"Bienen sind für unser Ökosystem unverzichtbar"

  • Guten Abend zusammen, ich starte hiermit einen Diskussionsthema zum momentanen Shoutbox Debatte.

    Zitat

    Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab.

    Ich finde dieser Satz sagt bereits alles über die Bedeutung von Bienen aus. Schließlich gibt es bereits genug Menschen auf der Welt, die jeden Tag Hunger leiden.


    Hier der komplette Text



    Zitat

    Mit dem Rückgang von Wildbienen und vielen anderen Bestäubern haben sich auch die Wildpflanzenarten drastisch reduziert,
    in manchen Ländern bis zu 70% innerhalb der letzten dreißig Jahre. Wildflora und Fauna sind zunehmend auf die Bestäubungsarbeit der Honigbienen angewiesen.
    Die Wildpflanzen sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette und sichern den Fortbestand vieler Tierarten.


    Gruß

  • So jetzt Kopier ich das hier her


    DAS NENNT MAN KATASTROPHEN

    .. nicht das verschwinden von Bienen ..




    also wenn die Bienen austerben wird vieles mit ihnen Aussterben aber was ist daran schlimm ? Sowas nennt man ein Massenaussterben --->



    Massenaussterben beeinflussen den Verlauf der Evolution entscheidend. So entstanden z. B. die Dinosaurier nach dem Perm, wurden durch das Aussterben in der Trias zur dominanten Landwirbeltiergruppe und verschwanden am Ende der Kreide.


    Nach Aussterbeereignissen folgt für gewöhnlich eine Phase der Expansion der überlebenden Organismen, oft durch so genannte Radiation. Diese Ausbreitung neuer Arten markiert neben dem Fehlen bestimmter Organismen den neuen erdgeschichtlichen Zeitabschnitt. Teilweise unterscheidet man zwischen Faunenschnitten, in denen viele Tierarten ausstarben und Florenschnitten, in denen viele Pflanzenarten verschwanden und durch neue ersetzt wurden.



    seltsam zeitweise starben innerhalb kürzester Zeit bis zu 95 % aller Lebensformen des Gesamten Planeten aus

    trotzdem regenerierte sich alles ....

    aber achja ich bin ja so blöd ..... Bienen sind ja eine Supermacht .... wenn die aussterben dann Explodiert der Planet und es ist kein Leben mehr möglich ......


    glaubt ihr der Erde hat es gepasst als vor 65 Mio Jahren ein Meteor über 90 % aller Tier und Pflanzen Arten auslöschte .... sicher nicht

    trotzdem endwickelte sich wieder ein neues Ökosystem mit neuen Arten

    Also was wird wohl passieren wenn die Bienen Aussterben ...... das was schon immer Passierte wenn etwas Ausstirbt.

    Das Leben findet einen Weg ..... Arten sterben aus neue arten kommen ..... das war vor uns so das wird jetzt so sein und wenn es den Menschen nicht mehr giebt wird es ebenso noch funktionieren denn das nennt sich Evolution.

  • Ich gehe mal davon aus, dass mit den Bienen auch Wildbienen und Hummeln aussterben. Dann werden darauf folgend wohl sämtliche, vorrangig durch die bestäubte Pflanzenarten aussterben. Andere Pflanzen werden daraufhin deren Platz einnehmen.
    Dass andere Insekten deren Platz einnehmen, dazu würde die Evolution zu lange dauern.
    Man muss dabei aber in geologischen Zeiträumen denken.

    lg Franz :ant:
    _______________________________________________________________________________________
    "Besser schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen." - Abraham Lincoln :frage:

    • Offizieller Beitrag

    Macht doch nix, den Saatgutkozernen fällt bestimmt eine gute Idee ein, wie wir weiterhin "hochwertige" Lebensmittel bekommen, die dann eben nicht von Insekten bestäubt werden müssen, wäre doch praktisch :achtungironie:


    Kurominos: Das mag sein, es überleben immer irgendwelche Arten, die sich anpassen können. Allerdings ist es schon eine recht zynische Einstellung, einfach zu sagen: "Naja, macht ja nix. Dann kommt halt was Neues nach uns." Wo bleibt dein Selbsterhaltungstrieb? Jedenfalls kommt die Aussage etwas lax daher, finde ich :winking_face:


