of-ants.com/de/messor-wasmanni.html

    http://www.world-of-ants.com/de/messor-minor-hesperius.html


    Bei Messor ist die Gründung aber recht heikel. Deswegen tendiere dazu am besten mehr Geld auszugeben und eine größere Kolonie mit 20+ (Am besten 40+) Tieren zu kaufen. Dann ist es nicht so schlimm wenn eine Arbeiterin mal drauf geht.

    Ich könnte dir auch Meranoplus ans Herz legen, sehr einfach zu halten, sind halt nur etwas "gemütlicher" als ihre Verwandten und nicht so hektisch unterwegs: http://www.antdealer.com/Ameisenkolonie…eviventris.html
    Wenn du es dir zutraust, kannst du es auch mit einer Pheidole Kolonie versuchen: http://www.antdealer.com/Ameisenkolonie…-pallidula.html dazu brauchst du dann aber wirklich einen sehr guten Ausbruchsschutz und ein gutes Auge, die kleinen sind wirklich winzig, aber mit ihren Soldaten und der schnellen Rekrutierung hübsch anzuschauen. Und sie vermehren sich sehr schnell.

  • Danke für die schnelle Antwort Xhnnas,

    die Pheidole cf. pallidula gefallen mir sehr.
    Wie wäre ein solcher Ausbruchsschutz denn gewährleistet und kann ich den überhaupt gewährleisten?
    Für die Art wäre ein feuchtes Gipsnest mit Arena ausreichend oder?
    Bei Antstore steht die würden auch Samen als Futter annehmen, wie sähe das bei denen aus? Ähnlich wie bei Messor?
    :hilfe:

    Gelten diese nicht als Schadameisen? http://ameisenwiki.de/index.php/Schadameisen:Beispiel1 :kapierichnicht:
    Macht eine Anschaffung dieser Sinn oder bin ich da 90% der Zeit mit dem Ausbruchsschutz beschäftigt?
    Auch kritische Stimmen erwünscht! :dankeschoen:

  • Den Ausbruchsschutz kannst du gewährleisten durch eine große Talkumschicht am Rand des Beckens. Bei mir waren es 1cm und das hat bei den 3mm großen Tieren ausgereicht. Wenn du ganz sicher sein willst, kannst du auf der Außenseite des Beckens doppelseitiges Klebeband installieren. Dadurch verenden zwar die Tiere, aber erstens wird da durch die Talkumschicht im idealfall nie eine hinkommen, und zweitens besser eine vereinzelte Ameise als Schaden an der Wohnung.

    Welches Nest ist egal, du musst nur darauf achten, dass keine offenen Stellen im bereich des Deckels vorhanden sind. Die Tiere sind 3mm lang und gerade mal 0,5mm hoch, das heißt selbst ein kleines unscheinbares Loch kann kritisch sein. Mein Tipp: Hol dir ein Gipsnest und ein Becken 30x20 oder 40x30 und stell das Nest da rein. Dicke Talkumpuderschicht anbringen (Anleitungen hier im Forum) und du hast eine schöne Kolonie die über 2 Jahre in dem Becken bleiben kann.

    Körner haben meine nicht genommen, nimm lieber Drosphila und friere diese ein, die kannst du dann bei belieben auftauen und den kleinen zum fressen geben. Pheidole haben in der Regel höheren bedarf an Proteinen und nur wenig an Zuckerwasser. Aber kannst gerne eine Körnermischung mitbestellen, nur aufpassen dass es keine großen Körner sind. Maiskorn vs Pheidole Arbeiterin ist ein Kampf David gegen Goliath.

  • Das mit dem Klebeband leuchtet ein.
    Ich bestell mir folgendes Becken http://www.antstore.net/shop/product_info.php?info=p427{8}26_glasbecken-30x20x20-cm-mit-10mm-bohrungen.html&no_boost=1
    Mit folgendem Deckel http://www.antstore.net/shop/Formicari…s-30x20-cm.html
    Wo soll die Talkumschicht da hin?
    Mehlwürmer gehen aber oder?

  • Das Becken ist in Ordnung, dazu könntest du dieses Ytongnest an der Scheibe innen anbringen:
    http://www.antstore.net/shop/Formicari…-Steinnest.html
    Die Antstore sachen passen da sehr gut rein. Fixieren kannst du das Nest mit etwas Silikon aus dem Baumarkt (am besten ein ganz normales, nicht für den Sanitärbereich, das enthält insektizide)

    Die Arena füllst du dann mit etwas feinem Sand der nicht grabfähig ist. Aufgrund der Färbung der Tiere würde ich sowas empfehlen:
    http://www.antstore.net/shop/Bodengrun…nsand-200g.html


    Bezüglich Ausbruchsschutz kannst du dir diesen Beitrag mal anschauen:

    Ausbruchssicherungen


    Mehlwürmer gehen, aber bitte vorher abtöten mit heißem Wasser, der Wurm läuft sonst Amok und tötet die Arbeiterinnen. Da du zu beginn aber nur eine kleine Kolonie hast, lohnt es sich nicht einen ganzen kasten mit Mehlwürmern zu holen. Meine Pheidole haben nur frische genommen, keine eingefrorenen.

  • Talkum ist wohl einfacher aufzutragen, ein falsch aufgetragener PTFE-Streifen ist überhaupt nicht sicher, du kannst aber auch beides nehmen. Ich füttere meine Ameisen alle 2 Tage. Die Ameisen fressen dann je nach Koloniegröße, mehr als ein Futtertier wird am Anfang nicht sein müssen und die Reste räumst du dann einfach weg, aber bitte darauf achten das sich keine Ameisen mehr im Futtertier befinden.