    Sicher ginge es der Erde besser, wenn es den Menschen nicht gäbe und sie ist auch sicher nicht auf uns angewiesen. Aber Fakt ist auch: Wir sind hier, wir haben irgendwo auch unser "Daseinsrecht" wenn man es so nennen mag und sollten dann eben so handeln, dass wir für unseren Planeten verträglich sind. Und das geht eben nicht nach dem Motto "Nach mir die Sintflut, irgendwann stirbt der Mensch eh aus und andere Arten überleben, also ist eh alles egal", sondern muss zwangsweise entweder in einem radikalen Wandel enden, oder eben in eine temporäre Katrastrophe ausarten. Temporär, da - wie du und trailandstreet ganz richtig sagen bzw. vermitteln - erdgeschichtlich das Menschenzeitalter wohl zu vernachlässigen ist. Das entbindet uns aber nicht davon, verantwortungsvoll zu handeln. Das kann man heute schwerer denn je, denn jeder von uns ist stark abhängig von Versorgung und Technik, aber Kleinvieh macht auch Mist.


    Ich werde es daher auch zukünftig so handhaben, dass ich Konzernen wie Monsato und Bayer auf die Finger klopfe und eben nicht tatenlos zusehe, wie Pflanzen und Tierwelt immer weiter von Konzernen gelenkt oder nebenbei geschädigt werden (durch Pestizideinsatz usw.)
    Es ist nicht einfach, aber glücklicherweise gibt es immer wieder Insider, die einen mit wertvollen Infos versorgen und auf neue Entwicklungen hinweisen - unsere Chance der Politik (die leider zunehmend die Beölkerung zu irgnorieren scheint, außer es geht um Wahlen) wenigstens einen Fingerzeig zu geben, wo wir hin sollten.


    Ich empfehle für solcherlei Bürgeranstrengungen Plattformen wie avaaz.com, die sich weder von Konzernen noch von Regierungen Gelder geben lassen. Mag sein, dass es nur langsam Fortschritte bringt, aber besser als gar keine.

  • Dass der Mensch aussterben würde, wenn es keine Bienen gäbe, ist schon etwas übertrieben. 1/3 der Nahrungsmittelproduktion bezieht sich wohl auf das Obst. Die Frage ist, ob man dann nicht einfach mehr Getreide anbauen kann und so das ganze ausgleicht.


    In China geht man übrigens so mit den nicht vorhandenen Bienen um:


    RvnIbs7RzS8


    Natürlich würden dadurch die Preise stark ansteigen. Aber wenn man sich die Fortschritte beim Drohnenbau anschaut, könnte ich mir auch vorstellen, dass irgendwann jemand Minidrohnen baut, die automatisch computergesteuert Obstbäume bestäuben.


    Nicht falsch verstehen, ich habe die Petition auch unterzeichnet, aber ich halte die Panikmache teils für recht übertrieben.

  • Huhu
    ice_trey: Ich finde schon, dass Kurominos recht hat. Was machen Bienen denn so tolles? Sie bestäuben Pflanzen... Seit ihr der Meinung, dass es keine weiteren Tiere gibt, die Pflanzen bestäuben? Und selbst wenn... Oh mein Gott! Ich kann nur noch einmal die Woche nen Apfel essen und das für 20ct mehr... Wie schlimm :achtungironie:
    Mich interessiert es aber generell, wie Bienen bis jetzt überlebt haben. Ich meine, wie sollen sie sich verteidigen? Gegen große Angreifer können sie Kamikaze-Attacken machen. Aber was, wenn z.B. nen Ameisentrupp oder 20 Hornissen auf das Bienenvolk stoßen? Tja dann will ich keine Biene sein...



    Im Großen und Ganzen kann man aber sagen: Jedes Lebewesen hat einen gewissen Sinn... Manche sind wichtiger, Andere nicht. Bienen zählen meiner Meinung nach zu den Tieren, die nicht sonderlich wichtig sind (für euch Kritiker und Apfelliebhaber: Es gibt noch genug andere Tiere, die das Bestäuben übernehmen.). Wenn Ameisen oder sogar Haie aussterben ist das Bienensterben dagegen NICHTS. Also achtet mal lieber darauf, wo ihr euren Müll entsorgt oder besser: Welchen Müll produziert man sinnlos bzw. kann ihn auf biologisch leichtabbaubare Materialien einschränken.


    Liebe Grüße
    Melvin R. :smiling_face:

    • Offizieller Beitrag

    @Melvin R.: Bienen sind gegen andere Insekten wehrhafter als du denkst. Der Stachel bleibt nur in der elastischen Haut von Säugetieren stecken soweit ich weiß. Die Chitinhülle anderer Insekten lässt dagegen Stiche zu, ohne, dass die Biene dabei zu Schaden kommt, da sie starr ist. Der Stachel lässt sich so unbeschadet wieder rausziehen. Zudem haben Bienen spezielle Techniken gegen räuberische Insekten wie Wespen entwickelt, die sich an den recht schwachen Bienenstichen wenig stören. So werden Eindringlinge z.B. von einer Vielzahl von Bienen bedeckt, die mit ihren Flügeln in sehr schnellem Takt schlagen. Die dadurch erzeugte Abwärme lässt den Eindringlin überhitzen und er stirbt. Ziemlich abgefahren und dauert natürlich etwas, aber dieser Mechanismus ist schon ziemlich interessant.


    Was allgemein die Bienen angeht: Natürlich gibt es auch andere Insekten, die bestäuben und es steht auch außer Frage, dass der Mensch sicherlich Methoden entwickelt, um die Ernteverlute auszugleichen. Ansätze gibt es genug, wie im Video, Gentechnik, usw.
    Mir geht es auch um etwas ganz anderes: Bienen sind ein gutes Beispiel dafür, wie der Mensch mit seiner Umwelt umgeht. Ich bin so oder so ein Feind von Pestizideinsatz, es gibt auch hinreichend Beispiele aus dem ökologischen Landbau, dass mit richtiger Sorten- und Standortwahl, passender Pflege und der Verbindung diverser Pflanzen- und Tierarten für ein funktionierendes und gesundes System gute und unbelastete Produkte hergestellt werden können, bei geringerer Ernte, dafür aber in mehrerer Hinsicht wesentlich schonender. Natürlich ist das der schwierigere Weg, als einfach alle paar Wochen Unmengen an Gift auszusprühen (und hier gibt es eben einige Kandidaten, die für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht werden), das wir ganz nebenbei auch wieder selbst essen. Na dann guten Appetit, Hauptsache die Tomaten sehen aus wie aus dem Katalog :smiling_face:


    Zudem glaube ich, dass du das Problem auch ein wenig kleinredest Melvin, es geht hier ja nicht um Äpfel, sondern darum, dass verdammt viele Pflanzen an die Bestäubung spezieller Tiere angepasst sind. So gibt es z.B. Fliegenblütigkeit (Myophilie) (hier hat man oft als Lockmittel Pilz- und Aasgeruch, was wohl auf die meisten von uns genutzten Obstsorten und deren Blüten nicht zutrifft), Bienenblütigkeit (Melittophilie) (Lockung durch Farbenpracht und Nektar), Tagfalterblütigkeit (Psychophilie) (ebenfalls Nektar, der sich meist am Grund einer langen Röhre befindet, wie geschaffen für den Schmetterlingsrüssel). Zudem dürfte der Pollenübertrag seitens Bienen und Hummeln massiv höher sein als durch andere Insekten. Immerhin haben diese an den Beinen Stellen, an denen der Pollen kleben bleibt. Bienen und Hummeln sind daher stark mit Pollen überdeckt, die sie auch weitertragen können. Klar passiert das bei anderen Insekten auch, aber wohl nicht in diesem Ausmaß.


    Was Getreide angeht ist das übrigens ziemlich egal : Weizen, Roggen, Mais und Co. sind windbestäubte Pflanzen. Nun schlägt hier unsere unglaublich wertlose und schlechte moderne Ernährungsweise durch: Manch einer sagt jetzt vielleicht: Ist doch super, wir essen ja eh fast nur Brot/Käse/Wurst/Fleisch, alles Sachen, die nicht von Bienen abhängig sind (jedenfalls nicht direkt). Dass der Gemüsekonsum ganz wesentlich zu gering ausfällt (und da nehme ich mich selbst nicht aus), bleibt dabei vollkommen außer Acht. Dabei ist Gemüse in einer abwechslungsreichen Mischung wesentlich hochwertiger als Getreideprodukte und Co., auf die man im Grunde absolut verzichten könnte, wenn man es radikal macht (wofür ich sicher keine Werbung mache); aber das Thema ist dann vllt doch etwas ausschweifend und passt hier nicht wirklich rein.

  • ice_trey: Natürlich können sich Bienen ein wenig verteidigen. Ich hatte daher ja auch gesagt, dass die Bienen keine Chance gegen z.B. 20 Hornissen haben, gegen eine einzelne dagegen schon.