  • Das mit dem Klebestreifen muss natürlich jeder für sich selber verantworten, das stimmt schon.
    Ich habe mit Talkum die bessere Erfahrung gemacht, sieht aber auch "unschöner" aus als eine PTFE Schicht. Zu beachten gibt es nicht viel. Du wirst in der Anfangsphase ein paar tote Ameisen zu verzeichnen haben, da die Pheidole gefühlt eine kürzere Lebensdauer haben als z.B. eine Lasius niger und streßbedingt durch den Transport sowieso einige nicht überleben werden. Aber keine sorge, gerade Pheidole vermehren sich recht schnell. Was das füttern angeht: Lieber öfter was kleines frisches, als z.B. einmal die Woche was großes rein zu werfen. http://www.antstore.net/shop/Nahrung--…-Dose-4395.html sind eigentlich Ideal in der Anfangszeit. Bestell dir am besten ein kleines Faunarium dazu, da kannst du die Fliegen halten und verfüttern bei bedarf (Aber auch die Fliegen brauchen Futter + Wasse

  • Nein, die wurden zur flugunfähigkeit gezüchtet. Einem entsprechend großen
    Faunarium können sie nicht entkommen. Gefriergetrocknet ist immer so eine Sache. Du kannst es ausprobieren, vielleicht nehmen sie es an, meine haben sich strickt geweigert.

  • Desto mehr ich von den Pheidole lese, desto mehr schrecke ich vor denen zurück. Ich bin nicht sicher ob ich meine nunja, theoretischen Kenntnisse in Sachen Ausbruchsschutz auf diese Probe stellen möchte.
    Meranoplus würden letztendlich nicht in mein Budget passen, ebenso wie eine Messor Kolonie (außer Barbarus) welche mehr als 20 Arbeiterinnen hat. :kapierichnicht:
    Jetzt bin ich, was die Wahl der Art betrifft vollkommen verwirrt.
    Jetzt zur Gretchenfrage:
    Eignet sich Messor barbarus für eine Winterruhe bei Zimmtemperatur (19-20)?

  • *lach* Wobei zu den "breiten Erfahrungen" aus dem Threadtitel gehört nunmal auch der Ausbruchsschutz :smiling_face:

    Wieviel "Kapital" steht denn jetzt für die Ameisen noch zur verfügung?

    Messor ohne Winterruhe:

    Messor minor hesperius: 44,90€ http://www.world-of-ants.com/de/messor-minor-hesperius.html Anzahl (21-40) reicht aus um gut über die Runden zu kommen.
    Messor Spec: 49,90€ http://www.world-of-ants.com/de/messor-spec-rotlich.html 21-40 Stück

  • Ja, das zählt definitiv zu diesen Erfahrungen, allerdings traue ich mich nicht wirklich zu diesen "Ausbruchsspezalisten" die Stirn bieten zu können, da hätte ich viel zuviel Sorge, dass ich freitags spät von der Arbeit komme und die Ladys meine Wohnung übernehmen.
    Nunja, 40€ wären vom Kapital noch für die Meisen übrig.
    Wie ausbruchsfreudig sind denn die Messor?
    Reicht ein Ytongnest, was ich immer nur so befeuchte, dass eine hälfte feucht ist in 29x15 aus?

  • Wenn das Ytongnest in der Glasarena steht ist das kein Problem, nur offen im Raum ist eher unangebracht, wobei auch Möglich wenn man möchte. Die Majore haben kräftige Mandibeln mit denen die sich durch den Ytong beißen können. Wenn der Stein frei im Zimmer steht, kann es halt sein dass sie Spontan im Raum rumrennen auf der Suche nach Futter.

    An sich sind sie aber eher ausbruchsfaul und nur bei Platzmangel darauf bedacht neue Gebiete zu erkunden. Ausserdem sind sie etwas "tollpatschig" und eher schlecht darin eine Glaswand hoch zu klettern. Meine waren sogar ganz ohne Ausbruchsschutz, lediglich ein Deckel, haben es nicht einmal rausgeschaft.

    Der Unterschied ziwschen 40 und 49€sind marginal, wenn sie dir gefallen bestell sie dir :smiling_face:

  • Sorry wenn ich dir da widerspreche MessorHolz, aber das Becken und das Nest sind durchaus geeignet für eine Kolonie 250+, also mindestens ein Jahr, vielleicht sogar etwas länger. Meine Meisen haben selber im einem Becken 30x20 gelebt und bei abgabe (ca 350 Tiere) noch mehr als doppelt so viel Platz gehabt.

    Rbn: Das Nest vom Antstore ist einseitig benetzbar, du kannst also eine seine feucht halten, während die andere trocken als Nahrungslager dient. Das Bewässerungsloch kannst du ganz gut im Antstorebild auf der linken Seite sehen.
    Das Becken ist aber das falsche, das ist ein Glasfarmbecken. Entweder oder. In einem Glasfarmbecken ist die "Farm" bereits integriert, dann brauchst du kein Ytongnest mehr. Bei einem Ytongnest bräuchstest du: http://www.antstore.net/shop/Formicari…-Bohrungen.html oder http://www.antstore.net/shop/Formicari…-Bohrungen.html oder das hier: http://www.antstore.net/shop/Formicari…mm-Bohrung.html

  • Ursprünglich dachte ich, dass ich das Ytongnest in den Platz für die Farm einschiebe, da dieses Nest vom Antstore bei dem Becken vorgeschlagen wird und ich Meisen eigentlich in einem Ytongnest beobachten wollte. Deswegen hat das Farmbecken auch einen Plattenabstand von 50mm.
    Oder liege ich mit der Annahme falsch, dass sie Verwendung der "Farm" als Rahmen sich eignet?

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