    Naja... Klar, Bienen und Hummeln sind ja praktisch dafür geschaffen, Pflanzen zu bestäuben und sie können daher auch "effektiver" Pollen transportieren. Aber wirklich abhänig... Nein, das sind meiner Meinung nach keine Pflanzen speziell auf Bienen/Hummeln...


    Liebe Grüße
    Melvin R. :smiling_face:

  • Zitat

    Im Großen und Ganzen kann man aber sagen: Jedes Lebewesen hat einen gewissen Sinn... Manche sind wichtiger, Anderenicht. Bienen zählen meiner Meinung nach zu den Tieren, die nicht sonderlich wichtig sind (für euch Kritiker und Apfelliebhaber: Es gibt
    noch genug andere Tiere, die das Bestäuben übernehmen.).

    Das ist deine Meinung, die sich wahrscheinlich aus deiner begrenzten Sichtweite und deiner Beweihräucherung zum Mitglied Kurominos ergibt. :winking_face: Keiner kann die Folgen des
    Bienensterbens vorhersehn!



    Aber im großen und ganzen fehlen mir einfach die Worte, zu dem Beitrag von Kurominos und deinen Melvin. Ich bin wirklich sehr froh das nicht alle Menschen derart gleichgültig über einzelnen
    Lebensformen oder Spezies urteilen. (das hat nichts mit Panikmache zu tun!)






    Aus dem Profil von Kurominos ->

    Zitat

    Naturschutz ist nutzlos ....solange man nicht alles Schützt

    Für mich ist das eine Doppelmoral, welche ich nicht nachvollziehen kann. Heute so, morgen anders herum, es wird gebogen und gelogen wie es einem gerade passt.



    Wie kann ich denn Jahrelang Ameisen und andere Tiere halten, sie pflegen und umsorgen, und dann sagen das mir die Bienen/ ''oder andere Tiere'' scheiß egal sind? :crazy:


    Da fehlen mir einfach die Worte!



    Ich werde mich nun auch nicht weiter an diesem Thema beteiligen, macht sowieso keinen Sinn. Jeder hat halt seine Meinung, oder redet gerne anderen nach dem Mund. Beschweren könnt ihr euch gerne via PN bei mir.



    Beste Grüße


    Bojan

  • Huhu
    Mir ist es keineswegs egal, ob eine Spezies ausstirbt oder nicht. Aber was bringt es, deswegen in Panik zu verfallen, obwohl man alles objektiv betrachten kann?



    Bojan: Natürlich kann Niemand zu 100% sagen, was die Folgen sein werden. Man kann aber darüber nachdenken, welche Tiere wahrscheinlich den Platz der Bienen einnehmen werden bzw. Deren Aufgaben auch jetzt schon machen.



    Zitat

    Das ist deine Meinung, die sich wahrscheinlich aus deiner begrenzten Sichtweite und deiner Beweihräucherung zum Mitglied Kurominos ergibt.


    Wie soll ich das denn jetzt verstehen? xD



    Liebe Grüße
    Melvin R. :smiling_face:

  • Kleiner Ausschnitt aus Planten.de


    Blüten und ihre Bestäuber



    Wenn wir in Natur und Garten die Blumen betrachten, denken wir meist
    an Bienen als Bestäuber. Windbestäubung ist manchen geläufig. Aber auch
    Wasser, Säugetiere, Vögel, Reptilien und eine große Palette an
    Insektengruppen bestäuben unsere Pflanzen. Wer sie bestäubt, das
    verraten ihre Blüten, auch ohne dass wir die Tiere oder Naturgewalten
    dabei beobachten – was bei den Exoten oft garnicht möglich ist. So
    wollen wir die wichtigsten beschreiben.


    Im Hochsommer, stehen die Blumenkistchen und Pflanzkübel mit ihren
    exotischen Gewächsen in voller Blüte. Wir finden hier eine große
    Vielfalt an Blütenformen- und Farben, doch vergleichsweise wenige
    Bienen. Dagegen summt und brummt es an winterharten Stauden. Was ist der
    Grund?


    Wir sind gewohnt, dass unsere Blumen von Bienen angeflogen werden. Doch
    schon in der heimischen Flora sind Fliegen, Käfer und Schmetterlinge
    genauso bedeutsam. In den Tropen kommen noch andere Tiere dazu, die hier
    fehlen.



    Unspezifische Blüten


    Viele Blüten bieten sowohl Nektar als auch Pollen in reichen Mengen
    an. Alle möglichen Tiere finden sich hier ein. Bienen und Hummeln
    sammeln Nektar wie Pollen, Wespen und Fliegen den Nektar, Käfer den
    Pollen. Zu diesen nicht wählerischen Pflanzen gehören die Rose, soferne
    es sich nicht um überzüchtete nektar- und pollenlose Sorten handelt, der
    Mohn oder der Mexikanische Leberbalsam (Ageratum). Ganz so allgemein
    brauchbar sind aber auchg unspezifische Blüten nicht: Doldenblüter, wie
    etwa Wilde Möhre oder Dillkraut, produzieren in ihren kleinen
    Eizelblüten so kleine Nektartröpfchen, dass sich die Arbeit für größere
    Insekten kaum lohnt. Nur kleinere Käfer, Fliegen oder Wildbienen werden
    sich hier bedienen.


    Da die Produktion von Pollen recht energieaufwendig ist, bieten viele
    Blüten nurmehr Nektar an und versuchen ihren in geringeren Mengen
    produzierten Pollen möglichst gezielt zu platzieren, so dass er den
    Tieren nicht mehr als Nahrung dienen kann. Dazu ist es aber auch
    notwendig, nurmehr bestimmte Bestäubergruppen anzusprechen.


    Bienenblüten


    Setzen Sie sich einmal vor einen Salbei (Salvia) – gleich ob Wiesen-
    oder Echter oder sonst eine blau- bis violettblütige Art –, so werden
    Sie fast ausschließlich verschiedene Bienen als Bestäuber beobachten
    können. Sie setzen sich auf die Lippe der Blüte und kriechen in den
    Schlund. Dabei neigen sich Staubblätter und Griffel nach unten und
    stäuben das Tier an einer bestimmten Körperstelle ein, bzw. nehmen den
    mitgeführten Pollen auf. Zu große Tiere kommen nicht zum Nektar, zu
    kleine nur dann, wenn sie klein genug sind als ganzes in den
    Bütenschlund kriechen zu können.


    Schmetterlingsblüter wie die Edelwicke (Lathyrus odoratus) bieten auf dem Schiffchen
    der Blüte eine Landefläche, Pollen und Narbe gelangen bei genügend
    schweren Tieren von unten an den Hinterleib. Das Froschgoscherl oder
    Löwenmaul (Antirrhinum) hat eine maskierte Blüte: nur wer kräftig genug ist, kann sie offnen und eingringen, wer zu groß ist bleibt stecken.


    Da Bienen im Violettbereich besonders gut sehen, reflektieren
    Bienenblumen UV und sind auch sonst meist purpurn (rot mit Blauanteil)
    bis violett gefärbt. Auch Gelb ist sehr attraktiv.


    Schmetterlinge


    Bei solchen Blüten haben Schmetterlinge keine Chance. Tagfalter
    benötigen einen mehr oder weniger horizontalen Landeplatz, deren
    Durchmesser die richtige Größe hat, dass ihn die Falter umklammern
    können. Für ihren Rüssel benötigen die Falter eine enge Röhre, der ihn
    direkt zum Nektar leitet. Der Prototyp solcher Stieltellerblüten sind
    wilde Nelken. Im Garten finden Sie Bart-Nelken, aber auch der Phlox ist
    eine typische Schmetterlingsblume. Sommerflieder (Buddleja) und
    ungefüllte Tagetes werden ebenfalls gerne genommen. Schmetterlinge sehen
    im roten Bereich besser – die zugehörigen Blumen sind purpurn bis
    orange.


    Nachtgetier


    In der Nacht haben bunte Blumen einen gravierenden Nachteil: je
    dünkler desto unsichtbarer. Deshalb blühen die meisten von ihnen weiß.
    Ein wichtiges Lockmittel wird hier aber der Duft. In einem sind die
    Nachtfalter den Tagfaltern gleich: sie mögen ihren Rüssel leitende
    Kronröhren. Im Gegensatz zu den Tagfaltern aber schweben die Nachtfalter
    vor der Blüte, die daher seitlich stehen, wie bei der Nachtkerze und
    bei der Weißen Lichtnelke.


    Nicht alle Nachtblüher aber werden von Nachtfaltern bestäubt. Die großen
    weißen nächtlichen Trichterblüten mancher Kakteen (Cereus, Echinopsis,
    Selenicereus) haben einen ganz eigenen, für uns nach gährendem Obst
    riechenden oder auch nicht wahrnehmbaren nächtlichen Duft. Es sind
    Schwefelverbindungen, die besonders Fledermäuse reizen. Da Fledermäuse
    nicht zimperlich sind, mit Karacho in der Blüte landen, sich festkrallen
    und mit Kopf und Zunge gewaltsam ihren Weg zum Nektar suchen, müssen
    die Blüten nicht nur groß sondern auch sehr robust sein. Trotzdem werden
    sie mit der Bestäubung meist zerstört – sie haben ja ihre Schuldigkeit
    getan. Es gibt jedoch weitere Ansprüche der Fledermäuse an die Blüten:
    sie müssen Strukturen zum Festhalten bieten und dürfen nicht glatt sein,
    um mit Echolot von unerwünschten Hindernissen unterscheidbar zu sein.
    Bei den Kakteen besorgen beides die vielen schmalen Kronblätter. Dass
    die Farbe für Fledermäuse unwesentlich ist, zeigt die Glockenrebe
    (Cobea), mit ihren violetten, rauhen Blüten. Auch die Engelstrompeten
    (Datura, syn. Brugmansia) sind durch Härchen leicht rauh, ihre weichen
    Blüten werden aber durch die Fledertierkrallen durchlöchert, da hier nur
    das Einhaken in die Kronblätter selbst Halt gibt.


    Vogelblumen


    Im Gegesatz zu den geruchsempfänglichen Fledertieren sind Vögel ganz
    auf ihren Gesichtssinn ausgerichtet. Sie wollen kontrastreiche,
    knallige, möglichst reine Farben. Blau und Rot sind die Farben, die sie
    am besten sehen. Vogelblumen sind meist rot (bis orange oder knallig
    rosa), da Blau auch Bienen anlocken würde. Nur auf Hawai, wo es keine
    Bienen gibt, gibt es blaue Vogelblumen. In der Art der Nahrungsaufnahme
    unterscheiden sich die verschiedenen nektarfressenden Vögel. Auf dem
    amerikanischen Doppelkontinent sind es vorwiegend Kolibris. Wie
    Nachtfalter stehen sie vor der Blüte in der Luft. Sie besuchen daher
    vorwiegend seitlich abspreizende Blüten und wollen von Kronröhren
    gezielt zum Nektar geführt werden. In unsere Gärten haben es
    verschiedene Salbei-Arten wie die Salvie (Salvia splendens) und andere
    (S. elegans, S. fulgens, S. involucrata Â…) geschafft, oder die herrlich
    rote Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis, syn. L. fulgens, L.
    splendens), die bei uns aber meist nur in hybridisierter Form (L. x
    gerardii, syn. L. x speciosa) in Erscheinung tritt.


    In Afrika setzen sich Nektarvögel auf die Pflanzen. Sie brauchen Halt am
    Blütenstand und hängen so oft kopfüber an Aloe oder Fackellilie
    (Kniphofia), um ihren gebogenen Schnabel von unten in die hängenden
    Blüten einzuführen.


    Weniger spezialisierte Vögel aber sind nicht so akrobatisch. Sie wollen was handfestes:
    Zweige, auf denen sitzend sie problemlos an die Blüten kommen, oder
    steife Blätter, die aus dem Blütenstand ragen, wie beim Löwenohr
    (Leonitis leonurus), einer schönen Kübelpflanze.


    Illegitime Besucher


    Aber auch wo die richtigen Bestäuber fehlen, wird es oft zu
    erfolgreicher Saatgutproduktion kommen. Am Beispiel von Sommerflieder
    und Tagetes sehen Sie, dass auch eigentlich recht typische Falterblumen
    von langrüsseligeren Bienen und Hummeln auch gerne angenommen werden.
    Engelstrompeten werden bei uns oft durch Nachtfalter bestäubt,
    Glockenreben durch Hummeln und auch die Salvien werden gelegentlich,
    aber ausreichend, von Bienen und Hummeln besucht. In großen
    Kakteenblüten, die ja auch viel Pollen produzieren, verrichten Käfer und
    Nachtfalter ihr Werk.


    Ganz vorwitzige Gfraster stecken ihre Nase überall dort rein, wo es sie
    nichts angeht. Hummeln sind solch diebische Gesellen. An maskierten
    Blüten, für die sie zu groß sind, oder an Stieltellerblüten mit zu
    langem Stiel sind ihre Spuren zu finden: kleine Löcher werden in den
    Blütengrund gebissen – dort wo der Nektar ist. Auch Ohrschlüpfer begehen
    so Mundraub an den legitimen Bestäubern.

  • Sonst wird das alles zu lang.



    Die vergessenen Bestäuber
    In den letzen Monaten bekamen Bienen
    viel Aufmerksamkeit. Als Bestäuber vieler Obst- und Gemüsebaukulturen
    sind sie durch intensiven Pestizideinsatz stark bedroht. Diese besondere
    Aufmerksamkeit ist sicher wichtig. Doch viele Pflanzen sind noch auf
    ganz andere Tiere als Bestäuber angewiesen.


    Fledermäuse (Chiroptera spp.):


    Fledermäuse können grundlegend in vorwiegend insektivore (Insekten
    fressende) und vorwiegend frugivore (Fürchte fressende) Arten aufgeteilt
    werden. Während insektivore Fledermäuse bei der Schädlingskontrolle
    nützlich sein können, erfüllen die frugivoren eine ganz andere Rolle im
    Ökosystem. Eine wichtige Nahrungsquelle ist für der Nektar von Pflanzen
    wie Bananen. Wenn sie mit ihrer Zunge den Nektar schlecken, wird ihr
    Kopf durch die flexiblen Staubblätter der Bananenblüten mit Pollen
    eingepudert. Im Laufe einer Nacht besucht ein Tier viele verschiedene
    Blüten und verteilt so die Pollenmischung.


    Aaskäfer (Silphidae spp.)


    Diese Käfer führen mit der Zersetzung von Kadavern eine sehr wichtige
    Ökosystemfunktion aus. Das Aas finden sie über ihren ausgezeichneten
    Geruchssinn. Im Lauf der Evolution konnten sich einige Pflanzen diesen
    speziellen Orientierungssinn zunutze machen, in dem sie einen
    ähnlichen Geruch verströmen. Die angelockten Käfer finden keinen
    nutzbaren Kadaver vor, sondern werden mit Pollen geimpft. Diese haften
    an ihnen und werden so weiter getragen. Forscher zeigten diese
    Mechanismen für die “Carrion beetles” (Phaeochrous amplus) in Ghana.
    Auch der Titanwurz (Amorphophallus titanum), die Pflanze mit der größten, unverzweigten Blüte der Erde, verströmt einen solchen Aasgeruch aus.


    Lemuren (Lemuriformes spp.)


    Einigen Arten der madagassischen Makis sind ebenfalls Bestäuber.
    Belegt wurde dies für den Großen Fettschwanzmaki (Cheirogaleus major),
    der bei der Bestäubung von Strongylodon craveniae (Leguminosae) eine
    wichtige Rolle spielt. Ihre Blüten zeigen sogar eine spezielle
    Anpassungen an diesen Bestäuber. Auch wird für einige Mausmakis
    (Microcebus spp.) angenommen, dass sie zur Bestäubung der
    madagassischen Affenbrotbaum (Adansonia spp.) notwendig sind.


    Kolibri (Trochilidae spp.)


    Diese kleinen südamerikanischen Vögel können durch hochfrequentes
    Schwingen ihrer Flügel in der Luft still an einer Position verweilen.
    Dank dieser Fähigkeit und ihres langgezogenen Schnabels gelangen sie
    auch an den Nektar in extrem langen Blütenkelchen. Zu ihrem
    Lieblingspflanzen gehören u.a. Arten der südamerikanischer Bromelien,
    Leguminosen und Rubiaceen finden. Der Nektar dieser Pflanzen ist von
    anderen Tieren kaum zu erreichen. Während der Kolibri mit dieser
    Spezialisierung seine Nahrungsressource weitgehend monopolisieren
    konnte, hat die Pflanze zwei Vorteile der Symbiose. Zum einen verbreitet
    der Vogel den Pollen der Pflanze und zum anderen fressen Kolibris auch
    Insekten, die sich in der Blüte ansiedeln wollen.


    Hummeln (Bombus spp.)


    Hummeln sind große und behäbig wirkende Insekten. Sie gehören zu den
    Hautflüglern (Hymenoptera), sind zehn – 23 Millimeter lang und stark
    behaart. Diese Behaarung und ihre Größe machen sie zu besonders
    erfolgreichen Bestäuber. Hummeln können viele Pollen transportieren und
    verteilen diesen weitflächig über die Blüten. Eine spezielle Rolle
    nehmen Hummeln beim Bestäuben von Tomatenpflanzen ein. Tomatenblüten
    halten ihren Pollen zurück und geben diesen erst durch intensive
    Vibration frei. Zumeist wird dieser Vorgang nur von Hummeln durch die
    Vibration ihrer Flügelmuskulatur ausgelöst. Aus diesem Grund werden bei
    der Tomatenproduktion in Gewächshäusern entweder Hummelvölker oder der
    sog. Tomatotackler (ein vibrierender Schwamm zu Handbestäubung von
    Tomatenblüten) zur Handbestäubung eingesetzt.


    Gnitzen (Cerattopogonidae spp.)


    Gnitzen sind ein bis vier Millimeter große Fliegen (Diptera).
    Besonders in den Tropen erfüllen diese kleinen und teilweise Blut
    saugenden Insekten eine wirtschaftlich bedeutende Rolle. Sie sind die
    Hauptbestäuber in Kakaoplantagen. Länder wie die Elfenbeinküste, Peru
    oder Indonesien sind als große Kakaoproduzenten stark auf diese Fliegen
    angewiesen. Die Larven viele Arten sind stark von der
    Umgebungsfeuchtigkeit abhängig und leben z.B. in Feuchtgebieten oder
    Rinderdung.


    Aber Ohne Bienen soll es ja keine Bestäubung und kein Leben mehr geben....


    Wenn die
    Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre
    zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen
    mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr….“

  • Ich will ja den fundierten Ausführungen von Kurominos nicht ernsthaft widersprechen. Aber heute, beim Besuch des Bot. Gartens in Darmstadt, fiel mein Blick auf eine Info-Tafel zu den Bestäubungsleistungen der Honigbienen anhand einiger Beispiele von Kulturpflanzen:


    [Blockierte Grafik: http://www.ameisencafe.de/cafe/wcf/images/upload/Bienen--Nutzen-4780.jpg]


    Da Lemuren, Kolibris und blütenbestäubende Fledermäuse bisher in unseren Ökosystemen fehlen, werden wir uns wohl noch auf längere Sicht mit den Leistungen der Honigbienen (neben Solitärbienen und in geringem Umfang anderer Bestäuber) begnügen müssen. Fleißige und billige Chinesen sind im Zeichen von Mindestlöhnen bestimmt zu teuer.
    Hinzu kommt, dass z. B. Kirschen auch im Wald wachsen, Wildkirschen, sehr große Bäume, deren Holz als Furnier gesucht ist. Sie werden in unseren Laubwäldern von Vögeln ausgesät, die die kleinen, aber sehr süßen Kirschen verzehren und die Kerne irgendwo wieder ausscheiden. Selbst wenn man auf Obst in roher Form gänzlich verzichten kann, möchte ich weder auf Kirschkuchen verzichten, noch auf das als "Kirschwasser" bekannte Destillat, oder die "Williams Christ-Birne" in ähnlich leckerer Verarbeitung. :smiling_face:


    Also, lasst die Bienen leben, und lasst andere von Ökosystemen ohne Apis mellifera träumen! (Ich mag übrigens auch Honig).


    lg Antguy

  • Wen nur Bienen sterben wär es doof aber keine Katastrophe den Honig wird am meisten von Honigbienen gemacht und außerdem werden Bäume,Pflanzen etc. Weiterleben den nicht nur Bienen verstreuen Pollen auf Blumen.Tiere wie Schmetterlinge,Ameisen und andere 10000 Tiere werden weiterhin unser Ökosystem am Leben halten.


    Lg:Vincent


    PS:Tutmirleid falls da viele Rechtschreibfehler dabei sind und wen das schon gesagt wurde(Bin zu faul das durchzulesen)

  • Wen nur Bienen sterben wär es doof aber keine Katastrophe den Honig wird am meisten von Honigbienen gemacht und außerdem werden Bäume,Pflanzen etc. Weiterleben den nicht nur Bienen verstreuen Pollen auf Blumen.Tiere wie Schmetterlinge,Ameisen und andere 10000 Tiere werden weiterhin unser Ökosystem am Leben halten.

    Reden wir von den Insekten deren Populationen in den letzten 30 Jahren um 80% gesunken sind?


    Honigbienen sind die LETZTEN Insekten die Aussterben werden, solange es Imker gibt die ihnen Nistplätze bauen und sie verhätscheln.

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